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Weltzeit-Blog

Medien international

Search Results for Tag: SMS

Johannes Hoffmann | Medien international Menschenrechte

Menschenrechte – Herausforderung für die Medien

Am 10. Dezember zeichnet das Nobelkomitee in Oslo Liu Xiaobo (Foto) mit dem Friedensnobelpreis aus. Es ist zugleich der Internationale Tag der Menschenrechte. Frieden und Menschenrechte sind eng miteinander verbunden. Ebenso eng verbunden sind Menschenrechte und freie Medien.

Als die Deutsche Welle in diesem August das jüngste Werk Liu Xiaobos als Hörbuch auf ihrer chinesischen Webseite zum Anhören und zum Herunterladen anbot, stiegen die Zugriffe rasant an. Allein in den ersten zehn Tagen wurde das Angebot 600.000 Mal abgerufen. Die Hörbücher waren von der China-Redaktion der Deutschen Welle in chinesischer Sprache produziert und kapitelweise online gestellt worden, das letzte Kapitel am heutigen Tag.
Das Buch, das Ende 2009 in Taiwan erschien, umfasst 50 Artikel, die Liu vor seiner Festnahme im Dezember 2008 verfasst hatte. „Untergang einer Supermacht – Ein Memorandum für China“ ist der Titel des Buchs. Darin kommt er zu der Überzeugung, dass Chinas viel gelobter Aufstieg ohne Demokratie, Freiheit und Menschenrechte eine Gefahr für das Land und die Welt darstelle. Der deutsche Auslandsrundfunk hat diese Botschaft in das Reich der Mitte hineingetragen. Ein unfreier Medienmarkt, der kritische Stimmen mit allen Mitteln unterdrückt. Mehrere Zehntausend Cyberpolizisten zensieren, was dem Kurs der kommunistischen Partei widerspricht. Und doch: Findige Nutzer kennen Schlupflöcher durch die neue Chinesische Mauer – sie informieren sich über internationale Sender, wollen erfahren, was man ihnen vorenthält, und sind offen für alternative Perspektiven. Auch wenn im Vergleich zum Milliardenvolk wenige Hunderttausend eine geringe Größe sein mögen, die unter Gefahr für Leib und Leben nach unabhängigen Informationen suchen: Sie machen das Regime nervös.

Datum

Donnerstag 09.12.2010 | 14:30

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Kathrin Reinhardt | Medien international

Tansania: Ohne SMS geht’s nicht

In Tansania und in dem halbautonomen Inselstaat Sansibar werden am Sonntag, 31. Oktober, neue Präsidenten gewählt. Die Deutsche Welle bietet seit 1963 ein Programm auf Kisuaheli. Heute sendet sie drei Stunden täglich. Fragen an Andrea Schmidt, Leiterin der Kisuaheli-Redaktion der Deutschen Welle:

 

Frau Schmidt, welche Rolle spielen Handys und SMS bei der anstehenden Präsidentenwahl in Tansania und in Sansibar?

Eine große Rolle: Die Wähler haben nun erstmals die Möglichkeit, per SMS Auffälligkeiten an Wahlbeobachterteams zu melden. Mobiltelefone spielen in Afrika eine bedeutende Rolle: Seit 2006 hat sich die Zahl der Handy-Anschlüsse auf dem Kontinent mehr als verdoppelt. Die Mehrheit der Tansanier hat inzwischen ein Handy.

Wie binden Sie Ihre Zielgruppen über SMS in den Dialog ein?

Unser Publikum in Tansania, Kenia, in der Demokratischen Republik Kongo, in Ruanda, Burundi und Uganda informieren wir nicht nur über das täglich dreistündige Radioprogramm und im Internet. Wir verbreiten die Schlagzeilen täglich auch mit einem speziellen Nachrichten-Service auf das Handy. Die Kommunikation via Mobiltelefon läuft auch umgekehrt: Unsere Hörer und User simsen uns ihre Rückmeldungen und Anregungen. Diese landen dann live im Studio in Bonn, sodass der Moderator oder die Moderatorin während der Sendung direkt darauf eingehen kann. In den vergangenen Wochen haben wir täglich viele SMS erhalten, die auf die Wahl eingehen. Wir gehen davon aus, dass die Zahl stark zunehmen wird. Wir erwarten auch in den Folgetagen Hunderte SMS, sobald die ersten Hochrechnungen vorliegen.

Wie ist die Situation der Medien in Tansania?

Seit der Privatisierung in den 1990er Jahren hat sich die Zahl der Medien vervielfacht – zumindest auf dem Festland. Hier gibt es rund 40 Tages- und Wochenzeitungen, über 50 Radiosender und 30 Fernsehkanäle, die auch weitgehend unabhängig berichten können. Auf Sansibar hingegen gibt es nur eine Zeitung – „Zanzibar Leo" – und die ist im Besitz des Staates. Und der einzige TV-Sender auf Sansibar, „Televisheni Zanzibar" (TvZ), ist ein Regierungssender. Vor diesem Hintergrund kann man sagen, dass die Wähler auf Sansibar nicht hinreichend unabhängig und umfassend informiert werden. Insgesamt befindet sich Tansania auf der Rangliste der Pressefreiheit von “Reporter ohne Grenzen” auf Platz 41 von 178 und liegt damit im Vergleich zu anderen afrikanischen Staaten recht weit vorne.

Lesen Sie einen weiteren Artikel mit Hintergründen zur Wahl in Tansania

Datum

Freitag 29.10.2010 | 14:43

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Johannes Hoffmann | Medien international

Mobilfunk-Boom in Afrika

Viele Klischees prägen das Afrika-Bild. Eines davon: der Kontinent ist ein klassischer Kurzwellenmarkt. Davon heißt es Abschied nehmen, und zwar eher morgen als in ferner Zukunft. In Kenia beispielsweise ist die Nutzung von Kurzwellenradio in den vergangenen Jahren immer weiter zurückgegangen, auf mittlerweile nur noch drei Prozent täglich.


Hier und in anderen ostafrikanischen Ländern wie Tansania, Ruanda und der DR Kongo hört man Radio heute am liebsten auf UKW. Viele schalten täglich das Radio ein, auch die Sendungen von internationalen Anbietern. Sie gelten als glaubwürdige Quelle für Informationen – insbesondere vor dem Hintergrund der häufig noch nicht so starken nationalen Konkurrenz. Die veränderten Nutzungsgewohnheiten sind eine Herausforderung für die Auslandssender. Auch das nationale Fernsehen hat sich zunehmend als ein in großen Bevölkerungsgruppen genutztes Massenmedium etabliert, wobei die Nutzung vor allem ein Phänomen der Städte ist. Rund ein Drittel der Menschen in Tansania und Kenia schaut mittlerweile täglich fern.
Internet hingegen ist bislang noch wenig verbreitet. Gründe sind die Unfreiheit der Märkte, die schlechte technische Infrastruktur und die sehr hohen Kosten. Die Nutzerzahlen sind daher im Vergleich zu anderen Weltregionen noch extrem gering. Nur etwa zwei Prozent der weltweiten Internetnutzer stammen aus Afrika südlich der Sahara. Mobiles Internet wird jedoch nach Einschätzung der ITU in Zukunft eine entscheidende Rolle in Afrika spielen – ausgelöst durch den Boom des Mobilfunksektors.

In Afrika wächst er so rasant wie auf keinem anderen Kontinent. Seit 2006 hat sich die Zahl der Handy-Anschlüsse mehr als verdoppelt. Auf 100 Einwohner kommen in Kenia schon 42 Mobilfunknutzer, in Tansania 29. In den vergangenen Jahren hat sich die Verbreitung vervielfacht, eine Verlangsamung des Wachstums ist noch nicht abzusehen. Hauptanwendungen sind neben dem Telefonieren und dem Senden und Empfangen von Kurznachrichten Spiele, mobiles Banking und Radiohören über integrierte UKW-Empfänger.

Ein Trend, der bei der DW unmittelbare Folgen für die Programmarbeit hat: Kaum hat die Kisuaheli-Redaktion die Abendnachrichten via Radio und Internet verbreitet, folgen die wichtigsten Schlagzeilen als SMS fürs Handy (Artikel im Magazin weltzeit). Mehr und mehr Hörer beteiligen sich auf diesem Weg direkt an den DW-Sendungen auf Kisuaheli. Eingehende SMS werden im Funkhaus kurz gesichtet und landen Sekunden später in der Sendung auf dem Studio-Monitor. Die Moderatorin im Bonner Funkhaus geht dann direkt auf die Zuschriften ein, beantwortet Fragen oder reagiert auf Anregungen. Bis zu 200 SMS erhält die Redaktion täglich. Die Deutsche Welle setzt inzwischen auch in anderen Sprachen auf den Dialog per SMS – ein neuer Weg zur Bindung an die DW, und an Deutschland.

Einen Artikel über Mobilfunk und Internet in Afrika finden Sie auch in der Ausgabe 04/2010 der weltzeit.

Datum

Dienstag 20.07.2010 | 08:42

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