13.06.2007  
     
 
Vorzeigefabrik – Opel drückt aufs Tempo
 
  Das Opelwerk in Eisenach ist eines der effizientesten Autowerke in Europa. In nur 15 Stunden wird hier ein kompletter Corsa zusammengebaut. Vor einigen Jahren dauerte das noch 23 Stunden! Der Konkurrenzkampf im Automobilbau ist knallhart. Denn Kleinwagen dürfen nicht zu teuer sein. Um am Standort Deutschland auf Dauer überleben zu können, muss supereffizient produziert werden. Denn die Löhne sind wesentlich höher als beispielsweise an osteuropäischen Billigstandorten. Die Arbeiter im ostdeutschen Eisenach arbeiten schon drei Stunden pro Woche länger als ihre Westkollegen - und das für 80 % des Lohns. Die Mitarbeiter werden dabei verstärkt vom Management eingebunden. Viele Verbesserungsvorschläge kommen von der Belegschaft. Auch deshalb gilt das Werk in Eisenach als Vorzeigefabrik. Eine Reportage von Robert Donauer über ein Werk, in dem immer mehr Autos in immer kürzerer Zeit vom Band laufen.

Die Anfänge eines neuen Opel Corsa. Bei Sven Brandau muss jeder Hangriff sitzen. Denn von seiner Schnelligkeit hängen alle anderen ab.

Reporter: "Wie lange arbeiten Sie denn schon hier?"

Sven Brandau, Mitarbeiter Rohbau: "13 Jahre..."

Reporter: "Und was hat sich verändert in der Zeit?"

Sven Brandau: "Alles schneller geworden."

In 15 Stunden entsteht heute hier im Eisenacher Werk ein Opel Corsa. 23 waren es noch vor einigen Jahren. Und am Anfang der Produktion arbeiten mittlerweile fast nur noch Roboter. Doch auch die Mitarbeiter müssen funktionieren - fast wie die Roboter. Und die Effektivität muss steigen.

Hans-Jürgen Schwanke, Mitarbeiter Fertigmontage: "Was sich geändert hat? Ja, wir bauen mehr Autos in kürzerer Zeit."

Reporter: "Was heißt das für Sie?"

Hans-Jürgen Schwanke: "Intelligenter arbeiten, heißt das für mich. Keinen Handgriff doppelt mache, dass ich die Wege minimiere. Dann klappt das am Ende dann auch schon."

Stress durch Zeitdruck. Auch der Betriebsratsvorsitzende kann nicht verhindern, dass alle in immer weniger Zeit immer mehr leisten müssen.

Harald Lieske, Betriebsratsvorsitzender: "Wir sehen hier im Moment verschiedene Teile: Schwarze Teile, graue Teile. Und der Mitarbeiter muss also, wenn er das Fahrzeug montiert sich umdrehen, seine Teile greifen, muss entscheiden, brauche ich das graue, brauche ich das schwarze. Und diese Entscheidung wird ihm künftig abgenommen. Er kriegt einen Kasten passend zum Cockpit, und da sind alle Teile drin. Er muss sich nicht mehr umdrehen, er muss nicht mehr denken, er hat nur hier einen Kasten und baut die Teile mit einem Handgriff ein."

Das kann nur funktionieren, weil die Teile der Zulieferfirmen genau so ankommen, wie sie gebraucht werden: in der richtigen Reihenfolge und ohne Verpackung. Das spart viel Arbeit im Opel-Werk und macht Lager fast unnötig. In einer Spezialwerkstatt arbeiten Klaus Freiberg und seine Kollegen an weiteren Verbesserungen. Vor kurzem haben sie einen Coup gelandet. Sie haben eine Montagehilfe für einen schweren Fahrradträger entwickelt.

Klaus Freiberg: Mitarbeiter Werkstatt: "Ja, bis jetzt hätten zwei Mann den in die Höhe heben müssen und hätten dann von Hand montieren müssen. Und erst mal wäre ja ein weiterer Mann erforderlich, und außerdem geht es ja auch auf die Knochen, ist ja nicht ganz leicht mit 44 Kilo."

Durch das neue, kompakte Montagegerät können jetzt auch in Eisenach Corsas mit Fahrradträger montiert werden. Früher gingen diese Aufträge an das konkurrierende Werk in Spanien. Die Arbeit ist anstrengend. - Doch wer eine Idee hat, wie sie leichter wird, kann sie einreichen. Dadurch muss vieles heute nicht mehr mühsam von Hand fixiert werden, sondern rückt automatisch in die richtige Position.

Reporter: "Ist die Arbeit für Sie denn jetzt leichter geworden mit dem Auspuff?"

Olaf Cyron, Mitarbeiter Endmontage: "Mit dem Auspuff - ja auf jeden Fall. Wir müssen ja jetzt nicht mehr nachrichten. Das war ja furchtbar vorher!"

20.000 Verbesserungsvorschläge hatten die Mitarbeiter im vergangenen Jahr. Und die Manager des Werks wissen, dass sie die 1800 Arbeitsplätze auf Dauer nur sichern können, wenn alle mithelfen .

Matthias Mederacke, Manager: "Wir bauen den Corsa jetzt in 15 Stunden und sind auch ziemlich stolz darauf. Wie wir den nächsten Corsa, die nächste Generation bauen werden, weiß ich nicht genau. Aber es ist mit Sicherheit eine Zeit, die drunterliegt."

Gut 140.000 Corsas verließen im vergangenen Jahr das Opelwerk in Eisenach. - In diesem Jahr müssen es fast 40.000 mehr sein.
 
 
 
Made in Germany: Vorzeigefabrik
 
 
MIG 13.06.2007, 16:04 # 0 Kommentare
 
 
     
  13.06.2007  
     
 
Zweite Chance – Nach der Pleite schafft Lanfer den Neuanfang
 
  Fast hätte Alfred Lanfer resigniert. Seine Firma stand 2003 vor dem Ruin. Zu viele Schulden! Doch Lanfer schaffte es, das Ruder herum zu reißen. Dank neuer Investoren und dank seiner Mitarbeiter. Das Systemhaus baut Schaltanlagen und bietet IT-Dienstleistungen an, viele der Beschäftigten sind im Außendienst direkt bei den Kunden. Jetzt sind sie anders als früher direkt am Unternehmenserfolg beteiligt. Mitarbeiter als Mitunternehmer – das klappt. Inzwischen hat Lanfer wieder 52 Beschäftigte, fast so viele wie vor der Pleite. Kerstin Schweizer zeigt, dass ein Insolvenzantrag auch einen Neuanfang bedeuten kann.


 
 
 
Made in Germany: Zweite Chance
 
 
MIG 13.06.2007, 16:03 # 0 Kommentare
 
 
     
  13.06.2007  
     
 
Studiogast - Klaus Deutsch, Deutsche Bank Research
 
 
DW-TV: Es gibt nur einen einzigen Preis in Deutschland für solche Wieder-Aufsteher. Fragen an Klaus Deutsch von Deutsche Bank Research. Scheitern gilt in Deutschland noch immer als Makel. Warum ist das so?

Klaus Deutsch: Na ich will unterscheiden zwischen Unternehmen und zwischen Arbeitnehmer. Bei Unternehmen hat man gesehen, als sich die vielen Firmen -allein der New Economy- dann doch zum Teil wieder in Luft auflösten, dass diese Betriebe nicht mit einem Makel versehen wurden. Im Handwerk mag das anders aussehen und bei Arbeitnehmern entdeckt man auch ein Umdenken. Dort ist der Verlust eines Arbeitsplatzes nicht mehr die größte Tragödie und viele bewegen sich dann in ganz neue Tätigkeiten hinein.

DW-TV: Trotzdem ist beispielsweise in den USA der Umgang mit Pleiten, gescheiterten Projekten, oder dem Arbeitsplatzverlust sehr viel entspannter - auch in dem Denken, man macht einen großen Fehler selten zweimal. Wie kann man diese entspanntere Haltung auch nach Deutschland bringen?

Klaus Deutsch: Wichtig ist, dass die Manager von solchen Firmen es als eine Möglichkeit sehen, daraus zu lernen und sozusagen den Fehler nicht noch einmal machen, um dann ihre Geschäfte besser zu führen. Und man sieht es ja auch immer wieder bei großen Konzernen, dass bestimmte Projekte einfach zum Scheitern verurteilt sind, man dann rechtzeitig die Reißleine ziehen muss, um andere Wege einzuschlagen. Denken Sie an Firmen wie Toll Collect, die anfänglich große Schwierigkeiten hatten, und wo dann die Kurve heute zu einem Exportschlager geführt hat.

DW-TV: Immer wenn Sie bei uns sind, dann schauen wir uns die Aussichten für die Weltwirtschaft an. Da müssen wie ja nicht über Scheitern oder Niedergang reden, sondern eher um Aufschwung. Hier kommt der DBIX.

Der DBIX wird jeden Monat von Deutsche Bank Research exklusiv für DW-TV berechnet. Grundlage sind die wichtigsten Konjunkturdaten aus Deutschland, den USA und Japan. Die deutschen Daten sammelt das renommierte Münchner Ifo-Institut. Es fragt jeden Monat die Stimmung bei Tausenden Unternehmern ab. In den USA werden 400 Einkaufsmanager nach ihren Erwartungen befragt. Und in Tokio sammelt das Wirtschaftsforschungsinstitut ESRI die wichtigsten Daten. Hier der aktuelle DBIX. Nach dem Zickzack-Kurs in diesem Jahr ist der Index nun auf hohem Niveau stabil. Herr Deutsch, was sagt Ihnen der Verlauf diese Kurve?

Klaus Deutsch: Wir hatten in den letzten Monaten nach wie vor eine tolle Stimmung in Deutschland gehabt, und das hat sich nicht geändert. Nun sind auch die Amerikaner wieder etwas optimistischer geworden. Dort gibt es eine Krise in der Bauwirtschaft, sie haben zu viele Häuser gebaut in der Vergangenheit und müssen etwas kürzer treten. Aber die Exporte ziehen an und die Unternehmen ordern wieder mehr Güter, weil sie vermuten, dass die Verbraucher doch nicht so stark auf diese Entwicklung reagieren. Und insofern hellt sich das Bild in Amerika wieder auf.

DW-TV: Die Börsen sind in der vergangenen Woche aber trotzdem Achterbahn gefahren. Wie passt das zusammen?

Klaus Deutsch: Zum Teil liegt das an der Zinsentwicklung. Dort sind die Notenbanken mittlerweile der Ansicht, dass die Konjunktur gut läuft und ziehen die Zinsen etwas hoch. Das ist natürlich schlecht für die Aktienmärkte, und so mischen sich die guten und die schlechten Nachrichten, die Märkte wissen nicht so recht wohin.

Interview: Katrin Prüfig

 
 
 
Made in Germany: Klaus Deutsch, Deutsche Bank Research
 
 
MIG 13.06.2007, 16:02 # 0 Kommentare
 
 
     
  13.06.2007  
     
 
Weltmarktführer - Rosenöl aus Bulgarien
 
 
Im bulgarischen Rosental, südlich des Balkangebirges, gedeiht die Damaszenerrose besonders gut. Hier werden 80 % der gesamten Weltproduktion an Rosenöl hergestellt. Es ist für die Kosmetikindustrie unentbehrlich.

Rosenöl, hergestellt aus der Damaszenerrose enthält über 360 Aromastoffe. Beliefert werden Luxuskonzerne weltweit. Die Essenz ist unglaublich teuer. Ein Kilogramm Rosenöl kostet über 4000 Euro. Kein Wunder, denn die Herstellung ist extrem aufwändig. Für ein Kilogramm Rosenöl sind 3,5 Tonnen Rosenblüten erforderlich. Die Blütenblätter werden traditionell per Hand gepflückt. Eine Pflückerin schafft etwa 35 Kilogramm am Tag. Führende Parfümhersteller geben sich in
diesen Tagen in den Rosenöldestillen die Klinken in die Hand. Hagen Tober hat sich
im Tal der Rosen umgesehen.


 
 
 
Made in Germany: Weltmarktführer
 
 
MIG 13.06.2007, 16:02 # 0 Kommentare
 
 
     
  13.06.2007  
     
 
Sonne satt - Deutsche Solarenergie für Australien
 
  Australien gehört zu den größten Kohleexporteuren der Welt. Zudem erzeugt das Land auch 80 % der eigenen Energie mit Kohle. Dadurch hat Australien, in Bezug auf die Bevölkerungszahl, die höchsten CO2-Werte weltweit. Doch langsam wächst auch in Australien ökologisches Bewusstsein. Der australische Solarmarkt wächst überdurchschnittlich: der Anteil der ins Stromnetz eingespeisten Solarenergie stieg 2004 um 20 Prozent. Von dem Umdenken profitieren auch viele deutsche Unternehmen, zum Beispiel die Hamburger Conergy AG, die zu den europaweit führenden Solarunternehmen gehört. Der Umsatz im Australien liegt im zweistelligen Millionenbereich, hat unser Reporter Michael Hyngar erfahren.  
 
 
Made in Germany: Sonne satt
 
 
MIG 13.06.2007, 16:01 # 0 Kommentare