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Kathrin Reinhardt | Medien international

Äthiopien: Junge, urbane Hörer setzen zunehmend aufs Internet

Seit Mitte September setzt die Amharische Redaktion der DW auch auf Facebook und Twitter, um ihre Zielgruppen in Äthiopien zu erreichen. Ludger Schadomsky, Leiter der Redaktion, zieht eine erste Bilanz.

 

Herr Schadomsky, warum ist Ihre Redaktion in Facebook und Twitter aktiv und welches Publikum möchten Sie damit erreichen?

Aus politischen Gründen – die DW sieht sich in Äthiopien nach wie vor staatlicher gesteuerter Repression ausgesetzt – können wir auf absehbare Zeit nicht auf die Ausstrahlung über Partnersender setzen, da die elektronischen Medien nach wie vor staatlich gelenkt sind. Zwar ist die Kurzwelle nach wie vor der Ausspielweg Nummer 1, wir sehen aber, dass junge, urbane, Medien-affine Hörer zunehmend auf Alternativangebote setzen. Diesem Trend wollen wir durch Angebote in den Sozialen Medien, aber auch durch eine leichte Anhebung der Angebote im Internet, entgegenkommen. Wir denken primär an Studenten, junge Geschäftsleute, aber auch an junge, progressive Mitglieder des riesigen Beamtenapparates, von denen wir wissen, dass sie unsere Angebote trotz Regierungspropaganda nutzen.

Datum

Mittwoch 15.12.2010 | 09:47

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Kathrin Reinhardt | Medien und Klimawandel

Lokalradio muss Geschichten erzählen

„Medien sollten ein Teil der Lösung und nicht ein Teil des Problems sein“. Das sagte Agraw Ashine (oberes Foto, rechts), Direktor des Äthiopischen Umweltjournalisten-Verbands in einer Diskussion über den Beitrag, den Kommunikation leisten kann zum Schutz der äthiopischen Kaffeewälder in Zeiten des Klimawandels.

Beim Deutsche Welle Global Media Forum in Bonn sagte er: „Da es keine Pressefreiheit in Äthiopien gibt“, solle man überlegen, welche Rolle die Medien spielen könnten, um das Problem ins Bewusstsein der Öffentlichkeit in Äthiopien zu rücken. „Anstelle von Statistiken sollten Geschichten von einzelnen Menschen im lokalen Radio präsentiert werden“, sagte Ludger Schadomsky (oberes Foto, links), Leiter der Amharischen Redaktion der Deutschen Welle.
43 Prozent des Waldgebiets der Kafa-Zone im Südwesten Äthiopiens seien zwischen 1988 und 2008 abgeholzt worden, so Daniela Tunger (Foto unten) von NABU (Naturschutzbund Deutschland). Der Verband habe deshalb 2009 ein vierjähriges Projekt gestartet, um die übrig gebliebenen Wälder zu schützen und die Regionalentwicklung zu unterstützen. Die Kurzwellenausstrahlung der Deutschen Welle wurde in jüngster Zeit wiederholt gestört. Seit einer Woche sei das Programm der DW in Äthiopien wieder zu empfangen, sagte Schadomsky. „Die DW ist die wichtigste Informationsquelle auf Kurzwelle.“ Äthiopische Journalisten sollten trainiert werden, um investigativ recherchieren und über Umweltthemen berichten zu können. Auch Soziale Netzwerke könnten einen Beitrag leisten. Darin waren sich die Workshopteilnehmer einig.

 

 

 

 

 

 

 

Mona Hefni

Datum

Montag 21.06.2010 | 16:54

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