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DW-TV: Eine rheinische Frohnatur ist heute unser Gast: Klaus Deutsch, von Deutsche Bank Research, geboren in der Nähe von Bonn. Wie feiern Sie?
Klaus Deutsch: Mittlerweile gar nicht mehr im Karneval.
DW-TV: Warum nicht?
Klaus Deutsch: Die rheinischen Wurzeln sind hier in Berlin ein bisschen verloren gegangen.
DW-TV: Die anderen feiern wie gesehen - der Karneval ein Wirtschafts- und ein Stimmungsfaktor. Schauen wir uns die wirtschaftliche Stimmung auf den wichtigsten Märkten weltweit an, hier kommt unser DBIX!
Der Index wird jeden Monat frisch berechnet - von Deutsche Bank Research. Er bündelt die wichtigsten Konjunkturdaten aus Deutschland, den USA und Japan. Die deutschen Daten sammelt das renommierte Münchner Ifo-Institut. Es fragt jeden Monat die Stimmung bei Tausenden Unternehmern ab. In den USA werden 400 Einkaufsmanager nach ihren Erwartungen befragt. Und in Tokio trägt das Wirtschaftsforschungsinstitut ESRI die wichtigsten Daten zusammen.
Der aktuelle DBIX ist von den Hochs Anfang vergangenen Jahres relativ weit entfernt. Es gab Zeiten, da saßen die Spielverderber vor allem in Deutschland. Wo sitzen sie denn jetzt, Herr Deutsch?
Klaus Deutsch: Deutschland geht es derzeit sehr gut, aber die Amerikaner haben ein wenig Angst vor der Zukunft und dort stand die Wirtschaft im Herbst auf der Kippe, man wusste nicht recht, triftet sie ab in eine Rezession oder schafft sie einen sanften Schwung ins neue Jahr und nun sieht es so aus, als ob doch die Zahlen im Januar zunächst mal etwas mäßig für die Amerikaner aussehen.
DW-TV: Wir haben hier vor einer Weile diskutiert, dass der Immobilienmarkt das auslösende Element ist, weil die Häuserpreise ohne Ende stiegen. Wie ist die Situation jetzt?
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Klaus Deutsch: Na die Preisentwicklung ist nicht mehr da. Die Amerikaner können nicht mehr ihre täglichen Konsumgüter kaufen, in der Erwartung, dass sie das alles bezahlen können aus steigenden Immobilienpreisen. Die Investitionen lassen auch nach, man baut keine neuen Häuser mehr, und ist etwas vorsichtig in dem Bereich, aber auf der anderen Seite hat sich der Export gut entwickelt und der Aktienmarkt läuft ganz rund und die Amerikaner sind wieder etwas zuversichtlicher geworden, aber die aktuellen Daten sind nicht so stark wie im letzten Jahr und deswegen schwächt sich die Wirtschaft in den USA etwas ab.
DW-TV: Also alles etwas auf der Kippe: es könnte noch hoch gehen, es könnte aber auch runter gehen?
Klaus Deutsch: Ja, die Situation ist noch nicht entschieden und die Notenbank muss auch schauen, wohin sich die Dinge entwickeln. Im Moment ist die Unsicherheit recht groß.
DW-TV: Hat die zermürbende Situation im Irak eigentlich Auswirkungen auf die US-Wirtschaft?
Klaus Deutsch: Nur sehr indirekt, indem der amerikanische Staat sehr viel mehr Geld aufnehmen muss, um diese militärischen Maßnahmen zu finanzieren. Insofern vergrößert sich das Haushaltsdefizit. Aber für die amerikanischen Verbraucher hat sich bisher wenig gezeigt in den Daten, dort reagiert man nicht auf diese Situation.
DW-TV: Obwohl ja immer mehr Menschen auch auf die Straße gehen und dagegen protestieren.
Klaus Deutsch: Ja, die politische Haltung ist eine andere als das, was die Leute in den Geschäften einkaufen. Dort gibt es klare Unterschiede.
Interview: Katrin Prüfig
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