13.03.2007  
     
 
Prydz Bucht, -9°C
Die Larsemann Berge
 
 

Zurück in der Prydz Bucht

Der heutige Tag sollte wieder ein ganz besonderer werden. Am gestrigen Abend stand der endgültige Plan für den Verlauf dieser Woche fest und demnach gibt es einiges zu tun. Die Feldcamps werden nun nach drei Wochen abgebrochen und die Forscher nacheinander zurück auf die Polarstern geflogen. Da aufgrund des Wetters ein Besuch der australischen Forschungsstation Davis nicht möglich war, sollte allen an Bord in den nächsten Tagen ein Ausflug ermöglicht werden. Die Vorhersage spricht jedenfalls zum Glück nicht dagegen. Anschließend werden wir in einigen Tagen eine neue Position außerhalb der Prydz Bucht ansteuern, um ein neues Messprofil mit dem Luftpulser und den Ozeanbodenseismographen durchzuführen. Doch zunächst führte uns der Kurs nach den letzten geologischen Stationen im Westen zurück in die Prydz Bucht. Die Freude war groß als Fahrtleiter Prof. Dr. Hans Hubberten vom Alfred-Wegener-Institut uns Dreien mitteilte, dass wir für weitere Filmaufnahmen in die Larsemann Berge fliegen werden. Um 13 Uhr war es dann soweit und wir trafen uns mit Prof. Dr. Hubberten und drei weiteren Wissenschaftlern am Helikopter. Was danach folgte, ließ die Wartezeiten während der langen Seefahrt vollkommen vergessen. Wir flogen im strahlenden Sonnenschein über die glänzenden Eisberge und landeten schließlich in einer beeindruckenden Landschaft, die wahrscheinlich noch nie jemand zuvor betreten hat. Kleine blaue Eisberge lagen in einer kleinen Bucht vor dem gewaltigen Inlandeis zwischen den typischen hellbraunen Felsformationen.Neugierig flogen zwei große Skuas um unsere Köpfe und setzten sich direkt neben uns als wollten sie uns in Ihrem Zuhause begrüßen. Der Wind war angenehm lau und es herrschte die beeindruckende Stille in der Luft, von der mir mehrfach berichtet wurde. Nach einigen Stunden, die wir mit faszinierenden Film- und Fotoaufnahmen verbracht haben, vernahmen wir wieder das Geräusch des Helikopters, der uns wohl oder übel zurück auf die Polarstern bringen musste. Ein besonderer Tag ging für uns an einem besonderen Ort zu Ende, den ich mit Sicherheit in Erinnerung behalten werde.






Kleine Buchten prägen das Landschaftsbild



Lars in den Larsemann Bergen







Typische Windverwitterung im anstehenden Gestein (Tafoni)



Kameraaufnahmen im Gelände




Am Rand des Inlandeises der Antarktis




Geologin Ines Voigt vom Alfred-Wegener-Institut Potsdam ist beeindruckt von ihrem ersten Besuch auf dem antarktischen Festland


Lars Focke, Student der Fachhochschule Kiel, 13.03.07
 
 
 
Lars Focke 13.03.2007, 20:46 # 4 Kommentare
 
 
     
4 Kommentare

  Hallo Meike,
vielen Dank für das Lob. Es macht weiterhin großen Spass. Schön, dass der Blog Dir gefällt. Noch gibt es ja einiges zu sehen. Ein weiterer Höhepunkt wird der Besuch der Kerguelen sein. Vorausgesetzt das Wetter spielt mit und wir geraten nicht wieder in einen Sturm.
Viele Grüße
 
  Lars Focke | Homepage | 18.03.2007, 13:25  
 
 
  Hallo Helga,
auch Dir vielen Dank. Es ist auf jeden Fall ein umwerfendes Erlebnis. Zum Internationalen Polarjahr wird derzeit in den Medien berichtet. Unter anderem haben wir ein Interview mit Prof. Dr. Hubberten für das ZDF heute journal gedreht, in dem er über das Thema Klimawandel in der Antartkis spricht. Weiterhin läuft unser wöchentliche Beitrag dienstags im RBB in der Sendung ZIBB und der schleswig-holsteinische Zeitungsverlag veröffentlicht eine tägliche Kolumne über die Expedition.
Viele Grüße nach Deutschland
 
  Lars Focke | Homepage | 18.03.2007, 13:24  
 
 
  Hallo,
ein weiteres riesen großes Lob für diesen Blog hier aus dem wieder kühler werdenden Deutschland.
Ich habe an der vorherigen Expedition (ANTXXIII/8) mit der Polarstern teilgenommen, konnte bisher aber leider wegen akutem Zeitdruck (anstehende Abgabe meiner Diplomarbeit) kaum meine Fotos und Videos anschauen noch die Eindrücke der Fahrt so richtig verarbeiten. Das fast tägliche kurze Besuchen dieses Blogs läßt allerdings die Erinnerung an eine unglaublich faszinierende Zeit und Landschaft wieder aufleben.
Weiterhin viel Spaß euch allen und viele tolle Aufnahmen.
Meike
 
  Meike Meißner | Homepage | 16.03.2007, 18:10  
 
 
  Ein herzliches Hallo aus Düsseldorf,
ich bin froh, dass ich diese Seite vor Wochen entdeckt habe und freue mich immer auf die Berichte und Bilder. Ein wenig neidisch bin ich manchmal schon, wenn ich lese und sehen kann, in welch grandioser Landschaft ihr euch dort befindet. Das muss ein umwerfendes Gefühl sein. Jetzt, wo seit Wochen hier in Deutschland das Thema Klimaschutz endlich in den Vordergrund gerückt ist, kommen mir die Berichte und Bilder noch so viel wichtigewr vor und ich bedaure es wirklich, dass ich von euch noch nichts im Fernsehen gesehen oder in den Zeitungen gelesen habe.
Ich wünsche alles Gute und freue mich auf den nächsten Bericht
helga Kokabi
 
  Helga Kokabi | Homepage | E-Mail | 16.03.2007, 07:05  
 
 
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