07.03.2007  
     
 
Studiogast: Claudia Funke, Unternehmensberaterin
 
 
DW-TV: Frau Funke, die Chancen für Frauen im mittleren Management seien besser denn je, heißt es. Stimmt das?

Claudia Funke: In Zahlen zeigt sich das leider noch nicht ganz. Tatsache ist, dass der Anteil von Frauen in Managementpositionen noch nicht gestiegen ist. Wahr ist allerdings, dass immer mehr Unternehmen richtig in Frauen investieren und teilweise in familienfreundlichere Arbeitsplätze.

DW-TV: Warum? Was haben die Chefs erkannt?

Claudia Funke: Nun, gemischte Teams erzielen besserer Ergebnisse. Das gilt in der Beratung, wie auch - und das ist wissenschaftlich nachgewiesen - in anderen Bereichen auch. Und insofern wollen die Unternehmen nicht auf das Potenzial von solchen Teams verzichten.

DW-TV: Aber Sie sagen, im Management spiegelt sich der Trend von starken, erfolgreichen Frauen noch nicht - wo hängt's?

Claudia Funke: Das Problem in Deutschland ist wie folgt: die Kinderbetreuung, gerade von Kleinkindern ist eine ziemliche Katastrophe, wenn ich ehrlich bin. Es gibt nur 12 Krippenplätze für 100 Kinder im Bundesdurchschnitt, das ist ein Problem. Das zweite Problem ist, dass in vielen Familien noch ein sehr traditionelles Rollenmodell vorherrscht, d.h. der Mann arbeitet und die Frau ist zuhause bei den Kindern oder arbeitet nur wenige Stunden pro Woche.

DW-TV: Aber dazu braucht es natürlich auch Frauen, die das mitmachen?

Claudia Funke: Ja, in der Tat.

DW-TV: Sind die Frauen auch zum Teil selbst schuld, dass es nicht weiter vorwärts geht?

Claudia Funke: Wir Frauen haben natürlich auch einen massiven Anteil daran und ich kann immer nur sagen, Neugierde, Mut, Leidenschaft und eben das Gefühl, nicht in solche Rollenclichés passen zu wollen, helfen natürlich enorm.

DW-TV: Mut ist ein gutes Stichwort. Eine Studie hat ergeben, dass Frauen sehr viel weniger risikobereit sind und das auch ein Hemmnis ist auf der Karriereleiter. Sehen Sie das auch so?

Claudia Funke: Das stimmt. Das trifft nicht für alle Frauen zu, deshalb gibt es ja auch immer wieder positive Beispiele. Allerdings, in der Erziehung von Frauen wird schon vieles dahingehend eingestellt, dass sie später nicht ganz so stark ihre Punkte machen und das Risiko so sehr lieben.


Bildunterschrift: Großansicht des Bildes mit der Bildunterschrift:
DW-TV: Lassen Sie uns darüber sprechen, was Frauen verdienen. Wir haben das Durchschnittseinkommen von Frauen in Europa verglichen und es gibt tatsächlich erhebliche Unterschiede: In Italien verdienen Frauen 6 Prozent weniger als die Männer im Schnitt, in Polen und Frankreich sind es um die 10 Prozent und in Deutschland sogar 23 Prozent weniger! Wie kann das sein?

Claudia Funke: Tatsache ist, dass in der Altergruppe unter 30 wir Frauen mittlerweile sogar etwas mehr verdienen als die männlichen Kollegen. Danach tut sich aber die Schere gewaltig auf, dafür gibt es zwei Gründe: erstens, Frauen landen doch noch häufiger in den weniger bezahlten, sozialen Berufen und der zweite Grund ist, dass zwischen 30 und 40 die Karriere dann oftmals auch wegen Kinder stoppt und Frauen dann eine lange Pause machen und nachher den Vorsprung dann nicht mehr aufgeholt bekommen.

DW-TV: Das sind wir dann wieder in der "Kind als Karriere-Hemmnis-Falle" - wie war das bei Ihnen, Sie sind ja auch in der Altergruppe zwischen 30 und 40?

Claudia Funke: Bei mir hat sich herausgestellt, dass es vor allem auf folgenden Dinge ankommt: ich würde sagen, große Neugierde, Angstfreiheit, auch sehr, sehr viel harte Arbeit und Glück. Nämlich das Glück im Leben auch auf die richtigen Menschen zu treffen, die letzten Endes diese Idee "Follow your own passion - Folge deiner eigenen Leidenschaft" immer sehr stark mitgefördert haben und auch gut fanden, so wie ich das jetzt auch versuche zu vermitteln.

DW-TV: Das kann man aber schlecht als Rat mitgeben an Frauen, die es vielleicht auf die Karriereleiter nach oben schaffen wollen. Wenn jemand ins Top-Management möchte, was muss er mitbringen?

Claudia Funke: Genau diese Eigenschaften: also Talent natürlich, Wissen, Können, Superideen und in der Tat das nötige Selbstbewusstsein, seine Punkte auch vertreten zu können.
 
 
 
Made in Germany: Studiogast Claudia Funke
 
 
MIG 07.03.2007, 17:19 # 0 Kommentare
 
 
     
  07.03.2007  
     
 
Christina Herbst - Die Landwirtin
 
  Eigentlich sollten ihre beiden älteren Brüder den Hof übernehmen, doch die winkten ab. Nun tritt die gelernte Wirtschafterin des Landbaus in die Fußstapfen ihres Vaters und gehört damit, zu den ganz wenigen Frauen in Deutschland, denen ein landwirtschaftlicher Betrieb gehört. Christina Herbst ist Landwirtin und Unternehmerin zugleich. Sie kümmert sich um 650 Schweine und eine Schafherde, bewirtschaftet zusammen mit ihren Angestellten rund 130 Hektar Land. Dazu kommt noch die Büroarbeit. Noch ist Christina Herbst ohne Kind und Kegel. Doch eine Familie wünscht sie sich. Wie sie das alles unter einen Hut bringen kann, weiß sie noch nicht. Aber an Optimismus und Stehvermögen hat es ihr noch nie gefehlt, sonst hätte sie wohl auch nicht den Betrieb ihrer Eltern übernommen. Unsere Reporterin Bettina Thoma hat sie einen Tag lang begleitet.

 
 
 
Made in Germany: Christina Herbst
 
 
MIG 07.03.2007, 17:18 # 0 Kommentare
 
 
     
  07.03.2007  
     
 
Roya Ulrich - Die IT-Spezialistin
 
  Hier leitet sie die Einführung der neuen RFID-Funkchip-Technolgie. Vorm Computer sitzt sie dabei eher selten. Sie hat mehr mit Menschen zu tun. Analysiert die Produktion, spricht mit Technikern und Arbeitern. Informatiker sind längst keine reinen Programmierer mehr. Und das macht den Beruf auch für immer mehr Frauen attraktiv. Je weiter die Computertechnik in allen Branchen vordringt, umso gefragter sind Spezialisten wie sie. In den Unternehmen herrscht Mangel an Informatikern. Die Studenten der TU Darmstadt - eine der IT-Kaderschmieden in Deutschland werden schon lange vor dem Abschluss heiß umworben. Das Studium ist kompliziert, über die Hälfte der Studenten schmeißt hin. Doch wer durchhält, und das sind auch immer mehr Frauen, hat einen Job mit Zukunft so gut wie sicher, hat unsere Reporterin Claudia Lasczcak erfahren.

 
 
 
Made in Germany: Roya Ulrich
 
 
MIG 07.03.2007, 17:17 # 0 Kommentare
 
 
     
  07.03.2007  
     
 
Heike Maria Kunstmann - Die Männerversteherin
 
  Es ist der - gemessen an Umsatz und Beschäftigtenzahl - wichtigste Branchenverband des Landes und eigentlich eine reine Männerveranstaltung, ältere Herren hauptsächlich, ebenso wie bei der Gewerkschaft IG Metall. In einem solchen Umfeld muss man verstehen, wie Männer ticken, besonders dann, wenn wie jetzt, eine neue Tarifrunde ins Haus steht. 6,5 Prozent mehr Lohn fordert die IG Metall und deshalb besucht Kunstmann gerade einige der knapp 6000 Mitgliedsfirmen von Gesamtmetall.
Unser Reporter Hagen Tober hat die 41-jährige begleitet.

 
 
 
Made in Germany: Heike Maria Kunstmann
 
 
MIG 07.03.2007, 17:16 # 0 Kommentare
 
 
     
  07.03.2007  
     
 
Karen Heumann - Eine wie Keine
 
  Karen Heumann hat es geschafft. Erst 41 Jahre alt und bereits seit 2004 Strategiechefin bei Jung von Matt (350 Millionen Euro Jahresumsatz, 560 Mitarbeiter). In ihren Strategien steckt jede Menge Fleißarbeit, 70 Stunden pro Woche. Selten verlässt sie ihr Büro vor 22 Uhr. Und sie ist so erfolgreich, dass kaum eine Frauen-, Wirtschafts- oder Fachzeitschrift ihr nicht das Etikett "Powerfrau" angeheftet hat. Unsere Reporterin Dorothea Topf hat sich einen Tag lang an die Fersen der Wirtschaftswissenschaftlerin in Hamburg geheftet.  
 
 
Made in Germany: Karen Heumann
 
 
MIG 07.03.2007, 17:16 # 0 Kommentare