19.06.2007  
     
 
Ingenieure – Nachwuchs verzweifelt gesucht
 
  Der Mangel an Fachkräften droht den Wirtschaftsaufschwung zu bremsen. Den Unternehmen gehen Umsätze in Milliardenhöhe verloren.

Bisher war das Thema eher ein Problem für Experten: Jetzt schlägt die Bundesagentur für Arbeit Alarm: Derzeit sind mindestens 13.000 Stellen unbesetzt. Insgesamt fehlen der deutschen Wirtschaft bis zu 48.000 Ingenieure. Den Unternehmen gehen dadurch jedes Jahr Umsätze von 3,5 Milliarden Euro verloren - so das Institut der deutschen Wirtschaft. Und: Das Problem wird immer drängender, je stärker die Wirtschaft wächst.

Auch der Automobilzulieferer Brose im fränkischen Coburg kennt das: Die Liste der offenen Stellen ist lang, 80 Ingenieure fehlen in der Entwicklungsabteilung des Unternehmens. Qualifizierten Nachwuchs zu finden wird aber immer schwieriger. Manche Unternehmen zahlen sogar hohe Prämien für die erfolgreiche Vermittlung eines neuen Ingenieurs. Die Konkurrenz zwischen den Firmen ist gross, sie gehen direkt an die Hochschulen um den Nachwuchs zu rekrutieren. Eine Reportage von Klaus Enderle.
 
 
 
Made in Germany: Ingenieure
 
 
MIG 19.06.2007, 16:01 # 0 Kommentare
 
 
     
  19.06.2007  
     
 
Studiogast - Michael Heise, Chefvolkswirt Allianz Dresdner Bank
 
  Unsere Moderatorin Katrin Prüfig unterhält sich mit Michael Heise über die Nachwuchssorgen der deutschen Unternehmen und die Folgen für die wirtschaftliche Entwicklung.

DW-TV: Michael Heise, es sind super Jobs zu vergeben und keiner will sie. Was läuft da falsch?

Michael Heise: In manchen Bereichen der deutschen Wirtschaft hat es in den letzten Monaten in der Tat einen ganz kräftigen Auftragsanstieg gegeben, den man personalpolitisch gar nicht richtig abfedern oder vorbereiten konnte. Insofern gibt es in einigen Sektoren und Branchen der Wirtschaft tatsächlich einen Mangel an Fachkräften.

DW-TV: Liegt es denn dann an den Unternehmen? Sind die selber Schuld daran, dass sie die Stellen jetzt nicht besetzen können?

Michael Heise: Das kann man so sicherlich nicht sagen. Dieser kräftige Anstieg der deutschen Exportkonjunktur, des Maschinenbaus, der Elektrotechnik war in diesem Umfang nicht abzusehen. Insofern wäre es keine sinnvolle Strategie gewesen, zu viel Personal über die Jahre der Schwäche hinaus vorzuhalten, um es jetzt bereitzuhalten. Ich denke schon, dass der Arbeitsmarkt in Deutschland ziemlich flexibel ist. Es gibt Millionen von Menschen, die Jahr für Jahr ihren Job wechseln und insofern wird auch kein akuter Engpass hier entstehen, der das Wachstum sehr stark behindert.

DW-TV: Den offenen Ingenieursstellen stehen aber auch ganz ganz viele Arbeitslose Ingenieure gegenüber! Warum passen die nicht auf diese offene Stellen?

Michael Heise: Ja ich glaube, dass ist bei Ingenieuren so wie bei allen Berufsständen. Es gibt immer welche deren Qualifikationen nicht mehr ganz zu den Erfordernissen passt, die der Markt verlangt werden und in so fern muss man das glaub ich überall in Anrechnung stellen.

DW-TV: Die sind arbeitslos und bleiben arbeitslos!

Michael Heise: Das glaube ich eben nicht, dass wird kein Dauerphänomen sein. Auch Ingenieure haben auch die Möglichkeit, sich dann weiter zu entwickeln und weiter an die aktuellen, modernen Techniken heranzukommen. Und wenn die Nachfrage sich so weiter entwickelt wie in den letzten Monaten, werden auch diese Ingenieure bald einen Job finden.

Bildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift:

DW-TV: Fakt ist auf jeden Fall, dass der Mangel an Ingenieuren ist den vergangenen Jahren sehr viel größer geworden ist. 2004 gab es 7000 offiziell als offen gemeldete Ingenieursstellen bei der Bundesagentur für Arbeit. Zuletzt sind es schon 12.000. Die wirkliche Zahl der offenen Stellen ist wahrscheinlich noch dreimal so hoch. Aus Ihrer Sicht der aktuelle Ingenieursmangel ist es eine Gefahr für den Aufschwung?

Michael Heise: Akut ist es keine Gefahr! Wie ich meine haben wir eben einen sehr mobilen Arbeitsmarkt, wir haben die Möglichkeit auch mehr Ingenieure aus dem Ausland anzulocken. Viele haben ja auch insbesondere auch Architekten, wenn man das ein bisschen weiterfasst, in den letzten Jahren Deutschland verlassen. Wir können hier über einen Rückzug auch wieder Kapazitäten gewinnen und man muss auch sehen, dass sich an den Universitäten in Deutschland sehr viel tut. Dass das Studium der Naturwissenschaft, der Ingenieurswissenschaft wieder oben ansteht. Die Berufschancen sind hervorragend und die öffentliche Hand steckt eine ganze Menge Geld in diese Ausbildung.

DW-TV: Jede offene Ingenieursstelle verhindert sozusagen Innovation und jeder Ingenieur, der nicht im Job ist, verhindert auch, dass er weitere Stellen schafft durch seine Arbeit! Das Problem ist doch gerade akut schon da?

Michael Heise: Das ist kein Problem, das wir lange akzeptieren und dulden können, denn Sie haben vollkommen recht: Wenn Ingenieure fehlen, dann fehlt es möglicherweise auch an Innovation in der Wirtschaft und dann entstehen andere Jobs nicht, die wir sonst hätten. In so fern muss alles getan werden, um diesen Mangel zu beseitigen, aber ich glaube es wird einiges getan in der Ausbildung, in der Hochschulbildung insbesondere ist sehr viel in Bewegung geraten in Deutschland und wir haben die Möglichkeit wie gesagt der Immigration.

DW-TV: Wirtschaftsverbände fordern gerade aktuell von der Bundesregierung, mehr Zuwanderung zuzulassen. Was hindert denn die Bundesregierung daran, das zu tun?

Michael Heise: Ich glaube, es hindert uns eigentlich nichts, das zu tun. Viele andere Länder tun es und lassen Zuwanderung eben auch unter berufsspezifischen oder Qualifikationskriterien zu. Wir sollten es in Deutschland tun. Wir verdrängen damit keine anderen Arbeitskräfte vom Arbeitsmarkt. Wir stärken unser Wachstum und das Hauptproblem ist: Wir müssen attraktiv genug sein, damit diese Fachkräfte kommen.
 
 
 
Made in Germany: Interview Michael Heise
 
 
MIG 19.06.2007, 15:59 # 0 Kommentare
 
 
     
  19.06.2007  
     
 
Martin Richenhagen – König der Traktoren
 
  Er ist der einzige Deutsche an der Spitze eines amerikanischen Großkonzerns. Als Chef des US-Landmaschinen-Herstellers AGCO setzt Richenhagen auf Globalisierung.

Unter den amerikanischen Top-Unternehmen, den "Fortune 500", gibt es nur ein einziges mit einem deutschen Vorstandschef: Seit drei Jahren führt Martin Richenhagen, 54, den Landmaschinen-Hersteller AGCO im US-Bundesstaat Georgia. Als junger Mann wollte der gebürtige Kölner etwas werden, wo er niemals Krawatten tragen muss. Nach kurzen Karrieren als Reitlehrer und Studienrat für Religion schloss Richenhagen dann aber doch Freundschaft mit dem Windsorknoten und wandte sich der Welt der Wirtschaft zu. Gut möglich also, dass sein ungewöhnlicher Werdegang Martin Richenhagen auf seinem Sprung über den großen Teich zugute kam.

Dazu kommt die rheinländisch-lebensfrohen Art des Deutschen, die zum amerikanischen Führungsstil passt. AGCO ist mit fünf Milliarden Dollar Umsatz und 16.000 Mitarbeitern der drittgrößte Player auf dem Weltmarkt für Landmaschinen und will sich – unter anderem mit Hilfe seiner deutschen Tochter FENDT – vor allem in Europa und Asien neu positionieren. Patrick Benning hat den Traktorenkönig auf seiner Globalisierungstour begleitet.
 
 
 
Made in Germany: Martin Richenhagen
 
 
MIG 19.06.2007, 15:58 # 0 Kommentare
 
 
     
  19.06.2007  
     
 
Lubmin – Hoffen auf das große Geschäft mit der Gaspipeline
 
  Die Ostseestadt profitiert von dem Großprojekt – lange bevor es fertig gestellt ist. Seitdem bekannt ist, dass die Gaspipeline aus Russland im Ostseehafen Lubmin endet, siedeln sich dort Industrieunternehmen an.

Lange hat die mecklenburg-vorpommerische Kleinstadt auf den Aufschwung gewartet. Jetzt ist er da. Ein Hoffnungsschimmer für die Region, in der nach wie vor jeder fünfte ohne Job ist. In wenigen Jahren soll die Pipeline am neuen Industriehafen in Lubmin ankommen.

Auf dem riesigen Gelände eines ehemaligen Kernkraftwerks entsteht gerade ein neuer Energie- und Produktionsstandort. Lubmin erlebt einen Investitionsboom: Mit 20 Investoren sind Verträge abgeschlossen worden, vier Milliarden Euro wurden schon investiert. Der Industriepark ist ausgebucht. Die Auftragsbücher sind voll. 800 neue Jobs sollen entstehen. Eine Standort-Reportage von Grit Hofmann.
 
 
 
Made in Germany: Lubmin
 
 
MIG 19.06.2007, 15:58 # 0 Kommentare
 
 
     
  19.06.2007  
     
 
CO2-Schleuder Flugzeug – Lufthansa will mehr für Klimaschutz tun
 
  Allein durch Warteschleifen und Staus im Himmel verpulvern die Airlines Tausende von Tonnen Kerosin im Jahr.

Ausgerechnet über den Wolken - da scheint das Thema Klimaschutz noch nicht angekommen zu sein. Die Fluglinien zahlen weder Steuern für Kerosin noch sind sie am Handel mit CO2-Zertifikaten beteiligt. Dabei gehören Flugzeuge zu den größten Umweltverschmutzern. Aber jetzt steigt der öffentliche Druck - die Airlines sollen künftig beim Emissionshandel mitmachen. Das bedeutet Milliarden an Kosten pro Jahr. Die Fluggesellschaften protestieren gegen die Pläne und sehen die europäische Branche benachteiligt. Sie setzen auf Innovation und treibstoffarme Flotten.

Die Lufthansa investiert deshalb gerade in die Flottenmodernisierung - das größte Umbauprogramm der Konzerngeschichte, so behauptet das Unternehmen. Gleichzeitig fordert die Lufthansa eine einheitliche EU-Flugsicherung um die Staus am Himmel zu verringern. Unser Reporter Michael Altenhenne hat sich einen Tag am größten deutschen Flughafen in Frankfurt umgeschaut.
 
 
 
Made in Germany: CO2-Schleuder Flugzeug
 
 
MIG 19.06.2007, 15:57 # 0 Kommentare