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In Deutschland fehlen zur Zeit rund 15.000 Ingenieure. Fatal, denn immer wieder beschwören Wirtschaftsexperten, dass sich Deutschland angesichts der globalen Konkurrenz auf seine Innovationskraft konzentrieren muss.
Deshalb versuchen Unternehmen wie zum Beispiel der deutsche Sportwagenhersteller Porsche, junge Menschen wieder für den Beruf des Ingenieurs zu begeistern. Das soll auch über einen Imagewechsel funktionieren. Ingenieure, das sollen nicht länger die einsamen Tüftler sein, sondern Allrounder, die in der Lage sind, gesamte Projekte selbständig zu entwickeln, die Auslandserfahrungen haben und mehrere Sprachen sprechen. Porsche geht noch einen Schritt weiter: speziell Frauen sollen für den Beruf des Ingenieurs begeistert werden. 35 angehende Ingenieurinnen auf Tuchfühlung mit Porsche - zwischen Motorenöl und Zylinderkopfdichtungen. Nachwuchs für die Ideenschmiede.
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Off-Road-Fahren auf dem Porsche-Gelände in Leipzig. Das dürfen eigentlich nur gute Kunden. Doch in diesen Autos sitzen Praktikanten! Es geht steil bergab, aber der Porsche-Fahrer hat Hochgefühle: "Mein eigenes Fahrzeug wär jetzt vorne total beschädigt. Mein Motor wär halb rausgerissen – aber bis jetzt ging's gut.Ich find's Klasse!"
Ralf Keller ist 23 und studiert im 8. Semester Maschinenbau. Als Praktikant bei Porsche hat er eine besonders gute Figur gemacht. Jetzt versucht die Firma ihn zu binden: "Man merkt, dass die Firma etwas für einen tut. Man fühlt sich irgendwie richtig aufgehoben. Und es gibt halt nen Riesen-Motivationsschub so auch das Richtige zu tun, sei es vom Studium her, oder im Praktikum oder als Werksstudent, je nachdem was wer macht."
Ein bisschen wie in der Zigarettenwerbung: Abenteuer. Und scheinbar wirkt es. Zwei andere Studenten jedenfalls hat's erwischt. Ein möglicher Sieg für Porsche, beim Kampf um Ingenieure. Martin Meyer, Leiter Personalmarketing Porsche: "Die Lage wird auf jeden Fall schlimm werden. Das zeigen die Zahlen jetzt schon. Vor allem so ab 2012 wird es deutlich weniger Studenten und dann auch irgendwann Absolventen geben, ja. Der VDI spricht heute schon von 15 bis 18.000 in Deutschland, die fehlen und das wird sich sicherlich noch dramatischer gestalten in ein paar Jahren."
Im Stammwerk Zuffenhausen versucht Porsche deshalb auch verstärkt junge Frauen für schnelle Autos zu begeistern. Für einige Studentinnen ist das Neuland: "Ich bin noch nicht so ganz autofanatisch, aber ich lass mich gerne anstecken von der Faszination, ich würde gern mal mit einem Porsche fahren, vielleicht springt das ja über." Sie sind alle Anfang 20 und studieren technische Berufe.
Porsche ist Teil eines Netzwerkes, das gezielt Frauen fördert. Als Ingenieure sind sie in Deutschland immer noch unterrepräsentiert. Martin Meyer's Job ist es, den Nachwuchs für's Unternehmen zu sichern. Frauen sind für ihn erste Wahl: "Also ich denke, Frauen sehen viele Dinge aus anderen Blickrichtungen. Man muss auch sagen, wir haben auch einen steigenden Anteil von Kundinnen und ich denke dann kann es uns auch nur gut tun, wenn auch Frauen in der Entwicklung und der Produktion mitarbeiten."
Wer stellt welche Fragen, wer ist ganz bei der Sache. Auch wenn es nicht immer so wirkt. Martin Meyer und seine Mitarbeiter beobachten die Studentinnen ganz genau: "Wir schauen, wer sich besonders für unser Unternehmen begeistert, fürs Thema Auto begeistert. man sieht so ein bisschen in den Augen, wer vielleicht darüber nachdenkt bei uns mal anzufangen, ein Praktikum zu machen."
Selbst einen Porsche fahren, daraus wird heute wohl noch nichts. Mal Gas geben, das ist ja auch schon was. Auch die Praktikanten in Leipzig müssen jetzt auf den Beifahrersitz.
Aus gutem Grund. Auf der Rennstrecke sollen sie mal richtig ins Schleudern kommen. Ihr Entschluss steht längst fest. Nach dem Studium geht die Bewerbung an Porsche. Wenn dann die passende Stelle frei ist. Ihnen stehen viele Türen offen, solange in Deutschland Ingenieure Mangelware sind. |
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