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Unser Studiogast Michael Heise ist Chefvolkswirt bei der AllianzDresdner in München. Wir sprechen mit ihm über den Aufschwung in Deutschland.
DW-TV: Fragen zu Finanzinvestoren wie Cerberus jetzt an Herr Professor Michael Heise, den Chefvolkswirt der AllianzDresdner. Wir haben den Fall Peguform gesehen, dass sieht ja fast so aus als seien Finanzinvestoren manchmal die besseren Unternehmer! Stimmt das?
Michael Heise: Ich glaube, dass kann so generell nicht sagen, aber Finanzinvestoren sind bereit in schwierige Unternehmen, die in einer schwierigen Lage sind, einzusteigen und mit durchaus harten Sanierungsmaßnahmen diese Unternehmen wieder fit zu machen und das tun sie vielleicht manchmal mit mehr Konsequenz und Härte und dies ist häufig mit einem neuen Management verbunden, so dass der Erfolg da relativ groß ist.
DW-TV: Das was sie Konsequenz und Härte nennen, hat in Deutschland dazu geführt, das man diesen Investoren nicht traut und das ist so ein diffuses Bild die Heuschreckendebatte spielt da rein, weil viele auch das Gefühl haben die beuten die Firmen nur aus. Stimmt das?
Michael Heise: Ich glaube nicht, dass man das so generell sehen kann. Die Firmen die übernommen werden, kriegen zwar in der Regel tatsächlich eine hohe Kreditlast aufgebürdet, aber das ist keine Ausschlachtstrategie, sondern das ist ebenfalls ein Weg über den eine stärkere Disziplin und stärkerer Management erfolgt sozusagen erzwungen wird. Wenn sie einfach Unternehmen mit Schulden überhäufen, dann ist das keine sinnvolle Strategie für den Investor, weil das den Wert seines Unternehmens dadurch dramatisch sinkt und er gar nicht mehr im Stande wäre es am Markt zu verkaufen. Insofern glaube ich, muss man einiges relativieren an der Sichtweise wie es in der Öffentlichkeit dargestellt wird.
Bildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift: DW-TV: Also, Sie sagen, das schlechte Image ist total unberechtigt?
Michael Heise: Ich glaube, dass die Private-Equity-Unternehmen eine durchaus wichtige volkswirtschaftliche Funktion haben. Sie übernehmen sehr sehr riskante Unternehmen die Aussicht auf hohe Renditen bringen, aber gewaltige Risiken und die Vielfach keine anderen Käufer in dieser Branche mehr finden. Insofern stellen Sie ja auch Kapital bereit das dringend gebraucht wird.
DW-TV: Aber was kann denn Cerberus jetzt bei Chrysler ausrichten, was ein Autokonzern wie Daimler nicht geschafft hat?
Michael Heise: Das ist eine schwierige Frage natürlich, denn DaimlerChrysler hat zweifellos viel in Technologie und auch in die Modellreihen investiert. Ich denke das Cerberus auch hier eine gute Ausgangsposition hat, weil der Kaufpreis verhältnismäßig niedrig ist viel viel niedriger als ursprünglichen Kaufpreis den DaimlerBenz gezahlt hat, und sie werden auch hier einen harten Kurs fahren, einen harten Kostensparkurs und möglicherweise mit den Gewerkschaften, die eine große Rolle spielen sehr hart verhandelt, härter als es möglicherweise Daimler getan hätte.
DW-TV: Ja, da ist Musik drin in der deutschen Wirtschaft und das hilft noch an einer ganz anderen Stelle. Die EU hatte sich ja im Jahre 2000 vorgenommen zur wettbewerbsfähigsten und dynamischten Region der Erde zu werden. 7 Jahre ist das jetzt her, wie weit sind jetzt die Staaten gekommen?
Michael Heise: Ja, die ersten 5Jahre dieser Lissabonstrategie waren eine große Enttäuschung, weil die europäische Wirtschaft kaum Wachstum aufwies, aber seit dem Jahre 2005 und vor allem im letzten Jahr ist die Performance recht gut. Ist die Leistungsfähigkeit der europäischen Wirtschaft wesentlich gestiegen.
DW-TV: Sie sind beteiligt an einem Ranking der Staaten wie gut sie sich also entwickeln mit Blick auf das Ziel. Wie wird das überhaupt gemessen? Welche Kriterien legen Sie an?
Michael Heise: Ja, man kann da wenig interpretieren, was die Staatschef damals in Lissabon gesagt haben, aber im wesentlichen sind es drei Punkte: nämlich das Wachstum der Volkswirtschaften wo wir in etwa 3 Prozent anstreben, dann die Produktivitätsentwicklung die mindestens so sein sollte wie in den Vereinigten Staaten und zum Dritten nach unserer Einschätzung natürlich ein Beschäftigungsziel, dass wir die Arbeitslosigkeit runterfahren und die Beschäftigung verbessern.
Bildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift: DW-TV: Gucken wir uns doch mal im einzelnen an, wie sich die Länder schlagen!In dem aktuellen Ranking auf Platz 1 Schweden vor Belgien, Deutschland hält sich im Mittelfeld auf Platz 6 und dann folgen Frankreich und Italien. Was ist jetzt noch zu tun bis 2010?
Michael Heise: Ja, Deutschland zeigt ganz gut was zu tun ist. Deutschland hat sehr stark verbessert in diesem Ranking von einem der allerletzten Plätze sind wir jetzt auf den Durchschnitt und in diesem Jahr wahrscheinlich auch über dem Durchschnitt. Das Stichwort sind Reformen, Reformen in den Unternehmen mit den Belegschaften, aber eben auch Reformen der Politik insbesondere am Arbeitsmarkt die positive Wirkungen in Deutschland gehabt haben. Ich glaube, dass sollte auch ein Modell für andere Länder sein auch hier fortzusetzen mit den entsprechenden Anstrengungen.
Interview: Katrin Prüfig
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