28.02.2007  
     
 
Die deutsche Schadstoffdebatte: Brumm-Brumm ade?
 
  Kaum hatte die EU-Kommission in Brüssel Anfang des Monats angekündigt, ab 2012 europaweit nur noch einen Schadstoffausstoß unter 130 Gramm pro Kilometer zuzulassen, schossen sich alle Kritiker auf die deutschen "Luxusschlitten" ein. Mercedes, BMW, Audi, Porsche - sie alle liegen weit über der Brüsseler Giftgrenze, während asiatische Hybrid-Modelle sauber dastehen. Aber übrigens auch nicht sauberer als Modelle von VW, Opel und Smart, der weltweite Primus, wenn's um Schadstoffausstoß geht. Dass Audi und VW das 3-Liter-Auto entwickelt haben, diese Modelle aber vom Markt nicht angenommen wurden, deutet auf ein weiteres Problem hin: Bisher war es vielen Autofahrern in Deutschland wichtiger, mit der Potenz seiner Edel-Karre ("Viagra in Chrom") statt mit seinem Umweltbewusstsein anzugeben. Unser Reporter Hagen Tober befragt auf der "Motorwelt Berlin", einer Automesse, Verbraucher und Hersteller.  
 
 
Made In Germany: Die deutsche Schadstoffdebatte
 
 
MIG 28.02.2007, 17:01 # 0 Kommentare
 
 
     
  28.02.2007  
     
 
Fraport Kairo - In Zusammenarbeit mit dem Handelsblatt
 
  Beispiel: Der internationale Flughafen von Kairo wird seit ca. 2 Jahren von Fraport gemanaged. Dabei hat Fraport erstmal kein Geld investiert sondern Personal: ein Team von 5 Managern soll den Flughafen der ägyptischen Hauptstadt in ein modernes und rentables Drehkreuz verwandeln. Manfred Baier ist damit der erste deutsche Flughafen-Chef im gesamten arabischen Raum. Eine Herausforderung.  
 
 
Made In Germany: Fraport Kairo
 
 
MIG 28.02.2007, 17:00 # 0 Kommentare
 
 
     
  28.02.2007  
     
 
Schüler als Chef - Ökonomische Bildung in Deutschland
 
  Die B.Braun Melsungen AG – einer der weltgrößten Hersteller für Medizintechnik – hat mit dieser und anderen Schulen der Region Partnerschaften geschlossen und den Schülern damit Türen geöffnet: Sie sind Chef ihrer eigenen Schülerfirma, sie durchlaufen Auslandspraktika in den globalen B.Braun-Niederlassungen und erhalten persönliche Karriereberatung und –Begleitung durch Mentoren.

Im Gegenzug rekrutiert der Konzern heute 60 Prozent seiner Auszubilden unter den Absolventen seiner Partnerschulen. Dank der immer zahlreicheren und immer engeren Kooperationen haben in den letzten zehn Jahren schon über 30.000 Schüler in Deutschland praktische Erfahrungen als Unternehmer gesammelt. Außerdem ist es an vielen Orten gelungen, Wirtschaft als Unterrichtsfach im Lehrplan zu verankern – als Investition in die Zukunft des Standortes Deutschland.

Made in Germany-Reporter Patrick Benning hat am Homberger Gymnasium beobachtet, wie Schule durch Wirtschaft zum Erlebnis wird.

 
 
 
Made In Germany: Schüler als Chef - Ökonomische Bildung in Deutschland
 
 
MIG 28.02.2007, 16:58 # 0 Kommentare
 
 
     
  28.02.2007  
     
 
Zimmer frei - Berlin, Stadt der leeren Betten
 
  22 Luxushotels machen sich gegenseitig Konkurrenz - und haben eigentlich nur die die Wahl zwischen eher schwacher Auslastung oder Dumping-Preisen. Die Hoteliers können nur träumen von einer finanzkräftigen Klientel, die in Paris, Tokio oder Los Angeles ohne mit der Wimper zu zucken 300 Dollar und mehr pro Nacht bezahlt. In Berlin trifft man sie nicht - oder noch nicht. Made in Germany-Reporter Christian Uhlig besucht die Luxushotels der Hauptstadt und fragt die Hotelmanager nach ihren Überlebensstrategien. Manche Hoteliers geben ihr Prestigedenken auf: zu Gunsten einer stimmigen Kalkulation. Da, wo einst David Bowie und Mick Jagger im legendären Szeneclub "Dschungel" die Nächte durchtanzten, stellt die Streletzki-Gruppe gerade ein Drei-Sterne-Plus-Hotel fertig. Konzipiert war es ursprünglich als Fünf Sterne-Hotel. Aber auch in der abgespeckten Version dürfen die Gäste mehr erwarten als Billigauslegeware und Plastikduschen. Das Ellington-Hotel soll im Art Deco-Stil der zwanziger Jahre erstrahlen.

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Reporter: "Schönen guten Morgen Herr Streletzki, 80.000 Hotelbetten haben wir in der Stadt und Sie bauen noch ein Hotel - sind sie des Wahnsinns?"

Julian Streletzki, Hotelunternehmer: "Ich glaube nicht. Ich werde Sie überzeugen, dass ich nicht des Wahnsinns bin. Wir haben ein besonderes Produkt. Ich zeig es Ihnen..."

Im März wird eröffnet - noch sieht es aber nach Baustelle aus. Das Hotel muss vom ersten Tag an Geld verdienen. Das ist Aufgabe der Hoteldirektorin Tina Palmowski.

Tina Palmowski, Direktorin Hotel Ellington: "Das ist jetzt eine unserer Suiten mit 30 qm und der freistehenden Badewanne. Die Suiten unterscheiden sich alle sehr: Wir haben zwei Suiten mit freistehender Badewanne, dann Suiten nur mit Dusche oder nur mit Badewanne..."

Er hatte mehr vor.

Reporter: "Das war ursprünglich als 5-Sterne-Hotel geplant..."

Julian Streletzki, Hotelunternehmer: "Richtig."

Reporter: "Was ist dazwischen gekommen?"

Julian Streletzki, Hotelunternehmer: "Ja die Banken wollten zum damaligen Zeitpunkt einfach nicht weiter finanzieren. Das ist vielen Berliner Hoteliers und Bauträgern so gegangen und da mussten wir ein neues Konzept entwickeln. Da hieß es, dass abgespeckt werden muss, dass die zu finanzierende Summe sich zu reduzieren hat und dabei ist dann halt das Drei-Sterne-Hotel entstanden - ohne Neubau."

Jetzt setzt Streletzki auf junge Berlintouristen mit kleinem Geld. Die günstigsten Zimmer kosten weniger als 90 Euro.

Tina Palmowski, Direktorin Hotel Ellington: "Das ist das kleinste Zimmer was wir haben, Standardzimmer mit16 qm. Der Platz ist super ausgenutzt, mit einer offenen Badezimmerlösung, die Toilette ist immer um die Ecke separat und man hat hier unten die Kofferablage, man hat einen Schrank, Minibar ist in diesem Schrank drin."

Mit 90 Euro kommt man hier nicht weit. Willkommen im Hotel de Rome. Der letzte Neuzugang auf dem Berliner 5-Sternemarkt - eine der Topadressen der Stadt. Die Zimmer kosten im Hotel de Rome ab 400 Euro aufwärts, Suiten bis über 4000 Euro. Das Haus ist an diesem Tag nur zu 30 Prozent belegt. Deshalb können wir uns in dem umsehen, ohne die betuchte Klientel allzu sehr zu belästigen.

Christina Jaksch, Hotel de Rome: "Hier befinden sich die ehemaligen Direktorenzimmer..."

Reporter: "Hier bringen sie Ihre liebsten Kunden unter, hinter dicken Ledertüren, man will es ja ruhig haben. Was kostet so eine Suite?"

Christina Jaksch, Hotel de Rome: "So eine Suite liegt über 2000 Euro."

Reporter: "Und dafür hat man dann verschrammte Wände?"

Christina Jaksch, Hotel de Rome: "Das sind Spuren aus dem 2. Weltkrieg, die hier noch sehr schön zu sehen sind: die Granatsplitter."

Historisches Ambiente und coole Designermöbel - damit will das Hotel de Rome sich unterscheiden. Keine Überraschung im Nasszellenbereich. Hier gibt es Bewährtes: Marmor bester Qualität, und wem die Badewanne zu klein ist, der kann sich im Wellnessbereich des Hotels austoben im 20 Meter langen Pool.

Hotelkunde: "Wir wollten mal etwas Neues ausprobieren und sind auch sehr begeistert. Luxusservice rundum, sowohl was die Zimmer angeht, was den Service angeht im Hotel, Frühstück war lecker und jetzt schwimmen wir noch ein bisschen und das ist der krönende Abschluss der Übernachtung."

Zufriedene Gäste sind für den Direktor des Hotel de Rome der schönste Ansporn - Aber nicht um jeden Preis.

Thies Sponholz, Direktor Hotel de Rome: "Wir werden auf keinem Fall die Preise reduzieren, um dadurch die größtmögliche Belegung zu generieren. Sondern es ist eher die Philosophie, dann Begehrlichkeiten zu schaffen und auch zu sagen: Dann lehnen wir eher ein Geschäft ab, weil wir unser Preisniveau halten wollen."

Zurück zum Drei-Sterne-Hotel Ellington, auf dem Weg in die Turmsuite. Julian Streletzki rechnet mit 80 Prozent Auslastung in seinem Hotel.

Julian Streletzki, Hotelunternehmer: "Hier vorne: Was Sie genau sehen können an der Ampel ist der am stärksten frequentierteste Punkt in Deutschland."

Eigentlich der ideale Ort, um sich mit einem Luxushotel zu verewigen.

Reporter: "Wenn Sie jetzt hier oben stehen, das ist ja ein echtes Highlight - als 5-Sterne-Tiger gesprungen, als Drei-Sterne-Kätzchen gelandet..."

Julian Streletzki, Hotelunternehmer: "Nein, da habe ich kein schlechtes Gefühl, da habe ich wirklich kein schlechtes Gefühl. Ich glaube ganz einfach an das Produkt. Ich glaube....lieber erfolgreich sein mit dem Drei-Sterne-Produkt. Wobei wir uns nicht über die Anzahl der Sterne definieren wollen, weil wir glauben ganz einfach, dass ein gutes Gefühl mit einem Hotel nichts mit der Anzahl der Sterne zu tun hat. Ich glaube, dass man erfolgreich sein muss und da kann man viel Spaß haben, wenn man nicht unbedingt ein 5-Sterne-Hotel hat."

Er verzichtet auf Prestige, dafür schläft er vermutlich besser.
 
 
 
Made In Germany: Zimmer frei - Berlin, Stadt der leeren Betten
 
 
MIG 28.02.2007, 16:57 # 0 Kommentare
 
 
     
  28.02.2007  
     
 
Studiogast: Thomas Straubhaar, Hamburgisches WeltWirtschaftsInstitut
 
  DW-TV: Professor Thomas Straubhaar vom Wirtschaftsforschungsinstitut HWWI. Sie unterrichten Wirtschaft an der Uni Hamburg. Bringen Ihre Schüler denn genügend Vorwissen mit?

Thomas Straubhaar: Das ist sehr unterschiedlich. Aber letztlich sind Schülerinnen und Schüler ja auch Menschen, die jeden Tag mit Wirtschaft zu tun haben. Das ist wie im Fußball: jeder glaubt dann, mitreden zu können, wer der beste Trainer ist und in diesem Sinne haben die schon ein sehr gutes Verständnis, was Wirtschaft ist.

DW-TV: Und haben sie auch Interesse an dem Thema?

Thomas Straubhaar: Sonst hätten sie es nicht gewählt. Ich denke, sie sind wirklich voll motiviert und spüren, dass das ein Thema ist, das sie lebenslang von A - Z mitbegleitet, dass sie das, was sie an der Uni lernen auch in der Praxis anwenden können.

DW-TV: Das sind ja nun schon die Studenten - aber wie würde man denn einem 15-Jährigen spannend vermitteln, was "Konjunktur" ist?

Thomas Straubhaar: Ich denke, das muss ähnlich passieren, wie auch im Beispiel über die Alltagspraxis, dass man die jungen Menschen durch praktische Erfahrung an das Beispiel Konjunktur und Wachstum und Veränderungen von Wachstum heranführt. Dass man sie etwas herstellen lässt und guckt, ob sie es irgendwo in einem Basar an den Mann, an die Frau bringen können und dann spüren sie sofort, was Konjunktur bedeutet.

DW-TV: Wirtschaft ist in vielen Bundesländern kein eigenes Fach und die Frage ist: Reicht es, wenn man irgendwie in den anderen Fächern mal so ein bisschen die Wirtschaft streift. Was ist Ihre Meinung?

Thomas Straubhaar: Meine Meinung ist eindeutig, dass Wirtschaft ein Querschnittsfach ist, was nicht unbedingt gezielt einzeln vermittelt werden muss, sondern dass sich im Prinzip jedes Fach wunderbar dafür eignen würde, wirtschaftliche Zusammenhänge zu vertiefen. In Erdkunde könnte man das Thema "Globalisierung" behandeln, in Französisch kann man gleich das Thema "Französische Wirtschaft" nehmen - also es gibt in jedem Fach genug Gelegenheiten Ökonomie anzuwenden.

DW-TV: Die Frage ist, wird das auch genutzt? Eine aktuelle Studie besagt, die Schüler wollen mehr, sie wollen "Wirtschaft" mehr lernen?

Thomas Straubhaar: Wunderbar! Dann kann man ja problemlos die eine oder andere Projektwoche zu diesem Thema gestalten und mal vertieft ein Thema von verschiedenen Blickwinkeln näher betrachten. Ich denke, dass wäre eine ganz gute Sache, um gerade junge Menschen für dieses wichtige Thema zu fesseln.

DW-TV: Stößt diese Forderung auch bei Lehrern auf offene Ohren, mehr Wirtschaft zu bringen?

Thomas Straubhaar: Das dürfte der Engpass sein. Ich denke, dass sich viele Lehrkräfte sehr schnell überfordert sehen, mit diesem komplexen Zusammenhängen, einfache Lehrinhalte zu vermitteln. Ich denke, wenn wir wirklich etwas verändern wollen, dann müssen wir bei den Lehrkräften ansetzen.

Interview: Katrin Prüfig
 
 
 
Made In Germany: Studiogast: Thomas Straubhaar, Hamburgisches WeltWirtschaftsInstitut
 
 
MIG 28.02.2007, 16:53 # 0 Kommentare