
| 02.04.2009 |
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| Ich bin unterwegs. Endlich. Es wurde Zeit. Ich glaube, so langsam, aber sicher wurde ich für meine Nächsten zu einer Belastung. Die letzten Tage vor einer Expedition müssen für sie eine Qual sein. Ständig laufe ich wie ein Hyperaktiver herum. Überall liegen Checklisten oder Merkzettel herum, damit ich auch ja nichts vergesse. Dann geschehen Geschichten wie gestern jene mit den falschen Batterien. Ich gerate in solchen Situationen nicht gerade in Panik, aber das Adrenalin muss einfach heraus. Und so fluche ich wie ein Berserker. Leidtragende ![]() Abschied Manchmal vergesse ich dann, dass auch die anderen ein Leben führen, das mit dem Nordpol nur insofern etwas zu tun hat, dass ich wieder einmal für längere Zeit aus ihrer Nähe verschwinde. Ich muss mich dann wirklich zwingen, den Erzählungen meiner Frau und meiner Kinder die Konzentration zu schenken, die sie verdienen. Denn machen wir uns nichts vor: Die Leidtragenden einer Expedition sind immer die Familien. Nach meiner Expedition 2005 zur Nordwand des Mount Everest erhielt ich eine von allen Familienmitgliedern unterzeichnete Erklärung, dass ich künftig zu Hause bleiben solle. Andernfalls werde gestreikt. 2007 brach ich wieder in den Himalaya auf. Free bird Zu meinen Lieblingssongs gehört "Free bird" von Lynyrd Skynyrd - vor allem wegen der nicht enden wollenden Gitarrensolos, aber auch weil das Lied von einem Abenteurer geschrieben worden sein muss. Der Sänger erzählt seiner Liebsten, dass er nicht bleiben kann, "cause I´m as free as bird, and this bird you cannot change". Ganz schön egoistisch. Der komische Vogel verlangt, dass sie ihn fliegen lässt, weil sie ihn ohnehin nicht ändern kann. Und dass sie alleine mit der Angst fertig werden muss, ob er auch wieder heimkehrt. Genauso verhalten sich in der Regel Abenteurer. Solche und solche ![]() Von Frankfurt über Oslo nach Spitzbergen Sind sie deshalb verantwortungslos? Ich glaube nicht unbedingt. Denn wie überall im Leben gibt es solche und solche. Die einen sind Hasardeure, die auf nichts und niemanden, auch nicht auf sich selbst Rücksicht nehmen. Die anderen kalkulieren die Risiken genau und haben auch den Mut umzukehren, wenn die Gefahr übermächtig wird. Nur die Abenteurer der zweiten Sorte haben die Chance, alt zu werden. Ich kann nicht versprechen wiederzukommen. Das liegt in höherer Hand. Aber ich verspreche, vorsichtig und umsichtig zu sein, damit ich heile zurückkehre. Ich hoffe, dass ich mit meinen Erlebnissen anschließend auch das Leben meiner Lieben bereichern kann. Und ich bin ihnen unendlich dankbar, dass sie mich komischen Vogel so nehmen wie ich bin und mich nicht mit Vorwürfen überschütten. |
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| 5 Kommentare |
| Pass auf Dich auf, lieber Stefan!!!! Und denk dran - cool bleiben beim Anblick eines Eisbären.... rennen können sie ja auch nicht so ausdauernd wie Du.... :-) | ||
| Herzlich, Judith | Homepage | 03.04.2009, 14:27 | ||
| Lieber Stefan, für Deine Nordpol-Expedition wünsche ich Dir und dem ganzen Team von Herzen viel Glück und Gottes Segen! Ich freue mich auf die täglichen Berichte und vor allem auf Deine persönlichen Berichte nach Deiner Rückkehr. Anne Opladen |
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| Anne Opladen | Homepage | E-Mail | 02.04.2009, 20:15 | ||
| Lieber Stefan,jetzt geht es los!!Nach langem Planen,Vorbereiten und Trainieren bist Du jetzt auf dem Weg zum Nordpol.Ich glaube,unsere ganze große family begleitet Dich mit ihren Gedanken.Paßt schön auf Euch auf und kommt alle gesund und munter wieder !!! Alles Gute Heidrun :-) |
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| Heidrun | Homepage | E-Mail | 02.04.2009, 17:06 | ||
| das mit dem "komischen vogel" kann ich nur unterstützen ;) | ||
| björn | Homepage | 02.04.2009, 16:44 | ||
| Hallo Herr Kollege, wenn ich den Blog lese, würde ich am liebsten selbst aufbrechen und in die Arktis fahren. Aber so weit zu Fuß und dann noch Gepäck ziehen wäre vielleicht doch nicht das Richtige! Alles Gute, grüßen Sie mir die Eisbären und die Eisfüchse! Ich verlinke auch von meinem englischen Ice-Blog http://blogs.dw-world.de/ice-blog auf den Nordpolblog. Ich blogge zur Zeit nur aus Bonn - immerhin unserer "Klima-Hauptstadt". Einer muß ier bleiben, und über die UN-Klimagespräche usw. berichten. Hoffen wir, dass die "heiße Luft", die dort entsteht, etwas tut, um unsere schöne Arktis kühl zu halten! Viel Glück, Irene Quaile |
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| irene quaile | Homepage | E-Mail | 02.04.2009, 13:51 | ||


