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| Die Nürnberger haben ihre Nürnberger Bratwurst (NB), die sie auch die "Kaiserin unter den Bratwürsten" nennen, schützen lassen, um die Qualität zu erhalten, sagen sie. Nebeneffekt: auch die heimischen Produzenten profitieren davon. Denn die NB darf nach der EU-Vorschrift ggA nur in Nürnberg herstellt werden. Das führte schon dazu, dass Firmen ihre Produktion in die Stadt verlegt haben. Nachteile gibt es demnach für all jene, die im Umland ihre Produktion haben. Verstößt jemand gegen den Schutz, wird er vom "Schutzverband Nürnberger Bratwürste" ermahnt und schließlich verklagt. Eine Reportage von Ute Schneider über den Sinn und Unsinn von EU-Vorschriften am Beispiel der Nürnberger Bratwurst. | ||||||||
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| 02.01.2007 |
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| DW-TV: Professor Wolfgang Gerke, ist Dänemark wirklich jetzt das neue gelobte Land für deutsche Handwerker? Wolfgang Gerke: Ja, es ist nichts faul im Staate Dänemark. Aber man muss sich das auch noch ein bisschen genauer anschauen, es wurde ja auch schon in dem Beitrag gesagt, dass die Mehrwertsteuer dort bei 25 Prozent liegt. Und das dann auf alle Güter, also auch auf die täglichen Nahrungsgüter, die man braucht, und dann bleibt in der Kasse doch nicht ganz so viel, wie man manchmal meint, wenn man erstmal auf den Lohn schaut. Und dann ist noch eines: In Dänemark verliert ein Drittel der Bevölkerung jedes Jahr wieder seine Stelle, also es ist eine ganz hohe Fluktuation im Arbeitsmarkt, Außerdem gibt es keinen Kündigungsschutz wie bei uns. Es gibt also Dinge, die man nachmachen kann - mehr Flexibilität im Arbeitsmarkt zum Beispiel, da kann man viel daraus lernen in Deutschland - aber es gibt auch ein paar Dinge, die müssen wir nicht unbedingt übernehmen. DW-TV: Trotzdem ist Auswandern, um einen neuen Job zu finden, um mehr Geld zu verdienen, durchaus ein Trend in Deutschland, und zwar quer durch ganz viele Berufe: Handwerker, aber auch Akademiker - woher kommt dieser Trend, gibt’s da vielleicht auch Frust über Deutschland? Wolfgang Gerke: Ich glaub schon, dass da Frust ist, und das ist sogar ganz gefährlich. Zwei Trends: Erstens ist aus Regionen mit hoher Arbeitslosigkeit natürlich ein Abwanderungsprozess da, und dann auch mit hohen Erwartungen, zum Teil, ins Ausland hinein. Was ich auch mit großer Sorge beobachte, insbesondere in einer Langfristbeobachtung, ist, dass diejenigen Menschen, die wir mit viel Geld kostenlos ausgebildet haben, wenn sie dann ihre Ausbildung fertig haben, zum Teil für immer ins Ausland gehen. Und dann hervorragende Arbeitskräfte in den USA, in Kanada oder in Australien darstellen, die dort sehr willkommen geheißen werden. Umgekehrt altert bei uns die Bevölkerung und diejenigen, die dann mal die Rente bezahlen wollen, rennen weg, um sich diesen Lasten zu entziehen. DW-TV: Dabei sind ja die Aussichten in Deutschland gar nicht so schlecht. Gucken wir auf‘s Wirtschaftswachstum: Auch für 2007, da sehen wir immerhin die Wirtschaftsinstitute, deren aktuelle Prognose: 1,4 Prozent Wirtschaftswachstum, die Wirtschaftsweisen: 1,8 Prozent, und die ganz großen Optimisten sehen sogar 2 Prozent Plus beim Wirtschaftswachstum. Das müsste doch für neue Jobs und auch gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt reichen? Wolfgang Gerke: Ja, die Prognosen werden auch immer schöner, trotz der Mehrwertsteuer – da kriegen wir erstmal eine Delle, da bin ich ziemlich sicher. Dennoch: alles steht auf Wachstum, leider: die Arbeitsplätze werden wir nicht bekommen, vielleicht sogar 300.000 zusätzlich, das wäre schon ein gutes Datum. Aber wir haben eine strukturelle Arbeitslosigkeit, die bleibt auch bestehen, die Robotik vernichtet Arbeitsplätze, das muss man ganz eindeutig sehen, und dieses Problem ist ein gesellschaftliches Problem der Zukunft, das wir noch in den Griff bekommen müssen. Wir haben das auch mit höherem Wachstum leider nicht im Griff. Interview: Katrin Prüfig |
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| Fast 200.000 Deutsche packen jährlich ihre Koffer um, zumindest vorübergehend, im Ausland einen Job anzunehmen. Und es sind keinesfalls nur die gut ausgebildeten Fachkräfte, die gehen. So arbeiten zum Beispiel allein in Dänemark 15.000 Handwerker. Die Dänen schätzen ihre deutschen Gastarbeiter wegen des hohen fachlichen Niveaus und der geringen Sprach- und Mentalitätsunterschiede. Unterdessen klagen die deutschen Handwerkskammern: "Nicht die Arbeitslosen gehen, sondern die Spezialisten, die wir in Deutschland brauchen". Und die boomende dänische Wirtschaft sucht weitere 100.000 Facharbeiter. Unser Reporter Guido Vogt begleitet einen deutschen Maurer in Kopenhagen. In Deutschland war er Hartz IV-Empfänger. In Dänemark ist er ein gefragter Fachmann. Karten Schlaps ist Mauerer. Er stammt aus Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern, dem Bundesland mit der höchsten Arbeitslosigkeit in Deutschland. Für den 43jährigen war der Weg nach Dänemark die Chance, wieder in Lohn und Brot zu kommen. "Ich fühle mich besser als in Deutschland. Hier kann ich mein Portemonnaie aufmachen. In Deutschland konnte ich das nicht - einfach weil nichts drin war. Das ist schon ein anderes Gefühl, wenn man Geld in der Tasche hat." In Dänemark verdient er mehr als doppelt soviel wie in seinem letzten Job: Statt zwölf Euro pro Stunde - jetzt fünfundzwanzig. Außerdem gefällt ihm die Arbeitsumgebung. Auch das Betriebsklima stimmt: Das "Du" ist in dänischen Firmen praktisch Pflicht. Und selbst wenn er kaum Dänisch kann: Man versteht sich. "Man meckert nicht rum. Man ist untereinander hilfsbereit, was auch sehr wichtig ist", so Schlaps. Deutsche und Dänen haben so ziemlich die gleiche Mentalität, meint er. Ein Problem sei nur das Arbeitstempo: Schlaps muss immer einen Gang zurückschalten, sonst macht er "die Norm kaputt" - wie er sagt. Die Deutschen sind beliebt wegen ihrer guten Ausbildung und ihrem Fleiß. Deutsche Arbeiter haben in Dänemark beste Chancen, sagt der Chef der Deutsch-Dänischen Handelskammer. Und Arbeit gibt´s genug, so Glaser: "Es stehen hier rund 100 000 Arbeitsplätze zur Verfügung und von diesen Hunderttausend besetzen wir schon 20 000 - also 20%. Das heißt 80% stehen immer noch offen" Dänemark boomt. Seit sechs Jahren herrscht quasi Vollbeschäftigung im Land der Meerjungfrau. Dringend gesucht: Ärzte, Ingenieure - und vor allem eben Handwerker. Das ist ein Problem für das Grenzgebiet - und zwar auf der deutschen Seite: Weil in Deutschland die Löhne viel niedriger sind, wandern immer mehr Facharbeiter ab. Schon verzögern sich Bau-Projekte, weil Bauschlosser, Klempner oder Elektriker fehlen. Der Elektromeister Jan Obernauer sucht schon seit Monaten zusätzliche Elektriker für seinen Betrieb. Immer wieder hat er Anzeigen geschaltet. Doch gemeldet hat sich bisher niemand. "Ich habe Arbeit ohne Ende. Ich könnte noch zwei Leute mehr beschäftigen als ich sowieso schon habe und ich kriege keine. Die sind alle, was man so hört, nach Dänemark. Und wenn man fragt bei anderen Firmen, ob man Leute ausleihen kann: die sind selber bis über beide Ohren ausgelastet mit Arbeit - selbst da kann man dann keine leihen. Und wir müssen unsere Kunden vertrösten und sagen: ihr müsst warten - oder versucht jemand andern zu finden - nur viel Erfolg werdet ihr da auch nicht haben", sagt Obernauer. Zurück nach Dänemark. Karsten Schlaps wohnt in einer kleinen Stadt an der Küste. Seine Freundin und seine Kinder sind in Deutschland geblieben. Alle drei Wochen fährt er zurück. Und packt sich dann das Auto voll mit deutschen Lebensmitteln. Denn das Leben in änemark ist teuer, sagt er. Die Mehrwertsteuer liegt bei 25%. Hier kauft er sich höchstens mal Bier. Seine Wohnung - ein Ferienhaus - teilt er sich mit zwei deutschen Kollegen. Zurück nach Deutschland will er vorerst nicht: "Solange wie ich hier Arbeit habe und gutes Geld verdiene, brauche ich nicht nach Deutschland hin - Was soll das? Für die paar Mücken soll ich da noch arbeiten gehen in Deutschland - die ganzen Steuern bezahlen, da? Dass die den Rachen noch voller kriegen als sie ihn schon haben? Dafür gehe ich doch nicht arbeiten, in Deutschland", meint Schlaps. In Dänemark kommt er brutto auf 4000 Euro im Monat. Davon zahlt er 38% Steuern, wie in Deutschland. Aber in Dänemark verdient er das Doppelte. Ganz Umziehen will er trotzdem nicht. Deutschland, sagt er, bleibt seine Heimat. |
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| MIG-Reporter Karl Harenbrock war in Temeswar. Dort hat er den ehemals staatlichen Maschinenbaubetrieb UMT besucht, der früher 10.000 Mitarbeiter, heute noch knapp 1000 Arbeiter beschäftigt. Der Betrieb schreibt schwarze Zahlen, verdient sein Geld mit Kränen und Baumaschinen. Doch bis hierher war es ein langer Weg. Heute herrscht in Temeswar fast Vollbeschäftigung. Alte Fabrikhallen wurden abgerissen, Grundstücke an Continental und die Firma Linde verkauft. | ||||||||
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| 02.01.2007 |
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| Dort wird viel Strom verbraucht, etwa bei Melkmaschinen oder Fütterungsautomaten. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, sind die Landwirte auf günstige Stromtarife angewiesen. Möglichkeiten, die Stromkosten zu senken, bekommen die Bauern jetzt von dem Unternehmen "LandEnergie". LandEnergie hat mehr als 50.000 landwirtschaftliche Betriebe unter Vertrag und kann dadurch als Großabnehmer bei den Energieversorgern günstigere Preise herausschlagen. Streitpunkt zwischen LandEnergie und den Stromunternehmen sind die Durchleitungskosten für den Strom. Die Netzkosten machen etwa 30 - 40 Prozent des vom Landwirt zu zahlenden Strompreises aus. LandEnregie verlangt eine drastische Senkung dieser Durchleitungsgebühr, erst dann kann ein echter Wettbewerb am Strommarkt entstehen. Karl Harenbrock berichtet. | ||||||||
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