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Menschenrechte sind Aufgabe der Kommunen
Schon heute lebt die Hälfte aller Menschen weltweit in städtischen Siedlungen; in 25 Jahren werden es laut den Vereinten Nationen zwei Drittel sein. Wo verschiedene Herkunft und religiöse Ausrichtung auf engem Raum aufeinandertreffen, entsteht Konfliktpotenzial. Menschenrechte werden bedroht. Die Kommunen tragen hier eine besondere Verantwortung, sagt Martina Mittenhuber, Leiterin des Menschenrechtsbüros der Stadt Nürnberg. Elisabeth Jahn hat mit ihr gesprochen.
Die Stadt Nürnberg macht es vor: Um der negativ behafteten Vergangenheit etwas entgegenzusetzen, hat sie die Menschenrechte zum festen Bestandteil ihrer Lokalpolitik erklärt. Als erste Stadt in ganz Deutschland hat sie bereits in den 1990er-Jahren ein kommunales Menschenrechtsbüro eingerichtet. Es steht im engen Kontakt mit Vertretern der Zivilgesellschaft und überprüft, ob bei kommunalpolitischen Entscheidungen die Menschenrechte geachtet werden. Besonders wichtig ist die Zusammenarbeit mit den lokalen Medien, wie Martina Mittenhuber erklärt.
Hören Sie das Interview:
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Dem Unaussprechlichen eine Stimme geben
Einige suchen noch heute nach vermissten Enkelkindern, die vom Militärregime in Argentinien entführt wurden. Andere setzen sich ein gegen die andauernden Morde an Frauen in der gefährlichsten Stadt der Welt, Ciudad Juárez in Mexiko. Beim Workshop “Frauen und die Menschenrechte in Lateinamerika – dem Unaussprechlichen eine Stimme geben” des Deutsche Welle Global Media Forum diskutieren Frauen darüber, wie sie die Rolle der Medien in ihrem Kampf um Gerechtigkeit einschätzen.
DW-Mitarbeiterin Sheila Mysorekar hat das Panel mit vorbereitet. Mit ihr sprach Elisabeth Jahn. Hören Sie das Interview:
Frauenrechte sind auch Thema in diesen Workshops beim Deutsche Welle Global Media Forum:
Bei Pressefreiheit als Vorbild voran gehen
Christoph Strässer, menschenrechtspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, diskutiert gemeinsam mit weiteren Experten am Dienstag, 14. Juni, ab 18 Uhr im DW-Funkhaus in Bonn zum Thema Menschenrechte. Titel: „Pflicht oder Kür? Rolle der Menschenrechte in der Entwicklungszusammenarbeit“. DW und KfW Entwicklungsbank laden hierzu ein.
Was kann Deutschland tun, um weltweit mehr Meinungs- und Pressefreiheit einzufordern?
Zu aller erst sollten wir als Vorbild voran gehen und die Meinungs- und Pressefreiheit im eigenen Land verteidigen. Denn auch bei uns gab und gibt es Versuche, diese, zum Beispiel im Zuge der Terrorismusbekämpfung, einzuschränken. Nur wer Vorbild ist, kann auch glaubwürdig sein. Das gilt im Übrigen für alle menschrechtlichen Fragen. Außerdem können wir als Parlamentarier im Bundestag durch Anträge und Gesetztesinitiativen immer wieder die Pressefreiheit national aber auch international einfordern beziehungsweise stärken und vor Ort immer wieder auf die Wichtigkeit der Pressefreiheit hinweisen. Wo es nicht anders geht, muss auch politischer Druck ausgeübt werden.
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„Bilder zeigen uns die Welt, wie sie wirklich ist“
„Bilder zeigen uns die Welt, wie sie wirklich ist, insbesondere wenn das, was du zeigen möchtest, unvorstellbar ist. Wir kennen die Begriffe Kinder, Sklave und Kakao, aber die Macht eines Bildes verwandelt sie in eine kraftvolle Momentaufnahme, die weder geleugnet noch übersehen werden kann.“ Das sagt der US-Filmemacher U. Roberto Romano.
Der mehrfach preisgekrönte Dokumentarfilmer, der sich zugleich als Anwalt der Menschenrechte versteht, kommt zum Deutsche Welle Global Media Forum vom 20. bis 22. Juni nach Bonn. Hier diskutiert er in einem Panel zum Thema Menschenhandel und stellt seinen jüngsten Film „The Harvest“ vor.
Lesen Sie hier ein Interview mit U. Roberto Romano.
Ägyptische Frauenpower
Amani Eltunsi ist die Direktorin der „Girls Only Radio Station“ in Kairo. Auf Einladung des Amerikahauses NRW kam sie zur Deutschen Welle in Bonn. In einem Frühstücksgespräch gab die „Powerfrau“ Einblicke in ihre Arbeit und in die Situation der Frauen in Ägypten.
Vier Stunden Programm senden Eltunsi und ihr rund 30-köpfiges Team von „Girls Only Radio“, das sie selbst gegründet hat – täglich via Internet. Rund sechs Millionen Menschen aus aller Welt haben laut Eltunsi ihre Webseite abonniert. Darin berichtet sie vor allem über die Situation der Frauen – die Radiomacherin, will vorherrschende Stereotypen über Mädchen und Frauen in arabischen Ländern durchbrechen. Eines davon: „Egal, was eine Frau leistet: Wenn sie nicht verheiratet ist, ist sie nicht vollständig und hat gesellschaftlich keinen Erfolg“, so Eltunsi. Die Idee zu dem Internetradio hatte frühere Art Directorin als ihr klar wurde, dass die meisten ihrer Kolleginnen versuchten, auf Druck ihrer Eltern und der Gesellschaft zu heiraten.
Eltunsi ist Preisträgerin des „Young Leaders Awards 2010“ der BMW-Stiftung und war anlässlich der Preisverleihung in Deutschland. Mit der „Powerfrau“ Eltunsi sprach Kathrin Reinhardt – über die Notwendigkeit einer neuen Generation von ägyptischen Mädchen und die Zeit nach der Revolution.
Hier finden Sie das Interview als Audiodatei: Interview Eltunsi.
Die Berichterstattung über die Verletzung von Frauenrechten ist auch Thema eines Workshops beim Deutsche Welle Global Media Forum (20. bis 22. Juni 2011) im World Conference Center Bonn. Thema der internationalen Konferenz: “Menschenrechte und Globalisierung – Herausforderungen für die Medien”.



















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