18.07.2007  
     
 
Patente-Dealer - Aus Forschern werden Unternehmer
 
  Geschäftsführer Jörn Erselius ist seit 15 Jahren dabei. Er kann spannende Geschichten erzählen darüber, wie mächtige Unternehmen sich über patentierte Nutzungsrechte hinwegsetzen. Und von kostspieligen Gerichtsprozessen. Seit die Max-Planck-Innovation einen millionenschweren Prozess gewonnen hat, wird sie als Patentrechts-Inhaber auch von Global Playern ernst genommen. Heute kann die Max-Planck-Tochter eine stolze Bilanz vorweisen. Mehr als 2600 Erfindungen hat sie auf dem Weg in den Markt begleitet, 1550 Verwertungsverträge abgeschlossen und Einnahmen von mehr als 200 Millionen Euro verbucht. Auch die Firma MenloSystems wurde von der Max-Planck-Innovation bei ihrer Gründung betreut. Das kleine Unternehmen baut Präzisions-Laser-Meßgeräte, die auf einer nobelpreisgekrönten Technologie basieren. Cornelia Borrmann  
 
 
Made in Germany: Patente
 
 
MIG 18.07.2007, 17:20 # 0 Kommentare
 
 
     
  18.07.2007  
     
 
Lukas Meindl – Schuhmacher der Gipfelstürmer
 
  So früh wie dieses Jahr hat die Wandersaison schon lange nicht mehr begonnen. Das Sonnenwetter im Frühjahr trieb die Menschen in die Natur. Ideales Wetter für die Hersteller von Outdoor-Produkten, wie den bayerischen Wanderschuh-Fabrikanten Meindl. Die Kunden reißen Firmenchef Lukas Meindl seine Schuhe derzeit quasi aus den Händen. Die Auftragslage ist so gut, dass Meindl händeringend Leute sucht. Eine Wende, denn bis vor kurzem sah es gar nicht so gut aus. Der Winter war schwach, viele Produkte blieben in den Regalen der Händler liegen. Zudem muss sich das Unternehmen gegen billigere Konkurrenz aus Fernost behaupten. Ein schwieriges Umfeld, besonders für kleine Familienfirmen. Viele Konkurrenten von Meindl haben dem Konkurrenzdruck nicht mehr standgehalten und sind in die Arme großer Konzerne geflüchtet. Nicht so Meindl – seit mehr als 300 Jahren fertigt die Familie Schuhe im bayerischen Kirchanschönring – und will das auch weiterhin tun. Ralf Lehnert

 
 
 
Made in Germany: Lukas Meindl
 
 
MIG 18.07.2007, 17:19 # 0 Kommentare
 
 
     
  18.07.2007  
     
 
Aluminium – Hamburger Werk auferstanden aus Ruinen
 
  Das Hamburger Aluminiumwerk. Vor zwei Jahren wurde es dicht gemacht, fast alle Mitarbeiter entlassen. Die Werksleitung hatte sogar schon überlegt, wie sie die Industrieanlage demontieren kann. Heute glüht es wieder in den Öfen. Die Trimet AG, ein deutsches Familienunternehmen, hat das Werk gekauft und wieder in Betrieb genommen. Den Vorbesitzern, drei internationalen Aluminiumkonzernen, waren die Kosten für Löhne und Energie zu hoch. Eine Aluminiumproduktion in Deutschland, so ihre Begründung für das Aus der Hütte, lohnt sich nicht. Trimet will den Gegenbeweis liefern. Manuel Özcerkes  
 
 
Made in Germany: Aluminium
 
 
MIG 18.07.2007, 17:19 # 0 Kommentare
 
 
     
  18.07.2007  
     
 
Studiogast – Wolfgang Gerke, Bayerisches Finanzzentrum
 
  DW-TV: Herr Gerke, wir haben jetzt motivierte Mitarbeiter gesehen, wir haben Firmen gesehen, die davon profitieren, dass sie Kapital bekommen, dadurch dass sie die Mitarbeiter am Unternehmen breteiligen. Man fragt sich: warum macht dies nur jedes 50. Unternehmen in Deutschland?

Wolfgang Gerke: Es ist sicherlich ein großer Charme bei solchen Mitarbeiter-Beteiligungsgesellschaften. Es soll ja motivieren, und es soll Eigenkapital zuführen, relativ billiges Eigenkapital. Von daher sollten die Unternehmer ganz wild darauf sein, aber wir haben in Deutschland immer noch so einen gewissen "Pathos". Das heißt: Unternehmer, die im eigenen Unternehmen nicht gerne jemanden mitreden lassen. Das gilt auch für die eigenen Mitarbeiter. Insofern ist das bei uns nicht sehr populär.

DW-TV: Schauen wir uns mal die verschiedenen Modelle an, die es gibt. Davon hängt auch zum Teil das Risiko ab. Mit Abstand am häufigsten werden Belegschaftsaktien ausgegeben -mit 70 Prozent der stärkste Kuchenanteil hier, dann mit 12 Prozent die stille Beteiligung, die Mitarbeiter geben dort zwar Geld, haben aber keinerlei Einfluss. Unter sonstiges verbergen sich 5 -7 weitere Beteiligungsmodelle. Welche der zwei Belegungsaktien, stille Beteiligung ist für die Mitarbeiter das Riskantere aus Ihrer Sicht?

Wolfgang Gerke: Soviel ist sicher: all diese Beteiligungsformen verschaffen einem keine Stimmrechte. Es ist gar nicht so überraschend, dass die Belegschaftsaktien führend sind, denn da hat man Unternehmen vor sich, die ja schon viele Gesellschafter haben, die es also gewöhnt sind, dass auch andere mitbestimmen wollen, wo der Kurs hingeht, und die sich dann auf der Hauptversammlung vor den Aktionären rechtfertigen müssen. Und das macht man vielleicht vor den eigenen Mitarbeitern manchmal lieber als vor fremden Aktionären. Man muss aber eins sagen: all diese Modelle beinhalten ein sehr, sehr hohes Risiko für die Arbeitnehmerschaft. Die Arbeitnehmerschaft hat ja das Jobrisiko - und dem wird jetzt das Kapitalrisiko hinzugeführt.

DW-TV: Sie meinen, wenn die Firma Pleite geht?

Wolfgang Gerke: Wenn die Firma Pleite geht, oder es muss gar nicht so schlimm kommen, wenn die Firma schlechte Geschäfte macht, der Kurs sinkt, und man verliert womöglich, weil rationalisiert wird, seinen Job, dann ist man auf zwei Seiten geschädigt.

DW-TV: Aber im guten Fall hat man natürlich auch mehr Geld in der Tasche, weil man am Gewinn mitbeteiligt ist?

Wolfgang Gerke: Das ist immer so! Es ist eine Verteilung mit Chancen und Risiken, aber das Risiko hier kann man durch Streuung vernichten, und wir alle wissen, dass die modernen Kapitalmarkttheorien wirklich jedem allmählich beigebracht haben, dass man nicht alle Eier in ein Nest legen soll!

DW-TV: Das heißt, lieber am Aktienmarkt in mehrere Unternehmen investieren, die man dann natürlich nicht so gut kennt?

Wolfgang Gerke: Ja, aber lieber von Profis in einen gut gestreuten Fond hineingeführt werden, als vom eigenen Unternehmer wohlmöglich ins Verderben geführt werden. Wir haben in Amerika traurige Fälle gesehen, wo, beispielsweise der Chef von Enron seine eigenen Aktien verkauft hat und gleichzeitig seinen Mitarbeitern empfohlen hat, für die Altersvorsorge auch noch Enron-Aktien zu kaufen. Und wir wissen das: Enron war ein Riesenbetrug, die Mitarbeiter haben Ihren Job zum großen Teil verloren und das Kapital und die Altersvorsorge erst recht.

DW-TV: Gut, da war natürlich auch noch kriminelle Energie im Spiel! Sinn von solchen Teilhaberschaften ist ja aber auch, die Brücke zu schlagen zwischen Kapital und Arbeit, also Unternehmer und Arbeitnehmer näher zusammen zu bringen. Das tut doch einem Unternehmen auch gut?

Wolfgang Gerke: Das tut der Gesellschaft vor allen Dingen gut, das brauchen wir, aber wir müssen da bessere Wege finden. Wir brauchen in Deutschland ganz dringend eine stärkere Beteiligung der Bevölkerung am Produktivvermögen, aber dann gut gestreut, bitte!

DW-TV: Was heißt das?

Wolfgang Gerke: Das heißt, nicht in ein Unternehmen hinein und schon gar nicht in das Unternehmen, wo ich beschäftigt bin. Es sei denn, ich habe so viel Platz, um Risiko zusätzlich einzugehen. Sondern das heißt in meinen Augen, dass man eben vorsichtig in Fonds erst einmal anfängt, und sich dann selber seinen Aktien-Portfolio zusammenstellt. Insbesondere müssen wir die Altersvorsorge, dazu nutzen, dass man höherverzinslich spart. Und das heißt: in Aktien sparen, gut gestreut und international.



Interview: Katrin Prüfig

 
 
 
Made in Germany: Studiogast
 
 
MIG 18.07.2007, 17:17 # 0 Kommentare
 
 
     
  18.07.2007  
     
 
Beteiligungen – Arbeiter werden zu Teilhabern
 
  Bei SMA Technologie ist fast jeder zweite Mitarbeiter an der Firma beteiligt. Als das Solartechnik-Unternehmen vor zwei Jahren Aktien im Wert von rund 500.000 Euro an seine Mitarbeiter ausgab, waren die SMA-Papiere sofort vergriffen. Mit dem Geld konnte die Firma investieren, ohne teure Kredite von Banken, was auch den inzwischen 1.300 Beschäftigten zugute kam. Rund 3.600 Firmen in Deutschland bieten ihren Angestellten auf unterschiedlichste Weise eine Beteiligung an. Meistens wird das gut angenommen. Neun Milliarden Euro haben die Beschäftigten so in ihre Arbeitgeber investiert, Tendenz weiter steigend. Doch verglichen mit den europäischen Nachbarn und den USA sind deutsche Unternehmen noch zurückhaltend bei Mitarbeiterbeteiligungen. Katharina Bahn

Das Druckhaus Dresden. 70 Beschäftigte stellen Zeitschriften, Plakate und Kunstbände her. Kerstin Gläßer arbeitet hier seit 16 Jahren. Sie ist auch Miteigentümerin am Unternehmen. Jedes Jahr beteiligt sie sich mit 400 Euro an der Druckerei, bekommt dafür rund 7 Prozent Zinsen. Ihre Einstellung zur Arbeit hat sich dadurch verändert: "Man geht eben sorgsamer um, mit Papier usw. Wenn noch was zu retten ist, dann versucht man´s, weil es ist ja auch unser Geld ist, was da drinne steckt", sagt sie. Und ihre Kollegin Uta Winkler ergänzt: "Bei mir ist das auch so. Ich bin seit 13 Jahren in dem Unternehmen und auch von Anfang an dabei. Für mich dient das als Vermögensaufbau."

Gut die Hälfte der Angestellten hat eigenes Geld in die Druckerei gesteckt. Von dem günstigen Kredit der Belegschaft profitiert auch der Unternehmer Karl Nolle: "Wir haben ein sehr gutes Betriebsklima hier, wir haben einen sehr geringen Krankenstand, das hat auch was mit der Motivation zu tun, die die einzelnen Mitarbeiter haben und wenn sie selbst Geld im Unternehmen haben, ist das immer auch schon eine engere Verbindung." Viele Mitarbeiter fühlen sich nun direkt verantwortlich für den Erfolg der Firma und damit auch für ihre Arbeitsplätze.

Mehrere hundert Kilometer weiter westlich, kurz vor Kassel. Sitz der Solartechnik-Firma SMA Technologie. Hier arbeiten 1300 Menschen. Sie stellen Wechselrichter her. Diese wandeln Solarenergie in Strom um. Bisher ist SMA Marktführer. 16 Prozent vom Gewinn bekommen die Angestellten jedes Jahr ausgezahlt. Das waren im vergangenen Jahr zwei zusätzliche Monatsgehälter für jeden.

Knut Hausner ist Organisationsleiter bei SMA. Er meint: Es hat schon positive Auswirkungen, da es auch gewisse Anreize für die Motivation bringt, sei es bei uns in der Abteilung was Wochenendeinsätze angeht, freiwillige Einsätze... Samstagsarbeit funktioniert bei uns auf freiwilliger Basis. Ich denke, das ist auch ein Grund, warum es bei uns so gut läuft."

Seit zwei Jahren können die Angestellten auch Aktien am Unternehmen kaufen. Und sich so direkt beteiligen. Doch Geld allein reicht nicht aus um die Motivation zu steigern, davon ist der Chef Günther Cramer überzeugt: "Für den Mitarbeiter ist wichtig, dass er in einem Zusammenhang, wo er mit dem Herzen, mit dem Kopf und mit dem Portemonnaie beteiligt ist. Dass er in einem solchen Unternehmen lieber arbeitet, dass er viel mehr Spaß hat an der Arbeit. Das ist ganz wichtig. Für das Unternehmen ist wichtig, dass dadurch eine Kultur entsteht, die zum Beispiel im Entwicklungsbereich unglaublich innovationsfördernd ist, die sich im Bereich der Produktion wesentlich unterscheidet, dass die Mitarbeiter flexibel sind, dass sie nichts befürchten, sondern mit an der Veränderung arbeiten und keine Angst vor Veränderung haben."

Geburtstagspizza für die Kollegen. Das Betriebsklima stimmt, denn noch gibt es jedes Jahr Extra-Geld. Krisenzeiten hat es bei SMA noch nicht gegeben.
 
 
 
Made in Germany: Beteiligungen
 
 
MIG 18.07.2007, 17:15 # 0 Kommentare