05.06.2007  
     
 
Energie der Zukunft – warmes Wasser aus der Tiefe
 
  In Unterhaching bei München entsteht gerade das größte Geothermie-Projekt Deutschlands.

Das kleine bayerische Städtchen Unterhaching bei München ist unter Geologen schon jetzt weltweit bekannt. Denn dort entsteht gerade das größte Geothermie-Projekt in Deutschland: Ein Strom- und Heizkraftwerk ohne CO2-Ausstoß, das über 2000 Haushalte in der Region beliefern soll. Die Energie kommt aus dem Boden - in mehr als 3000 Metern Tiefe brodelt heißes Wasser, das von dem modernsten und effizientesten Erdwärmekraftwerk zutage gefördert wird. Allein in Bayern könnten so zukünftig bis zu 10 Prozent des Wärmebedarfs gedeckt werden. Die Technologie kommt von Siemens und das Unternehmen hofft, dass sein geothermisches Kraftwerk ein Exportschlager wird. Die ersten Interessenten schauen sich schon vor Ort um. Marion Hütter war mit einem Siemensmanager unterwegs.
 
 
 
Made in Germany: Energie der Zukunft
 
 
MIG 05.06.2007, 13:57 # 0 Kommentare
 
 
     
  05.06.2007  
     
 
Faber-Castell – mit spitzem Stift im Schwellenland?
 
  Faber-Castell trotzt in Brasilien mit einer „Sozialcharta" den negativen Auswirkungen der Globalisierung.

Dumpinglöhne, Kinderarbeit, Markendiebstahl – solche negativen Folgen der Globalisierung sind auch Thema beim G-8 Gipfel in Heiligendamm. Doch wie sehen "faire Handelsbeziehungen" aus? Ein deutsches Traditionsunternehmen macht es vor: Faber-Castell produziert in Brasilien und das nicht mit spitzem Bleistift. Mit einer "Sozialcharta" versucht die mittelständische Firma, den negativen Auswirkungen der Globalisierung zu trotzen und gleichzeitig global zu wirtschaften. Faber-Castell in Brasilien heißt: Selbstverpflichtung zum Verbot von Kinderarbeit, Wahl von Betriebsräten, geregelte Arbeitszeit und viele Sozialleistungen. Die Nürnberger Blei- und Farbstifte- Dynastie Graf von Faber-Castell hat für ihre Unternehmensethik schon mehrere Preise gewonnen. Detlef Urban hat einen jungen Arbeiter bei Faber-Castell in Brasilien begleitet.
 
 
 
Made in Germany: Faber-Castell
 
 
MIG 05.06.2007, 13:56 # 0 Kommentare
 
 
     
  05.06.2007  
     
 
Studiogast – Tilman Brück zur Globalisierung
 
  Tilman Brück forscht am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung in Berlin. Wir sprechen mit Tilman Brück über die Auswirkungen der Globalisierung.

DW-TV: Tilman Brück vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung ist heute bei uns zu Gast im Studio. Das Beispiel Bolivien zeigt doch eigentlich, dass die Menschen oft nur die Wahl haben zwischen Pest oder Cholera. Also entweder ist das Wasser verseucht, oder aber unbezahlbar.

Tilman Brück: Das Problem ist nicht die Privatisierung der Wasserwerke an sich, sondern diese Maßnahme muss ergänzt werden durch unterstützende und soziale Maßnahmen, die den Leuten helfen, dass sie sich das Wasser leisten können. Auch in Deutschland gibt es ja das Brot in der Bäckerei nicht umsonst, sondern arme Leute in Deutschland kriegen staatliche Unterstützung, um sich dann das Brot kaufen zu können.

DW-TV: Das heißt, staatliche Unterstützung für die armen Menschen, damit die Unternehmen den Profit aus den armen Ländern rausziehen können?

Tilman Brück: Etwas Profit muss sein, sonst gibt es keine Anreize für Unternehmer zu investieren. Wichtig ist, dass die Wasserwerke effizient organisiert werden, so dass kein Wasser vergeudet wird. Und das kann manchmal die Privatwirtschaft besser als der Staat.

DW-TV: Kann es denn überhaupt einen fairen Welthandel geben, oder ist das nur ein versponnener Wunschtraum von Utopisten wie Jeffrey Sachs?

Tilman Brück: "Fair" ist ein subjektiver Begriff, den kann man sehr schwer in der Praxis umsetzen. Aber sicherlich kann der Welthandel verbessert werden und für beide Seiten langfristig zum Gewinn gemacht werden. Ein Beispiel sind die Agrarsubventionen der reichen Länder: da schützen wir eine ganz kleine Minderheit unserer eigenen Bevölkerung und schneiden auch unseren Konsumenten von Agrarprodukten ein bisschen das Wasser ab. Die leiden auch darunter, dass wir so hohe Preise zahlen. Viele Leute würden vielleicht lieber auch Nahrungsmittel aus anderen Ländern importieren, statt die teuren deutschen Produkte zu kaufen.

DW-TV: Wie realistisch sind dann die Ansätze von Jeffrey Sachs?

Tilman Brück: Die sind eigentlich sehr realistisch. Er ist eher Realist, nur müsste man es mal tun. Die Regierungen im Norden haben zu wenig politischen Druck, um diese Reformen auch tatsächlich intern umzusetzen.


Bildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift: DW-TV: Nehmen wir noch ein anderes Beispiel, bei dem die Unterschiede zwischen den Kontinenten sehr deutlich werden. Es geht um den Klimaausstoß, und da sehen wir eine Grafik und darauf die sehr unterschiedliche Entwicklung. Momentan natürlich die USA der größte Umweltverschmutzer, aber die Schwellenländer holen da sehr stark auf. China zum Beispiel: im vergangenen Jahr fast 4,5 Milliarden Tonnen CO2-Ausstoß. Jetzt gibt es ja die ersten Anbahnungen, dass man sagt, wir müssen etwas gegen den CO2-Ausstoß machen. China und die anderen Schwellenländer sagen: wir sehen das nicht unbedingt ein, wir sind nicht für den "status quo" verantwortlich. Außerdem müssen wir rasant wachsen, und das geht nun mal einher mit dem starken Ausstoß von CO2. Da gehen den Industriestaaten die Argumente schon schnell aus, oder?

Tilman Brück: Der Punkt ist, dass sich die Geschichte in diesem Fall nicht unbedingt wiederholen muss. So wie Deutschland und auch die USA gewachsen sind und zum Teil noch wachsen, so muss China nicht wachsen. Wir haben eine neue Weltwirtschaftsordnung mit der Globalisierung, mit dem technischen Wandel, mit dem Internet. Es gibt neue Technologien, die auch China einsetzen kann, um Kosten zu sparen und die Umwelt zu schonen. Da muss ein Lernprozess in China einsetzen, dass langfristig wir alle gemeinsam handeln müssen, da darf es keine Ausnahmen geben. Das Wasser steht uns bis zum Hals, wir müssen gemeinsam handeln, damit wir nicht untergehen.


Bildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift: DW-TV: Wir haben eine neue Wirtschaftsordnung, haben Sie eben gesagt, wir haben aber die alte G8-Gruppe. Länder wie China und Indien sitzen da jedes mal eher am Katzentisch dabei, gehören aber nicht richtig dazu. Muss sich da nicht erst etwas ändern, bevor wir die Reformen konkret angehen können?

Tilman Brück: Ich glaube, da sind die Erwartungen an den G8-Gipfel zu hoch. Das ist ursprünglich ein informeller Gesprächskreis gewesen, und eigentlich sollte er das auch bleiben. Sowohl die Gegner der G8, als auch die Betreiber betonen eigentlich zu stark, was man davon erwarten kann. Letztendlich ist es gut, wenn die Leute miteinander reden, aber die Entscheidungen sollten schließlich im multilateralen Rahmen, z.B. von der UN, getroffen werden, und da sitzen alle Länder mit am Tisch.

Interview. Thomas Helfrich


 
 
 
Made in Germany: Interview Tilman Brück
 
 
MIG 05.06.2007, 13:54 # 0 Kommentare
 
 
     
  05.06.2007  
     
 
Globalisierung – Wohlstand für alle?
 
  Der amerikanische Ökonom Jeffrey Sachs zu den Folgen von ungerechtem Welthandel.

Der amerikanische Ökonom Jeffrey D. Sachs ist da skeptisch. "Den Worten müssen endlich Taten folgen", fordert der UN-Berater vehement. Die reichen Länder müssen mehr Hilfe bereitstellen, so Sachs. Nur so ließe sich die Armut in der Welt bekämpfen.

Doch die Realität sieht anders aus - vor allem in Afrika. Ein Beispiel: Die Bauern in Mali kriegen immer weniger Geld für ihre Baumwolle. Seit zehn Jahren fallen die Preise auf dem Weltmarkt drastisch, weil die Industrienationen ihre Produzenten hoch subventionieren. Aber auch in den Indutrieländern selbst löst die Globalisierung Ängste aus. Denn Jobs für weniger Qualifizierte wandern ab - immer dahin, wo für menschliche Arbeit noch weniger gezahlt wird. Jeffrey D. Sachs kennt all diese Facetten und glaubt trotzdem, dass es auch besser geht. Zu den Folgen von ungerechtem Welthandel und wandernden Arbeitsplätzen hat der rennomierte Wirtschaftsprofessor Ute Walter Rede und Antwort gestanden.
 
 
 
Made in Germany: Globalisierung
 
 
MIG 05.06.2007, 13:53 # 0 Kommentare
 
 
     
  05.06.2007  
     
 
Klimawandel – deutsche Windkraftfirma in China
 
  Der Klimawandel heizt das Wachstum an. Eine deutsche Windkraftfirma macht gute Geschäfte in China.

Die letzten Jahre herrschte beim norddeutschen Windanlagenhersteller Nordex Flaute. Doch nun winken wieder glänzende Geschäfte. Der Umsatz wächst um über 60 Prozent – dank der Auslandsnachfrage. Nordex expandiert stark auf dem chinesischen Markt. Denn China gehört zu den grössten Umweltsündern weltweit und ist gleichzeitig eine der wichtigsten Märkte für deutsche Umwelttechnik. Das Land will bis 2020 über 150 Milliarden Euro in erneuerbare Energien investieren. Firmen wie Nordex profitieren davon. Das Unternehmen hat sich in China mittlerweile erfolgreich etabliert. Ob Permafrostboden, Taifungefahr oder Wüstenklima – Nordex baut in Asien für alle Klimazonen und Gegebenheiten die entsprechenden Anlagen. Die neue Flügelfertigung in der Nähe von Qingdao ist die erste in China, die ausschließlich in ausländischer Hand ist. Eine Reportage über die Schwierigkeiten und Erfolge des Windprofis in China von Sibylle Rothe.

 
 
 
Made in Germany: Klimawandel
 
 
MIG 05.06.2007, 13:52 # 1 Kommentar