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Weltzeit-Blog

Medien international

Kathrin Reinhardt | Medien und Klimawandel

Sind das Klimapioniere?

Vertreter der UN, Brasiliens und der Deutschen Post wollen zeigen, wo die Klimareise lang gehen soll.

Im Grunde hat Dirk Messner eine frustrierende Aufgabe am heutigen Tag. Das Podium des Moderators – er ist Direktor des Deutschen Instituts für Entwicklungspolitik – soll Wege aufzeigen, die aus der Klimakrise nach Kopenhagen führen.

Die Besetzung der Diskussionsrunde auf dem DW-GMF in Bonn stimmt auf den ersten Blick wenig hoffnungsvoll: Da sitzt Winfried Häser von der Deutschen Post DHL. Als Logistikunternehmen ist die Firma ein Klimakiller – auch wenn man bei der Post wegweisende Schritte zur Einsparung von CO2 gegangen ist. Neben Häser sitzt Everton Vieira Vargas (Foto), Botschafter Brasiliens in Berlin und damit Repräsentant eines der aufstrebenden Länder, die sich gegen die Klimapläne der Europäer sperren. Und dann sitzt dort noch Halldor Thorgeirsson vom UN-Klimasekretariats UNFCCC. In seiner Behörde sitzt der Frust über die gescheiterten Verhandlungen von Kopenhagen noch tief.

Und doch verbreiten alle eine positive Stimmung. Messner fordert, dass eine „Pioniergruppe von Ländern gemeinsam mit Firmen“ beim Klimaschutz vorangeht. Winfried Häser von der Post rechnet vor, dass man bis 2020 die CO2-Effizienz des globalen Unternehmens um 30 Prozent im Vergleich zu 2007 reduzieren will. Und der brasilianische Botschafter lobt den Treibstoff Ethanol, mit dem in seinem Land ein Großteil der Autos fahre – klimaneutral, da aus nachwachsenden Rohstoffen.

Kopenhagen sei nicht gescheitert, sagt Thorgeirsson von den Vereinten Nationen. Beim nächsten Klimagipfel in Cancún komme es nur darauf an, den eingeschlagenen Weg in ein verbindliches Abkommen zu gießen. Ob er das selbst glaubt? Sein scheidender Chef Yvo de Boer hatte auf der Konferenz schon deutlich gemacht, er erwarte in Cancún noch keine Lösung.

Ein wenig pessimistisch stimmt auch die letzte Antwort des brasilianischen Botschafters. Was man mit dem vor seiner Küste gefundenen Rohöl machen wolle, fragt eine Journalistin des WDR. „Aus unserer Sicht ist das ein großes Glück“, sagt der Botschafter. Ob ihn die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko nicht sorge? „Dazu konnte es nur wegen des schlechten Managements kommen“, sagt Botschafter Vargas. In Brasilien werde man das besser machen. Mit einem wirklich zufriedenen und optimistischen Gefühl dürfte auch Dirk Messner das Podium nicht verlassen haben.

 

Benjamin Hammer

Datum

Dienstag 22.06.2010 | 16:38

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Kathrin Reinhardt | Medien und Klimawandel

Who will fuel our future?

The technology to bring about a cleaner industry already exists. But renewable energy as of now is rivaling with fossil energies, which we have relied on for the last hundred years. Ignacio Campino is the Representative of the Board of Management for Sustainability and Climate Change at Deutsche Telekom.

He thinks it is necessary for companies to be in close contact with scientists for their business decisions. “Political decisions are not driven by scientific arguments, and a lot of information is lost in the political process”, says Campino. As to the energy sources of the future, Campino asks for a “shift in paradigms”. Here is the interview with Ignacio Campino:

 

Brigitta Moll

Datum

Dienstag 22.06.2010 | 16:30

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Kathrin Reinhardt | Medien und Klimawandel

Bange machen gilt nicht

Umweltjournalisten haben es schwer, wenn es keine Pressefreiheit in ihrem Land gibt. Darin waren sich die Teilnehmer der Diskussionsrunde „Versteckte Gefahren? Die Risiken und Herausforderungen des Umwelt-Journalismus“ einig. Auf dem Deutsche Welle Global Media Forum in Bonn berichten Teilnehmer aus Ägypten, China und Pakistan, wie sie von großen Unternehmen oder auch von ihrer Regierung bedroht wurden, als sie über lokale Umweltthemen berichteten.
Tamer Mabrouk aus Ägypten arbeitete bei der Firma Trust Chemicals und entdeckte, dass sie erhebliche Umweltschäden am Manzala-Teich in Port Said verursachte. Als er als Hobbyjournalist bei einer oppositionellen Zeitung darüber schrieb, wurde er gefeuert und musste der Firma Schadensersatz zahlen. Dies hat ihn nicht davon abgehalten, weiterhin über das Thema in seinem Blog zu schreiben.

Liu Jianqiang ist Umweltjournalist in China. Er berichtete oft über heikle Umweltschäden, für die große Wirtschaftsunternehmen verantwortlichen waren. Ein Schwerpunktthema für ihn war der Dammbau in der Tigersprungschlucht am Jangtse Fluss. Friedel Taube hat mit ihm gesprochen:

Liu by Global Media Forum 2010

„Wenn ein Journalist Angst bekommt, kann er nicht mehr schreiben“, erklärte Jean Francois Juillard, Generalsekretär von Reporter ohne Grenzen. „Als Journalist kann man über die Erderwärmung sprechen – das ist kein sensibles Thema. Aber man kann nicht die Gründe und Ursachen recherchieren. Man kann nicht mit dem Finger auf die Verantwortlichen zeigen, wenn es keine Pressefreiheit gibt.“

Mona Hefni

Datum

Dienstag 22.06.2010 | 16:04

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Kathrin Reinhardt | Medien und Klimawandel

Der „No impact man“

Die Botschaft des Films ist einfach: Ändere deinen Lebensstil, um global etwas gegen den Klimawandel zu tun. Auch bekannt als „think globally – act locally“. Der Zuschauer oder besser User auf dem Video-on-demand-Plattform „realeyz.tv“ soll sich mit dem Protagonisten des Films „No impact man“ identifizieren – und vielleicht ebenso wie Colin Beavin dafür entscheiden, einen Selbsttest zu machen: Fünf Monate lang fuhr der New Yorker weder Taxi, noch Auto, noch Fahrstuhl, produzierte so wenig Müll wie möglich und kaufte nur Lebensmittel aus der Region.

„Der Film sensibilisiert, auch wenn ich so nicht auf Dauer leben könnte“, sagt eine Teilnehmerin des Workshops „Seeing is believing – audiovisual motivation for global change“, eine von 50 Veranstaltungen auf dem DW-GMF in Bonn. „No impact man“ ist einer der bisher 133 Filme, die man sich bisher auf realeyz.tv anschauen und über die man noch währenddessen chatten kann. Bis Ende des Jahres sollen es 300 werden, hauptsächlich Doku-Filme über Umwelt- und Sozialthemen.

Zusätzlich wird auf der Seite gebloggt und damit Regisseuren und Sponsoren, wie im Falle von „No impact man“ der deutschen Entwicklungsorganisation Brot für die Welt, die Möglichkeit gegeben sich auszutauschen. Sie hoffen, mit Filmen eine breitere Öffentlichkeit zu erreichen als mit langwierigen Studien über die Auswirkungen des Klimawandels.

 

Sarah Hofmann

Datum

Dienstag 22.06.2010 | 15:11

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Kathrin Reinhardt | Medien und Klimawandel

Kann die EU wieder eine Führungsrolle beim Klimaschutz spielen?

Seit dem gescheiterten Klimagipfel in Kopenhagen, der ohne verbindliche Vereinbarungen zu Ende gegangen war, stellt sich die Frage, warum die EU ihre führende Rolle beim weltweiten Klimaschutz verlieren konnte.
„Mit der Osterweiterung der EU gehören auch Transformationsländer zur Union, die andere Positionen zum Umweltschutz mitbringen, als die etablierten Mitgliedsstaaten“, so Jörg Haas, Programmdirektor der Europäischen Klimastiftung. Auf dem Deutsche Welle Global Media Forum in Bonn sagte er, dadurch werde es für die EU immer schwerer, in der Klimapolitik mit einer Stimme zu sprechen. Dies schwäche ihre Position bei internationalen Verhandlungen, so Haas. Marcel Vietor, Resident Fellow bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, sieht die Hauptverantwortung bei Deutschland, das während seiner EU-Präsidentschaft den Klimaschutz zu einem Hauptanliegen seiner Europa-Politik gemacht habe. Durch die Weltfinanzkrise habe die Klimapolitik jedoch zugunsten der Arbeitsplatzsicherung an Bedeutung verloren, weshalb Deutschland die Klimapolitik der EU in Kopenhagen nicht mitgetragen habe, so Vietor.

Doch wie kann die EU ihre Vorreiterrolle beim Klimaschutz zurückgewinnen? Für Marcel Vietor müsse die EU auf zwei Punkte fokussieren: „Sie muss ihre beschädigte Glaubwürdigkeit wiederherstellen, indem sie endlich Taten sprechen lässt, und sie muss sich auf die innere Agenda konzentrieren und bei sich selbst Energie sparen.“ Jörg Haas schlägt einen anderen Weg vor: Er plädiert für mehr Kooperation mit den Entwicklungsländern, die ehrgeizige Programme für Klimaschutz und Energiesparen haben, Haas nennt Kolumbien, Indonesien und Südafrika. Die EU müsse ihren „USA-Komplex“ loswerden und sich mit diesen interessanteren Partnern zusammentun, meint Haas.

Bachir Amroune

Datum

Dienstag 22.06.2010 | 14:51

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