31.01.2007  
     
 
Porträt: Alfred Ritter - In Zusammenarbeit mit dem Handelsblatt
 
  Die Ritters sind Schwaben, praktisch und sensibel in Finanzdingen. Alfred der Dritte setzt noch einen drauf: er ist sparsam mit öffentlichen Auftritten, gilt als medienscheu. Er hat den Vorsitz im Aufsichtsrat. Sein Herz hängt aber an einem Solarenergiebetrieb, den er selbst aufgebaut hat. Für Ritter-Sport beschäftigte er einen Geschäftsführer, den er aber entlassen hat, weil ihm dessen Geschäftsstrategien missfielen. Ein Porträt von Ute Schneider.  
 
 
Made in Germany: Alfred Ritter
 
 
MIG 31.01.2007, 16:40 # 0 Kommentare
 
 
     
  31.01.2007  
     
 
Studiogast: Gustav Horn, Hans-Böckler-Stiftung
 
  DW-TV: Unser Gast heute ist Gustav Horn, Direktor am Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung. Lassen Sie uns darüber reden, was Arbeit in Deutschland kosten darf. Die meisten Gewerkschaften gehen voraussichtlich mit Lohnforderungen von 5-6 Prozent jetzt in die nächste Runde. Ist das angemessen?

Gustav Horn: Als Forderung sicherlich! Als Ergebnis erwarte ich eher Abschlüsse in der Gegend von 3-4 Prozent. Das können wir uns auch leisten. 3,5 Prozent werden durchaus verkraftbar. Das entspricht dem Zuwachs an Leistungsfähigkeit in Deutschland und auch der Inflationsrate.

DW-TV: Und das wird den Aufschwung nicht gefährden?

Gustav Horn: Auf keinem Fall im Gegenteil es wird ihn stützen, denn unsere große Schwäche war bisher die Binnennachfrage insbesondere der schwache private Verbrauch und der würde durch die Lohnerhöhung gestärkt.

DW-TV: Eine Schlüsselfrage ist dabei ja auch, hat die Lohnzurückhaltung bisher nicht auch Jobs in Deutschland gesichert? Jetzt mal völlig ab vom Aufschwung wir sehen hier gleich die Arbeitslosenquote die ja in den vergangenen 12 Monaten deutlich zurückgegangen ist von etwas über 11 Prozent auf klar unter 10 Prozent. Also, hat nicht die Lohnzurückhaltung der vergangenen Jahre hier Jobs gesichert?

Gustav Horn: Wir haben seit über 10 Jahren Lohnzurückhaltung und wir haben jetzt ein Jahr, wo tatsächlich die Beschäftigung gestiegen ist. Das ist ein etwas loser Zusammenhang. Im Einzelfall mag dies sogar der Fall sein gesamtwirtschaftlich sicherlich nicht, denn höhere Löhne sind höheres Einkommen und das stärkt die Binnenwirtschaft und die war gerade in den vergangenen Jahren wegen der Lohnzurückhaltung sehr schwach.

DW-TV: Trotzdem niedrigeres vergleichsweise niedrigeres Lohnniveau in Deutschland macht doch den Standort auch konkurrenzfähig gegenüber Billigstandorten in Asien oder in Osteuropa?

Gustav Horn: Man muss abwägen. Sicherlich stärken niedrigere Lohnabschlüsse die internationale Wettbewerbsfähigkeit, das ist geschehen. Das erklärt unseren Exportboom. Auf der anderen Seite schwächt es die Binnennachfrage und das erklärt unsere binnenwirtschaftliche Schwäche. Die Differenz aus beiden ist leider negativ.

DW-TV: Ist es eigentlich ein deutsches Phänomen, dass wir jetzt viele, viele Jahre der Lohnzurückhaltung hatten und die Arbeiter und Angestellte sagen, wir wollen jetzt mal eine dicken Schluck aus der Pulle?

Gustav Horn: Nein, Deutschland ist ein Extremfall, aber tatsächlich finden wir die Lohnzurückhaltung auch in anderen Ländern: Österreich ist zu nennen, die Niederlande und auch Frankreich. Überall sind die Löhne nur sehr mäßig gestiegen und die Gewinne gleichzeitig deutlich explodiert.

DW-TV: Und wie geht man in den Ländern mit dem Thema um? Gibt es da jetzt höhere Abschlüsse?

Gustav Horn: Sehr unterschiedlich. In Österreich sehen wir das noch nicht, dort wird es auch vernachlässigt. In Frankreich greift der Staat ab und zu ein und fordert auch höhere Abschlüsse, damit auch die Steuereinnahmen stärker sprudeln und dort werden auch die Mindestlöhne erhöht.

Interview: Katrin Prüfig
 
 
 
Made in Germany: Interview mit Gustav Horn
 
 
MIG 31.01.2007, 16:36 # 0 Kommentare
 
 
     
  31.01.2007  
     
 
Werkhaus: Behinderte Mitarbeiter gesucht
 
  Die Produkte sind auch in Tokio und Helsinki gefragt. Die Chefin Eva Danneberg will auch einen sozialen Beitrag leisten: indem sie möglichst viele Behinderte anstellt. Derzeit beschäftigt sie 20 Behinderte. Das ist ein Drittel des gesamten Mitarbeiterstamms - eine Quote, an die kaum ein deutsches Unternehmen heranreicht. Die Behinderten werden zum Teil eigens für die Firma ausgebildet. Werkhaus versucht beides zu erreichen: profitables und soziales Arbeiten. Eine Reportage von Grit Hofmann.  
 
 
Made in Germany: Werkhaus
 
 
MIG 31.01.2007, 16:34 # 0 Kommentare
 
 
     
  31.01.2007  
     
 
Burj Dubai: Für das wohl größte Gebäude der Welt - Fenster aus Bitterfeld
 
  Die Guardian Floatglas GmbH hat den lukrativen Auftrag an Land gezogen. Sie hat den High-Tech-Werkstoff "Sungard Silver" entwickelt, ein Sonnenschutzglas, das für den Einsatz in heißen Regionen ideal ist. Der Betrieb wurde 1996 vom US-Konzern Guardian Industries (Auburn Hill/Michigan) für 300 Mio. Euro errichtet. Heute arbeiten hier rund 400 Spezialisten. Täglich verlassen die Glasscheiben per Container das Werk, verschifft über Hamburg in die Vereinigten Arabischen Emirate. Hagen Tober berichtet.  
 
 
Made in Germany: Dubai
 
 
MIG 31.01.2007, 16:31 # 0 Kommentare
 
 
     
  31.01.2007  
     
 
Kinospaß: 3-D-Sound aus Deutschland soll weltweit Säle füllen
 
  Der Sound – ein 3-D-Sound, der auch leise Töne dem Zuschauer nahe bringen soll. Ein Hörgefühl also, als ob man als Zuschauer im Film mitspielt. Seitdem hat sich viel getan. Die Forscher haben sich zu Geschäftsführern gewandelt, sie vermarkten nun ihre Erfindung. Kinobetreiber in Deutschland und im europäischen Ausland nutzen die Technik von IOSONO. Jetzt hat sogar Hollywood angebissen. Wenn der US-Deal klappt, dann haben sie den Durchbruch geschafft. Eine Reportage von Oliver Hoesch.

Hier werden die Besucher nicht nur geschüttelt, sondern bekommen ordentlich auf die Ohren - gewissermaßen dreidimensional. Im Münchener Erlebniskino sorgen 432 Lautsprecher für das ganz besondere Klangerlebnis.

"Das war die perfekte Illusion, ganz tolles Erlebnis, war perfekt gemacht."

"Weil der Sound auch so von hinten kam und von der Seite und von überall her."

Nico Rössler leitet die Bavaria Filmstadt. Immer auf der Suche nach Attraktionen für seine Gäste...

Nico Rössler, Leiter Bavaria Filmstadt: "Für uns ist das sehr wichtig, weil wir alle paar Jahre was neues bieten müssen, erst wurde wurde auf 3D-, 4D-Kino umgestellt, wir haben einen Motion-Simulator, einen Bewegungssimulator hier drin und jetzt haben wir eben Iosono als Tonhologramm draufgesetzt und einen entsprechenden Inhalt selbst produziert und das kommt sehr gut an bei den Gästen und ist für uns natürlich wichtig auch als Marketinginstrument"

Wir fahren nach Ilmenau in Thüringen. Hier wurde die Technik für das Tonsystem entwickelt - im Fraunhofer Institut. Und von hier aus soll die Firma Iosono das System weltweit vermarkten.

Thomas Sporer hat das Klangsystem mitentwickelt. Das Herzstück ist eine Software, die die Klänge an ganz bestimmte Stellen im Raum verteilen kann.

Thomas Sporer von Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie IDMT und Gesellschafter bei Iosono: "Um auf den Markt zu kommen ist ein wichtiger Punkt, dass man preiswerter wird, das heißt: billigere Lautsprecher, billigere Verstärkertechnik, auch die Vernetzung zu verbessern."

Doch das kostet Geld. Bisher ist es hauptsächlich Wagniskapital, mit dem das Unternehmen finanziert wird. Und Iosono muss weiter expandieren. In diesen Tagen steht ein Gespräch mit einem großen Investor auf dem Programm - der hat schon fast zugesagt, sagt Thomas Sporer. Und hofft, dass der Vertrag schnell in trockenen Tüchern ist.

Das Marketing jedenfalls läuft - und liegt in Händen von Romy Schnelle. Sie will vor allem den Kinomarkt aufmischen. Deshalb präsentiert sie das Soundsystem am liebsten dort.

Soundbyte Präsentation: "Der Geist kommt jetzt in den Raum rein, befindet sich jetzt im Kinosaale, bewegt sich vorn an der Leinwand entlang, jetzt von Reihe zu Reihe zur letzten Stuhlreihe vorzukommen, bewegt sich weiter im Raum und geht langsam wieder von hinten nach vorne von Stuhlreihe zu Stuhlreihe - über die Köpfe der Leute hinweg - wieder entschwindend aus der Leinwand heraus."

Das große Geschäft wittert Iosono in den USA. Denn dort entstehen 80 Prozent der Filmproduktionen.

Romy Schnelle, Marketingleiterin bei Iosono erklärt: "Wenn wir im Kinobereich erfolgreich sein wollen, und das ist unsere klare Strategie für die USA - müssen wir dort praktisch mit Major-Filmstudios an Filmproduktionen arbeiten. Dort sind wir am Ball, stellen uns vor, präsentieren unsere Technologie und sind in guter Position, in den nächsten ein bis zwei Jahren einen Blockbuster auf den Markt zu bringen, der in Iosono produziert ist.

Soundbyte: Ihr seid die ersten, die hier lebend wieder kommen..."

Iosono indes plant schon weiter: Klappt der Durchbruch in den USA, soll das Soundsystem in zehn Jahren auch im normalen Wohnzimmer für perfekten Kinoklang sorgen.
 
 
 
Made in Germany: Sound
 
 
MIG 31.01.2007, 16:30 # 0 Kommentare