
| 16.03.2007 |
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![]() Der Tag begann mit einer Kleinigkeit, die größere Wirkung auf meinen emotionalen Haushalt hatte. Frau Hakimpour war so nett für mich bei Iran Air anzurufen, um meinen Flug bestätigen zu lassen. Fröhlich lauschte ich ihrem Farsi und merkte, wie sie bleich wurde. Sie redete noch eine Zeitlang ins Telephon, legte auf und sagte: „Man hat ihren Sitzplatz bereits vergeben. Sie haben keinen Flug am Sonntag.“ „Bitte???“ ![]() „Ja“, sagte Frau Hakimpour, „die Fluggesellschaft ist davon ausgegangen, daß Sie nicht zurück fliegen, weil Sie sich nicht gemeldet haben.“ „Aber es sind noch vier Tage bis Abflug“, sagte ich, „nirgendwo auf der Welt muß man den Flug früher bestätigen.“ „Tja“, sagte Frau Hakimpour. Und in diesem Wort lag der Stoff einer ganzen Tragödie. Denn am Sonntag läuft mein Visum ab und morgen ist hier Wochenende, also wird mir auch niemand mein Visum verlängern, mal davon abgesehen, daß das so schnell sowieso nicht geht. Ab Sonntag wäre ich also illegal im Lande und das ist schlecht. Ich erinnerte mich sofort an den Deutschen, der seit 15 Monaten hier im Gefängnis sitzt, weil er in iranischen Gewässern gefischt hat und den man nun als Spion festhält – er soll gerade frei gekommen sein, flüstert man mir zu. (???) ![]() Vor dem Telefonat mit der Fluggesellschaft hatte ich mir ein Taxi bestellt, um noch einmal die Stadt zu erkunden. Während Frau Hakimpour mir erklärte, Iran Air rufe noch einmal heute am Nachmittag an, klingelte der Fahrer. Mir war nicht mehr so recht nach Bazar und Bummeln. „Welche Chance habe ich, meinen Flug wiederzubekommen“, fragte ich Frau Hakimpour und sie, die bereits seit über 20 Jahren hier in Teheran lebt, zuckte mit den Achseln und sagte: „So Allah will...“ Dann empfahl sie mir in die Deutsche Botschaft zu fahren und meinen Fall darzulegen. Der Taxifahrer nickte freundlich und ich fühlte, wie mein linkes Augenlid unkontrolliert zu zucken begann. Nach 500 Metern steckten wir bereits im Stau und es ging im Schrittempo weiter. Mein Magen hatte sich zu einem Schrumpfballen zusammen gezogen. Der Fahrer erklärte mir, sein Bruder lebe in Düsseldorf. „Toll“ sagte ich, „da möchte ich auch hin. Na ja, eher nach Köln.“ „1.FC Köln!“, sagte der Fahrer und lachte. Ich wußte nicht, freut er sich, oder kennt er die desolate Situation des Vereins? ![]() Die Sonne wischte grell über die Motorhaube, zog sich wieder hinter einige Wolken zurück, um im nächsten Augenblick wieder gleißend gegen die Scheiben zu brennen. Schließlich klingelte mein Handy und Frau Hakimpour sagte: „Sie haben Ihren Flug wieder.“ Im gleichen Augenblick dehnte sich mein Magen um ein Vielfaches. „Düsseldorf, was?“, sagte ich zum Taxifahrer, „darauf esse ich gleich einen Falafel!“ ![]() |
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