12.04.2009  
     
 
90° N.
90 Grad Nord!
 
 
Fünf Männer am Nordpol - [v.r.] Thomas, Frank, Arnold, Eugen, Stefan (und Poldi)

Um 13.08 MESZ rammt Thomas den Skistock in den Schnee. Das GPS-Gerät zeigt 89 Grad, 59 Minuten, 59,9 Sekunden. Wir stehen am Nordpol.

Verdammter Wind

Die ganze vergangene Nacht über hat der Wind an unserem Zelt gerüttelt, wir haben wegen der Eiseskälte kaum geschlafen. "Meinst du wirklich, wir sollten das Risiko von Erfrierungen auf uns nehmen?", fragt Eugen nach dem Wecken um sechs Uhr besorgt. "Können wir nicht warten, bis sich der Wind legt?" Thomas schüttelt den Kopf. "Das wird eher schlimmer als besser. Ihr müsst nur darauf achten, dass ihr draußen immer die dicken Handschuhe anbehaltet und dass die Neoprenmaske richtig sitzt."
Um 9.30 Uhr sind Zelte und Gepäck verstaut. Wir brechen zur letzten Etappe auf. Gott sei Dank bläst der Wind, der immer stärker wird, in unseren Rücken. Drei Rinnen müssen wir überqueren. Man sieht, dass hier vor kurzem noch offenes Wasser war. Doch die Eisdecke ist dick genug, dass sie uns trägt. Wir kommen gut voran.


Letzte Rinne - zugefroren

Bloß keine Wasserrinne

Wir machen die letzte Rast vor dem Pol. Kein Vergnügen bei diesem Wetter. "Dieser Scheißwind!", flucht Arnold. "Hoffentlich stoßen wir jetzt nicht noch auf eine Wasserrinne", sagt Frank. Das wäre so kurz vor dem Ziel wirklich bitter. Eugen ist inzwischen optimistischer. "Noch fünf Kilometer, dann werde ich jubeln."
Der letzte Abschnitt stellt uns keine schweren Hindernisse mehr in den Weg. In immer kürzeren Abständen blickt Thomas auf sein GPS-Gerät. Die letzen 200 Meter laufen wir nicht mehr hinter-, sondern nebeneinander. Wir wollen als Team am Nordpol eintreffen.

Rote Leuchtraketen

Als wir dort ankommen, dauert es einen Augenblick, bis wir realisieren, dass wir unser Ziel erreicht haben. Wir jubeln, klatschen uns ab und gratulieren uns gegenseitig. Thomas schießt zwei rote Leuchtraketen in den Himmel über dem Nordpol. "Schön ist das hier", sagt der Expeditionsleiter. "Ein Glück, dass wir am Pol kein offenes Wasser haben."
Wir versuchen noch, ein Gruppenfoto zu machen. Zwei von drei Kameras geben den Geist auf. Der Wind ist auch ihnen zu eisig. Als wir sicher sind, dass wir ein, zwei brauchbare Bilder haben, schlagen wir schnell unsere Zelte auf. Denn auch der schönste Augenblick der Expedition, das Erreichen des Ziels, ist es nicht wert, dass wir uns schwere Erfrierungen zuziehen.

"Härteste Last degree-Expedition"


Anstoßen auf das Erreichen des Pols

Knapp 120 Kilometer liegen hinter uns, sieben extreme Tage auf dem Eis. "Das war die härteste Last degree-Expedition, die ich bisher geleitet habe", resümiert Thomas im Zelt. Wir stoßen mit Kaffee, Tee und heißer Schokolade auf den Erfolg an. Ich ziehe zur Feier des Tages ein Paar frische Strümpfe an. Die richtige Nordpolfeier holen wir auf Spitzbergen nach, in einem gemütlichen, warmen, windstillen Restaurant. Jetzt warten wir auf den russischen Helikopter, der uns voraussichtlich morgen zur Eisstation Borneo zurückfliegen wird.

P.S. Das Rätsel mit der Fahne kann ich heute noch nicht auflösen. Ich hoffe, dass ich morgen bei hoffentlich weniger Wind das erhellende Foto machen kann. Also bitte Geduld!
 
 
 
Audio (mp3): Tagesbericht vom 12. April 2009
 
 
Stefan Nestler 12.04.2009, 14:40 # 20 Kommentare
 
 
     
20 Kommentare

  Arnold, congrtulations, aother feather in your cap. All the best to you and Sima.

Cheers

David
 
  David Sinclair | Homepage | E-Mail | 21.04.2009, 23:01  
 
 
  Gratulation !
Jetzt habt ihr es geschafft ! Unglaublich !
Was fuer ein Erlebnis fuer euch, und uns hier die den Blog lesen !!!

Nun aber schnell wieder ins Warme, gute Heimreise .....

Gunther !


 
  Gunther Fells | Homepage | E-Mail | 15.04.2009, 05:43  
 
 
  congratulations everyone!
Bill Horne
Wells, BC Canada
 
  Bill Horne | Homepage | E-Mail | 13.04.2009, 18:45  
 
 
  Ihr Helden !

Wißt Ihr, was Ihr seid?
Ihr seid das einzig wahrhaftige STEFAN-Team!

S - Stefan
T - Thomas
E - Eugen
F - Frank
A - Arnold
N - NORDPOL

Ich könnte niederknien vor Bewunderung und Andacht über diesen grandiosen Moment Eures Lebens. Und ich durfte ein wenig aus der Ferne mitfiebern und Anteil nehmen. Ich war gestern Mittag um die Zeit Eurer Ankunft "oben auf dem Globus" mit meinem Bruder Tobias wandern zur Staumauer der großen Dhünntalsperre. Gott sei Dank war bei Euch nicht solch eine breite Wasserfläche im Weg.
Ich frage mich dennoch seit Tagen, wie kann bei minus 32 Grad eigentlich das Eis zu Wasser werden oder bleiben? Wie taut das denn auf bei diesen Graden ? Woher stammt die Wärme für 0 oder etwas drüber Grad ?

Nun ja, vielleicht erklärst Du mir das, Stefan, wenn Du wieder in Köln bist.
In Schildgen gibt es übrigens ein sehr gutes Eiscafé "Pol". Was hältst Du von einer Einladung zum "Eisbesuch beim Pol" für Dich und Deine family?

Ganz herzliche Grüße
Johanna mit Eva und Tante Romi aus Odenthal
 
  Johanna | Homepage | E-Mail | 13.04.2009, 17:41  
 
 
  Wahnsinn!!!!! Frei nach BAP, aber da "jonn mer nit hin",denn das überlassen wir solch "eiskalten" Abenteurern, wie euch. Wir wünschen euch gute Erholung und einen guten Rückflug. Die Graswanger  
  Chris | Homepage | 13.04.2009, 14:37  
 
 
  Hallo Stefan, habe heute nochmal Deinen Bericht vom Ankommen am Pol gelesen und wieder ist mir eine " Gänsehaut" über den Rücken gelaufen! Das,was Ihr 5 Männer da vollbracht habt ist wirlich bewundernswert,großartig,fantastisch!!!Am Schönsten fand ich,dass Ihr den Nordpol nebeneinander erreicht habt,als Team !!!
Wünsche Euch auf Spitzbergen eine lange heiße Dusche,ein leckeres warmes Essen und ein warmes kuscheliges Bett!! Gute Heimreise und für Eure Zukunft alles alles Gute... Lieben Gruß Heidrun :-)
 
  Heidrun | Homepage | 13.04.2009, 12:47  
 
 
  Hallo Papa und ihr Anderen,
wir freuen uns mit euch, dass ihr heile angekommen seid und wünschen euch, dass ihr bald warm duschen gehen könnt ;)
viele Liebe Grüße und herzlichen Glückwunsch
Sarah und Chantal
 
  Sarah und Chantal | Homepage | 13.04.2009, 09:51  
 
 
  Kommt doch auf dem Rückweg über Hamburg - hier gibt es eine Eisdiele mit Namen "Eisliebe"! Das wäre doch passend, da einen großen Becher der verschiedensten Sorten zu verputzen.
... nur "Poldi" und die anderen Schlitten wären hier in den Straßen etwas unpassend als Begleiter!
Glückwunsche zu Euch - was hatte ich Angst, dass Ihr ins Wasser fallt!
Uli
 
  Uli | Homepage | 13.04.2009, 09:43  
 
 
  Hut ab! Es war spannend das mit zu verfolgen! Schön, dass ihr gut angekommen seid!!!!!
 
  Benjamin | Homepage | 13.04.2009, 08:43  
 
 
  Lieber Stefan, ich gratuliere Dir und Deinen Mitstreitern zu dem großen Erfolg. Deine Schilderungen waren sehr spannend und unterhaltsam. Und Poldi hat sich ja auch wacker "geschlagen." Angesichts Eurer Temperaturen habe ich den Frühsommer hier doppelt genossen. Gute Heimreise.

Arnie
 
  Arnie | Homepage | 13.04.2009, 08:36  
 
 
  Hi Stefan + Rest der Truppe
When life gets boring, risk it - Glückwunsch, Ihr Verrückten!!!
Fehlt nur noch die FC-Fahne.....

Bis bald im schönen Bonn - Lutz
 
  Lutz | Homepage | E-Mail | 13.04.2009, 08:03  
 
 
  Wow! Many congrats to all of you and a special congrat laden with kisses to my Arnold jaan.

Have a safe return and I look forward to having you with me.

Sima
 
  Sima | Homepage | E-Mail | 12.04.2009, 22:11  
 
 
  And here is the Translation of the success story:

12 April 2009

90 degree North
Five men on the North Pole

About 13.08 (Central Europe Summer Time) Thomas rams the ski pole into the snow. The GPS shows 89 degrees, 59 minutes, 59.9 seconds. We are standing on the North Pole.

Damned wind

The wind has shaken our tent the whole last night, we had barely slept because of the icy cold weather. " You really mean, we should take the risk of frostbites on ourselves? ", asks Eugene anxiously after waking up at six o'clock. " Can we not wait, until the wind calms down? " Thomas shakes his head and adds: " This becomes rather worse than better. You must pay attention only to the fact that you always keep the thick gloves on in the outdoors and that the neoprene mask sits properly. "

No water opening anymore

We take the last rest before heading to the pole. No pleasure in this weather. " This shitty wind! ", curses Arnold. " Now let’s hope we do not bump into another water opening anymore", says Frank. That would really take the fun out of this last short step to the North Pole. Eugene however is more optimist. " Still five kilometers to go before I rejoice in triumph. " The last part has no heavy obstacles for us anymore. Thomas keeps looking at his GPS more frequently now.

The last 200 meters we do not walk behind one another any more; rather we approach our goal side by side. We want to arrive on the North Pole as a team.

Red luminous rockets

As we get there, it takes us a moment, until we realize that we have indeed reached our goal. We cheer and rejoice, dance with ourselves and congratulate each other! Thomas shoots up two red luminous rockets in the sky above the North Pole. "It is nice here ", says the expedition leader. " We are lucky that we have no open water on the pole. "
We still try to do a group photo. Two of the three cameras give up. It seems that the icy wind has gotten through them too. As we become certain, that we have a couple of useful pictures, we quickly open our tents. Because even in the nicest moment of the expedition, in the midst of achieving our goal, it is not worth risking heavy frostbites.

" The hardest last degree expedition "

Only 120 kilometers lie behind us and seven extreme days on the ice. In the tent, Thomas sums up the whole journey: "So far this was the hardest last degree expedition that I have ever led". We consume coffee, tea and hot chocolate for the success. I pull out a pair of fresh socks for the celebration of the day. Though we hold up the real celebration until we reach Spitsbergen where we could properly celebrate in a comfortable, warm, calm restaurant.

Now we just wait for the arrival of the Russian helicopter which would fly us back probably tomorrow to the ice station of Borneo.

13:08 o'clock
The team reaches the North Pole. Everybody is in good health and is as happy as a satisfied polar bear. Further report will follow.

 
  Sima | Homepage | E-Mail | 12.04.2009, 21:55  
 
 
  jabadabadoo! sagt man das nur im urwald? oder auch am nordpol? wir gratulieren den eisbärenstarken männern zu ihrer geleisteten arbeit! und schicken euch allen frühlingsgrüsse und dem bruderherz einen big hug bzw. schwager ein schulterklopfer!
sis und tom
 
  tomkat | Homepage | E-Mail | 12.04.2009, 18:07  
 
 
  Liebes Nordpol-Team,

wir gratulieren Euch allen ganz, ganz herzlich zum Erreichen Eures Zieles - des Nordpols !!!!!

So haben sich alle Eure Mühen und Strapazen auf dem beschwerlichen, eisigkalten Weg zum Ziel wenigstens gelohnt !!!!!!!

Stefan wir sind sehr stolz, solch einen berühmten Polarforscher in der Familie zu haben :-))))und sind schon gespannt auf Deine Erzählungen im November.

Euch allen eine gute Heimreise und erstmal eine fröhliche,warme Feier auf dem Festland.

Ganz liebe Grüße

Rici und Wolfgang
 
  Rici und Wolfgang | Homepage | E-Mail | 12.04.2009, 18:05  
 
 
  Herzliche Glückwünsche Euch allen. Toll!
Habt Ihr keine Osterhasen da oben gesehen??
Lilo und Winfried
 
  Seiffert | Homepage | E-Mail | 12.04.2009, 17:36  
 
 
  Yippie-Ya-Yeah Ihr 5! 90 Grad Nord!! Herzlichen Glückwunsch zu Eurer grandiosen Leistung!!!
Genießt den Augenblick. Stefan, ich freu mich schon jetzt Hennes (den Geißbock) im Nordpoleis mit Euch tanzen zu sehen;-)
Viel Spaß beim Feiern...
Guido
 
  Guido | Homepage | E-Mail | 12.04.2009, 16:55  
 
 
  Suuuuuuuuuuuuuuuuuppppppppppperrrrrrrrrrrrrr!!!!
Wir wünschen Euch da oben alles Gute und wir gratulieren ganz herzlich zu dieser aussergewöhnlichen Leistung!!!!Jupiiii!!

Alles, alles Gute und kommt so gut wieder retour, wie Ihr da hoch gekommen seid!
Liebi Grüessli Rita und co;)
 
  Rita | Homepage | E-Mail | 12.04.2009, 16:53  
 
 
  Super Stefan!! Wir graturlieren herzlich! Dir und dem Team ein dickes Schulterklopfen. Fein gemacht. Super-Sache, der erste Tweet vom Pol! Jetzt wollen wir noch die FC-Flagge sehen oder davon lesen oder davon hören!!!
Haut rein, kommt gut zurück!
Florian und Maren
 
  Florian Seiffert | Homepage | E-Mail | 12.04.2009, 15:55  
 
 
  JUCHHUUUUUUU!!! IHR SEID AM POL !!!
Lieber Stefan,lieber Thomas Ulrich,lieber Frank Heidrich,lieber Eugen Thoma und lieber Arnold Witzig,was für eine Freude,ihr habt Euer Ziel erreicht: DEN NORDPOL !!! Ich gratuliere Euch von ganzem Herzen und und bin stoz auf Euch (auch wenn ich nur Stefan persönlich kenne)Ich bin voller Freude,dass Ihr gesund und ohne Erfrierungen am Ziel angekommen seid und das in Rekordzeit.Das muß Euch erst mal einer nachmachen!! Großartig !!!
Ich schicke Euch die letzten warmen Sonnenstrahlen aus dem Bergischen Land und grüße Euch ganz herzlich .... Heidrun :-)

P.s. JUBEL*JUBEL*JUBEL :-)
 
  Heidrun | Homepage | E-Mail | 12.04.2009, 15:42  
 
 
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