14.03.2007  
     
 
Studiogast – Klaus Deutsch, Deutsche Bank Research
 
  DW-TV: Softwarefirmen, Computerfirmen – sie alle haben Grund zu Optimismus auf der diesjährigen CeBit. Klaus Deutsch von Deutsche Bank Research, schauen wir gleich an, wie es mit dem Optimismus auf den wichtigsten Märkten weltweit bestellt ist. Hier kommt der DBIX. Der Index wird jeden Monat neu für uns berechnet - von Deutsche Bank Research. Er bündelt die wichtigsten Konjunkturdaten aus Deutschland, den USA und Japan. Die deutschen Daten sammelt das renommierte Münchner Ifo-Institut. Es fragt jeden Monat die Stimmung bei Tausenden Unternehmern ab. In den USA werden 400 Einkaufsmanager nach ihren Erwartungen befragt. Und in Tokio sammelt das Wirtschaftsforschungsinstitut ESRI die wichtigsten Daten.

Der aktuelle DBIX ist nach einem Durchhänger jetzt doch wieder auf dem Weg nach oben. Frage an Klaus Deutsch: Welche Rolle spielt Deutschland dabei?

Klaus Deutsch: Deutschland ist derzeit das Land auf der Welt, wo der Optimismus am weitesten verbreitet ist, aber die Amerikaner schließen wieder ein wenig auf. Dort war das letzte Jahr nicht so richtig gut gelaufen, aber mittlerweile werden die Einkaufsmanager dort auch wieder etwas optimistischer.

DW-TV: Gucken wir nach Deutschland – wer genau ist optimistisch?

Klaus Deutsch: Die Unternehmen haben drei Jahre mit sehr guten Gewinnen hinter sich, und sie investieren weiterhin sehr fleißig, weil die Weltwirtschaft insgesamt sich immer noch in einer robusten Entwicklung befindet und die deutschen Kostenstrukturen sehr gut sind, so dass sich dort sehr viel tut. Bisher ist noch nicht so viel bei den Verbrauchern angekommen.

DW-TV: Ja, die Bevölkerung, das ist die Frage: Wann gehen die Jubelschreie endlich auch bei den Verbrauchern los?

Klaus Deutsch: Na, das wird sicherlich noch einige Zeit dauern. Wir haben jetzt letztes Jahr einen Rückgang der Arbeitslosigkeit erlebt, und, wenn’s gut läuft, wird das dieses Jahr noch einmal geschehen. Und wenn man zwei, drei Jahre einer guten Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt hat und sich möglicherweise auch etwas an der Einkommenssituation tut, dann würden auch die Verbraucher langsam wieder optimistischer werden. Aber sie haben fünf, sechs schlechte Jahre hinter sich, und das muss erst einmal überwunden werden.

DW-TV: Steigt nicht die Stimmung auch wirklich erst dann, wenn ich selber mehr Geld im Portemonnaie habe, oder wenn mein Nachbar, jetzt im übertragenen Sinne, wieder einen Job hat - also wenn es greifbar wird, der Aufschwung?

Klaus Deutsch: Das halte ich für sehr wichtig. Die Nachrichtenlage ist das eine, aber die Menschen müssen natürlich konkret erfahren, dass es für sie besser wird, und dürfen sich auch nicht mehr so viele Sorgen um die Zukunft ihrer Arbeitsplätze machen, wie das in den letzten Jahren der Fall war.

Interview: Katrin Prüfig

 
 
 
Made in Germany: Studiogast
 
 
MIG 14.03.2007, 14:16 # 0 Kommentare
 
 
     
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