
| 31.01.2007 |
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Während einer kleinen Erkundung der Hafenstadt Punta Arenas plagte uns langsam der Hunger und wir entschlossen uns zu einem vorsichtigen Besuch der mehr oder weniger vertrauenserweckenden Restaurants. Man hatte uns im Vorfeld mehrfach über die gesundheitlichen Risiken der chilenischen Küche aufgeklärt und davor gewarnt, uns nicht bereits vor Auslaufen den Magen zu verderben. Unsere anfänglichen Bedenken stellten sich aber schnell als unberechtigt heraus, denn sowohl Essen als auch Personal waren einfach nur sensationell. Besonders beim Bestellen unserer Gerichte hatten wir sehr viel Spass, denn wegen unseren nichtvorhandenen Spanischkenntnissen konnten wir keines der angebotenen Gerichte auf der Speisekarte lesen.. So bestellten wir einfach jeder etwas anderes, um bei einem eventuellen Wiederkommen nicht ganz ratlos dazustehen. Die Freundlichkeit der Kellnerin fanden wir zwar sehr sympathisch, dass sie aber nicht einmal einen Satz Englisch sprechen konnte, machte unsere Bestellung trotzdem nicht einfach. Als wir dann nach ungefähr einer halben Stunde jeder einen Teller mit Fleisch und Salat serviert bekommen haben, freuten wir uns über das wirklich leckere Essen.![]() Die Straßen von Punta Arenas Gut gelaunt und fest entschlossen, die Hoffnung auf das baldige Eintreffen unseres Equipments nicht aufzugeben, kamen wir wieder ins Hotel zurück, wo uns auch gleich eine gute Nachricht ereilte. In unserem Zimmer lag ein Brief mit der Bestätigung, dass unser Gepäck in derselben Nacht im Hotel ankommen würde. Noch besser gelaunt gingen wir sofort in die Hotelbar, um diese freudige Botschaft mit einem Drink zu feiern. Tatsächlich war unser Gepäck heute morgen von der Fluglinie angeliefert worden und wir fielen sofort darüber her. Nach kurzen Kamerachecks und Bestandsaufnahmen, machten wir uns auch gleich auf dem Weg zum Hafen. Wir wollten die nun eingelaufene Polarstern nicht länger auf uns warten lassen. ![]() Die Polarstern im Hafen von Punta Arenas ![]() Containerverladung mit dem Kran Mit dem Taxi fuhren wir ungefähr eine viertel Stunde. Der Hafen war nicht sehr weit entfernt und schon von weitem konnten wir den typischen Schornstein der Polarstern erkennen. Aufgeregt gingen wir in Richtung Gangway und liessen uns von einem aufsehenden Schiffsmaat ausfragen, wer wir denn seien. Nach kurzer Aufklärung stellte er sich als Steve vor und verwies uns an den 2. Nautische Offizier Frank, mit dem wir kurz darauf das gesamte Schiff in einem Rundgang besichtigten. Überraschend stellten wir fest, dass sich fast alle an Bord der Polarstern mit „Du“ anreden und dass doch wider meiner Erwartungen uns alle wirklich sehr nett und gar nicht streng begegnen. Wir drehten mit Frank unsere ersten Filmaufnahmen und erkannten schnell, dass man uns ständig fragende Journalisten insgesamt sehr freundlich und offenherzig begegnen würde. Wir freuen uns auf den nächsten Tag und beschlossen, unseren derzeitigen Wohnsitz morgen nachmitag vom Hotel auf die Polarstern zu umzulegen. ![]() Eines der Aufenthaltszimmer ![]() Unser neues Wohnzimmer Copyright Lars Focke, Student der Fachhochschule Kiel |
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| 30.01.2007 |
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| Ziemlich müde sind wir endlich nach knapp 40 Stunden Reisezeit und Überquerung dreier Kontinente am Flughafen Punta Arenas angekommen. So entspannt und unkompliziert wie unsere Weltreise begonnen hatte, umso nervenaufreibender entwickelte sie sich. Bei unserer Abreise in Hamburg haben wir noch über den womöglichen Verlust unserer wertvollen Kamera- und Computertechnik gescherzt, doch als diese bei der Gepäckausgabe in Santiago de Chile tatsächlich komplett fehlte, wurde uns doch etwas anders zumute. Nach verzweifelten Versuchen, die mangelnden Englischkenntnisse des Flugpersonals zu überwinden, konnten wir uns mit Händen und Füßen doch verständigen.Trotzdem ist der Verbleib unserer Ausrüstung bis jetzt nicht geklärt. Uns bleibt nur die Hoffnung, dass die fehlenden Kisten bis zum Auslaufen der Polarstern in drei Tagen hier in Punta Arenas eintreffen. Erschöpft freuten wir uns nach zwei Nächten in engen Flugzeugsitzen und vielen Stunden auf den verschiedensten Flughäfen dieser Erde endlich auf einen Schlaf in der Waagerechten und die dringend nötige Dusche. Der heutige Morgen brachte uns dann eine freudige Überraschung. In der Bucht von Punta Arenas ist über Nacht Besuch eingetroffen. Die FS Polarstern liegt jetzt doch tatsächlich genau vor unseren Zimmerfenstern und lässt uns die vergangenen Unannehmlichkeiten der Reise für kurze Zeit vergessen, bevor wir uns wieder unserem Gepäckproblem widmen müssen. ![]() Die FS Polarstern in der Bucht von Punta Arenas ![]() Anstoßen auf die große Reise im Flughafen Hamburg Copyright Lars Focke, Student der Fachhochschule Kiel |
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| 30.01.2007 |
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![]() Das wichtigste Werkzeug der deutschen Polarforschung ist das Forschungs- und Versorgungsschiff "Polarstern". Seit ihrer Indienststellung 1982, hat die "Polarstern" 32 Expeditionen in Arktis und Antarktis abgeschlossen. Sie wurde eigens für die Arbeit in den Polarmeeren konzipiert und ist gegenwärtig das leistungsfähigste Polarforschungsschiff der Welt. An nahezu 320 Tagen im Jahr ist die "Polarstern" auf See. Gewöhnlich bereist sie zwischen November und März die Antarktis und im Nordsommer die arktischen Gewässer. Das Schiff hat eine Besatzung von max. 44 Personen und bietet zusätzlich Arbeitsmöglichkeiten für 50 Wissenschaftler und Techniker. Das Schiff ist für biologische, geologische, geophysikalische, glaziologische, chemische, ozeanographische und meteorologische Forschungsarbeiten ausgerüstet und verfügt über neun wissenschaftliche Labors. Zusätzliche Laborcontainer können auf und unter Deck gestaut werden. Kühlräume und Aquarien erlauben den Transport von Proben und lebenden Meerestieren. Forschungsgeräte und Messinstrumente werden mit Hilfe von Kränen und Winden ausgebracht und bis in große Tiefen herabgelassen. Spezielle Vermessungslote, die bis in 10.000 Meter Tiefe reichen und bis 150 Meter in den Meeresboden eindringen können, stehen für wissenschaftliche Untersuchungen zur Verfügung. Das Bordrechnersystem erfasst und speichert laufend meteorologische, ozeanographische und weitere Daten nach Bedarf. Die "Polarstern" ist ein doppelwandiger Eisbrecher, der bei Außentemperaturen bis zu -50 Grad Celsius arbeiten und gegebenenfalls im Eis der polaren Meere überwintern kann. "Polarstern" kann anderthalb Meter dickes Eis mit einer Geschwindigkeit von ca. 5 Knoten durchfahren. Dickeres Eis muss durch Rammen gebrochen werden. Technische Daten Polarstern Bau Howaldtswerke/ Deutsche Werft, Kiel Werft Nobiskrug, Rendsburg Eisbrechkonzept Hamburgische Schiffbau-Versuchsanstalt Länge über alles: 118 Meter Breite auf Spanten maximal: 25 Meter Seitenhöhe bis Hauptdeck: 13,6 Meter Tiefgang maximal: 11,21 Meter Verdrängung bei maximalem Tiefgang: 17.300 t Leergewicht: 11.820 Tonnen Motorleistung (4 Masch.): ca. 14000 kW (20.000 PS) Höchstgeschwindigkeit: 16 Knoten |
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| 29.01.2007 |
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![]() Die Faszination für die abgelegenen Gebiete dieser Welt packte den Bayern schon in der Kindheit. Nach einer Expedition in Spitzbergen im letzten Jahr freut sich der Fotograf und Kameramann um so mehr über die Möglichkeit, nun auch in der Antarktis sein Können unter Beweis zu stellen. |
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| 29.01.2007 |
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![]() Ohne zu Zögern nahm der 25-jährige Multimedia Producer aus Kiel das Angebot an, ein Teil des Expeditionsteams auf der Polarstern zu werden. Die Faszination, über diesen Teil der Welt berichten zu können, ist einfach zu groß. |
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| 29.01.2007 |
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![]() Was Expeditionen ins Ewige Eis angeht, ist Michael Trapp das erfahrenste Mitglied im Team. Bei der Expedition ANT XXIII/9 handelt es sich bereits um seine vierte Polar-Reise - und freut sich jedes Mal mehr darauf. Er wird auf der Reise seien 28. Geburtstag feiern - irgendwo in der Antarktis. |
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| 29.01.2007 |
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| Die Fahrt führt die "FS Polarstern" von Punta Arenas, Chile zur antarktischen Nordwestküste über die Neumayer Station bis hin zur östlichen Pids Bay. Von dort aus tritt sie Ihren Heimweg nach Kapstadt und Europa an. Nach dem Auslaufen der "FS Polastern" am 2. Februar geht es vorbei am stürmischen Kap Horn und durch die Drake Passage in Richtung Antarktis - die erste ganz große Herausforderung für alle Nicht-Seebären. Erste wissenschaftliche Programme werden schon an auf der Überfahrt begonnen. Voraussichtlich am 8. Februar werden wir an der Neumayer-Station zur Versorgung und Austausch des überwinternden Forschungspersonals. 12. Februar geht es weiter nach Osten in Richtung des Hauptforschungsgebiets Pryds Bay. Dort werden wir den großen teil des März mit wissenschaftlichen Tätigkeiten an Bord und an Land verbringen. Unter anderem mit Klima-Untersuchungen am Lambert Gletscher, dem größten Gletscher dieser Erde. Schließlich geht es weiter zum Kerguelen-Plateau für ergänzende marin-geologische Untersuchungen. Anfang April geht es zurück nach Kapstadt, wo am 11. April die Expedition enden wird. ![]() |
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| 23.01.2007 |
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| Anfang Februar startet das Alfred-Wegner-Institut (AWI) die "Antarktis Expedition AntXXIII/ 9". Mit dem Forschungsschiff "FS Polarstern" treten über 40 Wissenschaftler die Reise ins Ewige Eis an. Das Schiff dringt dabei in Bereiche der östlichen Antarktis vor, in denen die Polarstern niemals zuvor gewesen ist. Die Expedition wurde bereits vor 15 Jahren geplant, jedoch immer wieder abgelehnt. Wissenschaftliche Fragestellungen sind geophysikalische und meeresgeologische Untersuchungen für neue Erkenntnisse der geodynamischen Entwicklung des Kontinentalrandes. In Verbindung mit dem Thema Klimawandel sind Untersuchungen zur Umweltrekonstruktion in der Prydz Bay. Weitere Studien sollen Aufschluss über die Entwicklung des antarktischen Permafrosts und dessen Lebensformen geben. ![]() An Bord befindet sich ebenfalls das dreiköpfige Medienteam um Michael Trapp, Jonas Ziegler und Lars Focke. Sie begleiten die Forscher während Ihrer Reise und dokumentieren sowohl ihre spannende Tätigkeit als auch die Ereignisse rund um das Leben in diesem doch eher abgelegenen Teil dieser Erde. Für die Eröffnung des Internationalen Polarjahres am 1. März sendet es einleitend den ersten offiziellen Beitrag. Lars und Jonas sind Studenten der Fachhochschule Kiel und nutzen dieses Projekt, um es in Ihr Studium zum multimedia producer/BA einbringen zu können. In diesem Weblog präsentiert Lars die persönlichen Erfahrungen der Drei und die Eindrücke, die sie auf Ihrem Weg erleben dürfen. Copyright Lars Focke, Student der Fachhochschule Kiel |
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