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Die CA2 verläuft recht gerade, recht breit und gut asphaltiert durch ganz El Salvador. Wir fahren Richtung Südosten, sind auf dem Weg nach Intipucá, einem Migrantendorf mit schwulem Bürgermeister und sind früh losgefahren. Wir kommen schnell voran, wir sind früh dran. Laut Karte liegt nördlich, ein wenig ab von der Strecke, die Kreisstadt Berlin. Böte sich dort eventuell eine Geschichte für unseren Reisefilm an? Und während wir noch überlegen: die Abzweigung. Wir übersehen sie fast. Ohne Übergang sind wir auf einer Art befestigtem Feldweg, der Richtung Berge führt. Im Rückspiegel sehen wir unsere Staubfahne.![]() Grüne Landschaft gleitet an uns vorbei; ab und an eine kleine Siedlung mit verschlafenen Hunden und Männern, die ihren Rausch ausschlafen. Der Weg wird enger und steiler. Wir sind jetzt im Wald, die letzte Ortschaft liegt etwa eine halbe Stunde zurück. Um die Fahrtaufnahmen mit einer Ton-Atmo unterlegen zu können, halten wir mitten im Wald an einer kleinen Lichtung an. Schmetterlinge umflattern das Mikrofon, der Naturton ist sensationell. Achtung! Überfall! Aus der Ferne nähert sich ein leises Brummen, das stärker wird: ein mit Steinen schwer beladener Lastwagen quält sich den Berg hinauf, der Beifahrer winkt zum Gruß zu uns herüber. Ein paar Meter weiter hält der LKW an, rollt zurück. Uns wird leicht mulmig. "Kennt Ihr die Gegend hier?", ruft uns der Beifahrer zu. "Wir sind nämlich gestern hier überfallen worden. Passt bloß auf!". Mit diesem Worten poltert der Laster weiter. Rubbeldiekatz sind wir beim Auto, verstecken eilig unsere Habseligkeiten in Handschuhfach, Schuhen und sonstigen Verstecken und folgen dann der Staubfahne des Steinlasters; in der schwachen Hoffnung, dass er wohl kaum zweimal hintereinander überfallen werden würde. Berlin, Berlin ... In einer schlecht einsehbaren Kurve hält er plötzlich an. Drei mit Macheten bewaffnete Männer laufen vom Fahrerhaus aus in unsere Richtung, springen dann jedoch hinten auf die Ladefläche; Campesinos, froh über die Mitfahrgelegenheit. In einem kleinen Ort hält der Laster an, wohl um seine Steine los zu werden. Wir fahren ohne den spärlichen Geleitschutz weiter und kommen 20 Minuten später heil in Berlin an. Vor 200 Jahren von Deutschen gegründet, die hier Kaffeeanbau betrieben, erklärt uns eine junge Frau in einem Laden. Ein wenig Geschichte, doch für eine Geschichte reicht das nicht. Weiter Richtung Nordosten ist Berlin per asphaltierte Straße an die Panamericana angebunden. Diese Route wählen wir dann. Sie führt uns rund um den Vulkan San Miguel. Und so bekommen wir noch ein paar schöne Landschaftsaufnahmen, die uns bei unserer ursprünglichen Route entgangen wären. Schreck im Taca-Taca-Land San Salvador, Donnerstag, 6 Uhr morgens. Der Transport vom Hotel zum Flughafen ist pünktlich. In Lateinamerika nicht immer selbstverständlich. Im Flughafengebäude herrscht viel Gedrängel für die frühe Uhrzeit. Doch wir kommen schnell an einen der zahlreichen Schalter der Fluglinie TACA. Unsere zahlreichen Koffer häufen wir auf Anweisung des jungen Mannes alle auf die Waage. Doch wir haben kein Übergepäck. Dann jedoch kommt die schlechte Nachricht: Kameramann Hans-Jürgen Kassube hat keinen Platz auf der Maschine nach Guatemala. Auf dem Anschlussflug nach Flores gebe es kein Problem, aber die erste Maschine sei voll, verkündet der Angestellte trocken. Und das, obwohl wir praktisch als erste am Schalter gestanden haben. Offenbar hatten viele Passagiere über das Internet eingecheckt, so sei der Engpass zu erklären, erläutert der junge Mann weiter. Wir werden in ein kleines Büro gebeten, in dem die Klimaanlage Kühlschranktemperaturen erzeugt. Warten. Hans-Jürgen geht ein Postamt suchen, um Karten nach Deutschland abzuschicken. Tonfrau Steffi erträgt die Warterei mit Fassung. Nach 45 Minuten endlich Entwarnung. Der junge Mann verkündet strahlend, es stehe noch ein Platz zur Verfügung. Der Weg in den Regenwald ist damit endlich frei. |
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| Endlich geht es los! Der Flug von Mexiko nach Managua am Tag zuvor war verspätet losgeflogen und war auch viel zu spät gelandet, um noch weiter nach San Carlos fliegen zu können, der von den Nicaraguanern fast vergessenen Stadt an der Grenze zu Costa Rica. Doch als einen Tag darauf die Propeller der zehnsitzigen Maschine der Fluglinie "La Costeña" starten und wir über den riesigen Nicaragua-See brummen, ist spürbar, dass sich der Moment nähert, an dem - nach mehr als zwei Tagen Anreise - nun endlich die Kamera aus der Tasche darf. Kurz vor der Landung dreht der Pilot sein Navigationsgerät jedoch immer wieder auf Radar, der Kopilot zeigt nach vorn und die immer dichter gewordene Wolkendecke entlässt plötzlich einen heftigen tropischen Regen. Sollten die lang ersehnten Dreharbeiten gleich am ersten Tag buchstäblich ins Wasser fallen? Doch als wir ein Stunde später aus dem Hotel treten, war es zwar noch bedeckt und reichlich schwül, aber wir konnten doch relativ trocken die "Panga" besteigen, das Boot, das uns auf die Insel Solentiname bringen sollte. Ohrenbetäubende Stille Eine Stunde dröhnt der Außenborder der "Panga" ohrenbetäubend und entlässt uns dann in eine kontemplative Stille: Solentiname. der Ort, an dem der Priester, Poet und Revolutionär Ernesto Cardenal in den 70er Jahren seine Interpretation des Evangeliums gepredigt hatte; und dessen Lehren im Diktatorstaat der Somoza-Familie auf fruchtbaren Boden fielen. Einige der jungen Männer, die den Lehren Cardenals gelauscht hatten, griffen eines Tages erfolgreich die Kaserne der Nationalgarde von San Carlos an und zeigten damit, dass die Diktatur nicht unverwundbar war. Nach jahrelangem Bürgerkrieg waren die Sandinisten schließlich 1979 erfolgreich mit ihrer Revolution. Wir treffen Doña Esperanza. Als Neunjährige traf sie Cardenal zum ersten Mal und in der einfachen Dorfkirche erzählt sie uns von damals: Von ihren getöteten Brüdern und Freunden, von Folter und Krieg, von der Hoffnung und dem Glauben an eine gerechtere Gesellschaft. Und viel von Ernesto Cardenal, den die Menschen hier als eine Art Heiligen verehren. Unverhofft kommt oft Und ganz unvermutet sagt sie dann am Ende des Interviews: "Er ist übrigens hier". Wenn wir einen Termin mit seinem Büro in Managua gemacht hätten, wäre eventuell ein Interview mit ihm möglich gewesen. Doch der 84-jährige habe meist Angst vor Fernsehkameras, davor, dass das Wesentliche herausgeschnitten würde. Frustriert gehen wir essen. Einen äußerst leckeren "Lagunero" genannten Fisch in dem Restaurant des einfachen Hotels, das Teil des Projekts ist. Danach gehen wir zu Esperanzas Haus, um uns zu verabschieden. Das Boot wartet. Doch sie winkt uns weiter zu einem schlichten Holzhaus mit Veranda. Auf einem Schaukelstuhl sitzt zwischen Hängematten ein weißhaariger Mann. "Fragt mich, was Ihr wollt", sagt er zur Begrüßung. "Vor laufender Kamera", lautet die erstaunte Gegenfrage. "Sag ich doch", antwortet der 86-jährige Priester-Revolutionär. ![]() Das unvermutete und unvorbereitete Interview entwickelte sich zum Gespräch, doch die Zeit lief uns davon. Denn der Tag neigte sich dem Ende zu, und die militärischen Vorschriften für die Boote im Grenzgebiet sahen eine Rückkehr vor Dunkelheit vor. Wir wären alle gerne noch länger in Solentiname geblieben. Vom Regen in die Traufe In der Nacht hatte es erneut geregnet. Und es war warm. Das frische Hemd am Morgen war innerhalb von Minuten durchgeschwitzt. Bei der ersten Einstellung des Tages blinkt die rote LED-Anzeige der Kamera. "Die Feuchtigkeit", vermutet Kameramann Hans-Jürgen. Die empfindliche Elektronik der Betacam ist für solche Breiten nicht immer geeignet. Hektisches Nachdenken. Wir drehen die Stadtaufnahmen mit der "Kleinen", einer Mini-DV, die die Schwüle offenbar besser verkraftet, als die "Große". |
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![]() In Caracas wird Símon Bolívar am 24.Juli 1783 geboren. Dort schließt er sich auch den Patrioten an, die sich im April 1810 gegen die spanische Herrschaft erheben und die Selbstverwaltung Venezuelas verkünden. In Caracas wird im Juli 1811 die Erste Republik ausgerufen, zwei Jahre später und nach harten Kämpfen gegen die Spanier auch die Zweite Venezolanische Republik (August 1813). In Caracas bricht aber auch im November 1829 der Aufstand gegen Bolívar los. Am 17.Dezember 1830 stirbt Bolívar, zwei Jahre später wird seine Asche feierlich nach Caracas gebracht. ![]() Nach Cartagena flieht Bolívar 1812 vor den spanischen Truppen und verfasst dort das "Manifest von Cartagena". Die Eroberung von Cartagena zwei Jahre später schlägt fehl. ![]() |
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![]() Oliver Pieper Alter: 41 Stationen: Kolumbien, Venezuela Erster Kontakt mit Lateinamerika: 1991 Aushang im Romanistischen Seminar in der Uni Göttingen: "Sprachkurse in Córdoba, Argentinien", nach der Ankunft bekam ich als erstes von einem Deutschen zu hören: "Hier ist es viel zu teuer, lass uns nach Chile gehen!" (goldene, teure Menem-Zeiten!) Bevorzugte Orte in Lateinamerika: La Bombonera, Buenos Aires, Argentinien / Choroní, Venezuela / Torres del Paine, Chile / Titicacasee, Bolivien Musik: Tango "Ein Deutscher in Lateinamerika": 1992 Besuch eines Fußballspiels in Córdoba mit einer schwarzen Lederhose, beim vorbeifahrenden Fanbus öffnen sich gleichzeitig alle Fenster, um dem eingeschüchterten Deutschen lautstark mitzuteilen, welche Personen alle in Argentinien solche Klamotten tragen Wen ich gerne interviewen würde: Hugo Chávez Meine Erwartungen - ein Vergleich: Colombia contra Venezuela - Uribe contra Chávez – Mano dura contra revolución bolivariana ++++++++++++++++++++++++++ ![]() Matthias Kopp Alter: 49 Stationen: Argentinien, Chile, Uruguay, Brasilien Erster Kontakt mit Lateinamerika: 1978, One-Way-Ticket nach New York und dann per Daumen Richtung Süden. Endpunkt, ein Jahr später: La Paz, Bolivien. Bevorzugte Orte in Lateinamerika:Primero el campo. Medellín. El Arrayan, Santiago de Chile. Colonia Obrera Tercera Sección, Tijuana (Tee-Jay). San Juan Mixtepec, Oaxaca. La hermosa ciudad de Barranquilla.Las Fuentes Brotantes de Tlalpan, Mexico D.F. Musik: Los Tigres del Norte Wen ich gerne interviewen würde: kreative Leute am Strassenrand und an anderen Orten. Meine Erwartungen - ein Vergleich: Herausfinden, welche Rolle unabhängiges Denken in Lateinamerika heute spielt. ++++++++++++++++++++++++++ ![]() Mirjam Gehrke Alter: 40 Stationen: Paraguay, Bolivien Erster Kontakt mit Lateinamerika: 1976 – Ankunft im Hafen von Valparaíso auf der Rossini, nach vierwöchiger Schiffsreise von Genua über den Atlantik, durch den Panama-Kanal und entlang der Pazifikküste Südamerikas Richtung Süden. Das Ende der Überfahrt war der Anfang des siebenjährigen Chile-Aufenthaltes, der für den Rest meines Lebens wichtige Weichen gestellt hat. Bevorzugte Orte in Lateinamerika: Viña del Mar, La Ligua, Temuco, Lago Caburga, Desierto de Atacama, Oficina Humberstone, Galapagos-Inseln, Titicaca-See, Ushuaia, Arequipa, ... Musik: Rodrigo Tobar & Band Wen ich gerne interviewen würde: Evo Morales; die Straßenkinder in Potosí; die bolivianische Top-Modedesignerin Sonia Avilés; Meine Erwartungen: Verstehen: Warum ist Bolivien so zerrissen? Kennelernen: Asunción, Kulturhauptstadt Lateinamerikas 2009! Entdecken: Alltag in der jüngsten und höchstgelegenen Millionenstadt der Welt, El Alto, vor den Toren von La Paz. ++++++++++++++++++++++++++ ![]() Hanne Kehrwald Alter: 49 Stationen: Kolumbien, Venezuela, Panama, Costa Rica, Kuba Besondere Kennzeichen: Hablo solamente un poco castellano! Erster Kontakt mit Lateinamerika: Chile 1996 "Eine Deutsche in Lateinamerika": Die Luft wird dünn bei 4300 Meter über dem Meeresspiegel; Sonnencreme schadet nicht; Vikunjas sind keine Guanakos Musik: Manu Chao und Arturo Pantaleón Meine größte Befürchtung: Mosquitos Meine Hoffnungen für diese Reise: Quiero aprender castellano; quiero juntarme con Hugo y Fidel. Hola América, ich komme. ++++++++++++++++++++++++++ ![]() Tanja Blut ++++++++++++++++++++++++++ ![]() Paula Rodriguez |
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| Team I (Peter Stegemann): Nicaragua San Carlos Insel Solentiname Granada Managua El Salvador San Salvador Intipuca Guatemala Flores und Umgebung Mexiko Cancún Playa del Carmen Muyil Chetumal Yucatán Mexiko-Stadt Puebla Tepotzlán (Zentralmexiko) Tijuana (Nordmexiko) Team II (Hanne Kehrwald, Oliver Pieper): Kolumbien 27.8.-30.8. Medellín 31.8.-1.9. Cartagena 2.9.-4.9. Mompox 5.9. Santa Marta 6.9. Cúcuta Venezuela 7.9.-10.9. Caracas 11.9.-13.9. Orinoco 14.9.-15.9. Panama 16.9.-19.9. Costa Rica 20.9.-25.9. Kuba Team III (Tanja Blut, Mirjam Gehrke) Paraguay 16.09.- 17.09. Asunción 18.09.- Ciudad del Este 19.09.- Foz de Iguazú 20.09.- 22.09 Asunción 23.09.- 26.09. Chaco Bolivien 27.09.- 29.09. Sucre 30.09. Potosí 01.10.- 03.10. Salar de Uyuni 04.10.- 06.10. La Paz |
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