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| Indien ist der "shooting star" Asiens und bietet gerade für mittelständische Unternehmen gute Möglichkeiten. Zum einen lockt ein riesiger Binnenmarkt mit einer wachsenden kaufkräftigen Mittelschicht. Zum anderen ist Indien längst ein hochinteressanter Partner für Outsourcing-Aktivitäten. Made in Germany begleitet eine Gruppe Chemie-Unternehmer beim Erkunden des Marktes und besucht mit ihnen eine Firma in Mumbai. Besonders interessant: Der Gruppenleiter: Als Inder hat er vor 25 Jahren eine Biotech-Firma in Hamburg gegründet. Er kennt also beide Welten sehr gut. Eine Reportage von Michael Wetzel. Wäsche waschen. Hier wird es zur Kunst. Mitten in Mumbai. Hunderte Männer stehen den ganzen Tag in einer Seifenlauge und waschen. Mit einfachsten Mitteln und viel Körpereinsatz. Hier kommen Ausländer eher selten hin. Die hier sind sozusagen vom Fach. Deutsche Mittelständler aus der Chemiebranche. Sie suchen Geschäftskontakte in Indien. Ein bisschen Seife, mehr Chemie kommt hier zwar nicht zum Einsatz. Aber - das müssen auch die Deutschen anerkennen - das Ergebnis, das kann sich sehen lassen. Ingo Breuer ist von der Helmut Breuer GmbH, einer Firma, die Kunststoff verarbeitet. Er ist beeindruckt: "Man sieht auch wie improvisierfähig die Leute hier sind. Wenn man sieht, dass sie mit einfachsten Mitteln eben diese Ergebnisse kriegen. Das heißt also sie müssen sehr gut improvisieren können und haben 'ne gewisse Findigkeit." Die Firma von Peter Geiger stellt in Deutschland Präzisionsgeräte her. Geiger meint: "Ich wär froh, wenn meine Mitarbeiter in der Firma auch sehen könnten wie hart hier gearbeitet wird. Nicht dass ich mir wünschte, dass jeder so arbeiten muss. Aber einfach um 'nen Eindruck zu bekommen, wie hart das Leben hier in Indien sein kann." Und in Indien will Peter Geiger seine Produkte verkaufen, Maschinen zur Verarbeitung von Chemikalien. Denn trotz der Armut ist überall der Aufbruch zu spüren. Die Menschen scheinen ungeheuer motiviert und einfallsreich. Sicher ein Grund für den rasanten Aufschwung von Indiens Wirtschaft. Der lockt immer mehr Ausländer an. Auch aus Deutschland. Offizieller und feierlicher Auftakt der deutschen Delegationsreise. Insgesamt sind mehr als 80 mittelständische Unternehmer nach Indien gekommen. Nicht nur aus der Chemiebranche, aus fast allen Bereichen. Erster Schritt: Kontakte machen. Für viele ist es der erste Aufenthalt in Indien. Und wenn die Besprechungsräume knapp werden, dann reicht auch das Hotelzimmer für Hintergrundgespräche. Ragi Raghavan ist Herausgeber einer Fachzeitschrift, eine Kapazität in der indischen Chemiebranche. Die ist im Umbruch, erklärt er. Seit ein paar Jahren muss sie sich der internationalen Konkurrenz stellen. Und die Global Player, die sind längst im Land. Aber was ist mit den vielen kleinen indischen Chemieunternehmen, fragt Peter Geiger. Sind die auch schon soweit, Produkte aus Deutschland zu kaufen? Und können sie sich das leisten? "Absolut!" sagt Ragi Raghavan. Fast alle Firmen, die jetzt investieren, wollen das Beste haben, das es zu kaufen gibt. Materialien, Chemikalien, Laborinstrumente. Sie wollen das Beste, was es auf dem Markt gibt. Sie müssen ja auch das Beste liefern, schließlich wollen das die Kunden so!" Die Gegensätze in Indien, sind für die Deutschen manchmal schwer zu begreifen. Trotzdem wollen die Mittelständler am Boom Indiens teilhaben. Peter Geiger:,"Der ideale Partner wäre der, der sagt: Ok, das ist ein tolles Produkt, was Du hast. Wir bieten Dir 'n Service, wir sind bereit, auch Geld zu investieren und Zeit, um nen Markt zu entwickeln." Auch das ist Indien. Ein High-Tech-Labor. Die deutsche Firma Altana forscht hier seit ein paar Wochen. Indiens Chemiker gelten als gut ausgebildet. Und das Einstiegsgehalt liegt bei gerade mal 15 Prozent des vergleichbaren deutschen Lohns. Auch das ein Grund, hier zu investieren. Die Laborgeräte und die Sicherheitstechnik kommen aus Deutschland. High-Tech neben Armut. Das müssen die Gäste aus Deutschland erstmal verarbeiten. Peter Geiger will sich dazu Zeit nehmen. Auch wenn die ersten Eindrücke durchaus positiv sind: "Zumindest was deutsche Firmen betrifft sehr professionell", meint er. Sehr profesioneller Auftritt. Sehr gute Leute da. Für indische Verhältnisse sicher außergewöhnlich. Sicher nicht Standard." Dann geht es los, Richtung Flughafen. Fast eine Woche werden die deutschen Mittelständler durchs Land reisen. Auf der Suche nach dem 'idealen Partner'. |
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DW-TV: Thomas Straubhaar, warum ist es für uns Europäer auch für uns Deutschen offenbar leichter, den Draht nach Indien zu finden als beispielweise nach China? Thomas Straubhaar: Weil Indien eben uns Europäern näher liegt, nicht nur geografisch, sondern auch von der Geschichte her. Die englische Sprache ist weit verbreitet in Indien. Sie können sich in Indien mit Englisch wunderbar verständigen. Zweitens ist es eine Demokratie, das heißt auch von da aus gesehen uns Europäern von der Kultur her recht nahe. Und drittens die Rechtsstaatlichkeit ist ganz wichtig, dass eben das indische Recht letztlich sich an den europäischen Grundsätzen orientiert. So dass wir dort mit unserem Wissen dann auch Geschäfte machen können. DW-TV: Und auch verlässliche Partner haben! Thomas Straubhaar: Und verlässliche Partner haben. Die Eigentumsrechte sind respektiert. Wenn ein Vertrag einmal geschlossen, wird er auch eingehalten. DW-TV: Der Handel Deutschlands mit Indien Ist sehr viel schneller gewachsen als erwartet, im vergangenen Jahr wurden Waren im Wert von mehr als 10. Milliarden Euro gehandelt und bis zum Jahr 2010 soll es sich noch mal verdoppeln auf 20. Milliarden Euro. Bei allem Optimismus - ist das ein Markt, in dem tatsächlich auch kleinere und mittlere Unternehmen Fuß fassen können? Thomas Straubhaar: Absolut, wobei eben 'klein' und 'mittel' ja bedeutet, dass man sich einen Partner suchen muss. Das können Partner sogar auch aus Deutschland sein. Dass man gemeinsam versucht, den indischen Markt zu bearbeiten, es können aber auch sehr gut Partner in Indien sein, mit dem zusammen man dann versucht, Geschäfte zu machen. Wobei vielleicht eine Warnung doch auch anzubringen ist: es ist eben ein anderer Markt, ist eben Ausland für deutsche Mittelständler. Also, man muss sich schon dem entsprechend besser vorbereiten. DW-TV: Welche Risiken sehen Sie? Thomas Straubhaar: Risiken bestehen erstens darin, dass bei solchen Wachstumsraten wie Sie es eben geschildert haben, auch eine Überhitzung stattfinden kann. Dass man dann vielleicht auch in Dinge investiert, die unter Konkurrenzbedingungen von anderen auch bearbeitet werden, so dass plötzlich ein Überangebot an gewissen Dingen verfügbar ist. Und das zweite Risiko, dass auch dort in Indien die Kosten steigen werden, so dass die Gewinne nicht unendlich einfach zu erreichen sein werden. DW-TV: Ein erheblicher Teil der indischen Bevölkerung, nämlich ein 1/4, ist ja noch von jeglichem Wohlstand abgekoppelt. Sehen Sie auch da Risiken, also sozialen Sprengstoff? Thomas Straubhaar: Absolut, also ich denke, das ist, wie wir es früher auch in anderen Ländern gehabt haben, diese Zweiteilung letztlich der Gesellschaft, in welche, die mithalten können im weitesten Sinne mit Globalisierung, und andere, die eben vergleichsweise noch stark zurückgeworfen oder zurückgeblieben sind, und das wird Spannungen geben, wobei in Indien sicher weniger stark als beispielsweise in China, dort ist die Spannung noch viel größer. DW-TV: Mit welchen Folgen? Thomas Straubhaar: Die sozialen Folgen werden natürlich sein, dass sie nicht auf ewige Zeiten diese Unterschiede belassen können, dass dann auch diejenigen, die glauben, dass Sie weniger haben mehr beanspruchen werden, und dass kann dann eben soziale, gesellschaftliche und damit auch politische Spannungen auslösen. Interview: Katrin Prüfig |
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| Einige, besonders zähe und durchsetzungsfähige Frauen haben es in Russland bereits auf den Chefsessel von bedeutenden Unternehmen geschafft. Eine von ihnen ist Nadja Kopytina. Die 36-Jährige ist die Eigentümerin der Lebensmittelfirma Ledovo. Nadja Kopytina verkauft Meeresfrüchte und Champignons. Durch viel Arbeit und Geschick hat sie es innerhalb von 10 Jahren aus der ärmlichen sibirischen Provinz bis in die Moskauer Oberschicht geschafft. Kopytina hat sich weder von der Finanzkrise 1998 noch von der überbordenden Beamtenwillkür in Russland unterkriegen lassen. Christoph Wanner über die Selfmade-Millionärin. | ||||||||
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| Dabei hat er sich als Konzernlenker einige Patzer erlaubt. Angefangen beim Verkauf der Stahlsparte, als TUI noch Preussag hiess. Gleich nach dem Verkauf begann der weltweite Stahlboom, mit riesen Gewinnen für die Stahlproduzenten, Preussag hingegen ging leer aus. Seine Antwort auf die Krise: Er baute den Tourismus-Konzern TUI auf. Zunächst mit grossem Erfolg. Doch dann kam der Terroranschlag am 11. September in New York. Die Buchungszahlen schrumpften zusammen. Und wieder die Flucht nach vorne: Nun versuchte Frenzel im weltweiten Frachtgeschäft Geld zu verdienen: mit dem Kauf des Schiffahrtsunternehmen Hapag-Lloyd. Doch schnell wurde der TUI-Chef auf den Boden der Tatsachen geholt. Denn Frenzel hatte zu spät zugegriffen und zu viel Geld gezahlt. Viel Geld verdient TUI nicht mit Hapag-Lloyd. Die Zeit der grossen Gewinne in dieser Branche sind vorbei. Inzwischen ist seine eigene Bilanz so rot wie das Logo des TUI-Konzerns. Derzeit verbrennt er täglich 2,3 Millionen Euro. Das soll sich mit dem Kauf des britischen Reiseveranstalters First Choice jetzt ändern. Frenzels letzte Chance, fragt sich der MIG-Reporter Manuel Özcerkes. |
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| Sechs Prominente verraten uns ihr Favourite. Zum Beispiel Brigitte von Boch, Hotelbesitzerin und Ehefrau des Porzellanunternehmers Wendelin von Boch (Villeroy & Boch). Ihr Favourite ist eine Suppenschüssel, ein Erbstück, das noch heute die Familie jeden Samstag an einen Tisch bringt. Wolfgang Grupp von Trigema, Textilunternehmer, Roland Berger, Unternehmensberater oder Bastian Fassin, Katjes-Erbe: sie alle haben eines gemeinsam - ein Favourite und einen Auftritt bei Made in Germany. In dieser Sendung stellt uns Klaus Jacobs sein Favourite vor. Klaus Jakobs - Spross der gleichnamigen Kaffee-Dynastie, und mit Barry Callebaut und Adecco Chef von Schokoladen- und Personalvermittlungskonzernen. Sein liebstes Stück - ein Stehpult, an dem der Multimillionär so manche wichtige Unternehmensentscheidung getroffen hat. Manuela Kasper-Claridge und Ute Schneider. |
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