17.11.2009  
     
 
Sao Paulo, 12 Uhr
Verschnupft in Sao Paulo
 
  Jetzt bin also heil in Sao Paulo gelandet und überbrücke die Wartezeit (immerhin 8 Stunden) bis zum Weiterflug nach Porto Alegre in einem Telefonladen. Da kann man seinen Laptop direkt ins Internet anschließen, wenn das nachher nur überall so gut klappt, auch auf dem Land ... Den Flug selbst habe ich daher fast vollständig verschlafen, auch den netten Ice-Age-Film, der da lief, denn ein ordentlicher grippaler Infekt mich hat mich noch kurz vor dem Abflug erwischt, und so musste ich gestern auch mit Fieber ins Flugzeug einsteigen. Da bin ich das ganze Jahr nicht einmal krank, aber wenn es drauf ankommt ...Hoffentlich geht das bald wieder weg.
Übrigens ist das Wetter hier auch nicht viel besser als in
Deutschland, nun gut, deutlich wärmer natürlich, aber der Himmel ist auch wolkenbedeckt, mal schauen, wie es in Porto Alegre ist, der Hauptstadt des südlichsten brasilianischen Bundesstaats Rio Grande do Sul und Ausgangspunkt meiner Froschexpedition. Die Zeitverschiebung gegenüber Deutschland beträgt in unserem Winter (zugleich Sommerzeit
in Brasilien) 3 Stunden, d. h. hier ist es 12.00 Uhr und bei euch 15.00 Uhr.



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Wissenschaftsredaktion 17.11.2009, 15:43 # 5 Kommentare
 
 
     
  17.11.2009  
     
 
Bye bye, verregnetes Deutschland!
 
  Gleich hebt der Flieger ab, über München und Sao Paulo geht der Flug in die Hauptstadt Porto Alegre, eine europäisch geprägte Stadt, die ich bereits seit 1995 kenne. Damals war ich ein richtiges Greenhorn, konnte praktisch kein Portugiesisch und wusste eigentlich auch noch nicht so recht, welches Thema meine Doktorarbeit umfassen sollte (das hat sich dann aber schnell, nach wenigen Monaten gegeben …). Was erwartet mich wohl dieses Mal in Brasilien?

Meine Route steht mehr oder weniger fest, ich habe sie mit mehreren brasilianischen Kollegen und Studenten abgestimmt, doch wer wann zur Expedition dazustößt ist teilweise noch immer offen. Seitdem sich mein deutscher Professor ins
Altenteil zurückgezogen hat, hat sich auch enorm viel verändert. 2006 war das letzte Jahr, in dem ich vor Ort war, um meine Feldforschungen an Fröschen zu betreiben. Die immense Datenberge aus den Jahren von 1995–2006, als ich jedes Jahr mindestens ein Mal – und jeweils zwischen 1 und 6 Monaten – vor Ort war, erlaubte es mir, nun fast drei
Jahre bis zu einer erneuten Exkursion zu warten: Mehrere neue und wissenschaftlich noch unbeschriebene Froscharten lagen bis vor kurzem noch auf meinem Schreibtisch herum, doch darauf will ich im Laufe meines Tagebuchs noch zurückkommen.
 
 
 
Wissenschaftsredaktion 17.11.2009, 10:56 # 0 Kommentare
 
 
     
  17.11.2009  
     
 
Es geht los!!!!
 
  Stuttgart, Samstag abend, 20.00 Uhr
Uff, bald wird es ernst! So langsam beginnt das typische Kribbeln im Bauch, das man auch beim 15. Mal Rucksack-Packen für eine längere Expedition fühlen kann: Habe ich auch wirklich nichts vergessen? Wenn ich mir meinen gepackten "kleinen Rucksack" so anschaue, dann kann
absolut gar nichts fehlen! Hmmh, die Batterien und Fanggefäße müssen wohl in den großen Rucksack "umziehen", und mein Netbook werde ich wohl als zweites Handgepäckstück durchzubringen versuchen ...




Mein Abschiedsvortrag letzten Donnerstag vor fast 300 Personen im Stuttgarter Wilhelma-Theater war ja ein sehr würdiger Abschied: Im fantastischen Ambiente des klassizistischen, prächtig ausgeschmückten Gebäudes, das König Wilhelm I. um 1840 bauen lies, über SEIN Thema
vorzutragen, ein Thema, das einen seit vielen Jahren (um genau zu sein: seit 1995) umtreibt, macht schon Spaß. Sicher stellt ein solcher Rahmen mit einem interessierten, meist schon etwas älteren Laienpublikum (Förderverein der Wilhelma) mit biologischen Kenntnissen das beste Forum für einen Biologen dar, das man sich nur wünschen kann
– schöner jedenfalls, als in einem halb leeren Seminarraum vor 10 mehr oder weniger interessierten Studenten vorzutragen, die halt einen "Schein" benötigen …

 
 
 
Wissenschaftsredaktion 17.11.2009, 10:45 # 1 Kommentar
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