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Weltzeit-Blog

Medien international

Kathrin Reinhardt | Medien international

Jeder Warlord hat einen Radiosender

Im Oktober 2001 begannen britische und US-amerikanische Truppen mit Luftangriffen auf mutmaßliche Taliban- und Al-Kaida-Stellungen in Afghanistan. Heute, zehn Jahre nach Beginn des Nato-Einsatzes, ist zwar verstärkt vom Abzug ausländischer Truppen die Rede, doch Frieden und innere Sicherheit liegen in weiter Ferne. Wie ist die Situation der Medien in dem Land?

Ratbil Shamel

Ratbil Shamel

„Auf dem Papier hat Afghanistan ein sehr modernes Pressegesetz“, sagt Ratbil Shamel, Leiter der Dari/Paschtu-Redaktion der Deutschen Welle. In der Realität sehe das aber anders aus. Die Taliban und Warlords nähmen maßgeblichen Einfluss auf die Medien und schüchterten Journalisten ein. Es gebe derzeit kaum einen Warlord, „der nicht einen eigenen Fernseh- oder zumindest Radiosender hat“.

Dennoch sei die Pressefreiheit in Afghanistan noch nie so weit entwickelt gewesen wie heute, so Shamel. Private Radio- und TV-Sender habe es früher gar nicht gegeben. Diese kritisierten die Regierungsarbeit und auch die Arbeit der internationalen Gemeinschaft, „ohne dass sie dafür belangt werden.“

Hören Sie hier das Interview:

Interview Ratbil Shamel by Global Media Forum 2011

Datum

Donnerstag 06.10.2011 | 14:27

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