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Abenteuer Sport

mit Stefan Nestler

Servus vom Fuß der Zugspitze

Angekommen

Ich bin’s, der Stein von der tiefsten Stelle Deutschlands. In einem dunklen Winkel einer Satteltasche bin ich quer durch Deutschland geradelt worden. 71 Stunden und 16 Minuten reine Fahrzeit liegen hinter mir, in denen ich manchmal ganz schön durchgeschüttelt wurde. Einmal waren wir 46,81 Stundenkilometer schnell. Gott sei Dank haben wir Steine keinen Magen, sonst wäre mir sicher schlecht geworden. Steht ihr auf Statistik? Na dann.

Datum

18. September 2012 | 22:13

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1000-Kilometer-Marke geknackt

Alpakas nahe Landsberg

Da kannst du sagen, du warst in Lima“, sagt einer der beiden älteren Herren, die sehen, dass ich die Alpakas fotografiere. Dabei heißt mein Lima Landsberg und liegt am Lech. Irgendjemand muss ein Faible für diese südamerikanischen Hochlandkamele oder ihre Wolle haben, um sie hier ins Voralpenland zu importieren. Ungewöhnlich. Aber warum nicht, Reinhold Messner hält in Südtirol schließlich auch Yaks, die er aus dem Himalaya mitgebracht hat. Und die Alpakas machen einen durchaus zufriedenen Eindruck.

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Datum

17. September 2012 | 22:34

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Lieber abseits

Romantisches Nördlingen

Straßen sind asphaltiert und meist laut. Sie können nicht romantisch sein, höchstens romantische Plätze verbinden. Genau das macht die Romantische Straße, der ich heute über insgesamt 125 Kilometer bis hinter Donauwörth gefolgt bin, inklusive Fahrrad-Umwege. Als ich morgens in Rothenburg ob der Tauber eine Bäckerei betrete, um mir mein Frühstück zu besorgen, staune ich nicht schlecht. Die Verkäuferin spricht mit ihren Kunden japanisch. Eine geschäftstüchtige Frau, die Stadt wimmelt schließlich von Touristen aus Nippon. Die romantische Altstadt gehört zu den Plätzen in Deutschland, die ein japanischer Urlauber einfach gesehen (und fotografiert) haben muss.

Datum

16. September 2012 | 23:23

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Herr Radfahrer!

Darum ist es am Main so schön

Fair ist schwer. Zumindest, wenn man 133 Fahrradkilometer von gestern in den Knochen und außerdem schlecht und zu kurz geschlafen hat. Und dann fährt in unmittelbarer Nähe zum Radweg alle zwanzig Minuten ein Regionalzug vorbei. Nein, ich mache es nicht wie einige Radprofis in den Gründerjahren der Tour de France, die ein Stück der Etappe mit dem Zug fuhren, um den Strapazen aus dem Weg zu gehen. Ich bleibe fair unterwegs, mit meinem Stein von der tiefsten Stelle Deutschlands in der Satteltasche. Der heutige Tag meint es aber auch gut mit mir. Am Main sind die Radwege wunderbar flach. Kein Lüftchen weht. Und so fahre ich Kilometer um Kilometer, ohne dafür ans Limit gehen zu müssen.

Datum

15. September 2012 | 23:10

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Rhön-Radfahren bis zum Anschlag

Vor dem Fuldaer Dom

„Hier hat man eigentlich immer Gegenwind“, sagt der ältere einheimische Mountainbiker, der angehalten hat, als ich auf einer Brücke über die Fulda die Aussicht genieße. „Du denkst, dann bläst er dir wenigstens auf der Rückfahrt in den Rücken. Aber nein, dann hat er wieder gedreht.“ Der Radweg entlang des kleinen Flusses bis zur gleichnamigen Stadt gehört zu den schönsten Strecken, die ich in den vergangenen Tagen entlang geradelt bin.Wenn bloß nicht dieser vermaledeite Gegenwind wäre. Trotzdem erreiche ich pünktlich zur Mittagspause die Bischofsstadt Fulda. Im Bistro „Mediteran“ fülle ich meinen Kohlehydratspeicher, mit Penne, Auberginen und Schafskäse. Ich ahne, dass ich noch einiges an „Brennmaterial“ brauche. Schließlich geht es hinter Fulda in die Röhn.

Datum

15. September 2012 | 12:00

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Panne am Anfang und ein dickes Ende

Arbeit für den Mechaniker

Es ist der 13., aber ein Donnerstag. Daran kann es also nicht liegen, dass der Tag mit einer Panne beginnt. Bei Kilometer zehn, direkt nach der Frühstückspause in Breuna, verkeilt sich die Kette so zwischen kleinstem Ritzel und Rahmen, dass sich die Pedale nicht mehr vorwärts bewegen lässt. Ich muss das Gepäck abladen und das Hinterrad herausnehmen, um die Kette zu befreien. Da ich nicht gerade der geborene Fahrradmechaniker bin, verliere ich eine dreiviertel Stunde, ehe ich die Fahrt fortsetzen kann. Als radelnder Schornsteinfeger, denn meine Hände sind von der Kettenschmiere schwarz, und auch die Beine haben ein paar Streifen abbekommen.

Datum

14. September 2012 | 0:01

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Landpartie

Ländliche Idylle nahe Brakel

Temperatursturz. Über Nacht ist es in Rinteln kalt geworden. Zehn Grad Celsius zeigt das Thermometer, das an meinem Rucksack baumelt. „Schattig geworden“, sagt die Camperin, die mit ihrem Mann beim Frühstück vor der Blockhütte sitzt. „Aber wir sind ja hart gesotten.“ Die Gute hat ja auch nicht ein nasses Zelt und jede Menge feuchte Sachen einpacken müssen. Aus dem gestrigen Wasserschaden bin ich ein wenig klüger geworden. Ich habe mir Mülltüten besorgt und alles darin eingesackt. Die Aktion hat mich Zeit gekostet. Eine Stunde später als geplant starte ich. Der tote Punkt kommt früh, viel zu früh. Bei Kilometer 20.

Datum

13. September 2012 | 7:25

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Regenzeit

Mittellandkanal im Regen

„Heute hat es noch nicht geregnet“, sagt die Frau mit Hund in Pollhagen nicht weit vom Steinhuder Meer, die sich vorher erkundigt hat, wohin meine Reise geht. „Hoffentlich bleibt es weiter trocken.“ Der Himmel spricht eine andere Sprache. Kaum habe ich mich verabschiedet und trete wieder in die Pedale, da öffnen sich die Schleusen. Bloß ein Schauer, denke ich noch – so wie eben, als ich mich hinterher fragte, ob es wirklich nötig war, den Regenponcho überzuziehen. Doch diesmal ist es bitter nötig. Es regnet nicht nur, es schüttet wie aus Kübeln. Nicht für ein paar Minuten, sondern für anderthalb Stunden.

Datum

11. September 2012 | 22:53

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Bin ich Konfuzius?

Häufige Begleiter

Die meisten Windkraftanlagen stehen nicht umsonst im Norden. Eigentlich bläst es fast immer. Jedenfalls habe ich das Gefühl, ständig „auf (Wind-) Kante“ zu fahren. Das kostet Kraft und zermürbt auch mental. Ich weiß nicht, wie oft ich heute „Moor“ als Wortsilbe auf Schildern gelesen habe: Drochterser Moor, Stadermoor, Helmstermoor, Moordorf – um nur einige zu nennen. Moorboden ist fruchtbar. Dementsprechend viel Landwirtschaft gibt es in dieser Region. Vor allem Mais wird angebaut. Die zwei Meter hohen Pflanzen mit den fast reifen Kolben gehören neben den riesigen Windrädern zu den immer wiederkehrenden Bildern meines zweiten Tags auf dem Weg zur Zugspitze.

Datum

10. September 2012 | 22:42

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Tagesziel erreicht

Stefan hat sein zweites Etappenziel nach 120 Kilometern mit Gegenwind erreicht. Wegen Problemen mit dem Internetzugang wird er seinen Tagesbericht so bald wie möglich nachreichen.

Datum

10. September 2012 | 20:26

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Ganz unten

 

An der tiefsten Stelle Deutschlands

Ein Gipfel fällt auf, weil es einfach nicht mehr weiter nach oben geht. Aber eine tiefste Stelle in einem ohnehin platten Land? Ohne Wegweiser wäre ich mit meinem Fahrrad vorbei gefahren. Doch die Menschen in Neuendorf-Sachsenbande nahe Itzehoe sind stolz auf ihre kleine Sehenswürdigkeit. Neben dem Holzpfahl, der wie auf dem Schild zu lesen ist, die „tiefste Landstelle der B.R. Deutschland“ markiert, wehen eine deutsche und schleswig-holsteinische Flagge. 3,54 Meter unter Normalnull, also knapp unter dem Meeresspiegel liegt die Senke. Hier müsste eigentlich überall Wasser stehen“, sagt Ernst Hermann Eckes, der mit seiner Frau auf dem Weg zum Nord-Ostsee-Kanal hier kurz vorbeigeschaut hat. Wir drei sind die einzigen Besucher an diesem frühen Abend ganz unten in Deutschland.

 

Datum

10. September 2012 | 12:10

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Die Etappen

Es kann losgehen

Der Drahtesel ist gesattelt. Morgen früh starte ich mit dem Zug Richtung Itzehoe. Von dort sind es nur ein paar Kilometer bis zur tiefsten Landstelle Deutschlands in Neuendorf-Sachsenbande, wo ich mir den Stein holen werde, der dann die Reise zur Zugspitze antritt. Wenn sich jemand überlegt, an einem Tag vielleicht ein Stück mitzuradeln: Hier ist die vorläufige Routen-Planung – die sich natürlich je nach Wetter und Waden ändern kann. Ab morgen könnt ihr oben rechts im Blog verfolgen, wo ich gerade bin. Ich werde in unregelmäßigen Abständen ein GPS-Signal absetzen.

Datum

8. September 2012 | 18:40

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Umdisponiert

Neue (längere) Route

Es empfiehlt sich immer, einen Plan B in der Hinterhand zu haben. Gestern wurde ich durch die Absage meiner mir vorher fest zugesagten Grubenfahrt in der Zeche Ibbenbüren überrascht. Offenkundig passte meine Aktion „Fair zum Berg“ plötzlich nicht mehr richtig in das PR-Konzept der Steinkohle-Industrie. Ich habe mich einen Tag lang darüber geärgert und dann beschlossen umzudisponieren.

Ich werde mir den Stein nun an der tiefsten frei zugänglichen (!) Landstelle Deutschlands holen. Die liegt in der Gemeinde Neuendorf-Sachsenbande nahe Itzehoe, 3,54 Meter unter dem Meeresspiegel. Damit vergrößert sich die Distanz zur Zugspitze, die ich mit dem Fahrrad zurücklegen will, um gut 200 Kilometer. Meinte Verkehrsminister Peter Ramsauer nicht gestern, die Deutschen sollten mehr Rad fahren? Na, dann. Am Sonntag breche ich auf.

P.S. Ich habe den Artikel vom 3.9. entsprechend aktualisiert.

Datum

6. September 2012 | 16:55

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Nachgefragt: Gletscherschmelze

Samuel Nussbaumer

Die Gletscher geben nun preis, was sie einst verschluckt haben. Auf dem Gauli-Gletscher in der Schweiz trat zuletzt der Propeller einer 1946 abgestürzten Maschine zutage. Auf dem Bosson-Gletscher im Mont-Blanc-Massiv fanden Bergsteiger eine seit einem Flugzeugunglück 1966 verschollene indische Diplomatentasche.  Und der Taschachferner in den Ötztaler Alpen gab die Leiche eines seit elf Jahren vermissten Münchner Bergsteigers frei. Grund für diese Funde ist die fortschreitende Gletscherschmelze in den Alpen. Aber nicht nur dort, sondern weltweit sind die Eisriesen auf dem Rückzug – nicht zuletzt eine Folge des Klimawandels. Ich habe darüber mit dem Schweizer Glaziologen Samuel Nussbaumer gesprochen. Der 31 Jahre alte Wissenschaftler arbeitet in Zürich für den World Glacier Monitoring Service (WGMS), der die Entwicklung der Gletscher beobachtet und analysiert.

Datum

6. September 2012 | 15:29

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Dujmovits: “Wahrheit nicht mehr zu leugnen”

Ralf Dujmovits

Lautlose Energie. Während im benachbarten Basislager der tschechischen Expedition der Diesel-Generator knatterte, störten wir die wunderbare Ruhe auf dem zentralen Rongbuk-Gletscher zu Füßen der Nordwand des Mount Everest nicht – und hatten doch Strom. Ralf Dujmovits, mit dem ich 2005 erstmals auf Expedition war, setzte schon damals voll auf Sonnenenergie. Die kleine Solaranlage, die er sich selbst zusammengebastelt hatte, funktionierte einwandfrei. Der 50-Jährige, der als erster Deutscher alle 14 Achttausender bestieg, setzt sich seit vielen Jahren für einen schonenden Umgang mit der Natur ein. Ich habe Ralf gebeten, mir kurz zu beschreiben, wie er die Bedrohung der Bergwelt durch den Klimawandel sieht und unsere Möglichkeiten, daran etwas zu ändern. Lest selbst!

Datum

5. September 2012 | 12:11

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