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| Der Brite Nick Moon kam in den 80er Jahren als Entwicklungshelfer nach Kenia. Damals wurden Spendengelder an die Bevölkerung verteilt. Viele Projekte schliefen wieder ein, nachdem die Helfer gegangen waren. Eine nachhaltig Wirkung blieb aus. Deshalb gründete er das Unternehmen Kickstart, das Entwicklungshilfe nun nach marktwirtschaftlichen Aspekten betreibt. Moon lässt in Nairobi Wasserpumpen und Ölpressen herstellen, Arbeitsplätze entstehen also im Land. Und die Maschinen werden dann an Landwirte in Kenia, Tansania und Mali verkauft und nicht verschenkt. Die Bauern erhalten sie nur, wenn sie sich zur Rückzahlung verpflichten. Und die Quote ist hoch. Mit Hilfe der Wasserpumpen können die Bauern nun ihren Lebensstandard deutlich verbessern, 3 - 4 Ernten im Jahr sind möglich. Kickstart selbst finanziert sich durch Spendengelder. Nach Moons Angaben konnten 40.000 Kleinunternehmen gegründet werden, viele Arbeitsplätze entstanden. |
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| 17.01.2007 |
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| Im Sommer 2002 betrat eine neue "Lichtgestalt" die Bühne der Berliner Republik: Peter Hartz, Personalvorstand der Wolfsburger Volkswagen AG. Er war vom Bundeskanzler persönlich ausgewählt worden, Leiter und Namensgeber für eine Regierungs-Kommission zur Reform des deutschen Arbeitsmarktes zu sein. Damals galt Peter Hartz als einer, der das Unmögliche schaffen sollte: Jobabbau ohne "Schmerzen". Die "Vier-Tage-Woche" bei Volkswagen, das Modellprojekt "5000 x 5000" – alles Hartz-Ideen. Mittlerweile sind die "Hartz"-Reformen in der deutschen Öffentlichkeit weitgehend diskreditiert. "Hartz IV", die umgangssprachliche Bezeichnung für das neue Gesetz zum Arbeitslosengeld, war sogar mal Anwärter für das Unwort des Jahres. Nun muss sich Peter Hartz vor Gericht verantworten, als eine Schlüsselfigur der Korruptionsaffäre bei VW. Mit Schmiergeldzahlungen in Millionenhöhe, so ermittelten Staatsanwälte, soll er sich das Wohlwollen der Betriebsräte erkauft haben. Patrick Benning und Kerstin Schweizer über Aufstieg und Fall des ehemaligen VW-Managers. ------------------------------------------------------------ Geschüttelt von mancher Krise war Europas Autobauer Nummer eins – die Wolfsburger Volkswagen AG. Und einer im Besonderen machte dabei von sich reden – als Freund der Arbeiter und Erfinder neuer Modelle für mehr Beschäftigung: VW-Personalvorstand Peter Hartz. Ideen, wie das Modell "5000 mal 5000", die er – gemeinsam mit Betriebsrats-Chef Volkert – umsetzte, klangen nach vernünftiger Politik. Peter Hartz im Jahr 2001, damals Volkswagen-Personalvorstand: "Wir reden über neue Beschäftigungsverhältnisse für überwiegend Arbeitslose aus Wolfsburg und strukturschwachen Regionen Deutschlands." Ein Problem hatte auch die Bundesregierung: Über vier Millionen Arbeitslose und die Last eines Versprechens. Bundeskanzler Gerhard Schröder im Jahr 1998: "Entweder, es gelingt, die Arbeitslosigkeit zurückzuführen, oder diese Regierung hat es nicht verdient, auch nur ein einziges Mal wiedergewählt zu werden." So kam es, dass aus dem Personalmanager Peter Hartz ein Kanzlerberater wurde – und schließlich auch der Chef einer Kommission zur Reform des deutschen Arbeitsmarktes. Und es gehört wohl zu seinem Wesen, dass Hartz überzeugt war, seine Vorschläge – die er im Sommer 2002 präsentierte – seien die Lösung des Problems: "Heute ist ein schöner Tag für die Arbeitslosen in Deutschland. ... Herr Bundeskanzler, wir haben hier die Zukunft für zwei Millionen Arbeitslose konzipiert. Ich wünsche Ihnen und uns viel Erfolg, dies umzusetzen." Bald schon sollte Peter Hartz der Kanzlerberater erneut aufsteigen – diesmal zum Prediger und Visionär, der die Eliten des Landes einschwor auf seine "Job-Revolution": "Arbeitslosigkeit ist mein ... Dein ... unser Problem ..." Und aus Politikern wurden Jünger – so wie Wolfgang Clement, Wirtschaftsminister 2002: "Das ist die Hartz-Fibel. Mit der ziehen wir jetzt durch die Republik, von Region zu Region, von Stadt zu Stadt." Doch das Volk wollte die Botschaft nicht hören. Vor allem die Reform des Sozial- und Arbeitslosengeldes – im Volksmund "Hartz IV" – trieb die Menschen auf die Straße. Und obwohl nicht alles, was Hartz hieß auch von ihm stammte, musste er den Kopf hinhalten. Zu Unrecht – glaubt Handwerkspräsident Hanns-Eberhard Schleyer. Er hat mitdiskutiert in der Hartz-Kommission: "Er hat sich – jedenfalls gerade auch in den Diskussionen mit der Kommission – als ein außerordentlich pragmatischer – das heißt auch ideologiefreier – Vorsitzender dieser nicht einfachen Aufgabe unterzogen. Und drittens würde ich sagen: Er war durchaus eine kreative Gestalt. Das hat er ja auch in seiner Eigenschaft als Personalvorstand von Volkswagen bewiesen." Die Kreativität des Peter Hartz gerade bei Volkswagen – auch sie geriet am Ende ins Zwielicht. Aus dem Erfolgsmodell Hartz wurde die VW-Krise. Hartz – so sein Geständnis – finanzierte seinem Betriebsrat Lustreisen und Prostitution. Was ihn bekannt gemacht hatte – die Job-Innovationen des VW-Mannes – gegründet auf Korruption. Allein 400.000 Euro bekam die Geliebte des Betriebsratschefs. Joachim Geyer, Staatsanwaltschaft Braunschweig: "Zur Last gelegt werden ihm – laut Anklageschrift – insgesamt 44 Taten der Untreue in 23 Fällen." Im Juli 2005 trat Peter Hartz zurück. Seiner Automarke blieb er treu. In seiner saarländischen Heimat betreibt Peter Hartz mittlerweile eine kleine Unternehmensberatung. Doch so beredt der Mann mit dem klangvollen Namen früher war, so wortkarg ist er heute: "Ich möchte mich zu den laufenden Verfahren nicht äußern." Kein Kommentar auch von der IG Metall, die Hartz einst als einen von ihnen gefeiert hat. Kein Kommentar von Volkswagen, dem früheren Arbeitgeber. Nur noch Schweigen zu dem Mann, der noch vor kurzem als Deutschlands Erlöser gefeiert wurde. |
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| 17.01.2007 |
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| Jürgen Pfister ist der Chefvolkswirt der Bayerische Landesbank in München. Mit ihm sprachen wir über Aufstieg und Fall des Peter Hartz. DW-TV: Das die Hartzaffäre so hohe Wellen schlägt, das lässt sich nur begreifen vor dem Hintergrund der sehr speziellen Situation in deutschen Konzernen. Jürgen Pfister Chefvolkswirt der Bayerischen Landesbank lassen Sie uns das noch mal aufdröseln. Was ist das Einzigartige am deutschen System der Mitbestimmung? Jürgen Pfister: Das deutsche Modell der Mitbestimmung sieht vor, dass die Aufsichtsräte von Kapitalgesellschaften zur Hälfte mit Vertretern von Arbeitnehmern besetzt sind und zwar nicht nur mit den Beschäftigten aus den betreffenden Unternehmen sondern durchaus auch mit Gewerkschaftsfunktionären. DW-TV: Und die gilt es auf die Seite des Vorstands zu bringen, wenn man beispielsweise Ideen durchsetzen will. Da findet ein Streit statt, ein Widerstreit? Jürgen Pfister: Also, viele wichtige Fragen wie zum Beispiel Restrukturierungen werden im Aufsichtsrat genehmigt und insofern ist auch die Zustimmung der Arbeitnehmervertreter wichtig, weil Sie die Hälfte dieses Gremiums stellen. DW-TV: Und wenn man die mit Argumenten nicht überzeugen kann, dann meinte Peter Hartz offenbar, er müsse da noch nachhelfen. Jürgen Pfister: Ja, dass ist sicherlich eine Entgleisung, die man nicht dem Modell der Mitbestimmung anlasten darf, sondern hier wurden eindeutig die Regeln des Zulässigen, des rechtlich Erlaubten, überschritten. DW-TV: Kann Peter Hartz die Vorwürfe damit entkräften, dass er sagt, er habe nur das Beste für Volkswagen gewollt und am Ende hat es ja sich auch in mehr Jobs und flexiblen Arbeitszeitenmodellen ausgezahlt? Jürgen Pfister: Unabhängig jetzt von den gerichtlichen Entscheidungen glaube ich,dass es sehr schwierig ist - man versucht denn die Leistung auf der einen Seite mit Verfehlung auf der anderen Seite aufzurechnen. Das entspricht nicht unserem Rechtsdenken. DW-TV: Das heißt, er kann da nicht für sich reklamieren, das Geld, das ich investiert habe in den Betriebsrat, haben wir an anderer Stelle wiedereingenommen? Jürgen Pfister: Ich denke, das viele Unternehmen gezeigt haben, die ähnliche Restrukturierungsmaßnahmen erfolgreich umgesetzt haben, dass dies auch durchaus im Rahmen der Legalität möglich ist. DW-TV: Es wird ja in der Tat zum ersten Mal nun solch ein Fall vor Gericht verhandelt, indem sich der Vorstand das Wohlwollen des Betriebsrats erkauft hat. Glauben Sie, dass ist ein Einzelfall? Jürgen Pfister: Wir können das nur hoffen, weil das natürlich die Unternehmenskulturen und die Marktwirtschaft in ihren Grundfesten erschüttert und beschädigt, im Ansehen der Öffentlichkeit. Die Zustimmung zu diesem System leidet darunter und insofern können wir nur hoffen, das in anderen Unternehmen Recht und Gesetz geachtet werden. DW-TV: Das System der Mitbestimmung ist ja dadurch in der Tat erst ins Gerede gekommen. Ist das überhaupt noch zeitgemäß? Jürgen Pfister: Es ist ein Modell, was inzwischen nicht mehr ganz zeitgemäß ist, weil wir ein Europa - taugliches System brauchen. Und andere Länder Europas oder insbesondere Investoren von Nordamerika oder aus Großbritannien oder Japan kennen dieses Modell nicht, akzeptieren es auch nicht, so dass bei grenzüberschreitenden Fusionen dann oftmals der Konzernsitz nicht mehr in Deutschland gewählt wird, um die Mitbestimmung zu vermeiden. DW-TV: Was wäre denn eine neue Form von Mitbestimmung oder ein neues Modell in den Konzernen? Jürgen Pfister: Also, wir haben ein vielfältiges Mitbeteiligungsrechte der Arbeitnehmer die auch richtig und vernünftig sind im Rahmen des Betriebsrates oder des Personalrates. Die Frage ist, ob diese Arbeitnehmer auch im Aufsichtsrat in dieser Form auch vertreten sein müssen. Das ist vermutlich heute nicht mehr zeitgemäß. Interview: Katrin Prüfig |
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| Deutschland ist das Land mit der größten und erfolgreichsten Sportpferdezucht der Welt. Ein Spitzenpferd, das schon auf internationalen Turnieren erfolgreich war, kann bis zu zwei Millionen Euro bringen. 2005 wurden allein auf Auktionen in Deutschland rund 40 Millionen Euro umgesetzt. Geld, das meist aus dem Ausland stammt. Pferdeliebhaber aus aller Welt kommen zu Turnieren und Auktionen oder beauftragen Pferdehändler, einen Warmblüter "Made in Germany" zu erwerben: Holsteiner, Hannoveraner, Münsterländer. Heinz Heckmann ist solch ein Pferdehändler. Pferdehandel, sagt er, ist ein sensibles Geschäft. Ein Händler muss ein sehr gutes Gespür nicht nur für Pferde haben, sondern auch dafür, welches Tier zu welchem Kunden passt. Anne Hoffmann über den Wirtschaftsfaktor Pferd. |
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