11.07.2007  
     
 
Senioren – die etwas anderen Reisekunden
 
  Zwar ist Deutschland gegenwärtig noch das beliebteste Reiseland für ältere Touristen, doch bis 2015 werden zwei Drittel der 70-80jährigen ihren Haupturlaub im Ausland verbringen, sagt die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen. Wie macht sie ihnen spezielle Angebote, ohne sie direkt als "Senioren" anzusprechen – was nicht nur jüngere Touristen, sondern paradoxerweise auch Senioren selbst abschreckt? Wir begleiten ältere Aktivurlauber an die Ostküste in das Ostseebad Prerow – abseits der Schulferien sind dort mindestens noch drei Viertel der Touristen sogenannte "Best Ager". Von Marion Hütter  
 
 
Made in Germany: Senioren
 
 
MIG 11.07.2007, 17:09 # 0 Kommentare
 
 
     
  11.07.2007  
     
 
Migrantenkinder – Auszubildende mit besonderem Hintergrund
 
  Jeder Zweite hat keinen oder allenfalls einen Hauptschulabschluss. Schlechte Karten für Jugendliche von Migranten im Wettbewerb mit rund 15.000 Schulabgängern, die allein in Berlin noch einen Ausbildungsplatz suchen. Aber auch schlechte Chancen für Unternehmen, die eigentlich gerne mehr Migrantenkinder ausbilden möchten, aber nicht genügend qualifizierte finden. Ein Beispiel: Die Berliner Volksbank. Obwohl sie gezielt z.B. in türkischen Medien wirbt, haben dieses Jahr bisher nur vier von rund 100 Auszubildenden einen Migrationshintergrund. Dagegen ist bei der Forner Heizung-Gas-Wasser-Elektro GmbH jeder zweite ein Kind von Migranten. Von Robert Donauer  
 
 
Made in Germany: Migrantenkinder
 
 
MIG 11.07.2007, 17:08 # 0 Kommentare
 
 
     
  11.07.2007  
     
 
Studiogespräch – Stefan Schneider, Deutsche Bank Research
 
 
DW-TV: Aus heutiger Sicht, wie lange würden Sie denn arbeiten wollen?

Stefan Schneider: Also, ich möchte das ganz flexibel handhaben, je nach meinem Zustand, was meine Gesundheit, meine Fitness angeht. Je nach meinen Vermögensverhältnissen möchte ich auf jeden Fall länger als bis 67 arbeiten können. Ob ich das tatsächlich machen werde und in welchem Ausmaß, das werde ich dann entscheiden, wenn es soweit ist.

DW-TV: Da können wir in 20 Jahren noch einmal sprechen. Es sieht ja so aus, als sei der Jugendwahn –zumindest in einigen Bereichen der Wirtschaft- vorbei, oder?

Stefan Schneider: Ja, das kann man so sagen. Die Wirtschaft hat das demographische Problem, das auf uns zukommt, realisiert. Ein Beispiel: Heute sind 25 Prozent der Belegschaften in Deutschland über 50 Jahre alt. Das heißt, diese Personen werden in den nächsten 10, 15, 17 Jahren den Arbeitsprozess verlassen, wenn sich nichts ändert. Und von daher wird jetzt sehr viel Wert darauf gelegt, diese älteren Mitarbeiter und Kollegen möglichst lange in den Unternehmen zu halten.

DW-TV: Selbst mit Hilfe von engagierten Mitarbeitern, die aufgrund ihres Alters eigentlich schon die Füße hochlegen könnten: die Wirtschaft klagt derzeit massiv über Fachkräftemangel. Wie ernst ist die Lage?

Stefan Schneider: Das ist natürlich für ein exportintensives Land, das sehr im Hochtechnologiebereich engagiert ist, schon ein Problem, weil nur zusätzliche Innovation neue Produkte und neue Exporterfolge ermöglicht. Allerdings haben wir jetzt einen Aufschwung, der schon zwei Jahre lang intakt ist. Also, in einzelnen Bereich, Ingenieurbereiche bei Airbus beispielsweise, mag es wohl schon erhebliche Ausmaße haben. Ab er ganz generell haben wir doch noch immer über 3,5 Millionen Arbeitslose, und da sollte auch der eine oder andere Talentierte dabei sein.

DW-TV: Also Sie sagen, auf die Konjunktur hat das keine bremsende Wirkung, dass uns jetzt Ingenieure beispielsweise fehlen?

Stefan Schneider: Tendenziell: ein bisschen ja. Was wir wahrscheinlich sehen werden ist, dass es sich irgendwann bei den Preisen bemerkbar macht. Dass mehr importiert werden muss, eventuell Arbeitnehmer aus dem Ausland eingestellt werden. Dadurch steigen die Lohnkosten und damit die Produktpreise. Das ist eigentlich für die Ökonomen das größere Problem, dass wenn es zu Verspannungen auf dem Arbeitsmarkt kommt, die Löhne und damit irgendwann auch die Preise stärker steigen könnten. Was aber im Moment auch nicht so ein richtiges Problem ist.

DW-TV: Stichwort Konjunktur: Es ist Zeit, dass wir wie jeden Monat an dieser Stelle auf die Entwicklung der Weltwirtschaft schauen. Hier kommt der DBIX.

Der DBIX wird jeden Monat von Deutsche Bank Research exklusiv für DW-TV berechnet. Grundlage sind die wichtigsten Konjunkturdaten aus Deutschland, den USA und Japan. Die deutschen Daten sammelt das renommierte Münchner Ifo-Institut. Es fragt jeden Monat die Stimmung bei Tausenden Unternehmern ab. In den USA werden 400 Einkaufsmanager nach ihren Erwartungen befragt. Und in Tokio sammelt das Wirtschaftsforschungsinstitut ESRI die wichtigsten Daten. Hier der aktuelle DBIX. Mit etwas Phantasie kann man ein zweihöckriges Kamel erkennen, das nach rechts schaut. Herr Schneider, Sie sehen das bestimmt anders. Was sagt Ihnen der Index?

Stefan Schneider: Der Index sagt uns, dass sich die Weltkonjunktur, die sich –ausgehend von den USA- zu Jahresbeginn etwas verlangsamt hat, im Frühjahr und jetzt in den Sommer rein, wieder deutlich beschleunigt hat. Wir liegen praktisch nur 0,1 Punkte unter dem Allzeit-Hoch des DBIX. Von daher stehen die Konjunktur-Ampeln für die Weltkonjunktur auf grün. Und wir werden sicherlich das vierte Jahr in Folge mit überdurchschnittlichem Wachstum in der Welt sehen.

DW-TV: Überdurchschnittliches Wachstum auch in Deutschland?

Stefan Schneider: Auch in Deutschland, ganz klar. Zwar nicht das vierte Jahr, sondern erst das zweite Jahr, aber die Wachstumsprognosen liegen im Moment so bei 2 ¾ Prozent. Das ist für Deutschland nach den 2,7 Prozent des vergangenen Jahres eine überraschend gute Zahl. Und das hatten wir eigentlich alle nicht auf dem Zettel. Alle dachten, dass es nach dem Sommermärchen 2006 im Jahr 2007 etwas langsamer angehen würde, aber die Konjunktur hat uns positiv überrascht.

Interview: Katrin Prüfig

 
 
 
Made in Germany: Studiogast
 
 
MIG 11.07.2007, 17:08 # 0 Kommentare
 
 
     
  11.07.2007  
     
 
Schmitz Cargo Bull – Expansion nach Osteuropa
 
  Nach einem missglückten Börsengang Ende der 90er Jahre ist man heute im Familienunternehmen glücklich darüber. Der Marktanteil des LKW-Auflieger-Produzenten liegt bei 26 Prozent in Europa. Eine Expansion auf die Märkte in Asien und den USA ist nicht geplant. In der Firmenzentrale in Horstmar bei Münster setzt man auf den europäischen Markt. Und der boomt, besonders wegen der steigenden Nachfrage in Osteuropa. Schmitz Cargo Bull hat im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 1,2 Milliarden Euro erwirtschaftet. Von Karl Harenbrock  
 
 
Made in Germany: Cargobull
 
 
MIG 11.07.2007, 17:07 # 0 Kommentare
 
 
     
  11.07.2007  
     
 
Portrait Horst Rhein – Einsatz im Ruhestand
 
  Die deutsche Wirtschaft läuft prächtig, viele Firmen können sich vor Aufträgen kaum noch retten. Und bekommen inzwischen massive Probleme mit fehlenden Fachkräften. Vor allem Ingenieure und andere hoch qualifizierte Akademiker sind nur schwer zu finden. Ein Problem, das sich in Zukunft eher verschärfen wird: der demografische Wandel drückt, es kommen weniger Junge nach. Immer mehr Firmen setzen darum auf Know-how, das bis vor einiger Zeit noch brachlag: Sie holen ihre Ruheständler zurück. Oder lassen die erst gar nicht in die Rente gehen. Wie die Steag Encotec. Die Tochter des Stromerzeugers Steag baut und betreibt Kraftwerke. Die Firma hat früh erkannt, wie wichtig die erfahrenen Mitarbeiter für sie sind und versucht sie, auch nachdem sie das Rentenalter erreicht haben, an sich zu binden. Der Ingenieur Horst Rhein ist einer von ihnen. Von Ralf Lehnert

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Morgens früh um sieben. Andere in seinem Alter schlafen noch, Horst Rhein dagegen sitzt schon am Frühstückstisch. Dabei könnte es der 66jährige Ingenieur eigentlich locker angehen lassen. Seine Rente hat er sich längst verdient. Doch noch will er sich nicht nur um den Garten kümmern.

"Ich bin nicht reif für den Ruhestand. Denken sie an die Freiberufler, die legen ja auch nicht mit 65 den Griffel hin. Das liegt einfach an der Motivation. Ich arbeite gerne und hab also auch immer mit Begeisterung Ingenieurarbeit gemacht."

Rhein betreut verschiedene Projekte bei Steag Encotec, die Firma baut und betreibt Kraftwerke.

Heute hat er einen Termin im Kohle-Kraftwerk in Herne. Zusammen mit einem Kollegen schaut er sich an, wie die Kraftwerks-Turbine in Block 3 generalüberholt wird. Der so genannte Retro-Fit muss schnell gehen, jeder Tag, an dem die Maschine steht, kostet mehrere 10.000 Euro.

Horst Rhein war in dem Unternehmen 18 Jahre lang Betriebsingenieur - das kommt ihm heute zu Gute: "Ich bin quasi jetzt das Bindeglied zwischen der Planung und dem Betrieb und sehe mir heute hier den Baufortschritt an."

Bevor er weiter muss, lässt sich Horst Rhein noch die Baustelle für einen neuen Kraftwerks-Block zeigen. Für Herne 5 soll das Gelände komplett umgestaltet werden - sein nächstes Projekt.

Horst Rhein auf dem Weg in die Zentrale, der Chef will wissen, wie es in Herne läuft.

Der Geschäftsführer holt sich gerne Rat bei seinen älteren Mitarbeitern. Rund ein Dutzend Ruheständler sind momentan wie Horst Rhein weiter für die Firma im Einsatz. Es könnten ruhig noch einige mehr sein.

Ralf Gilgen, Vorsitzender der Geschäftsführung von Steag Encotec erklärt: "Erst mal sind wir im Moment aufgrund der Kapazitäts-Nachfrage froh um jeden, der noch mithilft. Wir haben eine deutlich höhere Nachfrage als wir Ingenieure im Moment haben.

In unserer Branche ist auch Erfahrung sehr wichtig, das ist auch ein Markenzeichen von uns, der Ingenieur mit Betriebserfahrung. Und insofern sind wir froh, dass unsere älteren Mitarbeiter uns da noch unterstützen."

Erfahrung die Junge erst sammeln müssen. Mit zwei jüngeren Kollegen bespricht Horst Rhein, wie die Arbeit in Herne vorankommt. Der Austausch alt und jung funktioniert gut.

Claudia Remich, Projekt-Ingenieurin beschreibt wie sich die Kompetenzen ergänzen: "Man muss schon akzeptieren, dass jeder seine eigenen Stärken hat. Also sprich: Herr Rhein kommt mit ganz vielen Informationen aus dem Kraftwerk, die wir nicht einschätzen können, damit müssen wir dann arbeiten.

Und gleichzeitig stellen wir komplizierte Excel-Tabellen her, die wir dann wiederum Herrn Rhein nahe bringen müssen, Herr Rhein macht alles handschriftlich und wir machen alles immer am Computer."

Viel Zeit für Hobbys hat Rhein nicht. Im Moment bleibt ihm nur der Nachhauseweg, um Italienisch zu lernen. Eigentlich wollte er das im Ruhestand öfter in Italien machen.

"Es gibt Sachzwänge, Arbeit hat jetzt Vorrang hier, ganz klar, aber ich bin was zum Beispiel das Engagement mit meinem Enkelsohn anbetrifft sehr engagiert, lasse da auch manchmal den Griffel fallen, ich muss jetzt weg, und das passiert auch."

Opa-Dienst nennt er das. Den nimmt er ernst. Zweimal die Woche holt er Enkel Luis vom Kindergarten ab, geht mit ihm zum Tennis und Fußballspielen.

Seine Frau, Karin Rheins würde ihn gern öfter sehen, aber sie weiß, er hängt an seinem Job: "Er soll das ruhig machen. So lange er meint. Vielleicht muss er irgendwann mal kürzer treten, aber das muss er entscheiden. Das kann ich nicht entscheiden."

Bis es soweit ist, wird Enkel Luis wohl längst in der Schule sein. Denn Horst Rhein will auch in Zukunft weiter Einsatz zeigen, nicht nur auf dem Bolzplatz sondern in der Arbeitswelt.

 
 
 
Made in Germany: Horst Rhein
 
 
MIG 11.07.2007, 17:06 # 0 Kommentare