14.03.2007  
     
 
Manaslu - Berg der Seele
 
 

Der Manaslu ist mit 8163 Metern der achthöchste Berg der Erde. Er liegt in Nepal, etwa 200 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Kathmandu. Die Grenze zum von China besetzten Tibet ist nur wenige Kilometer entfernt. Manaslu wird meist mit „Berg der Seele“ übersetzt. „Manas“ ist ein Wort aus dem Sanskrit und bezeichnet so etwas wie den sechsten Sinn.

Die Götter erzürnt

Die Menschen in Sama, dem kleinen Dorf zu Füßen des Manaslu, glauben, dass auf dem 8163 Meter hohen Gipfel die Gottheit „Kambung“ wohnt. Nur wer sich dem Manaslu demütig nähert, bleibt von Wetterstürzen, Lawinen und Eisschlag verschont.
1954 mussten japanische Bergsteiger, die den Achttausender besteigen wollten, kehrtmachen, weil ihnen die Bewohner Samas, mit Steinen und Yakdung bewaffnet, den Zutritt verwehrten. Sie warfen den Fremden vor, mit ihrem gescheiterten Gipfelversuch im Jahr zuvor den Berg entweiht und die Götter erzürnt zu haben. Nach der Expedition hatte eine Lawine die 300 Jahre alte „Gompa“, das kleine Kloster Samas verschüttet. Drei Mönche waren ums Leben gekommen.

Höhere Todesrate als der Everest

Der Manaslu galt lange als „japanischer Berg“. Nach mehreren gescheiterten japanischen Expeditionen Anfang der 1950er Jahre gelang dem Japaner Toshio Imanishi und dem Sherpa Gyaltsen Norbu am 9. Mai 1956 die Erstbesteigung über die Nordostflanke des Manaslu. Seitdem ist der Berg rund 250 Mal bestiegen worden, 53 Bergsteiger kamen ums Leben. Damit ist die Todesrate des Manaslu mehr als doppelt so hoch wie die des Mount Everest.
Dabei gilt die Normalroute, die weitgehend dem Weg der Erstbesteiger folgt, klettertechnisch gesehen nicht einmal als schwierig.

Unkalkulierbares Wetter

Was den Manaslu gefährlich macht, ist vor allem das unberechenbare Wetter. Der Berg ist berühmt-berüchtigt für Wetterstürze, aber auch lang andauernde starke Schneefälle. Damit steigt natürlich auch das Lawinenrisiko. 1972 wurden zehn Sherpas, vier Koreaner und ein Japaner von einer riesigen Lawine in 6500 Metern Höhe verschüttet – die bisher größte Katastrophe am Manaslu.

Ein gefährlicher, aber schöner Berg

Wegen seiner Unberechenbarkeit gehört der Manaslu nicht zu den „Modebergen“ im Himalaya. Ein Scheitern ist immer möglich, oft wahrscheinlich.
Unbestritten ist der Manaslu aber eine Augenweide. „Wenn der Berg von Sama aus gesehen im Abendlicht rot leuchtet, ist er unglaublich schön“, schwärmt Expeditionsleiter Ralf Dujmovits.
 
 
 
Audio (mp3): Bergportrait Manaslu
 
 
Stefan Nestler 14.03.2007, 15:48 # 2 Kommentare
 
 
     
2 Kommentare

  Sehr schöner Blog und eine spannende Geschichte.
Das Lesen hat viel Spaß gemacht, auch wenn es schon ein wenig her ist. Viel Erfolg bei allen weiteren Projekten!
Beste Grüße
Sascha
 
  Sascha | Homepage | E-Mail | 23.06.2009, 09:21  
 
 
  Lieber Sepp und Johannes und Teilnehmer,
Alles Guade für eier Vorhaben.
Es zachen Lötter werd's den Zacken schon derpackn
Ich schau jeden Tag auf der Gemeinde wia Euch geht.
Ich hoffe, dass ihr wieder hoam kemmts zur Mamma
und Maria.
Dann werd aber gschnitzt!
Bergheil Euer Fritz Irlacher, der Schlechinger Burgermoasta!
 
  Fritz Irlacher | Homepage | E-Mail | 11.05.2007, 06:01  
 
 
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