
| 28.12.2006 |
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| Er ist der Traum jeder berufstätigen Mutter: Björn Czinczoll – der deutsche Social Entrepreneur des Jahres 2006 . Czinczoll schafft moderne Kindergärten, die 12 Stunden am Tag geöffnet sind – auch Samstags. Und er wählt dafür Standorte aus, die arbeitsplatznah liegen, in der Nähe von Firmen, Kliniken, und Gewerbeparks. Czinczoll versteht sich als Dienstleister, der eng mit den Unternehmen zusammenarbeitet. Diese kosten die Kinderplätze nichts - Sachspenden wie mietfreie Räume oder Möbel werden aber gern genommen. Die Eltern zahlen stundenweise- je länger das Kind bleibt, desto geringer der Stundensatz. Durch die langen Öffnungszeiten ist die Auslastung der Kindergärten hoch. Und auch das ist Czinczoll wichtig. Der Mittdreissiger, selbst ausgebildeter Jurist, ist davon überzeugt: "Auch bei Kindertagesstätten muss am Kopf ein wirtschaftlicher denkender Mensch stehen." Der Erfolg gibt ihm recht. Zu den bislang 6 Kindereinrichtungen kommen im nächsten Jahr mindestens 11 neue hinzu. Die Nachfrage bei Unternehmen und Eltern ist riesig. |
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| 28.12.2006 |
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| Hans Fleisch ist Generalsekretär des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen. Wir sprachen mit ihm über Stftungen und Stifter. DW-TV: Ich begrüße im Studio Hans Fleisch, den Generalsekretär im Bundesverband deutscher Stiftungen. Sie haben ja viele Stifter in der Gründungsphase beraten – wie vielen Menschen ist es wirklich eine Herzensangelegenheit, so wie wir das eben bei Klaus Michaletz gesehen haben? Hans Fleisch: Dem überwiegenden Teil der Stifter ist es eine Herzensangelegenheit, die sie zum Stiften bringt. Wir haben dazu eine Untersuchung vorliegen, die klar macht, dass ein persönliches Anliegen meistens das Hauptmotiv ist. Und dann kommen andere Motive vielleicht noch hinzu, aber in der Regel ist es etwas, das ihnen am Herzen liegt, und wo sie sich dann in der Lage sehen, in einer Lebensphase, das zu verwirklichen. Und wenn sie dann eine Stiftung wählen, dann weil sie dadurch eine nachhaltige Lösung ihrer Problematik wollen. DW-TV: Gibt es einen Fall, an den Sie sich besonders erinnern? Hans Fleisch: Ich erinnere mich an eine Frau, die Wissenschaft fördern wollte, die ich beraten habe, wo ich mich gefragt habe: Warum Wissenschaft? Sie hat doch mit Wissenschaft nichts zu tun? Am Ende kam heraus: Sie ist sexuell missbraucht worden als Mädchen und wollte etwas tun für die Erforschung von Therapien. DW-TV: Die Stiftungsbereitschaft in Deutschland hat über die vergangenen Jahrzehnte eine sehr interessante Entwicklung genommen. Wir sehen in unserer Grafik, dass speziell nach dem Fall der Mauer die Zahl der Stiftungen doch deutlich gestiegen ist, auf mehr als 3600, und auch jetzt, in den ersten Jahren des neuen Jahrtausends noch mal ein ganz deutlicher Sprung – wie kommt das? Hans Fleisch: Es gibt eine kontinuierliche Entwicklung, seit der Wohlstand wieder wächst, nach dem zweiten Weltkrieg, und insofern Deutschland wieder aufholt, was schon vor den beiden Weltkriegen der Fall war. Die lange Friedenszeit, der Aufbau von Vermögen und das Bewusstsein, dass der Staat nicht alles machen kann – das kommt zusammen und findet zunehmend seinen Ausdruck in der Zunahme von Stiftungsgründungen. DW-TV: Sind das dann eher Einzelpersonen, wie der Fall, den Sie auch geschildert haben, oder doch finanzstarke Konzerne? Hans Fleisch: Es waren in der Vergangenheit überwiegend Einzelpersonen, Konzerne und Unternehmen nehmen zu als Stifter, auch Verbände oder fundraisende Organisationen, also Institutionen werden immer häufiger Stifter, aber die Mehrzahl sind privat. DW-TV: Bei den Institutionen kann man dann ja nicht annehmen, dass das eine Herzensangelegenheit ist. Was sind die Motive? Hans Fleisch: Bei einem Unternehmen ist das eine Organisationsform für das soziale Engagement, immer mehr Unternehmen engagieren sich im Rahmen ihres Programmes Corporate Social Responsibility. Bei anderen Institutionen, wie zum Beispiel Entwicklungshilfeorganisationen, ist es die Möglichkeit, ein Kapital aufzubauen und damit von Spendensammlungserfolgen nicht mehr so abhängig zu sein. DW-TV: Wie steht’s denn mit Steuern sparen, Image pflegen, sich profilieren – das spielt doch auch sicher da rein? Hans Fleisch: Steuern sparen ist kein Motiv, denn man gibt auf jeden Fall mehr weg – es ist immer ein Minusgeschäft. Wenn Sie 100 Euro verschenken, und dann sparen Sie 25 Euro Steuern, dann haben Sie unterm Strich auf jeden Fall etwas vergeben. Die steuerlichen Rahmenbedingungen prägen vielleicht die Gestaltung im Einzelfall, sind aber nicht das Motiv. Aber sicher ist, natürlich, dass Menschen ein Bedürfnis haben nach Transzendenz, nach ewigem Leben, das sie vielleicht auch gerne selbst gestalten wollen, das können sie in einer Stiftung besonders gut, und bei Unternehmen, wie gesagt, ist es eine sehr nachhaltige Form, ihr gemeinnütziges Engagement zu organisieren. DW-TV: Gibt es Trends bei Stiftungen, also Themen, die zur Zeit besonders "in" sind? Hans Fleisch: Ich glaube, das ganze Thema Demographie ist enorm im Kommen, alles, was damit zusammenhängt - sei es die Alterung, sei es Migration, sei es Familienfreundlichkeit. Wir haben auch Umweltstiftungen noch gar nicht so lange. Der Trend ist insgesamt, dass Themen, die aktuell sind, immer zeitnäher von Stiftungen aufgegriffen werden. Gesellschaftliche Herausforderungen. Interview: Katrin Prüfig |
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| 28.12.2006 |
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| Die Volkswagenstiftung ist der finanzkräftigste private Förderer für wissenschaftliche Projekte in Deutschland. Anders als bei anderen Gesellschaften müssen die Forscher keine zusätzlichen Mittel einwerben oder eine wirtschaftliche Anwendung versprechen. Und doch kann die reine Grundlagenforschung eines Tages zu neuen Produkten führen. Etwa die Forschung an den Barthaaren von Robben. In diesem Vorzeigeprojekt der Volkswagenstiftung hat Prof. Dehnhardt herausgefunden, dass die Robben damit feinste Strömungen im Wasser aufspüren. Künstliche Robbenhaare könnten in Zukunft bessere Navigationssysteme oder sensiblere Sensoren an Flugzeugflügeln ermöglichen. Made in Germany besucht den Forscher bei seiner Arbeit mit den Robben im Kölner Zoo. |
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