
| 22.12.2009 |
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| Es schüttet wie aus Kübeln, und die Straßen und Gehwege in Santa Maria sind so überschwemmt, dass man an der Uni trockenen Fußes nicht mehr von einem ins nächste Gebäude kommt: Wenn das kein "Melano-Wetter" ist! Ach so, wer es nicht mehr weiß: Melano ist unser interner Spitzname für die netten Schwarzkrötchen der Gattung Melanophryniscus mit ihren schönen roten Bäuchen. Die zeigen in Südbrasilien und Uruguay eine wunderbare Artenvielfalt und haben dort sozusagen ihr "Epizentrum der Verbreitung". Rund 15 und damit die Hälfte aller bekannten Arten (die aber zum Teil eben noch wissenschaftlich unbeschrieben sind) kommen in Rio Grande do Sul vor. ![]() Eine der schönsten Arten hat mein verstorbener Kollege und guter Freund Marcos Di-Bernardo noch kurz vor seinem Tode beschrieben: Melanophryniscus admirabilis! ![]() Und eine weitere noch unbeschriebene Art wartet nun vielleicht in Itaara auf uns – wenn der Wettergott es will. Wie gesagt, auf der Hinfahrt mit Camila vor nur zwei Tagen war am einzigen bekannten Fundort keine Spur von den Tieren zu finden. Auch das Umdrehen von Steinen und altem Holz, normalerweise ein Garant für das Antreffen von Amphibien und Reptilien, erbrachte keinen Erfolg. Wohin sich die Krötchen in trockenen Zeiten zurückziehen, ist uns ein Rätsel. Da sie nach starkem Regen urplötzlich aus der Versenkung auftauchen und schon nach wenigen Stunden am Gewässer rufen, können sie aber nicht weit sein. Offenbar warten sie irgendwo unterirdisch ganz in der Nähe, vielleicht in Mäusegängen oder im lückigen Wurzelwerk alter Bäume und Sträucher. Wir sind also nun sehr auf den Ausflug gespannt, die Vorzeichen sind gut. Wegen der regenempfindlichen Foto- und Filmausrüstung warten wir aber erst noch etwas, bis die allerheftigsten Schauer vorübergezogen sind. Kein Problem, die Zeit zu überbrücken, denn auch hier an der Uni von Santa Maria haben wir Internetanschluss. Ich kann die letzten Blogs schreiben, und Koni zeigt den staunenden Studenten derweil seine herrlichen Schlangenbilder aus Peru, Costa Rica und Europa. Als es dann gegen 19 Uhr anfängt zu dämmern, ist der Zeitpunkt richtig. Der Regen hat nun fast aufgehört, und wir fahren los. Insgeheim hoffe ich ja schon auf die eine oder andere Schwarzkröte, bin aber zugleich äußerst skeptisch, denn ihre Laichsaison ist eigentlich schon rum. Im Dezember sind die Tiere normalerweise nicht mehr aktiv. Na ja, was heißt das schon im nicht normalen El-Niño-Jahr? |
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