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Medien international

Elisabeth Jahn | Medien international

„Landraub ist Lebensraub“

Nuno IsbosethsenMehr als 350 Millionen Menschen indigener Bevölkerungsgruppen leben weltweit in 75 Ländern. Ob die Adivasi in Indien, die Anuak in Äthiopien oder die Inuit auf Grönland – alle fühlen sich ihrer Würde beraubt und in ihrer Existenz bedroht. Beim DW-GMF sprachen Vertreter dieser indigenen Völker über ihre Situation und die Rolle, die Medien spielen sollten, um ihre Rechte zu stärken. Rayna Breuer und Elisabeth Jahn berichten.

Lächelnd posiert Nuno Isbosethsen vor der Kamera. Die Journalistin trägt die fröhlich-bunte Nationalkleidung von Grönland. „Heute ist unser Nationalfeiertag“, sagt sie mit Bestimmtheit. Das Ziel einer Unabhängigkeit von Dänemark hat Grönland noch nicht erreicht. „Wir sind eine eigene Kultur mit einer eigenen Sprache. Die Dänen lassen diese Kultur nur begrenzt zu“, sagt sie.

James AlbertAuch James Albert, der als Berater für Indien bei der Gesellschaft für bedrohte Völker arbeitet, kennt die Probleme gut, die indigene Minderheiten haben können. Seit Jahren setzt er sich für die Adivasi ein, die indigende Bevölkerung Indiens. Dort bedroht der Abbau verschiedener Rohstoffe unter unmenschlichen und umweltbelastenden Umständen den Lebensraum dieser Menschen.

„Nie waren die indigenen Völker so bedroht wie jetzt“, sagt Obang Metho, Leiter des Anuak Justice Council für Äthiopien. Als scharfer Kritiker der äthiopischen Regierung lebt er inzwischen im Exil in Kanada. „Im 17. und 18. Jahrhundert wurden Menschen als Sklaven gehandelt. Jetzt handelt man deren Ressourcen und macht sie so erneut zu Sklaven der Mächtigen.“

Datum

Montag 27.06.2011 | 18:01

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