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Lateinamerika: „Alle 10,4 Tage ein Mord“

Auch bei Partnersendern der Deutschen Welle in Lateinamerika ein gefragter Ansprechpartner: Gonzalo Ernesto Cáceres
Herr Cáceres, wie gefährlich leben Journalisten in Mexiko?
Extrem gefährlich. Aber nicht nur dort, sondern auch in anderen Ländern Lateinamerikas. Laut „Ciap“, der Internationalen Kommission zur Erforschung von Attentaten auf Medienvertreter, wurden allein im laufenden Jahr in sieben Ländern Lateinamerikas und der Karibik 32 Journalisten und Pressevertreter ermordet und drei weitere werden vermisst. Nach Zahlen der Lateinamerikanischen Journalistenorganisation Felap wurden von 2007 bis heute in 15 Ländern Lateinamerikas und der Karibik 196 Journalisten ermordet. Durchschnittlich ein Mord alle 10,4 Tage in einer Region, in der es keine Kriege gibt und die als Friedensregion definiert wird.
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Dem Unaussprechlichen eine Stimme geben
Einige suchen noch heute nach vermissten Enkelkindern, die vom Militärregime in Argentinien entführt wurden. Andere setzen sich ein gegen die andauernden Morde an Frauen in der gefährlichsten Stadt der Welt, Ciudad Juárez in Mexiko. Beim Workshop “Frauen und die Menschenrechte in Lateinamerika – dem Unaussprechlichen eine Stimme geben” des Deutsche Welle Global Media Forum diskutieren Frauen darüber, wie sie die Rolle der Medien in ihrem Kampf um Gerechtigkeit einschätzen.
DW-Mitarbeiterin Sheila Mysorekar hat das Panel mit vorbereitet. Mit ihr sprach Elisabeth Jahn. Hören Sie das Interview:
Frauenrechte sind auch Thema in diesen Workshops beim Deutsche Welle Global Media Forum:
Chance zur Veränderung
Das Web 2.0 erfreut sich zunehmender Beliebtheit in Lateinamerika – vor allem in Brasilien. Dies sagt Rosana Herrmann, Bloggerin, Autorin und TV-Moderatorin aus Brasilien. Hermann war in diesem Jahr Mitglied der Jury des Blog-Awards „The BOBs“ der Deutschen Welle.
Menschen könnten mit Hilfe eines Internet-Zugangs und Sozialer Medien ihre Situation verändern. Hermann machte das anhand eines Beispiels aus Brasilien deutlich: Ein 17-Jähriger, der in einem Armenviertel lebte, hatte live getwittert, als die Armee die Slums räumen wollte. Innerhalb kurzer Zeit, so Hermann, hatte der junge Mann 44.000 Anhänger. Das Fernsehen wurde auf die Geschichte aufmerksam, der Jugendliche wurde in Talkshows eingeladen. Mittlerweile hat er eine eigene Zeitung.
Sehen Sie hier das Interview mit Rosana Hermann:
„Demokratie ist mehr als ein gewählter Präsident“
„Demokratie bedeutet nicht nur, die Möglichkeit zu haben, einen Präsidenten oder eine Präsidentin zu wählen, sondern heißt auch, auf demokratischem Weg nach Lösungen für die großen und traurigen Probleme zu suchen, die es in Lateinamerika gibt.“ Das sagt Gonzalo E. Cáceres, Moderator bei DW-TV (Foto), im Gespräch mit Richard Fuchs.

2010 feierten zahlreiche Staaten Lateinamerikas 200 Jahre Unabhängigkeit. Die Deutsche Welle hat dies zum Anlass genommen und gemeinsam mit Partnern in Lateinamerika die Talkrunde „Debates del Bicentenario“ ins Leben gerufen.
Im Interview berichtet Gonzalo E. Cáceres über diese Initiative und über die Herausforderungen, vor denen Lateinamerika heute steht:
Ecuador: Medienberatung in Umsturz-Zeiten
Ecuador befand sich im Herbst 2010 am Rande eines Putsches. Die Regierung schaltete alle TV-Sender des südamerikanischen Landes gleich. Matthias Kopp, Projektmanager der DW-Akademie, hielt sich in dieser Zeit in Quito auf, um dort den Sender Ecuador TV zu beraten. Wie er die Situation erlebte und wie sie sich bis heute auf die Medien des Landes auswirkt, schildert er hier:
Eine Polizeirevolte gegen den ecuadorianischen Präsidenten Rafael Correa (Foto) bringt das lateinamerikanische Land an den Rand eines Putsches. Aufständische Polizeieinheiten bringen Correa am Nachmittag des 30. September in ihre Gewalt und halten ihn zehn Stunden lang fest. Die Bilder gehen um die Welt. Die Regierung reagiert prompt: Fast sieben Stunden schaltet sie an diesem Tag alle TV-Sender des Landes gleich. Auf allen Kanälen läuft nur noch die Live-Berichterstattung des Staatssenders Ecuador TV (ECTV). Die Gleichschaltung wirkt sich fatal auf die Außenwahrnehmung des Senders aus. Auf Twitter macht sich die Bevölkerung Luft und beklagt sich über die staatliche Kontrolle.
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