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Weltzeit-Blog

Medien international

Christoph Hinners | Menschenrechte

Die Wahrheit aus dem Exil

Lloyd HimaamboIn der Heimat droht der Tod, aus dem Exil erreichen sie Tausende Leser. Die Journalisten Bashana Abeywardane aus Sri Lanka und Lloyd Himaambo aus Sambia. Wie arbeiten Medienmacher in der Diaspora? Welchen Gefahren sind sie ausgesetzt? Alexandra Scherle holte die Antworten ein.

Eine Morddrohung habe er noch nicht bekommen. „Weil in Sri Lanka ein kritischer Journalist direkt umgebracht wird – ohne die üblichen Drohgebärden“, sagt Bashana Abeywardane auf dem Deutsche Welle Global Media Forum. Über das Thema „Nachrichten aus dem Exil“ diskutierte er mit Gemma Pörzgen von „Reporter ohne Grenzen“ und Lloyd Himaambo aus Sambia, Gründer der unabhängigen Online-Zeitung „Zambian Watchdog“. Auch Himaambo musste seine Heimat verlassen; er lebt in Hamburg. „Korrupte und autoritäre Regierungen fürchten sich heute mehr vor dem Internet“, sagt der 30-jährige Exil-Journalist aus Sambia. „Informationen sind sehr leicht zu verbreiten, auch per E-Mail oder über soziale Medien.“

Exil in Deutschland
Bashana AbeywardaneAus einem Blog entwickelte sich seit 2009 auch Bashana Abeywardanes unabhängige Publikation der Organisation „Journalists for Democracy in Sri Lanka“. Heute schreiben etwa 70 kritische Journalisten für die Plattform – die meisten aus dem Exil. „Viele meiner Freunde wurden umgebracht, weil sie offen über den Bürgerkrieg in Sri Lanka geschrieben haben“, berichtet Abeywardane. Er selbst konnte 2006 sein Land verlassen. Heute lebt der 40-jährige als politischer Flüchtling in Deutschland.

Interview: Bashana Abeywardane by Global Media Forum 2011

Durch das Internet kann er von hier aus für Menschenrechte und Pressefreiheit in seiner Heimat kämpfen. In Sri Lanka seien die traditionellen Medien nicht unabhängig, sie müssten Repressionen der Regierung fürchten. Abeywardane unterstützt sie indirekt: Informationen, die einheimische Medien nicht veröffentlichen können, senden sie ihm via Internet. Er verarbeitet sie für seine Website. Auch mit westlichen Medien arbeitet er zusammen. Seine Organisation habe der BBC und anderen Sendern die ersten Beweise für die Gräueltaten aus den letzten Monaten des Bürgerkriegs in Sri Lanka geliefert: mit dem Handy eines Soldaten gedrehte Aufnahmen von Regierungstruppen, die nackte, blutig geschlagene Tamilen erschießen.

Recht auf Freiheit
Der Exil-Journalist gehört selbst nicht zur Minderheit der Tamilen, sondern zur singhalesischen Mehrheitsbevölkerung. „Weil ich über die Übergriffe gegen die Tamilen spreche, sehen mich viele Singhalesen als Verräter – auch Migranten aus Sri Lanka, denen ich in Deutschland begegne“, erzählt der Journalist. Doch nichts kann ihn davon abhalten, weiterhin über Verbrechen und Übergriffe zu sprechen: „Das sind wir den Toten schuldig. Und die Lebenden haben das Recht, die Wahrheit zu erfahren.“

Datum

Freitag 24.06.2011 | 13:03

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