02.10.2009  
     
 
Salz oder Milch?
 
  Nach sechsstündiger Fahrt von Potosí durch die Berge, über 4200 Meter hoch gelegene Pässe, sind wir am Salar de Uyuni angelangt. Der Salzsee hat eine Größe von 12.000 Quadratkilometern – ein weißes erstarrtes Meer, das unter dem intensiv blauen Himmel blinkt und glitzert.
Hier lagern die größten Lithium-Vorräte der Welt, geschätzte 600 Millionen Tonnen. Bolivien hat sich vorgenommen, das Mineral, das für die Herstellung von Autobatterien wichtig ist, selbst abzubauen und zu verarbeiten. Das Land will seinen Reichtum selbst nutzen und nicht wieder ausländischen Investoren den Gewinn überlassen, wie es beim Silber gewesen ist, und auch beim Erdöl und –gas, bis die Regierung von Evo Morales die Raffinerien 2006 “nationalisiert“ hat.
Bislang gibt es aber erst eine Versuchsanlage für die Lithiumproduktion. Hier soll erforscht werden, wie die Salzlösung am besten verdunstet werden kann, um einen möglichst hohe Lithiumkonzentration zu erreichen. Das ganz Vorhaben wirkt noch etwas unbedarft. Aber wichtiger als der wirtschaftliche Erfolg sei der Fortschritt für die bolivianische Nation, versichert uns der Werksleiter, ein glühender Anhänger von Präsident Evo Morales.

In Plastikwannen wird die Salzlösung zum Verdunsten aufgestellt, um möglichst hohe Lithiumkonzentrationen zu erzielen:



Überall auf dem Salar de Uyuni werden Probebohrungen unternommen, um möglichst hohe Lithiumkonzentrationen aufzuspüren:



Viel beeindruckender als die Lithiumproduktion aber ist die natürliche Schönheit des Salzsees selbst:







Eine der Legenden über die Entstehung des Sees besagt übrigens, dass der am Nordrand des Salar de Uyuni gelegene Vulkan Tunupa einst eine Frau war. Diese hatte ein Kind, dem sie die Brust gab. Das Kind wurde ihr geraubt. Aber ihre Milch floss weiter und ergoss sich so in die Ebene.
 
 
 
Mirjam Gehrke 02.10.2009, 23:01 # 1 Kommentar