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| Er behandelt immer wieder die selben Krankheiten. Durchfallepidemien, wegen des verschmutzten Wassers aus dem Fluss. Die Kinder, ohnehin unterernährt, überleben das oft nicht. Das ist über 15 Jahre her. Heute arbeitet Eugenio kaum noch als Arzt. Er treibt sein Projekt "Saude e Alegria" - "Gesundheit Und Freude" voran - rastlos. Damit hat er allein in der Region um Santarem am Fluss Tabajos das Leben von über 150 Gemeinden grundlegend verändert. Angefangen beim Zugang zu sauberem Wasser, über Bildungsprogramme bis hin zu Neuen Verdienstmöglichkeiten für die Bewohner. Geld auftreiben für die Projekte – das ist heute Eugenios Hauptjob. Ständig unterwegs, viel im Ausland - Klinken putzen. Wir begleiten den 47-Jährigen in das Herzstück seiner Arbeit, wollen herausfinden, was ihn zu dieser Arbeit treibt. Am Fluss Tabajos wird in diesen Tagen das mobile Krankenhaus in Betrieb gehen. Dafür hat Eugenio fünf Jahre lang mit Geldgebern in Holland verhandelt. - Drei Tage lang sind wir mit dem Team von "Saude e Alegria" im Amazonas unterwegs. | ||||||||
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| Politiker und selbst einige Wirtschaftsführer haben dafür Verständnis: Die Löhne, vor allem in boomenden Branchen wie der Metallindustrie, sollen kräftig steigen. Michael Wetzel hat einen Arbeiter des Maschinenbaukonzern Atlas Copco in Essen begleitet: An seinem Arbeitsplatz in dem äußerst erfolgreichen Unternehmen, dessen Börsenwert sich in den letzten Jahren vervierfacht hat – und in seiner Freizeit, wo er mit seiner Familie mit steigenden Kosten bei stagnierendem Reallohn kämpft. | ||||||||
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| DW-TV: Norbert Walter, Chefvolkswirt der Deutschen Bank, zu Gast bei DW-TV – so haben wir uns das gewünscht, herzlich willkommen! Wie ist das – profitiert so ein Ort wie Heiligendamm möglicherweise auch nach dem Großereignis davon, dass die Politiker so zahlreich da waren? Norbert Walter: Naja, die Deutschen haben zugeschaut und wissen jetzt, wo Heiligendamm liegt, und dass es schön ist, und dann ist natürlich klar, dass das ein Anreiz wird. Ich hoffe, dass dann das Sommerwetter mitgespielt hat, und man gleich in großer Zahl nach Heiligendamm stürmt. DW-TV: Gucken wir uns nächstes Jahr an. Von den großen acht jetzt zu den großen drei – die Volkswirtschaften USA, Japan und Deutschland. Schauen wir, wie sich die Wirtschaft dort entwickelt. Hier kommt unser DBIX. Der DBIX wird exklusiv von Deutsche Bank Research für DW-TV berechnet. Er fasst die wichtigsten Konjunkturdaten aus Deutschland, den USA und Japan zusammen. Die deutschen Daten stammen vom Münchner Ifo-Institut, das jeden Monat die Stimmung bei den Unternehmern abfragt. In den USA kommen die Werte aus einer Umfrage unter 400 Einkaufsmanagern. Und in Tokio trägt das Wirtschaftsforschungsinstitut ESRI die wichtigsten Daten zusammen. Seit dem Frühjahr geh‘ts stetig bergab im DBIX- die Frage an Norbert Walter: in welchem Land sitzen denn die Spielverderber? Norbert Walter: Das ist ganz eindeutig: die USA haben damit angefangen, dort war aber der Aufschwung auch so lange und so stark unterwegs, dass es dort Alterserscheinungen geben musste, und die hohen Zinsen haben das jetzt bewirkt. Und Japan wackelt in diesem Sommer auch, nur Deutschland sieht gut aus. DW-TV: Deutschland sieht gut aus – auch noch im nächsten Jahr? Norbert Walter: Das wird wahrscheinlich dann auch nicht mehr der Fall sein, obwohl die vorauslaufenden Indikatoren für Deutschland noch immer vergleichsweise viel Zuversicht geben – die Erwartungsindikatoren zeigen allerdings auch schon gewisse Schwächeerscheinungen, so dass für das nächste Jahr sicherlich keine so hohe Zuwachsrate mehr erwartet werden kann, wie sie für das Jahr 2006 da war. --------------------------------------------------------- DW-TV: Wann, wenn nicht jetzt, sollen die Löhne steigen? Norbert Walter: Sie sollen dann und dort steigen, wo es am Markt verkraftbar ist, und das geht sicherlich jetzt in den Unternehmen, die in Deutschland für die internationale Nachfrage produzieren: Großanlagenbauer, Maschinenbauer, aber es gibt halt eben einen anderen Teil der deutschen Wirtschaft, dem geht es nach wie vor schlecht, und dort brauchen wir Lohnzurückhaltung, weil wir ansonsten dort, wo ohnehin Arbeitsplätze gefährdet sind, weitere Arbeitsplätze gefährden. DW-TV: Das heißt: weitere Bescheidenheit bei den Tarifrunden? Norbert Walter: Differenziert weiter Bescheidenheit und große durchschnittliche Lohnerhöhungen damit also wohl nicht, aber natürlich können die Arbeitnehmer, die knapp sind, deren Qualifikation dringend gesucht wird, auch an diesem Aufschwung partizipieren. DW-TV: Das Geld ist aber ja anscheinend da, nur offenbar nicht für jeden. In jeden vergangenen fünf Jahren haben die Arbeitnehmer insgesamt Einkommenszuwächse von 2,7 Prozent gehabt, Unternehmer und Kapitalanleger dagegen mehr als das Zehnfache: 28,6 Prozent – da muss es doch was zu verteilen geben? Norbert Walter: Ja, da gibt es was zu verteilen, für diejenigen auf diesem Globus, die viel preiswerter als Europäer, als Deutsche, anbieten. Wir haben jetzt zwei Milliarden Inder und Chinesen zusätzlich im Wettbewerb, und wer das nicht beachtet, der kommt natürlich zu falschen Schlüssen. Also, es ist vernünftig, dass dort weiter Zurückhaltung geübt wird. DW-TV: Wir haben die Inder im Wettbewerb, aber wir haben die Gewinne ja trotzdem, in Deutschland? Norbert Walter: Ja, wenn die Gewinne, die hier in Deutschland sind, an die deutschen Arbeitnehmer verteilt würden, dann besteht die Gefahr, dass die Kosten hier steigen und die Waren gekauft werden, die von den preiswert anbietenden und preiswert arbeitenden Indern und Chinesen produziert werden, und davon hat dann das Unternehmen hier nichts und der Arbeitnehmer in den Unternehmen, die hier Güter herstellen sollen, auch nichts. DW-TV: Letzte Frage, Stichwort Mehrwertsteuer-Erhöhung: Muss man das nicht zumindest ausgleichen, auch über höhere Löhne? Norbert Walter: Das Geld hat nicht der Unternehmer bekommen, die höhere Mehrwertsteuer, sondern Herr Steinbrück. Und deshalb kann man das Geld nicht noch einmal an die Arbeitnehmer verteilen. Wenn man das täte, wenn man das ausgleichen würde, würde nur die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen gefährdet und damit nach einer Weile auch wieder Arbeitsplätze für deutsche Arbeitnehmer. Interview: Katrin Prüfig |
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| Finanziert wird der Ausbau der Luxusobjekte über die Gelder privater Anleger, die in die Fonds der Fundus Gruppe investieren. Die Anleger müssen dabei manchmal einen langen Atem haben. Jagdfeld ist aber auch ein Mann mit Visionen: Als er Anfang der 90-iger Jahre an die deutsche Ostsee nach Mecklenburg-Vorpommern fuhr, sah er das alte Seebad Heiligendamm in neuem Glanz wieder auferstehen. Das Bad in dem schon der russischer Zar oder der deutsche Kaiser ihre Sommerfrische verbrachten. Die letzten Jahre hat Jagdfeld mit dem Wiederaufbau von Heiligendamm verbracht, dem Ort, den er für den schönsten Deutschlands hält. Und jetzt wird seine Arbeit belohnt. Denn der nächste Weltwirtschaftsgipfel, Gastgeber sind die Deutschen, wird in Heiligendamm stattfinden. In den Villen, die Jagdfeld mit seiner Fundus Gruppe liebevoll restauriert hat. Ein Mann und seine Vision – Manuela Kasper-Claridge hat Anno August Jagdfeld in Heiligendamm getroffen. -------------------------------------------------------------- Die Lage ist erstklassig. Direkt an der Ostsee erstrecken sich die Villen von Heiligendamm. Über 200 Millionen Euro wurden bereits in die "weiße Stadt am Meer" investiert und es wird weiter gebaut. Heiligendamm soll wieder eines der exklusivsten Seebäder Europas werden. Anno August Jagdfeld will nicht eher Ruhe geben bis das geschafft ist: "Hier entsteht Deutschlands spektakulärster Golfplatz, 27 Loch, und der einzige Platz, wo sie von jedem Abschlag aus die Ostsee sehen können. So ein Golfplatz kostet 7 bis 9 Millionen." Ob der Immobilien-Investor mit solchen Kosten gerechnet hat? "Wir wussten immer, dass wir einen Golfplatz hierzu bräuchten wie vergleichbare Häuser. Denken Sie nur an die beiden Häuser in denen die letzten G8 Gipfel waren, Sea-Island und Glenneagles in Schottland, die haben auch alle einen Golfplatz. Ich habe zwar gehört, dass die Präsidenten diesmal arbeiten und nicht Golf spielen wollen aber ein Golfplatz gehört schon zum G8 Gipfel dazu." Und damit der rechtzeitig fertig ist, wird auch im Winter gebaut. Anno August Jagdfeld ist mindestens einmal die Woche hier, um nach dem Rechten zu schauen. Das 5 Sterne Hotel wurde bereits 2003 eröffnet – und ist bisher nur zur Hälfte ausgelastet. Nach dem Weltwirtschaftsgipfel hoffen die Investoren auf zusätzliche Gäste. Beiratssitzung: Jagdfeld hat mit seinen Immobilienfonds Gelder für Heiligendamm eingesammelt. Vertreter der Anleger wollen wissen wie es läuft. Schnelle Gewinne wird es nicht geben, sagt ihnen Jagdfeld. Die Hälfte der Gebäude sind bereits fertig – alles mit den Denkmalschützern abgesprochen. Aber Jagdfeld will noch mehr Geld investieren: "Um ein Konferenzzentrum zu bauen und ein Thalassozentrum. Das Thalassozentrum wäre eine besondere Attraktion, denn das Monopol auf Thalasso hat bisher die französische Nord-Atlantikküste aber diese Gäste wollen wir wieder hier haben, wo sie auch hingehören, weil die Thalassotherapie ist 1793 in Heiligendamm erfunden worden und die Gäste müssen wieder nach Deutschland kommen." Schon jetzt gibt es einen attraktiven Wellness-Bereich doch das soll erst der Anfang sein. Der 59-jährige kann sich richtig freuen, wenn er durch die Hotelräume geht. Über viele Details hat er mit entschieden und so ist sein Traum wahr geworden. Einmal im Jahr lädt er die Anleger zu einem festlichen Weihnachtsempfang nach Heiligendamm ein. In der Küche kocht ein Sterne Koch mit seiner Mannschaft. Auch beim Essen darf es nur das Beste sein. Die Anleger sollen die Exklusivität genießen. Alles ist bis ins kleinste Detail durchgeplant. Aus der näheren Umgebung kommt extra ein Kinderchor. Und Jagdfeld, selbst Vater von 5 Kindern, lässt sich das Mitsingen nicht nehmen. Der Wiederaufbau des Seebades ist für ihn eine Lebensaufgabe geworden – manchmal denkt er an die Anfänge zurück: "Da war das Foto vom Meer von Heiligendamm. Die Gebäude standen ja da, und ich dachte das ist so schön, das kann gar nicht wirklich sein. Wahrscheinlich hat irgend so ein Hollywood Regisseur einen Film gemacht und die Kulissen dafür stehen lassen, dann bin ich hierher gekommen und war so begeistert, dass ich dachte, irgendeiner muss es anpacken! Ich habe es nicht bereut, ich finde es eine wunderbare Aufgabe aber eine schwere und mühsame Aufgabe, wo man zur Geduld und Ausdauer erzogen wird." Auf Vieles ist er schon jetzt stolz aber Anno August Jagdfeld will nicht aufhören ehe das Seebad wirklich fertig ist. Im Juni kommen erst einmal die Staatschefs zum Weltwirtschaftsgipfel. Das ist auch sein Erfolg. Die Welt zu Gast in Heiligendamm – so hat er es sich das erträumt. |
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