
| 10.04.2009 |
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| Alles spricht für einen Routinetag. Ich habe mich schon gedanklich darauf eingestellt, etwas über den Expeditionsalltag zu schreiben. Gut, die Temperatur ist auf minus 37 Grad gefallen, Kälterekord während unserer Expedition. Doch was machen schon ein paar Grad mehr oder weniger in diesem Tiefkühl-Bereich? Eine Steigerung für saukalt gibt es nicht. Wir spulen also Kilometer um Kilometer ab. Ich habe das Gefühl, dass ich inzwischen meinen Laufrhythmus gefunden habe. Allein der Kräfteverschleiß macht sich bemerkbar. Poldi muss sich einige Flüche anhören. Ab ins Wasser ![]() Strandbad mit Nordpolnähe Plötzlich stehen wir vor einer großen dampfenden Wasserrinne. Thomas klettert auf einige grössere Eisblöcke, um nach einer Möglichkeit zu suchen, das offene Wasser zu umgehen. Keine Chance. Der Plan unseres Expeditionsleiters sieht so aus: Wir befestigen an seinem Schlitten, der im Vergleich zu unseren länger und an den Seiten höher ist, vorne und hinten Seile. Dann schwimmt Thomas in einem Polarmeer-tauglichen Ganzkörperanzug aus Plastik ans andere Eisufer. Er entleert den Schlitten, damit wir ihn wie eine Fähre nutzen können. Die Passagiere sollen sich flach mit dem Gesicht nach oben hineinlegen. Das Schlittenboot muss dann hin- und hergezogen werden. Auch unsere Schlitten sollen in ihrem großen Bruder liegend das andere Ufer erreichen. Verdammte Knoten ![]() Bademode der Arktis Thomas schlüpft in den Spezialanzug und sieht nun aus wie aus einem Science Fiction-Film entsprungen. Wir gehen zur schmalsten Stelle der Rinne, etwa zehn Meter breit. Da die Seile zu kurz sind, verlängern wir sie mit einer Schnur, die mich an eine Drachenschnur erinnert. Und dann geschieht genau das, was sicher jedem widerfährt, der häufiger Drachen steigen lässt. Genau in dem Augenblick, in dem Thomas ins Wasser gestiegen ist, verheddert sich die Schnur. Zu dritt versuchen wir, das Knäuel zu entwirren. Dazu müssen wir die Handschuhe ausziehen. Immerhin gelingt es uns, so viel Schnur zu retten, dass Thomas mitsamt Schlitten das andere Ufer erreichen kann. ![]() Bad im Polarmeer Rennen gegen die Zeit Als erster Passagier steigt Eugen ein, legt sich auf den Rücken, mit angeschnallten Skiern. Der Schlitten neigt sich bedenklich zur Kopfseite, bleibt jedoch über Wasser. Als nächster bin ich an der Reihe. Thomas mahnt zur Eile, da sich die Rinne weiter öffnet. Die Überfahrt ist sehr angenehm. Ich liege auf dem Rücken, blicke in den strahlend blauen Himmel und könnte fast vergessen, wo ich mich befinde. Bis es unter dem Boden schrappt und ich schnell hinausklettern muss. Die Rinne verbreitert sich zunehmend. Während Thomas auf der einen und Frank auf der anderen Seite den Schlitten hin- und zurückziehen, suchen die anderen fieberhaft nach Möglichkeiten, das Seil zu verlängern. Ich löse die Zeltschnüre, mit bloßen Fingern, da es mit Handschuhen unmöglich wäre. Eine lustige Seefahrt Inzwischen haben alle Schlitten und auch Arnold übergesetzt. Jetzt fehlt nur noch Frank. Doch ausgerechnet jetzt gehen uns die Schnüre aus. "Bringt Skistöcke!", ruft Arnold. Gemeinsam mit Thomas knotet er sie an das gestückelte Seil. Es ist gerade lang genug, dass Frank den Schlitten zu sich ziehen und einsteigen kann. Auf der Überfahrt singt er: "Eine Seefahrt, die ist lustig..." Als auch er sicher gelandet ist, löst sich die Spannung in Jubelgeschrei. Das war knapp. Die Distanz zwischen beiden Ufern hat sich mittlerweile fast verdoppelt. Gut, dass ich vor der Expedition eine Kerze im Kölner Dom entzündet habe. Eiskalte Finger Nach der Adrenalin treibenden Aktion versuchen wir alle, unseren eiskalten Fingern wieder Leben einzuhauchen. Kurz darauf machen wir uns erneut auf den Weg. Nach neun Stunden, in denen wir 15 Kilometer zurückgelegt haben, schlagen wir die Zelte auf. Bis zum Nordpol fehlen uns noch 32 Kilometer. Der heutige Zwischenfall wird uns sicher immer in Erinnerung bleiben. "Beim nächsten Mal packe ich längere Seile ein", sagt Thomas und grinst. P.S. Um unsere genaue Position zu verfolgen, einfach auf die Karte rechts oben klicken. |
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| 7 Kommentare |
| Bonjour Arnold: Espero que este te encuentre muy bien a pesar de todos los desafios en la zona arctica ;-) Que te vayas muy bien, un abrazo muy fuerte, Bill Wells, BC Canada |
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| Bill Horne | Homepage | E-Mail | 12.04.2009, 17:44 | ||
| Here is the translated version of the Blog, April 10: A bathing day with obstacles Everything points to one routine day. I appear to be inclined to write something about the expedition’s everyday life. Well, the temperature has fallen below 37 degrees, a colder record so far into our expedition. However, what a few degrees more or less can do in this deep-chilly-area? It certainly doesn’t increase the damned cold! And so we unwind kilometer after kilometer. I have the feeling that in the meantime, I have found my marching rhythm. Only the sheer force is noticeable. Poldi must be making some cursing sounds. Suddenly we stand before a big steaming water opening. Thomas climbs on some bigger ice blocks to look for a possibility to handle the open water. No chance. The plan of our expedition leader goes like this: We fasten to both sides, front and back of Thomas’ sled some ropes. His sled, in comparison to ours is longer and higher on the sides. Then Thomas, whose whole body is covered with a plastic outfit that is indeed suited for the Polar sea, would swim to the other side of the ice shore. Then he empties the sled so that we could use it like a ferry. The three passengers, one by one, should lie down flat inside the sled-turned-ferry. Then the sled boat must be drawn and pulled up by Thomas. Our sleds also should follow that of the big brother’s in order to reach the other side of the shore. Damned knots Thomas gets into the special suit and now he looks like out of a Science Fiction film. We go to the narrowest place of the channel which is about ten meters wide. Because the ropes are too short, we extend them with a string which reminds me of a dragon's string. And then something happens which seems should happen to anyone who allows dragons to rise! Exactly at the moment when Thomas enters the water, the string gets entangled. Now we must take off the gloves to disentangle the knot. At least, we succeed in saving so much string that Thomas together with his sled can reach the other side of the shore. Running against time Eugene, as the first passenger, gets in with belted ski and lies down on the back. The sled tends towards the head side, but remains on the water nonetheless. I am next in the row. Thomas reminds us to hurry, because the channel further opens. The crossing is very pleasant. I lie on the back, look in the beaming blue sky and could almost forget where I am. Until the sled scrubs the ground and I must quickly climb up. The channel increasingly widens. While Thomas on the one and Frank on the other side draw and pull back the sled, looking feverishly for other possibilities to extend the rope. I loosen the tent strings, with bare fingers, because it would be impossible with gloves. An amusing sea journey In the meantime, all sleds including Arnold’s have crossed. Now only Frank is left behind. Just about now the rope comes to us. "Bring the ski poles!" shouts Arnold. Then together with Thomas, Arnold knots them to the already pieced-together rope. It is just long enough that Frank can pull the sled to himself and gets in. On the crossing he sings: " A navigation, that is amusing...". As soon as Frank sets foot on the shore safely, we shouted a cheer and relieved our tension along with it. That was pretty tight. The distance between both shores has almost doubled in the meanwhile. Good that I had lit a candle in the Cologne Cathedral before the expedition. Ice-cold fingers After the adrenalin-driven action, we tried everything to breathe life again into our ice-cold fingers. Shortly after, we get on the way once again. After nine hours, during which we completed 15 kilometers, we set up the tents. To the North Pole, we still have 32 kilometers to go. The incident today will certainly remain in our memory for ever. " Next time, I will wrap longer ropes ", says Thomas and grins. |
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| Sima | Homepage | E-Mail | 12.04.2009, 11:34 | ||
| Was macht Ihr da nur wieder für Sachen...und wie geht's retour?;) Wünschen Euch morgen einen schönen Ostersonntag und vielleicht verirrt sich doch noch der Osterpolarhase bei Euch! Liebi Grüessli Rita |
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| Rita | Homepage | E-Mail | 11.04.2009, 17:58 | ||
| Mein Verehrungs_CHAPEAU_ schlägt immer grössere Bögen! Ihr seid körperlich und geistig gut vorbereitet! Grüße zum Karsamstag! Ute |
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| Ute | Homepage | E-Mail | 11.04.2009, 15:27 | ||
| Hallo, lieber Stefan, wir wünschen Euch ein schönes Osterfest bei schöner Sonne, wie wir sie hier haben! Aber erfriert bitte nicht, sucht auch keine Ostereier, denn die Hasen sind alle hier. Liebe Grüße, Lilo und Winfried. |
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| Lilo/Winfried | Homepage | E-Mail | 11.04.2009, 14:53 | ||
| Hallo liebe Abenteurer,obwohl Eure Wasserüberquerung ja schon gestern war,bleibt mir heute beim Lesen der Atem stocken....gut,dass Ihr alle gesund und trocken das andere Ufer erreicht habt!!! Drücke Euch die Daumen,dass dies die erste und letzte Wasserrinne war,die auf Eurem Weg lag.Alles Gute für den "Rest" des Weges! Gruß Heidrun |
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| Heidrun | Homepage | E-Mail | 11.04.2009, 12:33 | ||
| Schade, dass du nicht auch die Möglichkeit bekommen hast schwimmen zu gehen! | ||
| björn | Homepage | 11.04.2009, 07:20 | ||



