15.12.2009  
     
 
Kopenhagen, 14. Dezember
Kommen wir hinein?
 
  Das größte Problem beim Klimagipfel für viele Teilnehmer ist heute: wie kommt man rein? Mit über 30.000 akkreditierten Teilnehmern (8.000 Vertragsparteien, 22.000 NGO, 3.000 Journalisten) sprengt Kopenhagen alle Dimensionen bisheriger Klimakonferenzen. Und überfordert inzwischen offenbar die Organisatoren.

Im Laufe des Tages kamen Meldungen, der Zutritt für Mitglieder von NGOs (und dazu gehören auch Forschungsinstitute wie das unsere) sei begrenzt, man brauche nun besondere Zugangsausweise, die nur in wesentlich kleinerer Zahl ausgegeben werden als die Akkreditierungen, die wir schon vor Wochen angemeldet hatten.

Als ich am Nachmittag in Kopenhagen ankam, sagte man mir schon an einem Informationsstand am Flughafen, dass es keinen Sinn habe, noch zur Registrierung zum Bella Center zu fahren. Die Türen dort seien wegen der langen Warteschlangen schon geschlossen worden.

Im Hotel traf ich meine Kollegen aus Australien, USA und Großbritannien, mit denen wir morgen die Copenhagen Diagnosis vorstellen wollen. Sie berichteten von vier Stunden ergebnisloser Wartezeit in der Schlange vor dem Bella Center. Angeblich seien viele Leute nicht hineingelassen worden, obwohl sie Vorträge halten sollten. Wir beschlossen, uns schon morgen früh um sieben Uhr anzustellen, damit wir bis zu unserer Pressekonferenz um halb zwölf drin sind.

Dann die Hiobsbotschaft, ein Anruf von einer Kollegin im Bella Center: angeblich soll morgen gar niemand mehr hereingelassen werden, der sein Badge bis jetzt noch nicht abgeholt hat. Wir wollen uns trotzdem morgen in aller Frühe anstellen und unser Glück versuchen. Immerhin haben einige unserer Gruppe, die schon früher in Kopenhagen angekommen sind, heute noch ihre Badges bekommen, sodass unsere Pressekonferenz so oder so stattfinden kann.

Wesentlich ernstere Probleme als das, in das Konferenzzentrum hineinzukommen, haben allerdings die Bewohner der Pazifischen Inselstaaten. Staatschefs von acht dieser Staaten haben heute auf dem Weg nach Kopenhagen unser Institut in Potsdam besucht.



Foto: Schon am Flughafen von Kopenhagen begrüßen einen Plakate mit verschiedenen Politikergesichtern – unter anderem einer gealterten Angela Merkel, die sich im Jahr 2020 dafür entschuldigt, den Klimawandel nicht gestoppt zu haben.
 
 
 
Wissenschaftsredaktion 15.12.2009, 07:53 # 1 Kommentar
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1 Kommentar

  Hallo Herr Rahmstorf!
Auf stupidshow.tv gibt es eine online-show von der Konferenz, jeden Abend um 8. Sehr lustig, sehr locker, und sehr informativ gleichzeitig. Da ließe sich die 'copenhagen diagnosis' sicher auch vorstellen. oneclimate.net sendet sogar 24 Stunden am Tag! schauen sie doch mal vorbei :)
Viel Erfolg!
 
  Tilman Hüneke | Homepage | E-Mail | 15.12.2009, 13:26  
 
 
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