
| 01.12.2009 |
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| Nach einer kurzen Stärkung bei Lucas in der wirklich schön gelegenen Pousada – den herrlichen Wasserfall werden wir allerdings erst morgen genießen – geht es hinaus in die Nacht. Wir fahren erst mal fünf Kilometer zurück an eine Stelle im Wald, wo Schwester Lucy vor einem Monat wohl einen lauten "Schreifrosch" gehört hat ("iiaaahhh", soll der gerufen haben). Hmmmh, keine Ahnung, was das gewesen sein könnte, an der angegebenen Stelle finden wir außer ein Paar zugegebenermaßen schönen Makifröschen (Phyllomedusa distincta) nichts Froschiges. ![]() Wir fahren also weiter. Schon bei der Anfahrt hatten wir ein paar vielversprechende Teiche und Bäche gesehen, wohin wir des Nachts eigentlich wieder zurückkehren wollten. Leichter gesagt als getan, denn nachts sind alle Katzen grau und alle Tümpel unsichtbar. Im Scheinwerferlicht ist außer der nächsten Bodenwelle, der man schnell noch ausweichen muss, oder dem nächsten Loch vor einer scharfen Kurve, eigentlich nichts von der Landschaft zu bemerken. Ist aber auch egal, denn gleich die erste Stelle ist ein Volltreffer! Dieser Platz war aber auch einfach zu merken, es ist ein ganz neues Haus mit zwei weißen Löwen an einem Tor, und dort werden wir heute tatsächlich die ganze Nacht verbringen (nun gut, bis etwa 2.30 Uhr). Das offenbar leer stehende Haus hat zwei große Teiche auf dem Gelände, und der Straßengraben gegenüber bordet nur so über von Fröschen: Insgesamt 16 Arten werden wir am Ende dieser (ganz normalen) Nacht gefunden haben, also mehr Froscharten, als es in Deutschland gibt. Darunter auch Besonderheiten, wie Sphaenorhynchus surdus: ![]() Oder so nette Fröschchen wie Hypsiboas bischoffi. Ein Männchen dieser Art bleibt beim Fotografieren ganz ruhig auf meiner Hand sitzen. ![]() Oder ein Männchen des Augenfleckpfeiffroschs, Leptodactylus ocellatus. ![]() Das sich aufopfernd um seinen Nachwuchs kümmernde Weibchen haben wir ja bereits kennengelernt, nun haben wir also auch das Männchen dazu, das wirklich eindrucksvoll verdickte Oberarme besitzt. Ich erinnere mich: Diesen Frosch nannten wir zu Beginn meiner Studien einfach immer nur "Arnold". Dann wieder Dinge aus der Rubrik Schauriges: Eine große Wasserwanze (Belostomatidae) hat einen kleinen Pfeiffrosch (Physalaemus cuvieri) erlegt und zum größten Teil bereits ausgesaugt. Nur noch ein schlaffe Hülle aus Haut und Knochen steckt zwischen den Kiefern der "scheusslichen Wanze" … Ich zeige euch das Bild der sterblichen Überreste hier besser nicht, schon das Bild der Spinne mit kleinen erlegten microps vom Praia dos Naufragados war ja nichts für schwache Nerven … ![]() Am Ende der langen Froschnacht erschlaffen so langsam die Gemüter. Die Bildsequenz anbei zeigt Anne und Koni um 2.00 Uhr beim Fotografieren eines Physalaemus cuvieri auf der Erdstraße, und dann die doch schon etwas schlappe Reaktion, als sich das kleine Fröschchen vom Acker macht… ![]() |
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