
| 26.10.2009 |
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1492 entdeckte Christoph Kolumbus Amerika. So steht es in vielen Geschichtsbüchern. Das ist eine sehr verkürzte Version der Geschichte und auch nicht ganz richtig. Bekanntermaßen war der Genueser Seefahrer auf Geheiß der katholischen Könige von Spanien auf der Suche nach dem Seeweg nach Indien. Wie dem auch sei, er landete am 12. Oktober des nämlichen Jahres am Ufer der Insel Guanahaní, über vier Monate nachdem er von Cádiz aus aufgebrochen war. Dort erinnert heute eine Marmorplatte mit folgender Inschrift an dieses historische Ereignis: ![]() Die königliche hispano-amerikanische Akademie erinnert hier an den Beginn der zweiten Reise von Christoph Kolumbus, der "das Evangelium und die Kultur in die Neue Welt" gebracht hat. Die Geschichte wird halt immer von den Siegern geschrieben. Die Incas, Mayas, Azteken und alle anderen Völker der neuen Welt haben diese Kultur wohl eher als ein Blutbad erlebt und die Evangelisierung mit dem Leben bezahlt. Alles, was jemals im Zusammenhang mit der Entdeckung, Eroberung und Kolonisierung Amerikas geschrieben worden ist, lagert in Sevilla im "Indienarchiv". 1987 wurde das "Archivo General de Indias" von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. ![]() Hier sind die Entdecker verewigt: Christoph Kolumbus ![]() Und hier lagern alte Karten, die das Erstaunen der Entdecker über die Neue Welt dokumentieren: ![]() Außerdem finden sich im Indienarchiv jede Menge Briefe, Dokumente sowie die Handelsbilanzen mit den Kolonien, denen Sevilla seinen Reichtum verdankt. Davon zeugt unter anderem der beeindruckende Gold- und Silberschmuck in der Kathedrale der Stadt – die größte gotische Kirche der Welt. Der Altar mit seinen 23 Metern Höhe und 20 Metern umfasst 45 holzgeschnitzte und vergoldete Szenen aus dem Leben Christi und der Jungfrau Maria. ![]() Das Silber, dass die Spanier dem Cerro Rico in Potosí entrissen haben (siehe Eintrag vom 01.10.09) findet sich hier in Form von Statuen, Monstranzen und Schalen wieder: ![]() Vom bevorstehenden 200jährigen Jubiläum der Unabhängigkeit der einstigen spanischen Kolonien in der Neuen Welt ist hier in Sevilla, wo die Entdeckung ihren Anfang genommen hat, nichts zu merken. Lediglich in Cádiz wird bereits jetzt darauf hingewiesen, dass die Hafenstadt an der Südspitze Spaniens 2012 iberoamerikanische Kulturhauptstadt sein wird. Dann nämlich feiert Spanien das 200-jährige Bestehen der ersten demokratischen Verfassung des Landes, deren republikanische Elemente teilweise auch den Unabhängigkeitsbewegungen Lateinamerikas zu verdanken waren. |
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