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	<title>Abenteuer Sport &#187; Free Solo</title>
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	<description>Blog über Expeditionen und Grenzerfahrungen</description>
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		<title>Leichter als auf der Highline</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Jun 2012 15:01:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Extremsportler]]></category>
		<category><![CDATA[Free Solo]]></category>
		<category><![CDATA[Heinz Zak]]></category>
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		<description><![CDATA[Über 27 Millionen Fernsehzuschauer sahen hierzulande am Sonntag zu, als die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ihr EM-Spiel gegen Dänemark mit 2:1 gewann. Immerhin 10 Millionen waren am selben Tag in den USA live dabei, als der Sender ABC einen Drahtseilakt in die Fernsehstuben übertrug. „Das bestbesuchte nicht-sportliche Sommerprogramm seit 2006“, jubelte der Sender. Der 33 Jahre alte Nik [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_15471" aria-labelledby="figcaption_attachment_15471" class="wp-caption alignleft" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.de/abenteuersport/files/Wallenda_Niagara.jpg" rel="lightbox[15465]"><img class="size-medium wp-image-15471" src="http://blogs.dw.de/abenteuersport/files/Wallenda_Niagara-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Wallenda über den Niagara-Fällen</p></div>
<p>Über 27 Millionen Fernsehzuschauer sahen hierzulande am Sonntag zu, als die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ihr EM-Spiel gegen Dänemark mit 2:1 gewann. Immerhin 10 Millionen waren am selben Tag in den USA live dabei, als der Sender ABC einen <a href="http://www.youtube.com/watch?v=Ka2vnJWQxyo" target="_blank">Drahtseilakt</a> in die Fernsehstuben übertrug. „Das bestbesuchte nicht-sportliche Sommerprogramm seit 2006“, jubelte der Sender. Der 33 Jahre alte Nik Wallenda, Urenkel eines deutschen Zirkusakrobaten, balancierte in 60 Meter Höhe auf einem Stahlseil über die breiteste Stelle der Niagara-Fälle. 25 Minuten brauchte er für die Distanz von 550 Metern. „Ich finde die Idee gut. Lässig, dass er es gemacht hat, ein tolles Spektakel“, sagt <a href="http://www.heinzzak.com/portrait.html" target="_blank">Heinz Zak</a>. „Aber ehrlich gesagt, eine Riesenleistung ist es – sportlich gesehen – nicht.“<span id="more-15465"></span></p>
<p><strong>Slackline-Pionier</strong></p>
<p>Ich habe den Extremkletterer, Fotograf und Filmemacher aus Österreich angerufen, weil er ein ausgewiesener Experte für Balancieren in luftiger Höhe ist. Zak gilt als <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Slackline" target="_blank">Slackline</a>-Pionier in Europa. 2006 veranstaltete er in seinem Heimatort Scharnitz in Tirol das erste internationale Treffen der Seilkünstler. Längst ist der Tanz auf dem schwingenden Seil zum Trendsport geworden, nicht nur in den Bergen. „Bei uns erlebe ich das nach wie vor als richtigen Boom“, sagt Heinz. „Ich glaube, es wird sich vom Trendsport weiter entwickeln zu einem ganz normalen Schulsport.“ Der 54-Jährige selbst sorgte schon oft auf  so genannten „Highlines“ für Furore, auf Seilen, die zwischen zwei Felsen in schwindelerregender Höhe gespannt waren.</p>
<div id="attachment_15475" aria-labelledby="figcaption_attachment_15475" class="wp-caption aligncenter" style="width: 640px"><a href="http://blogs.dw.de/abenteuersport/files/Zak_Lost_Arrow.jpg" rel="lightbox[15465]"><img class="size-full wp-image-15475 " src="http://blogs.dw.de/abenteuersport/files/Zak_Lost_Arrow.jpg" alt="" width="640" height="480" /></a><p class="wp-caption-text">Heinz Zak auf der Leine am Lost Arrow im Yosemite-Nationalpark (© Archiv Zak)</p></div>
<p><strong>Konnte kaum schiefgehen</strong></p>
<p>Heinz Zak macht darauf aufmerksam, dass an dem Seil, über das Nik Wallenda über die Niagara-Fälle balancierte, in gewissen Abständen Gewichte hingen. „Damit nimmt er die Schwingung komplett heraus, und er marschiert wie auf einem richtig betonierten Stahlkabel.“ Außerdem nutzte Wallenda eine meterlange Balancierstange, die er mit einem Gurt um die Schulter fixiert hatte. „Der hat ein unglaubliches Trägheitsmoment eingebaut. Die Stange wiegt ja fast 20 Kilo“, erklärt Heinz. Dazu war der Artist noch am Seil gesichert. „Wenn der jetzt nicht gerade einen Herzkasperl auf der Leine kriegt, dann sollte eigentlich nicht großartig etwas schief gehen.“</p>
<p><strong>Slackline schwingt mehr</strong></p>
<div id="attachment_15527" aria-labelledby="figcaption_attachment_15527" class="wp-caption alignright" style="width: 300px"><a href="http://blogs.dw.de/abenteuersport/files/Wallenda_Niagara-II.jpg" rel="lightbox[15465]"><img class="size-medium wp-image-15527 " src="http://blogs.dw.de/abenteuersport/files/Wallenda_Niagara-II-300x225.jpg" alt="" width="300" height="225" /></a><p class="wp-caption-text">Schon vor dem Ziel ein Interview</p></div>
<p>Wallenda gab noch auf dem letzten Drittel der Strecke sein erstes Live-Interview. „Er kann auf dem Seil auch laufen, eine Hand hochreißen, jubeln, niederknien. Da sieht man schon, dass das Balancieren auf dem Drahtseil wesentlich leichter ist als über eine Highline zu gehen“, sagt Heinz. „Der größte Unterschied ist, dass sich unsere Leine stark bewegt. Je länger sie ist, desto stärker schwingt sie.“ Zak weiß, wovon er redet. Er hat die berühmteste Highline der Welt bewältigt, am Lost Arrow, einer Granitnadel im Yosemite-Nationalpark. Und ist auch schon free solo, also ohne Sicherung, übers Seil balanciert. „Das ist für den Kopf der Hammer“, erzählt Heinz. „Da weiß man, wenn man wirklich ausrutscht und die Leine nicht fängt, ist man tot.“</p>
<p><strong>Eine andere Hausnummer</strong></p>
<p>Das Free-Solo-Klettern im Fels sei dennoch anspruchsvoller, meint Zak, dem 2005 im Yosemite die zweite ungesicherte Solo-Durchsteigung der legendären Route <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Separate_Reality" target="_blank">„Seperate Reality“</a> gelang. Sie führt durch ein sieben Meter überhängendes Felsdach, 200 Meter über dem Talgrund. „Beim Highlinen kann ich mich wesentlich genauer auf die Anforderungen einstellen. Es ist kontrollierbarer, auch wenn die Leine schwingt“, erklärt Heinz. „Eine 20- oder 30-Meter-Highline ist von der Sicherheit her vergleichbar mit dem Klettern im sechsten oder siebten Schwierigkeitsgrad.“ Bewege er sich im Fels free solo auf noch anspruchsvollerem Terrain, würden die Kletterbewegungen so schwierig, dass das Risiko deutlich steige, sagt der Österreicher. Oder die Griffe seien nicht mehr hundertprozentig kontrollierbar. „Wenn es so an die Grenze geht, bedeutet der kleinste Fehler den Tod.“ Anders als am Sonntag über den Niagara-Fällen.</p>
<p>P.S. Ans Herz lege ich euch Heinz Zaks Buch „<a href="https://www.blv.de/buchdetails/titel/978-3-8354-0797-8-slackline-am-limit/" target="_blank">Slackline am Limit</a>“ mit guten Texten und sensationellen Bildern.</p>
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		<title>Free Solo: Todesangst ist überlebenswichtig</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Jul 2010 13:05:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Porträts]]></category>
		<category><![CDATA[Alex]]></category>
		<category><![CDATA[Free Solo]]></category>
		<category><![CDATA[Huberbuam]]></category>
		<category><![CDATA[Thomas]]></category>

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		<description><![CDATA[Für alle, sich nicht tagtäglich mit den Feinheiten des Bergsports beschäftigen: Freiklettern bedeutet nicht unbedingt, auf Haken, Klemmkeile oder Seil zu verzichten. Auch Freeclimber benutzen Hilfsmittel &#8211; allerdings nicht um sich fortzubewegen, sondern nur, um sich für den Fall eines Sturzes abzusichern. Doch natürlich gibt es auch die reinste Form des Freikletterns, den Verzicht auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Für alle, sich nicht tagtäglich mit den Feinheiten des Bergsports beschäftigen: Freiklettern bedeutet nicht unbedingt, auf Haken, Klemmkeile oder Seil zu verzichten. Auch Freeclimber benutzen Hilfsmittel &#8211;  allerdings nicht um sich fortzubewegen, sondern nur, um sich für den Fall eines Sturzes abzusichern.<br />
Doch natürlich gibt es auch die reinste Form des Freikletterns, den Verzicht auf jegliche Hilfsmittel. Eine solche Kletterpartie nennt man Free Solo. <a href="http://www.bergsteigen.at/de/lexikon.aspx?ID=64" target="_blank">Paul Preuß</a>, ein Kletterpionier aus Österreich, war ein früher Vertreter dieser Spielart. Preuß lehnte es sogar ab, sich abzuseilen. Allerdings wurde er auch nicht alt. Mit 27 Jahren verunglückte er bei einem Absturz im Dachsteingebirge tödlich. Sind Free-Solo-Kletterer verrückt, waghalsig, gar lebensmüde?</p>
<p><img style="margin: 0px 0px 11px 0px" src="/abenteuersport/images/news/9369.1.jpg" alt="" align="center" /><br />
<em>Alexander Huber, Mann der Extreme</em></p>
<p><strong><span id="more-9369"></span>Reine Konzentration</strong></p>
<p>Auch heute gibt es Extrembergsteiger, die free solo klettern, wie der US-Amerikaner <a href="http://blogs.dw.de/abenteuersport/2010/1.9235.html" target="_blank">Dean Potter</a>, der Schweizer <a href="http://www.uelisteck.ch/" target="_blank">Ueli Steck</a>, der Österreicher <a href="http://www.team-alpin.at/hansjoerg.php" target="_blank">Hansjörg Auer</a> &#8211; oder der Deutsche <a href="http://www.huberbuam.de/" target="_blank">Alexander Huber</a>. Den jüngeren der beiden Huber-Brüder habe ich nach der Faszination des Free-Solo-Kletterns gefragt (das Interview könnt ihr unten hören). Sie liege „in der Unmittelbarkeit“, sagt Alex. „Es ist eine sehr direkte Bedrohung für das Leben. Man braucht sich gar nicht die Frage zu stellen, was passieren könnte, wenn man an zwei kleinen Griffen 200 Meter über dem Einstieg in einer überhängenden Wand hängt. Das ist ja sonnenklar.“ Dennoch klammere er die Todesangst beim Klettern nicht aus, sagt der 42-Jährige. Ganz im Gegenteil. „Die Angst vor der Bedrohung des eigenen Lebens ist überlebenswichtig. Sie sagt mir, dass ich vorsichtig zu Werke gehen muss.“ Hinzukommen müsse jedoch das Vertrauen ins eigene Können, „um die Angst zu kontrollieren, damit sie keine übermäßige Nervosität, im schlimmsten Fall sogar Panik auslöst, sondern nichts anderes als reine Konzentration.“</p>
<p><strong>Vernachlässigbar kleines Restrisiko </strong></p>
<p><img style="margin: 0px 11px 0px 0px" src="/abenteuersport/images/news/9369.4.jpg" alt="" align="left" />Alex Huber hat im Free-Solo-Klettern Marken gesetzt: So kletterte er 2002 in den Dolomiten die sogenannte „Hasse-Brandler-Direttissima“ free solo, eine direkte Route über 500 Höhenmeter durch die Nordwand der Großen Zinne (<a href="http://www.youtube.com/watch?v=x1lRfY6QgE4" target="_blank">hier geht es zum Video</a>). 2008 gelang Alex die erste Free-Solo-Besteigung des 3838 Meter hohen Grand Capucin im Montblanc-Gebiet über die sogenannte „Schweizerführe“ (<a href="http://www.youtube.com/watch?v=hSJts8ASXM8" target="_blank">Video</a>).<br />
Ohne Vorbereitung geht das natürlich nicht. Alex studiert die Routen bis ins Detail, bevor er sich ohne Sicherung in die Wand begibt. „Man will sich ja nicht blindlings in ein Abenteuer stürzen, das mit einer guten Wahrscheinlichkeit tödlich ausgeht.“ Free-Solo-Kletterer bräuchten einen „gesunden Menschenverstand“, der ihnen sage, „okay, ich kann das kontrollieren oder nicht.“ Wenn er in die Route einsteige, so Alex, dürfe es nur noch ein „vernachlässigbar kleines Restrisiko“ geben.</p>
<p><strong>Buch der Erinnerungen</strong></p>
<p>Aber sagt nicht gerade der gesunde Menschenverstand, dass eigentlich nur Lebensmüde in einer Felswand auf jede Sicherung verzichten? „Ganz und gar nicht“, sagt Alex. „Ich bin lebensfroh, sogar lebenssüchtig, das Gegenteil von todessüchtig. Ich bin bereit, mein Leben mit Händen und Füßen zu verteidigen, selbst wenn ich free solo klettere.“ Am Ende eines solchen geglückten Projekts stehe für ihn ein ganz besonders intensives Erlebnis. „Ich werde mich in 30 oder 40 Jahren noch minutiös an diese Momente erinnern können, während andere Gegebenheiten schon längst im Nebel der Vergangenheit verschwunden sind. Damit schaffe ich mir eine reich bebilderte, bunt kolorierte Seite im Buch meiner Erinnerungen.“</p>
<p><img style="margin: 0px 0px 11px 0px" src="/abenteuersport/images/news/9369.2.jpg" alt="" align="center" /><br />
<em>Alex beim Free-Solo-Klettern am Dent du Géant im Montblanc-Massiv</em></p>
<p>Und allen Sicherheitsfanatikern, die über seine Free-Solo-Klettertouren nur den Kopf schütteln, sagt Alex Huber: „Wenn man ganz ehrlich zu sich selbst ist, kommt es doch nicht auf die Anzahl der gelebten Jahre an, sondern auf das, was in diesem Buch der Erinnerungen steht.“ Sprich lieber kurz und intensiv gelebt, als lang und mittelmäßig.<br />
Das bedeutet ja nicht, dass jetzt jeder free solo klettern muss. Das sollten wirklich nur die Allerbesten.</p>
<p><a href="http://blogs.dw.de/abenteuersport/files/Interview-Alex-Huber.mp3">Interview mit Topkletterer Alex Huber</a></p>
<p>P.S. Wer sich intensiver mit dem Klettern ohne Sicherung beschäftigen will, sollte einen Blick in Alexander Hubers Buch „Free Solo“ werfen oder sich die Videodokumentation über seine Free-Solo-Trips ansehen. Beides findet ihr im <a href="http://www.huberbuam.de/shop/d_index.htm" target="_blank">Shop der Huberbuam</a>-Seite.<br />
P.P.S. Ich verabschiede mich jetzt in den Urlaub. Wundert euch also nicht, wenn ihr ein bisschen länger auf Einträge warten müsst&#8230; <img src='http://blogs.dw.de/abenteuersport/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
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		<title>Frei wie ein Vogel</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Jun 2010 22:38:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Porträts]]></category>
		<category><![CDATA[Dean Potter]]></category>
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		<description><![CDATA[Streng genommen gibt es keine Steigerung von extrem. Denn das Wort beschreibt ja das Äußerste, ist also bereits ein Superlativ. Ich mache jedoch an dieser Stelle eine Ausnahme und steigere extrem: in Dean Potter. Seit Jahren sorgt der US-Kletterer mit seinen Projekten für Aufsehen. Oft ist er alleine unterwegs, 2002 etwa an den sturmgepeitschten Granitfelsen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Streng genommen gibt es keine Steigerung von extrem. Denn das Wort beschreibt ja das Äußerste, ist also bereits ein Superlativ. Ich mache jedoch an dieser Stelle eine Ausnahme und steigere extrem: in Dean Potter.</p>
<p><img style="margin: 0px 0px 11px 0px" src="/abenteuersport/images/news/9235.1.jpg" alt="" align="center" /><br />
Seit Jahren sorgt der US-Kletterer mit seinen Projekten für Aufsehen. Oft ist er alleine unterwegs, 2002 etwa an den sturmgepeitschten Granitfelsen in Patagonien in Südamerika. Dort durchstieg er in einer Saison als Erster zwei schwierige Routen solo, am legendären <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Cerro_Torre" target="_blank">Cerro Torre </a>(„Kompressor-Route“) und am nicht weniger spektakulären <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fitz_Roy" target="_blank">Fitz Roy </a>(„Supercanaleta“), die letztgenannte sogar ohne Seilsicherung. „Wenn ich eine Route sehe, frage ich mich als Erstes: Kann ich sie free solo machen?“, sagte der Kletterer einmal in einem <a href="http://www.amazon.de/Extrem-Berg-Mit-Alpin-Stars-Gespr%C3%A4ch/dp/3909111548/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1276988169&amp;sr=8-1" target="_blank">Interview</a>.<span id="more-9235"></span></p>
<p><strong>Spirituelle Dimension</strong></p>
<p>Free solo, der Verzicht auf jede Steighilfe und Sicherung. „Wahnsinn, etwas für Lebensmüde“, sagen die Kritiker. „Klettern in seiner reinsten, ursprünglichen Form“, entgegnen die Befürworter. Dean Potter schert sich nicht darum, was andere von ihm denken. Für den 38-Jährigen hat Klettern eine „spirituelle Dimension“. Er wolle nicht „testen, wie stark meine Finger sind. Ich versuche zu verstehen, wer ich bin und wie ich vielleicht dabei helfen kann, die Welt in einen besseren Ort zu verwandeln.“</p>
<p><img style="margin: 0px 0px 11px 0px" src="/abenteuersport/images/news/9235.2.jpg" alt="" align="center" /><br />
<em>Potter in Aktion &#8211; free solo</em></p>
<p>Dean Potter hat noch andere extreme Leidenschaften: Zum einen Slacklining, das Balancieren auf einer gespannten Leine über einem Abgrund. Zum anderen Basejumping, senkrechte Felswände hinab. Im freien Fall, um dann im letzten Moment mit einem Fallschirm den Flug abzubremsen. Es sei für ihn mit „das Schönste, was man tun kann: Nur mit einem kleinen Rucksack am Rande einer Wand zu stehen – und zu springen und frei wie ein Vogel zu fliegen.“</p>
<p><strong>Dying to flying</strong></p>
<p>Warum nicht alles miteinander kombinieren, dachte Dean im Jahr 2008. Er durchstieg die Eiger-Nordwand free solo. Auf dem Rücken trug er den Rucksack mit Fallschirm, gewissermaßen als „Mini-Lebensversicherung“ für den Fall des Absturzes. „FreeBase“ taufte Potter seine Idee. „Ich finde es faszinierend, die schlimmstmögliche Sache in die bestmögliche zu verwandeln: dying to flying (den Tod ins Fliegen).“ Auch beim Slacklining nutzt Potter inzwischen statt der sonst üblichen Sicherung mittels kurzem Seil und Karabiner den kleinen Fallschirm.</p>
<p><img style="margin: 0px 0px 11px 0px" src="/abenteuersport/images/news/9235.3.jpg" alt="" align="center" /><br />
<em>Dean ausnahmsweise in „niedriger“ Höhe mit Seilsicherung</em></p>
<p>Die Eiger-Nordwand meisterte Dean sturzfrei, um sich anschließend doch talwärts zu stürzen: mit einem speziellen Flügelanzug, der ihn fast wie einen Vogel durch die Luft gleiten ließ. Drei Minuten später landete Potter 2000 Meter tiefer. Sein Flug gilt als bisher längster Basejump. Das Magazin National Geographic zeichnete Dean dafür als Abenteurer des Jahres 2009 aus.<br />
Privat lief es für Potter im vergangenen Jahr weniger gut. Seine Ehe mit der Spitzenkletterin Steph Davis scheiterte nach sieben Jahren. Warum, wissen nur die beiden. Am Ende bleibt Dean Potter eben doch nur ein Mensch. Ein extremer.</p>
<p>P.S. Schaut euch doch mal hier das Video über Dean von <a href="http://adventure.nationalgeographic.com/2009/12/best-of-adventure/dean-potter-video" target="_blank">National Geographic</a> an oder auch <a href="http://www.youtube.com/watch?v=BXT05R0WVQM" target="_blank">dieses</a>! Und wundert euch bitte nicht, wenn ich derzeit etwas seltener im Blog schreibe. Die Fußball-WM beschäftigt mich &#8211; extrem.</p>
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		<title>By fair means</title>
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		<pubDate>Sat, 15 May 2010 16:52:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Zum Schmunzeln]]></category>
		<category><![CDATA[Arktis]]></category>
		<category><![CDATA[Erstbesteigung]]></category>
		<category><![CDATA[Free Solo]]></category>
		<category><![CDATA[Mount Nestler]]></category>

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		<description><![CDATA[Dieser Berg wurde im Gegensatz zum Mount Everest nie in Fesseln gelegt. Er entstand und verschwand. Ich habe ihn bestiegen, als Erster, als Einziger: Free Solo, eine reine Eiskletterei, ohne Eisschrauben, sogar ohne Seil, eine Speedbesteigung, auf der Magic Line, durch eine wie ein gerader Strich nach oben ziehende Rinne zum höchsten Punkt. Keine Hochträger, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dieser Berg wurde im Gegensatz zum <a href="http://blogs.dw.de/abenteuersport/archive/20100508" target="_blank">Mount Everest</a> nie in Fesseln gelegt. Er entstand und verschwand. Ich habe ihn bestiegen, als Erster, als Einziger: Free Solo, eine reine Eiskletterei, ohne Eisschrauben, sogar ohne Seil, eine Speedbesteigung, auf der Magic Line, durch eine wie ein gerader Strich nach oben ziehende Rinne zum höchsten Punkt. Keine Hochträger, keine Zwischenlager, keine Atemmaske. Bei minus 30 Grad, perfekter Sicht, Windstille im Gipfelbereich.<br />
Mount Nestler habe ich ihn getauft, seine Höhe: ca. 5,30, vielleicht auch 5,40 Meter. Er stand in der Arktis, irgendwo zwischen dem 89. Breitengrad und dem Nordpol, etwa auf dem 160. Längengrad. Wahrscheinlich hatte er sich erst ein paar Tage vorher in die Höhe geschoben, einige Tage später ist er möglicherweise wieder in sich zusammengebrochen. Warum ich ihn bestiegen habe? Weil er da war.</p>
<p><img style="margin: 0px 0px 11px 0px" src="/abenteuersport/images/news/9048.1.jpg" alt="" align="center" /><br />
<em>Nestler auf Mount Nestler</em></p>
<p><span id="more-9048"></span>Wer träumt nicht davon, als erster Mensch seinen Fuß auf einen Berg zu setzen? Es gibt zwar weltweit noch einige nicht bestiegene Berge, doch war mir klar, dass ich als eher lausiger Bergsteiger wohl niemals eine Erstbesteigung zustande bringen würde. Bis mir die Idee mit dem Eisklotz kam. So schmiedete ich schon während der Vorbereitung auf unsere <a href="http://blogs.dw.de/nordpol" target="_blank">Last-degree-Expedition</a> zum Nordpol meinen Plan einer Erstbesteigung &#8211; und setzte ihn bereits an unserem ersten Tag auf dem Eis um. Am 6. April 2009, während unserer zweiten Rast, erklomm ich den Mount Nestler.</p>
<p><strong>Leider futsch</strong></p>
<p>Vier Expeditionskameraden waren Zeugen dieser alpinistischen Pionierleistung, einer schoss das Gipfelfoto. Es ist – im Gegensatz etwa zu <a href="http://blogs.dw.de/abenteuersport/archive/20100427" target="_blank">Oh Eun Suns-Foto vom Kangchendzönga</a> – nicht verschwommen und belegt eindeutig, dass ich wirklich oben war. Das Gipfelfoto würde ganz sicher auch die strenge Prüfung durch die legendäre Himalaya-Chronistin Miss Hawley bestehen. Allerdings hat auch sie bis heute noch nichts vom Mount Nestler gehört. Kein Achttausender, aber ein formschönen Fünfer im ewigen Eis. Mein Berg &#8211; leider futsch.</p>
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