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Kathrin Reinhardt | Medien international

„Wir brauchen globale Regeln und mehr Austausch“

Fragen an Ehab El Zelaky, Redakteur für das Online-Portal der ägyptischen Tageszeitung „Masri Al Youm“. Er nahm kürzlich in Berlin an einer Konferenz zur Verantwortung der Medien im Dialog der Kulturen von Deutsche Welle und Auswärtigem Amt teil.

 

Herr El Zelaky, im Internet und in den Sozialen Medien kann heute jeder schreiben, was er denkt. Ist das ein Fluch oder ein Segen für den Dialog der Kulturen?

Tatsächlich ist die Technologie, wenn es um den Dialog der Kulturen geht, Fluch und Segen zugleich. Einerseits erhellt sie die Grenzen und macht es sehr einfach, Dinge über andere zu erfahren. Andererseits bietet das Internet die Gelegenheit, die extremsten Sichten und Meinungen zu verbreiten. Meiner Meinung nach sind die negativen Auswirkungen deutlich größer als die positiven. Neue Medien, also Blogs, soziale Netzwerke und Formen des Bürgerjournalismus, schieben die Verantwortung, der sich die professionellen Medien stellen, weit von sich. Wenn ich einen Artikel in meiner Zeitung veröffentliche, prüfe ich vorher die Fakten, indem ich mit renommierten Gesprächspartnern spreche, und liefere ein professionelles Stück, auch bei kritischen Themen. Das Problem: Nachdem ich den Text zum Beispiel auf der Webseite veröffentlicht habe, vermischt er sich sofort mit den Meinungen von Menschen.

Datum

Donnerstag 18.11.2010 | 11:30

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Kathrin Reinhardt | Medien international

"Die rote Linie in Syrien ist die Politik"

Große Hoffnungen richten sich in der arabischen Welt auf das Internet. Weblogs und soziale Netzwerke gelten als Motor für Meinungsfreiheit und -vielfalt. Auch zum interkulturellen Dialog können sie einen wichtigen Beitrag leisten. Zu diesem Thema hat die DW-Akademie Anfang Oktober in Kairo eine Konferenz für arabische und deutsche Blogger organisiert: den ersten Young Media Summit. Fragen an den syrisch-spanischen Blogger Yassin Al-Hussen Villa, der in Kairo dabei war.

Herr Villa, Seit wann bloggen Sie – und warum?

Auf Spanisch habe ich 2006 angefangen zu bloggen, mein arabisches Blog mache ich seit 2008. Das Bloggen bietet mir die Möglichkeit, mich auszudrücken und hilft mir beim Denken. Wenn ich blogge, muss ich meine Ideen sortieren, einordnen und gewichten. Geschäftliche Interessen habe ich beim Bloggen nicht. Ich studiere Humanmedizin und blogge unabhängig von meinem Job. Mich interessiert alles, was mit Wissenschaft, Literatur und Denken zu tun hat.

Sie leben in Spanien. Ist es dort einfacher, kritisch über Syrien zu schreiben?

Zunächst ist es technisch viel einfacher, weil hier die Infrastruktur besser ist. Wenn man in Syrien einen Internetzugang hat, ist er meist sehr langsam. Ich mache kein politisches Blog. Wenn ich über Syrien schreibe, dann eher zum Thema „Dialog der Kulturen“. Ich könnte durchaus kritisch schreiben, selbst wenn ich in Syrien leben würde: über Gesellschaft und Religion, über Sexualität, sogar Homosexualität und andere soziale Themen. Die rote Linie in Syrien ist die Politik. Kritisch über die Regierungspolitik zu bloggen, kann sicher Folgen haben. Die erste wäre: Sie machen dein Blog zu. So wie es kein Facebook, Wikipedia oder YouTube in Syrien gibt. Die zweite Konsequenz wäre möglicherweise eine Verhaftung. Da ich Syrien weiterhin besuchen will, vermeide ich jeden Ärger für mich oder meine Familie.

Was nehmen Sie für sich vom Young Media Summit mit?

Für mich war das die erste Konferenz dieser Art, und ich bin schon ein bisschen stolz, dass ich wegen meines Blogs eingeladen wurde. Wow – ich mache einen von zwölf arabischen Top-Blogs! Es war klasse, die anderen arabischen Blogger persönlich kennenzulernen. Beispielsweise Osama Romoh, mit dem ich im BOBs-Wettbewerb der Deutschen Welle konkurriert habe und der dann gewonnen hat. Auch von den deutschen Bloggern habe ich interessante Einblicke in ihr Tun und Denken bekommen.

Foto: pushthebutton.de

Weiterer Artikel über den Young Media Summit bei faz.net und bei ruhrbarone.de

Datum

Mittwoch 13.10.2010 | 14:42

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