06.04.2009  
     
 
89° 00´ 11´´ N/ 159° 18 ´ 22´´ E
Mitten im Eis
 
  Als ich in Longyearbyen, fertig angezogen, auf das Taxi zum Flughafen warte, fragt mich Eugen: "Wohin gehst du?" Ich antworte: "Zum Nordpol. Da war ich noch nicht."

Weiche Landung


Herzlich willkommen in Borneo

Zwei Stunden später sitzen wir mit etwa zwei Dutzend weiteren Passagieren in einer Antonow-Düsenmaschine. Die andere Hälfte des Kabinenraums ist mit Gepäck und Ausrüstung gefüllt. Nach einer halben Stunde Flugzeit lassen wir die Inseln Spitzbergens hinter uns. Endlos erstreckt sich nun bis zum Horizont eine Eiswüste.
Mir schräg gegenüber sitzt ein russischer Mitarbeiter der Eisstation Borneo, sehr beleibt, um es vorsichtig auszudrücken. Er könnte wahrscheinlich wie ein Eisbär ein Jahr fasten und würde dennoch überleben. Der Russe ist ein freundlicher Zeitgenosse. Er übersetzt uns die Durchsagen des Flugkapitäns und schreibt sie auf einen Zettel: "Minus 24 Grad auf Borneo, noch 40 Kilometer." Dann erleben wir eine Bilderbuchlandung auf dem Eis: Kein Ausrutscher, kein Ruckeln. Lediglich die Vollbremsung,die uns in die Sicherheitsgurte drückt, erinnert uns daran, dass wir auf einer kurzen Eispiste gelandet sind.

Nummerierte Zelte

Auf der Station Borneo ist alles perfekt durchorganisiert. Zelt 11 für einen kleinen Snack, Zelt 7 für die Instruktionen, wie es weitergeht. Die nächsten zwei Stunden vergehen wie im Flug. Wir befüllen und verpacken die Benzinflaschen, lassen uns heißes Wasser in unsere Thermoskannen füllen und ziehen schließlich unsere Schlitten zum wartenden Helikopter.

Geduckt neben dem Heli


Erster Zeltaufbau im Eis

Borneo liegt derzeit nur 30 Kilometer vom Nordpol entfernt. Also werden wir rund 80 Kilometer weit zurück-, genau auf den 89. Breitengrad geflogen. Nach einer Dreiviertelstunde setzt uns der Hubschrauber ab. Unsere Schlitten werden ausgeladen. Wir ducken uns neben den Helikopter, weil sich die Rotoren weiterdrehen. Dann hebt der Hubschrauber ab. Wir sind alleine, mitten in der Eiswüste.
 
 
 
Stefan Nestler 06.04.2009, 08:53 # 4 Kommentare
 
 
     
4 Kommentare

  Lieber Stefan, was um Himmelswillen machen denn die zwei Dutzend übrigen Passagiere auf Borneo? Alles ForscherInnen? Alle bohren Löcher ins Eis? Suchen Eisbärinnen oder was? Fragen über Fragen!
Alles Gute für Dich und das Team
Florian
 
  Florian Seiffert | Homepage | E-Mail | 07.04.2009, 15:38  
 
 
  Hallo Stefan,
Martina+Gerd haben es auf den Punkt gebracht. Bald ist es Ostern und wer bitte bringt die Ostereier am Nordpol:ein Schneehase ( kein Ohr Hase abgefroren?)oder ein Rentier? In diesem Fall tippe ich auf Rudolf das Rentier. Ein/e hungrig/e Bär/in muß es nicht sein. Vielleicht ein Schneehuhn oder doch ein russischer Hubschrauber. Da Wittgenstein zur Erhellung beitragen könnte ,aber auch von mir nicht verstanden worden ist, hoffe ich auf den Bericht des DW-Reporters Stefan. Die Bilder lassen sind übrigens toll, auch wenn sie mich ein bißchen frösteln lassen vor lauter Eis. Good luck und immer zwei trockene Socken für alle Teilnehmer. Chris
 
  Christian | Homepage | 06.04.2009, 21:09  
 
 
  Hallo Stefan (und natürlich auch die anderen Polarforscher),
jetzt ist die Vorbereitung zu Ende und es geht los. Ich freue mich auf deine Berichte (bin aber froh, daß ich hier das schöne Frühlingswetter geniessen kann.) Hoffe, daß wir uns nächsten Sonntag wieder sehen werden.
Viel Spaß und Gottes Segen
Sigrid
 
  Sigrid Metzinger | Homepage | E-Mail | 06.04.2009, 20:24  
 
 
  Na, dann gehts ja jetzt richtig los.
Wenn das Eis nicht bricht und die Eisbären satt sind, seid ihr Ostern wohl am Nordpol. Und dann:
"Fünf Männer finden Ostereier am Nordpol",
stelle ich mir gerade als Schlagzeile in deinem Blog vor. Naja, mal sehen. Der Blog bietet ja immer etwas Ungewöhnliches. Wir wünschen euch alles Gute auf dem Marsch durch die Eiswüste und kommt aufgetaut wieder.
Viele Grüße
Martina+Gerd
 
  Gerd Nesgen | Homepage | E-Mail | 06.04.2009, 19:34  
 
 
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