23.05.2007  
     
 
Sudan - Erdöl für China
 
 
China ist nach den USA der zweitgrößte Erdölkonsument der Welt. Schon 1984 begannen die Chinesen auf dem afrikanischen Kontinent und dabei hauptsächlich im Sudan mit der Exploration von Erdöl. Die Reserven des Sudan werden auf zwei Milliarden Fass geschätzt. Heute deckt China hier bereits einen Großteil seines Erdölbedarfs. Die CNPC, China National Petroleum Corporation, hat sich für mindestens 20 Jahre die Lizenz zum Fördern des sudanesischen Rohöls gesichert. Über eine knapp 1000 Kilometer lange Pipeline wird das Öl nach Port of Sudan gepumpt. Von hier aus geht es per Tanker nach China.

Um das Erdöl über die lange Distanz in der sudanesischen Wüste zu transportieren, haben die Chinesen deutsche Technik gekauft. 6 Megapumpen, zum Stückpreis von knapp 10 Mio. Euro. MIG-Reporter Hagen Tober war in Khartum dabei, als die über 30 Tonnen schweren Aggregate von der Firma Bornemann angeliefert wurden.


 
 
 
Made in Germany: Sudan - Erdöl für China
 
 
MIG 23.05.2007, 14:00 # 0 Kommentare
 
 
     
  23.05.2007  
     
 
Jochen Zeitz in Afrika - Die zweite Heimat des Puma-Mannes
 
  Seit fast zwanzig Jahren fährt er regelmäßig nach Afrika, hat dort - in Kenia - eine Farm. Und er engagiert sich für den Kontinent, zum Beispiel im Rahmen "Gemeinsam für Afrika", ein Dachverband von 31 Hilfsorganisationen. Unser Reporter Bernd Stampfl hat den Puma-Chef nach Kenia und Uganda begleitet, wo sich Zeitz Hilfsprojekte anschaute. Er war in Flüchtlingslagern, Slums, verarmten Dörfern, Leprastationen. Puma führt rund eine halbe Million Euro im Jahr als Spende ab und Zeitz macht kein Hehl daraus, dass solche Besuche für ihn auch ein Marketinginstrument sind. Die Fußball-WM 2010 in Südafrika soll eine Puma-WM werden.

 
 
 
Made in Germany: Jochen Zeitz in Afrika
 
 
MIG 23.05.2007, 13:59 # 0 Kommentare
 
 
     
  23.05.2007  
     
 
Studiogast - Bianca Buchmann, Afrika-Verein der deutschen Wirtschaft
 
  DW-TV: Frau Buchmann, sehen Sie das eigentlich auch so, dass die Weltbank Abhängigkeiten schafft und damit eigentlich nur alte Probleme durch neue ersetzt?

Bianca Buchmann: Also ich glaube, dass das ein bisschen zu einfach ist, wenn man es so schwarz-weiß sieht. Ich sehe einen großen Aufgabenbereich für die Weltbank im Sinne von Aufgaben, die die Privatwirtschaft, gerade was Strukturprobleme von verschiedenen Ländern angeht, als solche nicht lösen kann. Umgekehrt, der eigentliche Entwicklungsmotor eines jeden Landes ist die Privatwirtschaft. Und da die Balance zu finden ist nicht einfach und kann auch keine generelle Lösung darstellen, sondern das muss man schon länderspezifisch sehen.

DW-TV: Wie kann das dann aber genau aussehen? Es geht ja immer darum, dass eben die Selbständigkeit der Menschen und der Länder gestärkt wird, die Unabhängigkeit und das Ganze soll dann auch noch nachhaltig sein! Wie kann man das erreichen?

Bianca Buchmann: Das haben Sie genau auf den Punkt gebracht, das ist die schwierige Aufgabe. Zum einen gibt es ja heute diese Schlagworte, dass natürlich die Länder im Besitz ihrer eigenen Entwicklung und ihrer Projekte sein sollen. Und das ist ein Lernprozess gewesen, international und natürlich auch bei der Weltbank. Umgekehrt muss ich sagen, wir haben teilweise als Privatwirtschaft sogar schon kritisiert, dass in unserem Empfinden manches Mal zu früh Projekte komplett an die einzelnen Länder abgegeben werden, respektive, dass eigentlich nur noch Budgethilfe stattfindet, weil die staatlichen Strukturen, die Institutionen einfach noch nicht entsprechend gut strukturiert sind. Und da wiederum dieses Maß an Selbständigkeit und eben nicht Bevormundung, um aber gute Ergebnisse zu erzielen, nachhaltige Ergebnisse. Man kann es nur testen, im Einzelfall.

DW-TV: Bundeskanzlerin Merkel hat vor allem zu mehr Investitionen aufgerufen in Afrika, und Investitionen gibt es auch schon. Das Interesse der deutschen Wirtschaft wächst, das zeigt der Blick auf die deutschen Investitionen auf dem Kontinent, die nehmen kontinuierlich zu: von gut 4 Milliarden Euro im Jahr 2002 auf fast 6 Milliarden Euro 2005. Aber kommen die denn auch tatsächlich da an, wo sie eigentlich am dringendsten gebraucht werden?

Bianca Buchmann: Wie definieren Sie: 'am dringendsten gebraucht werden'? Wenn Sie so wollen, Kapital trifft seine eigenen Entscheidungen, und damit die Investitionen, wo sich Märkte und damit Möglichkeiten auftun. Am dringendsten gebraucht würde vielleicht Wasserversorgung dort, wo die Investition nicht unbedingt hinkommt. Aber letztendlich bedeutet es doch einen Entwicklungsschub für die Länder, denn man macht ja nichts Sinnloses. Es muss eine Nachfrage da sein, und letztendlich hat sich in Afrika auch die Erkenntnis durchgesetzt, dass die Marktwirtschaft doch die bessere Lösung ist.

DW-TV: Vielen Dank Frau Buchmann bisher, wir sprechen gleich weiter über eine andere Entwicklung in Afrika: Wachstum durch Bodenschätze zum Beispiel im Sudan.



Studiogespräch Teil II

DW-TV:Die Chinesen sind da, wo die wichtigen Rohstoffe sind. Bianca Buchmann, nun befindet sich der Sudan in einem Bürgerkrieg. Darf man in so einem Land überhaupt Geschäfte machen?

Bianca Buchmann: Es ist ein Teil des Sudans, der von diesem Problem betroffen ist. Erstaunlicherweise ist der Rest des Landes eigentlich mehr unter dem Aspekt -ich sag mal- 'business as usual' zu sehen. Natürlich darf man die Augen nicht davor verschließen.

DW-TV: Das Interesse Chinas an Afrika ist groß, der Handel zwischen China und Afrika wächst auch. 1990 hatte er noch ein Volumen von knapp 1 Milliarde Euro, im Jahr 2000 waren es 6 und im vergangenen Jahr schon 37 Milliarden Euro. Die Prognose für 2010: mehr als 70 Milliarden Euro. Geradezu ein Boom, aber ist der nicht auch teuer erkauft, denn China gibt ja großzügig Kredite, um sich diese Rohstoffe zu sichern. Setzt man nicht da eine neue Schuldenspirale in Gang?

Bianca Buchmann: Das hängt vom Blickwinkel ab, den man hat. Wir außerhalb Afrikas sehen diese Gefahr, die Afrikaner selbst sehen eher nur die rosigen Seiten des chinesischen Engagements.

DW-TV: Die westlichen Investoren halten sich ja im Gegensatz zu den Chinesen zugute, dass sie bei ihren Investments darauf achten, dass Umwelt- und Sozialstandards eingehalten werden. Bei den Chinesen ist das ein bisschen anders. Macht man sich aber nicht zum Komplizen, wenn man jetzt, wie hier gesehen, für ein chinesisches Projekt deutsche Pumpen zuliefert?

Bianca Buchmann: Also auf jeden Fall kann man sagen: die deutschen Pumpen haben einen internationalen Standard und sind damit etwas positives. Es geht darum, die Chinesen einzubinden und eigentlich darauf Druck auszuüben, dass auch die Chinesen sich den internationalen Gepflogenheiten anschließen.

DW-TV: Die sind ja im Grunde in eine Lücke gesprungen, denn westliche Investoren haben sich ja gerade aus Ländern wie dem Sudan, die schwierig sind, zurück gehalten.

Bianca Buchmann: Sie mussten sich teilweise zurückhalten aufgrund der Sanktionslage, und ich denke, sonst hätten auch die Chinesen gerade im Sudan nicht so ein einfaches Spiel gehabt. Kanadier, die involviert waren, mussten auf Druck der Öffentlichkeit wieder aussteigen.



Interview: Christiane Gronau

 
 
 
Made in Germany: Interview mit Bianca Buchmann,
 
 
MIG 23.05.2007, 13:59 # 0 Kommentare
 
 
     
  23.05.2007  
     
 
Im Porträt - Weltbankmanager Hartwig Schäfer
 
  So auch in Malawi, wo unser Reporter Karl Harenbrock den Weltbank-Manager begleitet. Die Weltbank wird finanziert von den reichsten Industrienationen der Welt und vergibt Kredite an afrikanische Länder, die überschuldet sind oder keine Kredite bekommen auf dem internationalen Finanzmarkt. Der Deutsche Hartwig Schäfer betreut zahlreiche Weltbank-Projekte in Afrika, ist auch zuständig für die Beurteilung zur Vergabe neuer Kredite. Hartwig Schäfer ist einer der wenigen deutschen Weltbank Manager, die in der Schlüsselposition der ansonsten von den USA dominierten Bank arbeiten. Die Weltbank ist im Moment unter Zugzwang, weil die westlichen Geberländer die leeren Kassen wieder auffüllen sollen.

Sie singen für einen seltenen Gast: für Weltbankmanager Hartwig Schäfer. Mit finanzieller Unterstützung seiner Bank haben sich die Frauen zusammengeschlossen zu einem Businessclub. In Seminaren lernen sie Geschäfte zu machen, organisieren gemeinsam Kleinkredite. Die Frauen verdienen jeden Tag umgerechnet etwa 70 Eurocent. Dokumentiert in einem Kassenbuch. Schäfer kennt Afrika gut genug, um zu wissen, das diese Kleinstunternehmerinnen das Rückrad der afrikanischen Wirtschaft sind: "Wenn man über den typischen afrikanischen Geschäftsmann redet, dann ist das eine Frau, die ein Kleinunternehmen führt. Viele Geschäfte werden in Afrika von Frauen gemacht. Bauersfrauen, die Produkte verkaufen. Frauen die handeln. Ihre Geschäftstüchtigkeit ist entscheident für die Entwicklung der Wirtschaft.

Der Ausflug in die Dörfer, eine Ausnahme, meist arbeitet der 49jährige Deutsche in seinem Büro in Washington. Er entscheidet mit darüber, wohin die 7 Milliarden Dollar fließen, die die Weltbank jährlich für Afrika ausgibt. Auch hier in Malawi finanziert die Weltbank einen Teil des Staatshaushaltes. Den Vorwurf dass die Gelder nicht sinnvoll eingesetzt werden, weißt Schäfer zurück: "Es gibt drei Kriterien. Erstens: die Leistung. Länder die ihre Wirtschaft gut managen, Länder die ihre Bevölkerung mit einbeziehen bekommen mehr Geld. Zweitens; Die Größe: Ländern mit einen großen bevölkerung bekommen mehr Geld. Und Drittens: die Armut, je ärmer das Land ist, desto mehr Geld gibt es."

Termin im Finanzministerium. Bei der Bekämpfung der Korruption hat Malawi enorme Fortschritte gemacht, meint Hartwig Schäfer. Seit den letzten Wahlen sitzen in den Schlüsselpositionen neue Leute. Zum Beispiel Goodall Gondwe, Finanzminister von Malawi. Gondwe sagt: "Wir haben hier ein demokratisches System. Das Parlament beobachtet unsere Arbeit jederzeit wie unter einem Mikroskop. Und das zählt, das sichert Transparenz in unserem System."

Hier wurde mit Hilfe der Bewohner eine Schule gebaut. Der Ausbau des Bildungssystems steht bei der Weltbank ganz oben an. Geld für Bildung; eine langfristige Investition. Die wird sich hier erst auszahlen, wenn diese Erstklässler groß sind. Es fehlen Lehrkräfte. Während drinnen der Unterricht läuft müssen andere draußen warten bis der nächste Lehrer frei wird. Hartwig Schäfer: "Gerade der Erziehungssektor hat extrem gelitten unter HIV/ AIDS. Ich kenne Schulen, wenn ich die nach einem Jahr wieder besucht habe war der Schulleiter gestorben. Gerade diese Berufsgruppe ist hart getroffen von der Seuche. Deshalb müssen wir mehr Lehrer ausbilden, um diesen Verlust auszugleichen. Das ist die wirkliche Tragödie von HIV AIDS in Malawi."

Spontaner Stop an der Straße. Hartwig Schäfer hat eine Großfamilie entdeckt, die Erdnüsse pflückt. Viele Kinder müssen auf den Feldern mitarbeiten. Das sieht Schäfer gar nicht gerne, sie sollten lieber in die Schule gehen. Doch das ist Alltag in Malawi. Rund 3 Hektar bewirtschaften die meisten Kleinbauern. Nicht viel, um zu überleben. Eine Frau erzählt: "Früher war es schlimmer, jetzt geht es bergauf, die Leute im Dorf haben mehr Geld, sie können sich etwas leisten. Ungefähr seit drei Jahren geht es besser."

Die Kleinbauern in Malawi haben sich zu Genossenschaften zusammengeschlossen. Mit ihren kleinen Felder wären sie sonst kaum konkurrenzfähig. Hier hat die Weltbank den Bau von Lagerhäusern gefördert. Dieses Jahr war die Ernte gut. Deshalb schreibt das Land sogar ein Wirtschaftswachstum von rund 5 Prozent. Doch gleich hinter dem Lagerhaus entdecken Hartwig Schäfer und sein Kollege das nächste Problem; Eine stillgelegte Eisenbahnlinie. Wegen fehlender Schienenverbindungen und kaputten Straßen ist der Export von landwirtschftlichen Gütern extrem teuer. "Teile der Bank sind damit beschäftigt die Straßen- und Eisenbahninfrastuktur zu renovieren damit der private Sektor in Schwung kommt und wettbewerbsfähig wird. Dann können Güter auch billiger importiert werden. Davon profitiert die Bevölkerung", erklärt Schäfer. Aber viel zu wenig. Kritiker werfen der Weltbank vor, immer die gleichen Wege zu gehen. Und Länder wie Malawi abhängig zu machen von den Krediten.

 
 
 
Made in Germany: Weltbankmanager Hartwig Schäfer 1
 
 
MIG 23.05.2007, 13:58 # 64 Kommentare