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„Kleine Hoffnung für chinesische Internetnutzer“
Liu Xiaobo erhält am Freitag, 10. Dezember, den Friedensnobelpreis. Bei der Preisüberreichung in Oslo wird der chinesische Autor und Bürgerrechtler nicht dabei sein und chinesische Staatsmedien dürfen nicht von dort berichten – die DW schon. "Für viele chinesische Internetnutzer sind wir vielleicht eine kleine Hoffnung, dass sie doch an diese Informationen kommen können", sagt Adrienne Woltersdorf (Foto), Leiterin der China-Redaktion der Deutschen Welle, im Gespräch mit Jeanette Luckas.
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Menschenrechte – Herausforderung für die Medien
Am 10. Dezember zeichnet das Nobelkomitee in Oslo Liu Xiaobo (Foto) mit dem Friedensnobelpreis aus. Es ist zugleich der Internationale Tag der Menschenrechte. Frieden und Menschenrechte sind eng miteinander verbunden. Ebenso eng verbunden sind Menschenrechte und freie Medien.
Als die Deutsche Welle in diesem August das jüngste Werk Liu Xiaobos als Hörbuch auf ihrer chinesischen Webseite zum Anhören und zum Herunterladen anbot, stiegen die Zugriffe rasant an. Allein in den ersten zehn Tagen wurde das Angebot 600.000 Mal abgerufen. Die Hörbücher waren von der China-Redaktion der Deutschen Welle in chinesischer Sprache produziert und kapitelweise online gestellt worden, das letzte Kapitel am heutigen Tag.
Das Buch, das Ende 2009 in Taiwan erschien, umfasst 50 Artikel, die Liu vor seiner Festnahme im Dezember 2008 verfasst hatte. „Untergang einer Supermacht – Ein Memorandum für China“ ist der Titel des Buchs. Darin kommt er zu der Überzeugung, dass Chinas viel gelobter Aufstieg ohne Demokratie, Freiheit und Menschenrechte eine Gefahr für das Land und die Welt darstelle. Der deutsche Auslandsrundfunk hat diese Botschaft in das Reich der Mitte hineingetragen. Ein unfreier Medienmarkt, der kritische Stimmen mit allen Mitteln unterdrückt. Mehrere Zehntausend Cyberpolizisten zensieren, was dem Kurs der kommunistischen Partei widerspricht. Und doch: Findige Nutzer kennen Schlupflöcher durch die neue Chinesische Mauer – sie informieren sich über internationale Sender, wollen erfahren, was man ihnen vorenthält, und sind offen für alternative Perspektiven. Auch wenn im Vergleich zum Milliardenvolk wenige Hunderttausend eine geringe Größe sein mögen, die unter Gefahr für Leib und Leben nach unabhängigen Informationen suchen: Sie machen das Regime nervös.
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