02.05.2007  
     
 
Windkraft – kein Geiz in Schottland
 
  Im Norden Europas bläst der Wind kräftig - ganz besonders über den britischen Inseln. So hat Schottland mehr Windreserven als Dänemark und Deutschland zusammen. Und dieses Potential wird noch längst nicht ausreichend genutzt. Das soll sich nun ändern.

Bis zum Jahr 2020 wollen die Schotten 40 Prozent ihres Energiebedarfs aus regenerativen Energiequellen decken. In dem kleinen Ort Whitelee entsteht gerade mit deutscher Hilfe ein riesiger Windpark. 140 Turbinen sollen bald die naheliegende Stadt Glasgow mit über 500.000 Einwohnern mit Strom versorgen. Nach dem Willen von Scottish Power wird Whitelee Europas größter Windpark auf dem Festland. Das Unternehmen gehört zu den größten Entwicklern von Windenergie in Schottland und steckt 450 Millionen Euro in den Ausbau. Bis sich die Windräder drehen, gibt es viele Hürden zu überwinden: Genehmigungen dauern oft Jahre, Einwohner und Regionalpolitiker müssen überzeugt werden. Erfahrung mit Großprojekten hat Scottish Power bereits beim Bau des Windparks Blacklaw gesammelt. Der bisher größten Anlage in Schottland.
Wir waren vor Ort und haben mit den Ingenieuren und Managern gesprochen.
 
 
 
Made in Germany: Windkraft
 
 
MIG 02.05.2007, 14:58 # 0 Kommentare
 
 
     
  02.05.2007  
     
 
Biotech – Hoffnung für Sachsen-Anhalt
 
  Der kleine Ort Gatersleben liegt in Sachsen-Anhalt, einem Bundesland, aus dem Menschen eigentlich eher fortziehen als sich ansiedeln. Doch seit wenigen Jahren hat hier eine erfolgreiche Branche Fuß gefasst. Die Bio-Technologie.

Green Gate Gatersleben, das bedeutet riesige Flächen an Gewächshäusern, Laboren und Feldern. Und es bedeutet ein erfolgreiches Wissens-, Forschungs- und Unternehmenscluster. Siebzehn Firmen und wissenschaftliche Institute mit 160 Forschern und Mitarbeitern bilden in Gatersleben einen Ort gegenseitigen Austauschs... und einen kleinen Leuchtturm in einer strukturschwachen Region.
Grit Hofmann besucht das größte und erfolgreichste Unternehmen in Gatersleben: SUNGENE GmbH. Es wurde 1998 gegründet und ist heute eines der größten Biotech-Unternehmen in Deutschland.
 
 
 
Made in Germany: Biotech
 
 
MIG 02.05.2007, 14:57 # 0 Kommentare
 
 
     
  02.05.2007  
     
 
Gewerkschaftskrise – Reformen bei der IG BAU
 
  Die IG BAU (Bauen-Agrar-Umwelt) kämpft um ihre Existenz. Die viertgrößte Gewerkschaft im DGB hat in den vergangenen Jahren massiv Mitglieder verloren. Nur noch 368 000 zählte sie Ende 2006 – halb so viele wie zehn Jahre zuvor.

Ein Aderlass, der an die Substanz geht, auch finanziell. Sogar Mitarbeiter musste die Gewerkschaft schon entlassen, um Kosten zu sparen.

«Wir müssen wieder näher ran an unsere Mitglieder, das ehrenamtliche Engagement stärken und eine "Mitmachgewerkschaft" werden», verlangt der Vorsitzende Klaus Wiesehügel. Darum reformiert die IG-BAU ihre Strukturen, will ihre Gewerkschaftsarbeit in Zukunft viel mehr als bisher in die Betriebe tragen und dort verstärkt neue Mitglieder werben.
Eine Aufgabe für die Gewerkschaftssekretäre wie Hivci Kalayci aus Berlin. Für den bedeutet das: rein in die Gummistiefel und rauf auf die Baustellen. Denn hier sitzen die neuen potentiellen Mitglieder. Und die wollen erst einmal überzeugt werden, warum jetzt entgegen dem Trend gerade sie jetzt in die IG BAU eintreten sollen.
 
 
 
Made in Germany: Gewerkschaftskrise
 
 
MIG 02.05.2007, 14:56 # 0 Kommentare
 
 
     
  02.05.2007  
     
 
Studiogast – Bernhard Jünemann zur Siemens-Krise
 
  Bernhard Jünemann ist Finanzmarktexperte und stellvertretender Chefredakteur bei Börse Online. Wir sprachen mit ihm über die Krise bei Siemens und VDO.

DW-TV: Bernhard Jünemann ist unser Gast, stellvertretender Chefredakteur von Börse-Online. Warum will Siemens die Tochter VDO verkaufen, wo dort doch eigentlich alles prima läuft?

Bernhard Jünemann: Ja, aber noch nicht gut genug auf die Zukunft bezogen. Es sind gewaltige Investitionen in diesem Bereich, in der Automobilzulieferung nötig. Und Siemens hat sich entschieden, diese Investitionssummen nicht selbst aufzubringen, sondern über die Börse aufzunehmen. Eigentlich ein ganz kluger Schachzug, dass muss man jetzt durchsetzen, oder man nimmt einen strategischen Investor mit hinein.

DW-TV: Eine Entscheidung in Sachen VDO die auch Klaus Kleinfeld noch mitgetroffen hat, der jetzt scheidende Siemenschef. Was muss ein neuer Chef anpacken bei Siemens, jetzt in dieser Situation?

Bernhard Jünemann: Eigentlich nicht soviel Neues, denn Herr Kleinfeld hat eigentlich das, was Herr von Pierer vorher liegengelassen hat, wirklich aufgenommen und umgesetzt. Er hat die Handysparte verkauft unter unglücklichen Umständen mit der späteren Insolvenz. Man hat ein Gemeinschaftsunternehmen mit Nokia im Bereich der Telekommunikation gemacht und hat eben auch die anderen Bereiche, da wo es sehr gut läuft, mit besseren Renditezielen versehen, beispielsweise im Bereich Automation and Drives und im Bereich Medical Solutions. Er hat also eigentlich alles richtig gemacht und deswegen auch diese hervorragenden Zahlen abgeliefert. Der Neue muss nur das weiter fortführen, aber wir haben jetzt natürlich erst einmal ein gewisses Führungsvakuum. Herr Kleinfeld bleibt noch. Er wird jetzt natürlich nicht mehr so entscheidungsfreudig sein. Und der Neue muss sich erst einmal ein bisschen einarbeiten. Also, bis Ende des Jahres wird Siemens eine kleine Führungsschwäche haben. Wir haben auch von Börse-Online die Aktie erst einmal auf Halten zurückgestuft.

Bildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift: DW-TV: Wir wechseln das Thema: Bio-Technologie in Deutschland. Gucken wir einmal, wie viele Biotechnologie-Unternehmen sich in Deutschland insgesamt so tummeln, die "Grüne" und die "Weiße Biotechnologie", nämlich die, die sich mit medizinischen Präparaten befassen: 1996 waren es 290 Unternehmen, 2003 stieg die Zahl auf 530 und 2006 – im vergangenen Jahr – nur noch 480. Was ist da passiert?

Bernhard Jünemann: Das ist kein Trend, das sind Schwankungen. Es ist natürlich eine risikoreiche Geschichte. Da scheidet der eine oder der andere wieder aus. Und es gab auch eine gewisse Konsolidierung. Da haben sich manche Pharmafirmen bei den Biotechnologie-Unternehmen im medizinischen Bereich eingekauft und deswegen ging es auch wieder ein bisschen zurück. Insgesamt ist das aber weiterhin ein Wachstumsmarkt. Und die Deutschen stehen inzwischen in der "Weißen Biotechnologie" auch gar nicht so schlecht dar, sondern sogar sehr gut.

DW-TV: Es heißt, das wird ein Jahr der Entscheidungen jetzt 2007, was heißt das?

Bernhard Jünemann: In der Tat, es wird das erste biotechnologisch hergestellte Medikament geben von der Firma GPC Biotech, Satraplatin ist das, ein Krebsmedikament gegen Prostatakrebs, das dann in Amerika zugelassen wird. Der Zulassungsantrag wurde gestellt und die Aufsichtsbehörde FDH hat auch eine schnelle Bearbeitung zugesagt. Und das wäre dann sozusagen der Durchbruch. Das ist ein Medikament mit ungefähr fünfhundert Millionen Euro Umsatzvolumen.

DW-TV: Was passiert, wenn es floppt?

Bernhard Jünemann: Jetzt wahrscheinlich nicht mehr, aber in anderen Fällen ist es natürlich so, es wird immer klinisch getestet über die Jahre hinweg. So eine Entwicklung dauert acht bis zehn Jahre. Und wenn es dann floppt, muss man wieder von vorne anfangen, wenn die klinischen Tests versagen. Und das ist natürlich für diejenigen bitter, die vielleicht Aktien einer Biotechnologiefirma gekauft haben, da gibt es meistens einen ganz kräftigen Kursverlust.

Interview: Katrin Prüfig
 
 
 
Made in Germany: Studiogast Bernhard Jünemann
 
 
MIG 02.05.2007, 14:54 # 0 Kommentare
 
 
     
  02.05.2007  
     
 
SIEMENS – Umbau bei VDO
 
  Siemens VDO ist einer der führenden Automobilzulieferer für Elektronik. Nun will sich Siemens von VDO trennen und vor dem möglichen Börsengang soll die Firmentochter für die potenziellen Partner attraktiver werden. Und das ist möglicherweise unschön für die Belegschaft. Die IG Metall befürchtet, dass Produktionsstandorte, die Hälfte liegt in Hessen, geschlossen werden.

Einer dieser Standorte ist Wetzlar, 1.000 Mitarbeiter arbeiten hier. Letzte Meldungen waren ein Schock: Demnach soll Wetzlar zum Entwicklungsstandort umgebaut werden, die Produktion fiele damit weg.
Wir treffen zwei Mitarbeiter der Siemens VDO, beide seit Jahrzehnten in der Firma. Und besuchen ein Treffen von Betriebsräten der hessischen Standorte, die nun beraten, wie sie mit der Situation umgehen wollen.
 
 
 
Made in Germany: SIEMENS
 
 
MIG 02.05.2007, 14:52 # 0 Kommentare