20.12.2006  
     
 
Argillon – bayrische Umwelttechnik für China
 
  Jede zweite Woche geht in der Volksrepublik ein neues Kohlekraftwerk ans Netz - mit konventioneller Technik. Meistens sind es kleine Kraftwerke in ländlichen Provinzen, die Kreisstädte oder industrielle

Entwicklungszonen mit Strom versorgen. Nun entdecken die Chinesen Umwelttechnologie made in Germany. Der Argillon GmbH, dem deutschen Weltmarktführer für Kraftwerkkatalysatoren, beschert das neue Kundschaft: 750 Mitarbeiter bauen im oberfränkischen Redwitz innovative Filteranlagen - zum Beispiel Mega-Katalysatoren. MIG-Reporterin Dorothea Topf hat eine Delegation chinesischer Investoren nach Redwitz begleitet.
 
 
 
Made in Germany: Argillon
 
 
MIG 20.12.2006, 15:59 # 0 Kommentare
 
 
     
  20.12.2006  
     
 
Social Entrepreneur – Laila Iskandar: Unternehmensberaterin aus Ägypten
 
  Es ist ein Leben im Dreck. Doch in Sachen Effektivität schlagen die "Müllmenschen" jede High-Tech-Sortieranlage. Seit über zwanzig Jahren versucht die Unternehmensberaterin Laila Iskandar, solche Geschichten in Businesspläne zu verwandeln. Im Fall der Zabbalin hat das geklappt: Früher füllten die Müllsammler gelegentlich leere Shampooflaschen mit Seifenlauge, um sie auf dem Basar zu verkaufen ... Heute finanziert der US-Konzern Procter & Gamble den Kindern der Müllmenschen den Schulunterricht, damit das Plastik tatsächlich entsorgt wird. "Niemand", sagt Iskandar, "ist völlig bankrott. Jeder kann etwas einbringen...!" MiG-Reporter Patrick Benning hat die weitsichtige Preisträgerin begleitet.  
 
 
Made in Germany: Laila Iskandar
 
 
MIG 20.12.2006, 15:58 # 0 Kommentare
 
 
     
  20.12.2006  
     
 
Deutsche See – nachhaltige Fischerei
 
  1998 stand die damalige Unilever-Tochter vor dem Aus. Doch der ehemalige Unternehmensberater Peter Dill übernahm das Geschäft mit seinem Partner Egbert Miebach, investierte und macht heute mit der Deutschen See über 350 Millionen Euro Umsatz im Jahr. Das Unternehmen will nicht zu der drohenden Überfischung der Meere beitragen. Diese Strategie hat allerdings auch ihren Preis. Aber die Geschäftsführer sind überzeugt, dass die Deutschen auch in Zukunft für guten Fisch ein bisschen tiefer in die Tasche greifen. Unsere Reporterin Alexa Meyer hat sich in der Fisch-Manufaktur umgesehen  
 
 
Made in Germany: Nachhaltige Fischerei
 
 
MIG 20.12.2006, 15:56 # 0 Kommentare
 
 
     
  20.12.2006  
     
 
Studiogast – Bernhard Jünemann, Börsenexperte
 
  DW-TV: Die Baubranche boomt, andere Bereiche der Wirtschaft auch, sogar der Einzelhandel hat wohl das beste Weihnachtsgeschäft seit zehn Jahren gemacht. Bernhard Jünemann, stellvertretender Chefredakteur von Börse Online – es gibt also im Moment nicht viel zu meckern, oder?

Bernhard Jünemann: In der Tat, also man hat keinen Grund zu meckern, die Frage ist nur: wie nachhaltig ist dieser Aufschwung, gelingt es, den nachhaltig umzumünzen? Dazu sind weitere strukturelle Verbesserungen nötig, da dürfen die Anstrengungen nicht nachlassen.

DW-TV: Die Anleger sind jedenfalls der Meinung, es geht noch ein Weilchen so weiter, denn der DAX zieht ordentlich mit, im Aufschwung. In diesem Jahr ein Anstieg von 5500 Punkten auf - na gut, es gab einen kleinen Knick – aber letztlich mehr als 6500 Punkte. Kann man den Optimismus der Anleger so deuten, dass der Aufschwung im nächsten Jahr noch weiter geht?

Bernhard Jünemann: Erstmal noch bis ins Frühjahr hinein, denn das Fundamentale ist sehr in Ordnung, wir haben eine relativ günstige Bewertung, wir haben robustes weltwirtschaftliches Wachstum, trotz Abschwächungstendenzen in den USA, und das ist eine gute Untermauerung.

DW-TV: Und wo sind denn die Haken an der Sache?

Bernhard Jünemann: Das ist natürlich das amerikanische Wachstum, das könnte deutlich schwächer werden als erwartet, es könnte aber eben auch stärker werden als erwartet, dann gibt es eben nicht die erhofften Zinssenkungen, das wäre auch nicht gut für die Börse. Das größte Risiko ist vielleicht, dass alle so optimistisch und zuversichtlich sind, denn es gilt an der Börse: Wenn alle Konsens haben, dann kommt es meistens anders - also, wenn alle gleich denken, dann denken sie möglicherweise alle falsch, und dann gibt es negative Überraschungen, und die muss man auch immer im Kalkül haben.

DW-TV: Wie kann man denn Überraschungen im Kalkül haben?

Bernhard Jünemann: Mann muss dann so vorbereitet sein, wenn sie dann kommen - man weiß es ja nicht vorher, sonst wären es keine Überraschungen – dass man dann eben nicht aus dem Spiel geworfen wird. Also beispielsweise Risikokontrolle betreiben, wenn man, vor allen Dingen, Aktien gekauft hat: breit streuen, sich vielleicht mit Verkaufskursen vorher genau festlegen, wann man wieder aussteigt – dann ist man also in der Lage, eben auch die, manchmal auch sehr heftigen, Schwankungen einigermaßen zu überstehen.

DW-TV: Kurz noch zum Schluss: Glauben Sie denn, dass private Anleger auch allmählich an die Börse zurückkehren?

Bernhard Jünemann: Das ist schwer, weil vielen noch die Baisse von 2000 bis 2003 in den Knochen steckt, aber je länger die Kurse steigen, ohne allzu große Schwankungen, je mehr werden auch an den Aktienmarkt zurückkehren.

Interview: Katrin Prüfig
 
 
 
Made in Germany: Bernhard Jünemann
 
 
MIG 20.12.2006, 15:55 # 0 Kommentare
 
 
     
  20.12.2006  
     
 
Erschwinglich – mit mehr Eigenleistung zum preiswerten Haus
 
  Die Firma Design-Bau glaubt, dass man mit diesen Familien trotzdem Geld verdienen kann. Design-Bau hat sich das Ziel gesetzt, sich als "Aldi des Hausbaus" zu etablieren. Die Firma kauft Bauland, teilt es in kleine Grundstücke auf und bietet die samt Ausbauhaus zum Tiefstpreis an. Beim Bau der Häuser ist straffe Kostenkontrolle angesagt. Außerdem hat die Firma ein Finanzierungsmodell aufgestellt, das den Kunden ermöglicht, auch dann zu bauen, wenn sie über wenig oder kein eigenes Startkapital verfügen. Sie unterstützt die Häuslebauer mit einem Zuschuss und animiert sie außerdem, selbst mit anzupacken - durch Eigenleistung wird es billiger: das heißt selbst Fliesen legen oder tapezieren. So soll der Hausbau für alle erschwinglich werden. Unser Reporter Ralf Lehnert hat eine Design-Bau-Siedlung besucht.


Olaf Binek kommt grade ganz schön ins Schwitzen – er baut ein Haus. Eigentlich baut die Design Bau AG das Haus für ihn – aber damit es günstiger wird, muss er selbst mit Hand anlegen – nach Spaß sieht das nicht gerade aus: "Nein, naja – eigentlich ja, weil man wird fertig. Und das ist halt ganz schön eng jetzt im Unterschlag, aber man macht es ja auch nicht jeden Tag und ich hoffe, dass die Kabel und Lampen so lange halten, dass ich's nie wieder machen muss." Die Familie ist nicht die einzige die hier baut – Design Bau kauft große Gelände und baut viele Häuser auf einmal – das drückt den Preis. 200.000 Euro kostet ein Massivhaus mit Grundstück.

Andreas Geyer ist der Chefverkäufer hier. Auf dem Weg zur Arbeit sieht er, was er in der letzten Zeit geschafft hat: "Vor zwei Jahren war hier ein Feld, eine Wildnis, Sträucher, Büsche, es war hier gar nix." Auch Sonntags schließt Andreas Geyer den Verkaufscontainer auf, denn da kommen die meisten Kunden. Oft sind es Familien, die nicht viel Geld haben – die Firma hat sich auf Kleinverdiener spezialisiert.

Die Finanzierung ist darum immer Hauptthema. An ihr entscheidet sich: Haus oder kein Haus. Das war auch bei den Bauherren so, die Andreas Geyer heute mit Interessenten besucht. Denn für eine Hausfinanzierung wollen die Banken Eigenkapital sehen. Kunden, die das nicht haben, hilft die Design Bau AG darum mit einem Zuschuss. Elke und Uwe Kummer sind neue Hausbesitzer: "Wir haben jetzt sag ich mal gar nix mitgebracht. Wir haben gar nichts mitgebracht." – "Und dann hieß es, gut, wenn sie mit uns bauen, dann kriegen sie 15.000 Euro als Geschenk, das man nehmen kann als Eigenkapital – da haben wir erst gestaunt, was sowas gibt es, nee, wollten wir erst nicht glauben. Und da sagt sie doch, jeder der mit uns baut, kriegt 15.000 Euro als Eigenkapital."

Geld aus Rabatten, die Designbau bekommt, weil die Firma viele Häuser auf einmal baut. 50 Häuser hat Chefverkäufer Andreas Geyer hier in den letzten 18 Monaten verkauft. Auch wenn seine Firma auf Menschen mit niedrigerem Einkommen abzielt – ein Einkommen müssen sie haben – denn auch die Design Bau AG will auf ihre Kosten kommen sagt uns Andreas Geyer: "Viele Bauherren kommen ja mit Ideen zu uns. Darauf gehen wir ein, auf diese Finanzierungsideen. Und im Endeffekt lässt eine Bank das Projekt werden oder nicht werden. Das heißt, der Kunde muss erst mal die Hosen runterlassen – wenigstens, spätestens bei der Bank."

Bei Bineks war die Bank zufrieden. Beide haben einen festen Job. Allerdings dafür im Moment kaum noch Zeit für die Familie. 30 Jahre lang werden sie ihr Haus abbezahlen erklärt uns Antje Binek: "Das ist schon anstrengend. Grade weil man ja nebenbei noch arbeiten geht, also nebenbei in Anführungszeichen und dann abends noch hier im Haus stundenlang rumwerkelt. Das ist schon ne harte Doppelbelastung aber hat ja hoffentlich auch bald ein Ende."

Ende des Jahres wollen Sie in ihr neues Haus einziehen, die alte Wohnung ist schon gekündigt. Davor wird hier aber noch einiges an Schweiß fließen.
 
 
 
Made in Germany: ALDI Häuser
 
 
MIG 20.12.2006, 14:50 # 1 Kommentar