04.12.2009  
     
 
Am Spitzkopf
Ein Leguan und ein geschwollener Fuß
 
  Beim Aufnehmen der hohen klickernden Glasfroschrufe schaue ich mal kurz nach oben: Hängt doch da tatsächlich ein ausgewachsener (aber trotzdem eher kleiner) Leguan direkt über mir! Der Kontrast zwischen dem leuchtend grünen Enyalius iheringii, so heißt der kleine Kerl, und dem abgestorbenen braunen Blatt, an dem er mit geschlossenen Augen in Schlafstellung hängt, ist wirklich fantastisch!




Fantastisch finden den Leguan offenbar auch zwei Moskitos, die diesmal nicht mich piesacken, sondern sich an dessen Blut laben.




Durch die ganze Blitzerei bereits wach geworden und mich aufmerksam beobachtend, geht das Tier beim „Abpflücken“ dann sofort in Drohstellung über: Es öffnet sein Maul und versucht mir damit zu imponieren. In der Tat sieht das sehr imposant aus, aber eher auf dem Kamerabildschirm als in Natura.




Zu klein sind seine Zähnchen, die ihren Schrecken wohl eher für Grillen und Schaben verbreiten. Irgendwann geht es dann aber auch mal ins Bett, denn morgen wollen wir uns das Gelände auch noch bei Tage anschauen.

Auf der Wanderung zu den diversen Wasserfällen im Gelände am nächsten Morgen kommen wir mit dem Fotografieren der herrlichen Landschaft kaum nach.




Koni sieht sogar noch einen Winkerfrosch am Bachufer, doch leider verschwindet das Tier schnell zwischen den Steinen. Ich habe diese Art, die vermutlich noch unbeschrieben ist, bereits mal vor fünf Jahren ganz in der Nähe, im Reservat Parque das Nascentes gesehen und auch ausgiebig fotografiert und gefilmt, damals leider ohne das Winkverhalten festhalten zu können. Auch jetzt muss ich also drauf verzichten, egal, die andere Art auf der Insel hat es mir ja schön gezeigt.




Gegen Mittag brechen wir langsam wieder auf in Richtung Insel Floripa, nicht ohne an derselben Straßenbar erneut zu halten und wieder mehrere Vitaminas, Sucos und X-Burguers zu uns zu nehmen. Morgen geht es dann zurück nach Porto Alegre, immerhin fast 500 km weiter südlich gelegen. Anne fährt leider nicht mit, sie muss ihren Fuß kurieren und hat eh auf der Insel zu tun. Aber es war spitze mit Dir, vielen Dank, Anne!


 
 
 
Wissenschaftsredaktion 04.12.2009, 21:34 # 0 Kommentare
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  04.12.2009  
     
 
Amphibien am Spitzkopf
 
  Wir finden in einem einfachen Holzhäuschen am Parkeingang eine Bleibe für die Nacht. Während Anne leider im Haus zurückbleiben und ihren dick angeschwollenen Fuß pflegen, d. h. hochlegen muss (natürlich gibt es weder Eis zum Kühlen noch eine entsprechende Salbe), ziehen Koni und ich sofort ins Feld. Jeder läuft erst mal für sich alleine an einem der Bäche entlang steil bergauf, zunächst noch mit Wanderstiefeln (in der Dämmerung ideal für Reptilien an Land), später dann mit Hüftstiefeln (nachts ideal für Frösche im Wasser). Wir kommen jeweils im Wechsel immer wieder mal zu der armen Anne in die Hütte, bringen ihr diesen und jenen Frosch oder auch mal ein Insekt mit – ich z. B. fange ihr einen riesigen Leuchtkäfer (Familie Elateridae), dessen zwei grünen Leuchtflecke am Rücken in der Dunkelheit des Waldes fast taschenlampenhell aufblitzen.

Die allermeisten Amphibien hier hat Koni noch nie gesehen, und entsprechend groß ist seine Begeisterung. Für mich sind es zwar alles nur alte „Bekannte“, aber trotzdem bin auch ich hell begeistert. Schaut euch doch nur mal den rufenden Glasfrosch (Hyalinobatrachium uranoscopum) mit seiner zarten, fast durchsichtigen Schallblase an.




Den kann man auch Hundert Mal anschauen, ohne dass er langweilig wird. Oder ein Portrait des skurrilen Urhornfrosches Proceratophrys boiei.




Das war schon immer einer meiner absoluten „Lieblinge“. Total knuffig sind diese kleinen, unbeholfenen Klöpse auf vier Beinen, dazu die putzigen Augenhörnchen, wirklich allerliebst. Und eigentlich super getarnt, findet ihr auf Anhieb den Frosch auf dem Suchbild?




Im Wasser sehe ich noch eine Hornfrosch-Kaulquappe, in diesem Stadium natürlich noch ohne Hörnchen, und an Land kann ich diverse Laubfrösche beobachten, z. B. den Schmid (Hypsiboas faber) oder auch Hypsiboas bischoffi und Bokermannohyla hylax, die wir aber alle bereits von der Insel Floripa her kennen.




Doch dann kommt´s noch besser...

 
 
 
Wissenschaftsredaktion 04.12.2009, 21:17 # 0 Kommentare
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  04.12.2009  
     
 
Auf dem Weg zum Reservat Spitzkopf
Fast das Ende der Reise
 
  Wir verabschieden uns nun vom Bugerkopf, und weiter geht´s zum Reservat Spitzkopf, ganz in der Nähe, vorbei an einem großen Werbeschild für die Firma Breitkopf. Komisch, das Tal der „Köpfe“ hier offenbar … Warum der Spitzkopf so heißt, wird bei der Anfahrt schnell deutlich: Ein kleiner, tatsächlich spitz zulaufender Berghügel erhebt sich gut sichtbar aus der bewaldeten Umgebung.




Wir freuen uns auf das nächste Erlebnis im Regenwald, doch das Erlebnis kommt viel schneller als wir uns vorstellen, und zwar auf der Straße, noch auf der Anfahrt zum Spitzkopf. Die wird für Koni nämlich fast zur letzten Fahrt. Unglaublich, da fängt der Mann in seinem Leben fast 3.000 Schlangen, darunter auch viele giftige, und dann wird ihm ein ganz banales Kraftfahrzeug fast zum Verhängnis! Das Ganze geht so schnell, dass er danach berichtet, dass es nicht einmal mehr zum Adrenalinausstoß gereicht hätte. Und das nur für das eher mäßige Abendstimmungsfoto (ich glaube, Koni hat es gar nicht mehr geknipst …).

Ja, es ist halt auch nicht ungefährlich, wenn man auf einer verengten Schlaglochpiste mit eingeschaltetem Warnlämpchen (unter der Staubschicht am Tage kaum zu sehen) stehen bleibt (das machen hier aber alle so), und die anderen Autos trotzdem mit Tempo 100 um die Kurven rasen. Dazu gibt es allerorten Rad- und Motorradfahrer, die in der falschen oder auch korrekten Fahrtrichtung unterwegs sind, und selbst sowas Exotisches wie Fußgänger mit Handkarren auf der Straße sind keine Seltenheit. Sehr unübersichtlich also, der ganze Verkehr, und über die vielen Unfalltoten in Brasilien habe ich ja schon gebloggt …

Das Ganze ging so: Koni winkt noch fröhlich ein Auto an unserem seitlich am Straßenrand stehenden Kombi vorbei, denkt vermutlich schon an die Gestaltung des Sonnenuntergangmotivs und achtet auf mich, ob ich auch brav an meiner Fahrertür stehenbleibe. Kein Problem, das mach ich ja, aber Koni selbst tritt dabei, ohne weiter zu gucken, direkt auf die Straße. Quietschende Bremsen holen uns blitzartig in die Realität zurück. Keine Chance, wenn der Wagen nur 10 Stundenkilometer schneller gewesen wäre oder Koni eine Zehntelsekunde später auf der Straße gestanden hätte. Der Blog wäre dann hier zu Ende.

Der kreidebleiche Fahrer ist genauso erschrocken, nicht mal zum Hupen hat es noch gereicht – und das will hier was heißen. Klar, man weiß ja, dass die Anzahl der durch Schlangen getöteten Personen pro Jahr zwar erstaunlich hoch ist (weltweit schätzungsweise 125.000 Todesopfer bei etwa 10 Mio. Schlangenbissen pro Jahr), aber das Ganze spielt sich fast ausschließlich in den armen Regionen Afrikas und Asiens ab (schon in Südamerika sind es nur noch relativ wenige Todesfälle), und wie verlässlich die Daten sind, weiß kein Mensch (die Dunkelziffer ist sicher sehr hoch).

Betroffen sind jedenfalls meist barfüßige Landarbeiter, die z. B. in Reisfeldern auf eine Schlange treten und danach manchmal auch an Sekundärinfektionen etc. sterben). Doch selbst die Zahl von 125.000 durch Schlangenbisse Getöteten steht in keiner Relation zur Zahl der weltweiten Verkehrstoten pro Jahr, die sicher um ein Mehrfaches höher liegt. Koni hätte sich also fast perfekt in diese Statistik eingefügt! Gott sei dank nur fast, und erst mal sind wir zur Erholung noch eine Nacht im Spitzkopf-Reservat.

 
 
 
Wissenschaftsredaktion 04.12.2009, 19:09 # 1 Kommentar
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  04.12.2009  
     
 
Im Reservat Burgerkopf
Eine wirklich riesige Vogelspinne...
 
  Auf dem Rückweg beobachten wir noch eine wirklich riesige Vogelspinne, so eine große habe ich all die Jahre kaum je gesehen – zum Vergleich hier mit Konis Hand.




Kauend und kauernd sitzt sie ruhig auf einem abgestorbenen Blatt, zwischen ihren Mundwerkzeugen, den Chelizeren, finden sich die Überreste eines Tiers – nein, keines Frosches diesmal und auch keines Vogels, sondern eines sehr großen Käfers! Erstaunlich, wie sie es geschafft hat, diesen harten und extrem gut gepanzerten Käfer zu überwältigen. Meine zarten Schreibtischfingerchen möchte ich jedenfalls ungern an der Stelle des Käfers sehen.
 
 
 
Wissenschaftsredaktion 04.12.2009, 19:08 # 0 Kommentare
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  04.12.2009  
     
 
Im Reservat Burgerkopf
Schlange im „deutschen“ Regenwald
 
  Auch innerhalb des Reservats Bugerkopfs geht es extrem steil „zur Sache“. Die kurze Anfahrt, um zum Haus des Besitzers zu gelangen, eine Betonrampe über 100 Meter, ist dermaßen steil, dass wir es trotz der Querrippen mit unserem alterschwachen Kombi auch im ersten Gang fast nicht schaffen. Nur gut, dass hier Schnee und Eis Mangelware sind …Nach der freudigen Begrüßung – Anne und ich waren ja schon mal hier – und den umständlichen Erklärungen und handgemalten Skizzen, wo es kleine „trilhas“ (das sind Waldpfade), Bäche oder Froschtümpel gibt, geht es endlich hinein in die Mata Atlantica.


Dichter Regenwald empfängt uns, leider auch zahlreiche Moskitos – und daneben ein paar Vogelstimmen, die zusammen mit Zikaden und vielen rufenden Adenomera nana die Geräuschkulisse bilden. Adenomera nana ist übrigens ein winziger nur 16-18 mm langer, brauner Pfeiffrosch, den ich vor Jahren mal revalidiert habe (was das genau ist, hab ich ja schon in einem anderen Blog beschrieben, den vom 24.11.: „Ein kleiner Pfeiffrosch und ein technisches Missgeschick ...“).




Gleich am zweiten Bach dann ein toller Reptilienfang: Während sich Anne mit Wildbienen beschäftigt und ich beim Bestimmen einer mir unbekannten Froschkaulquappe bin, tönt es unten am Bachlauf: „Schlange, da in den Haufen ist sie rein!“ Koni hat seinen „Schlangenbesen“ zur Seite geworfen und ist grade dabei, mehrere große Steinblöcke zur Seite zu räumen. Ich decke die freie Flanke schräg unterhalb von Koni ab, Anne steht oberhalb, um der Schlange auch dort den Fluchtweg zu versperren. Den sucht sie aber eh in der Tiefe: Oje, zahlreiche Löcher und Gänge tun sich beim Abräumen der oberen Steinlagen auf: Je tiefer wir graben, desto aussichtsloser sieht es für uns aus – ähnlich wie im Moment für den VfB (als Stuttgarter verfolge ich das Drama natürlich auch in Südbrasilien aufmerksam …).

Die neuen Schweißerhandschuhe von Koni (als Schutz gegen Giftschlangenbisse) sind bereits lehmverschmiert, der Schweiß tropft ihm von der Stirn. Anne hat sich im holprigen Gelände den Fuß verdreht und ich bin zerstochen von etwa 1000 Moskitos, die meine mangelnde Aufmerksamkeit ausnutzen und sich die zarte Rückenhaut eines schmalen Streifens zwischen Hose und hochgerutschtem T-Shirt vornehmen – ordentlich verzwiebelt haben die mich da! Egal, denn plötzlich nehme ich eine Bewegung zwischen den Steinen wahr, kurz ist ein gelblicher Kopf zu sehen. Ich schreie zu Koni: „Da, schnell, hinter Dir, sieht aus wie eine Liophis poecilogyrus!“ Koni springt nach hinten, und es gelingt ihm tatsächlich, den Kopf der harmlosen Natter zu fixieren.




Vorsichtig zieht er das herrlich goldgelb und schwarz gefleckte Tier aus dem Spalt. Die Schlange ist – nur gerecht – auch ziemlich verdreckt, ansonsten aber gut erhalten. Ein adultes Weibchen. Als erstes entleert es sich gleich mal über den Fingern von Koni, es gibt tatsächlich angenehmer Riechendes. Beim zweiten Hingucken fällt mir jetzt auf, dass diese Schlange eigentlich doch eher wie Liophis semiaureus aussieht. Klar, die äußerlich sehr ähnliche Liophis poecilopgyrus kommt eigentlich auch gar nicht hier im Regenwald vor. Ein super Fang jedenfalls, zwar keine seltene Art, aber eine sehr schöne! Und hier in Südbrasilien muss man um jede Schlange dankbar sein, die man überhaupt sieht.

Mein leider viel zu früh verstorbener Kollege Marcos Di-Bernardo hatte seine Doktorarbeit damals mit weniger als 100 Schlangenfängen abschließen müssen – im selben Gebiet (Pró-Mata) hatte ich viele Tausend Froschnachweise … Die Natter verschwindet jedenfalls im Schlangensack von Koni – natürlich nur vorläufig zum Fotografieren, wir lassen sie später wieder in der Nähe des Bachs frei.

 
 
 
Wissenschaftsredaktion 04.12.2009, 19:08 # 0 Kommentare
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  04.12.2009  
     
 
Im engen Flusstal des Rio Itajai
Oktoberfest und Schlammlawinen
 
  Um zum „Bugerkopf“ zu gelangen, müssen wir erst durch Blumenau hindurch, eine brasilianische Stadt mit deutschem Hintergrund. Ihr Name hat nicht direkt etwas mit Blumen oder Auen zu tun, sondern geht auf den deutschen Auswanderer und Apotheker Hermann Blumenau zurück, der die Stadt 1850 mit weiteren deutschen Siedlern gegründet hat. Schon zwei Jahre später kam der (zumindest in Brasilien) berühmte Biologe Fritz Müller nach Blumenau, dem später die Ehrendoktorwürden der Universitäten Bonn und Tübingen (dort habe ich ja selbst studiert) zuteil wurden – und 2009, in diesem ganz besonderen Jahr, dem Darwinjahr, übrigens posthum auch der UFSC-Universität in Florianópolis!

Zurecht, denn Müller pflegte lange Jahre regen Briefwechsel mit Charles Darwin, in dem er seine Beobachtungen an Tieren und Pflanzen schilderte, und hatte damit vermutlich nicht unerheblichen Anteil an dessen Evolutionstheorie – Fritz Müller widmete ihm auch sein einziges Buch: „Für Darwin“, in dem er dessen Evolutionstheorie mit weiteren Daten unterstützte. Und Müller ist der „Entdecker“ der Müllerschen Mimikry, wonach unterschiedliche ungenießbare oder giftige Tierarten, speziell Insekten, ein ähnliches, „normiertes“ Aussehen besitzen. Fressfeinde sollen durch diese einheitliche Warntracht (z. B. schwarz-gelb = stechend) schneller lernen, Tiere mit einem solchen Aussehen generell zu meiden.

Heute ist Blumenau eine der bedeutendsten Industriestädte (v. a. Textilindustrie) des Landes – und eine der reichsten dazu. Alles ist sehr europäisch geprägt, blonde Kinder laufen mit ihren ebenso blonden Muttis auf gepflegten Bürgersteigen, Fachwerkhäuser bilden die Kulisse im Hintergrund. Es gibt dort das größte Oktoberfest der Welt (außerhalb Münchens) und einen weithin bekannten „Stammtisch“ in der Rua XV de Novembro. Koni meinte noch, Blumenau erinnere ihn deutlich mehr an Europa als zum Beispiel Süditalien …




Nun gut, wir wollen aber nicht in die Stadt, sondern in den Atlantischen Regenwald, der Blumenau in erfreulicher Dichte auch heute noch umgibt. Kein Wunder, sind die Hänge der Umgebung zum Teil doch extrem steil – da lässt sich auch einfach mal was schützen, ohne Druck durch Industrie und Landwirtschaft, denn da oben etwas (an-)bauen würde eh keiner …

Doch die Lage der Stadt im engen Flusstal des Rio Itajaí hat auch ihre unerfreulichen Seiten: Schon immer gab es dort extreme Hochwasserlagen, z. B. die Flutkatastrophe von 1983 oder auch jene Flut, in der Fritz Müller Haus und Hof verlor. Und in den letzten Jahren häufen sich die Extremwetterlagen in der Region. Massive Regenfälle mit unglaublichen Wassermengen treten immer regelmäßiger auf, und im vergangenen Jahr kam es erneut zu einer Katastrophe. Rund 200 Personen ertranken in den Fluten des Rio Itajaí oder kamen in einem der zahlreichen Bergstürze ums Leben – Tausende wurden obdachlos, und das Ganze verlief fast unbemerkt in Deutschland. Auch in der Nachbarschaft des „Bugerkopfs“, wo wir jetzt eintreffen, gingen damals mächtige Schlammlawinen ab. Ein halber Berg rutschte zu Tal und begrub einige Anwesen. Etwa 20 Personen, darunter eine ganze Familie mit Kindern, wurden rettungslos verschüttet. Durch die nachrutschenden Erdmassen gab es keine Möglichkeit, die Toten zu bergen, und das gesamte Gebiet wurde danach einfach abgesperrt (nie wieder darf dort gebaut werden) und sozusagen als „Megagrab“ eingeebnet, echt gruselig!
 
 
 
Wissenschaftsredaktion 04.12.2009, 19:06 # 0 Kommentare
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  04.12.2009  
     
 
Kurz vor Blumenau
Gebratene Hühnerherzen mit Manga-Saft
 
  Zwei Stunden Fahrt über die stark befahrene BR 101 entlang der Küste nach Norden, und wir sind kurz vor Blumenau.




Erst mal eine Stärkung, bevor es gleich in das ganz in der Nähe liegende Privatreservat (sog. RPPN – Reserva Particular do Patrimônio Natural) „Bugerkopf“ von Lauro Bacca geht, mit herrlichem, z. T. noch primärem Regenwald. Wir sitzen also in einer kleinen Bar am Straßenrand und essen einen X-Burguer (so geschrieben). Das ist ganz einfach die brasilianische Version unseres heimischen Hamburgers oder Cheeseburgers und schmeckt sehr gut, viel besser jedenfalls als die gummiartigen Varianten bei uns. Brasilianer sind, was solche Wortkreationen angeht, ja generell sehr erfinderisch. Das X in X-Burguer leitet sich nämlich ab von englisch „cheese“, der Buchstabe X wird auf portugiesisch in etwa so ausgesprochen wie cheese – woher das zusätzliche -u- in Burguer kommt weiß ich auch nicht, vermutlich, weil man hier auch so ausspricht. Ein ähnlicher Fall ist übrigens das Wort K7. Das ist die altmodische, mittlerweile von CDs und anderen digitalen Datenträgern abgelöste (Tonband-)Kassette (die jungen Leser kennen die vielleicht gar nicht mehr …). Jedenfalls sind/waren Kassetten in den brasilianischen Kaufhäusern immer als K7 im Angebot, denn K7 spricht man auf portugiesisch ebenso aus wie Kassette: Ka-Sete (Ka = Buchstabe K; sete = sieben).Ich habe mir einen X-Coração bestellt, das ist ein Hamburger mit gebratenen Hühnerherzen. Das hört sich für Mitteleuropäer vielleicht ungewöhnlich an, ist es hier aber gar nicht und unglaublich schmackhaft. Dazu gibt es frisch gepresste Sucos (Fruchtsäfte) und Vitaminas (Milch-Shakes), z. B. mit Manga (richtig gelesen, denn Mango ist hier weiblich und endet wie die japanischen Comics mit -a) – mmmhhh, auch das extrem lecker. Ich bestelle gleich noch einen hinterher, diesmal mit Abacaxi (= Ananas), bei der tropisch-schwülen Hitze von über 30 Grad ist die erste Version spurlos in meiner Kehle verdunstet. Dann geht´s weiter.
 
 
 
Wissenschaftsredaktion 04.12.2009, 19:03 # 0 Kommentare
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