
| 21.04.2010 |
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Die letzten Tage in Nairobi vor dem Abflug waren ein wenig stressiger, als geplant. Ich musste noch die letzten Geschenke für meine Freunde besorgen, noch einige schöne Fotos schießen und all den Freunden aus Nairobi auf Wiedersehen sagen. Letzteres erwies sich als besonders schwierig. Viele waren entweder in Prüfungen oder auch schon vom Campus abgereist, sodass dann mein Tschüss über facebook verbreitet wurde.![]() Abschied von der Kenyatta University Abends bin ich mit dem Taxi zum Flughafen gefahren. Ein letztes Mal bei Rot über die Ampel fahren, überholen, wo Platz ist, die hupenden Matatus, die an einem vorbeifahren ... Ich habe versucht, so viele letzte Eindrücke wie möglich zu speichern - ich werde Kenia vermissen! ![]() Auf Wiedersehen, Kenia! Der Flug Am Flughafen lief dann alles ganz normal ab: Der Koffer mit dem Übergewicht wurde nach einiger Diskussion dann schließlich doch noch mitgenommen, und von den ewigen Wartezeiten bin ich nach wie vor nicht gerade begeistert. Recht aufregend wirkte auf mich das Passkontroll-Duo, zwei Damen mittleren Alters, die mir zuerst nicht glauben wollten, dass ich an der Kenyatta University die letzten Monate studiert hatte ... ja, sie meinten "ich hätte ja hier gearbeitet". Schließlich haben sie mich dann doch durchgelassen. Selbst diese Art der Bürokratie wird mir fehlen ;-). Während ich am Flughafen gewartet habe, gingen mir natürlich sehr viele Gedanken über meine baldige Ankunft in Deutschland durch den Kopf. In meinem Leben hat sich so einiges verändert über die 3,5 Monate, die ich in Kenia war. Mein Nebenjob, Privates ... irgendwie kam es mir so vor, als wenn ich auch in Hamburg noch einmal in eine etwas unbekannte Welt eintauchen würde. Auch wenn es ja eigentlich mein Zuhause ist. Ich war aber auch sehr glücklich, wieder zurückzufliegen ... mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Die Ankunft Schon beim Blick aus dem Flieger auf die Stadt Hamburg habe ich mich gefreut. Es ist Frühling in Hamburg, und das spürt man! Der Flughafen Hamburg ist etwas größer und komplexer, als der Jomo Kenyatta Flughafen in Kenia. Es dauerte daher einige Zeit, bis ich mein Gepäck gefunden hatte, um endlich nach draußen zu gehen. Als sich die Türen öffneten, sah ich meine Familie! Ich habe mich natürlich total gefreut. Nach der Begrüßung dann die ersten Schritte in den Frühling mit der warmen Sonne und dem frischen Wind. Zum Glück schien die Sonne, und es kam mir nicht ganz so kalt vor. ![]() Mein Haus: Zweiter Stock oben links - da wohne ich! Bei roten Ampeln hält man! Nach der Begrüßung und den ersten Schritten auf deutschem Boden sind wir dann mit dem Auto nach Eimsbüttel gefahren. Wenn man monatelang "Matatu" gefahren ist, dann fühlt sich eine Fahrt auf deutschen Straßen schon irgendwie besonders an. Bei roten Ampeln wird angehalten, es wird wieder auf der richtigen Straßenseite gefahren (in Kenia herrscht Linksverkehr), 50km/h in Ortschaften und höchstens 10 Prozent schneller, überholen nur links und nicht da, wo es gerade passt, keine hupenden Matatus oder schwarz qualmende LKW ... Auch die ganzen kleinen Läden an den Straßenrändern, die Blumenverkäufer, die Obstläden und Schuster ... und so vieles mehr ... das Leben hier ist schon sehr verschieden von dem in Nairobi. Mein Leben in Hamburg Nach einer Stunde Fahrt sind wir dann angekommen. Ich wohne in Eimsbüttel, einem Stadtteil von Hamburg. Hier fühlt es sich so richtig nach Zuhause an. Ich kenne die Straßen, die Leute, die Läden und weiß auch, wie hier das Leben funktioniert. In Eimsbüttel wohne ich zusammen mit meinem großen Bruder in einer Drei-Zimmer-Wohnung. Mein Zimmer sieht noch so aus wie am Morgen der Abreise. ![]() Mein Zimmer - ohne Musik geht gar nichts! Überall liegen noch die Sachen genau so, wie ich sie einfach nur schnell aufs Bett geworfen hab, um den Flieger nicht zu verpassen. Es fühlt sich gut an, wieder Zuhause zu sein. Aber mit meinen Gedanken hänge ich immer noch Nairobi nach. Das lässt mich manchmal etwas weltfremd aussehen und ich wirke verloren in meinen Gedanken. Aber ich denke, dass wird sich mit der Zeit legen. ![]() Der Arbeitsplatz in meinem Zimmer Der erste Abend Am ersten Abend zu Hause habe ich mich gleich mit meinen ganzen Freunden getroffen, und wir haben das Wiedersehen gefeiert. Es sind so viele Leute gekommen, die ich alle so sehr vermisst habe. Ich bin sehr dankbar, dass ich so viele gute Leute kenne, die einem die Wiederkehr erleichtern. Der Abend hat sich sehr lange hingezogen, und wir waren noch tanzen und hatten eine Menge Spaß. Die Musik ist hier natürlich anders als in den Discos Nairobis, und die Leute tanzen nicht alle ganz so wild. Aber zusammen mit meinen Freunden habe ich mich nicht so verloren gefühlt. Jetzt beginnt hier für mich wieder das Uni-Leben, und ich habe sehr viel zu tun. Ich muss zwei Wochen Lernstoff nachholen, denn das Semester hat in Hamburg schon angefangen. Das wird bestimmt super stressig werden, aber ich bin guter Dinge, dass ich alles schaffe! Malte Laveatz |
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