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Abenteuer Sport

mit Stefan Nestler

Gerlinde am Ziel: Alle 14 Achttausender

Eigentlich hätten wir uns gar nicht weit vom K 2 kennenlernen sollen. Ursprünglich wollte ich bei meiner Reportagereise im Juli 2004 zum zweithöchsten Berg der Erde auch einen Abstecher zum Basislager am nahe gelegenen Achttausender Gasherbrum I machen, um Gerlinde und Ralf zu besuchen. Ralf kannte ich bereits seit ein paar Jahren, seine (damals noch) Lebensgefährtin nicht. Weil mein Zeitplan während des Trekkings zu eng gestrickt war, musste ich den Plan jedoch fallen lassen. So begegneten wir uns erstmals im Herbst desselben Jahres beim Kölner Alpintag in Leverkusen – was wie ein doppeltes Paradoxon klingt (Köln in Leverkusen, Alpintag im Flachland), aber eine außerordentlich gut besuchte Veranstaltung der Kölner Alpenvereins-Sektion war. Gerlinde hielt damals einen Vortrag, Ralf kümmerte sich um die Technik. Ich interviewte die beiden. Die Österreicherin war mir auf Anhieb sympathisch. Sie wirkte natürlich, herzlich und bescheiden. Keine Spur von Starallüren, zu denen auch manche Spitzenbergsteiger neigen.

Datum

23. August 2011 | 15:08

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Jimmy Roberts, Vater des Trekkings in Nepal

Im Gipfelhang des Putha Hiunchuli

„Die Gipfelkuppe war deutlich steiler als die unteren Hänge, aber ohne wirkliche technische Schwierigkeiten“, schrieb James Owen Merion, genannt „Jimmy“ Roberts. Der Engländer bestieg gemeinsam mit dem Sherpa Ang Nyima am 11. November 1954 erstmals den Putha Hiunchuli – jenen 7246 Meter hohen Berg in Nepal, an dem auch ich mich im Rahmen einer kommerziellen Expedition im Herbst versuchen will. Am Gipfel genoss Roberts die Aussicht: „Um 13.13 Uhr, vier Stunden nachdem wir das oberste Lager verlassen hatten, schauten wir voller Dankbarkeit auf im Süden gelegene Meer grüner Hügel, Täler und das Land, das wir sechs Wochen zuvor durchquert hatten.“

Datum

11. Juni 2011 | 17:41

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Apa hört auf

Apa Sherpa hängt die Expeditionsschuhe an den Nagel. „Ich habe mich entschlossen, damit aufzuhören. Jedes Mal, wenn ich den Everest besteige, macht sich meine Familie Sorgen um mich“, sagte der wahrscheinlich (so genau lässt sich das nicht mehr rekonstruieren) 51 Jahre alte Sherpa in Kathmandu. „Das Alter holt mich ein.“ In diesem Frühjahr hatte Apa erneut den 8850 Meter hohen Gipfel des höchsten Bergs der Erde bestiegen und seinen eigenen Rekord aufgestockt: „Ich habe mein Leben riskiert und 21 Mal für mein Land den Mount Everest bestiegen. Jetzt sind die jüngeren Bergsteiger am Zuge. Ich wünschen ihnen dafür alles Gute.“


Apa Sherpa nimmt seinen Everest-Hut

Datum

4. Juni 2011 | 11:02

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Die erste Deutsche auf dem Lhotse

Was wohl Miss Hawley dazu sagt? Billi Bierling, in der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu lebende deutsche Bergsteigerin, Journalistin und Helferin der legendären Himalaya-Chronistin Elizabeth Hawley, hat ihren dritten Achttausender bestiegen. Am 26. Mai erreichte Billi den 8516 Meter hohen Gipfel des Lhotse – kurz bevor die Sonne aufging. „Es ist immer schwierig, die Schönheit der Umgebung wahrzunehmen, wenn du auf einem Gipfel stehst“, schreibt Billi in ihrem Blog. „Erstens weil du weißt, dass du erst den halben Weg geschafft hast und wieder hinunter musst, zweitens wegen der Kälte. Aber der Anblick von Everest und Makalu war wirklich atemberaubend.“


Billi Bierling auf dem Gipfel des Lhotse

Datum

3. Juni 2011 | 19:59

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Apa auf dem Everest, die 21.

Eigentlich könnte ich eine Blanko-Meldung schreiben, die ich Jahr für Jahr in den Blog setze: „Apa Sherpa hat seinen Rekord am Mount Everest auf xx Besteigungen ausgebaut.“ Seit 1990 hat der ungefähr 51-Jährige sympathische Nepalese (so genau lässt sich sein Geburtsdatum nicht rekonstruieren) fast in jedem Jahr den höchsten Punkt der Erde auf 8850 Metern erreicht. Insofern hielt sich heute morgen meine Überraschung in Grenzen, als ich die Email von Ang Tshering Sherpa, Chef des Unternehmens Asian Trekking, las: „Apa Sherpa, der bergsteigerische Leiter der Eco Everest Expedition 2011 hat zum 21. Mal den Gipfel des Mount Everest erreicht – ein neuer Weltrekord, verbunden mit der Botschaft ‚Stoppt den Klimawandel’.“


Apa Sherpa 2010 auf dem Gipfel des Everest

Datum

11. Mai 2011 | 14:14

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Loretan und Steck

Freud’ und Leid’ liegen in der Extrembergsteiger-Szene eng beieinander. Die Schweizer durchlebten zuletzt ein Wechselbad der Gefühle. Der derzeit wohl beste Bergsteiger der Alpenrepublik, Ueli Steck, sorgte mit einer Speed-Solobesteigung der Shishapangma-Südwand für Furore und bestieg jetzt auch noch den Cho Oyu. Mit dem Schweizer Erhard Loretan starb einer der ganz großen Bergsteiger des ausgehenden 20. Jahrhunderts.


Erhard Loretan, 1959-2011

Datum

6. Mai 2011 | 9:38

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Auf Hillarys Spuren

Als wir mit dem Forschungsschiff “Sonne” im Hafen von Auckland anlegten, musste ich an Sir Ed denken. Ich hatte das Glück, Edmund Hillary, dem Erstbesteiger des Mount Everest, zweimal zu begegnen. Er war ein charismatischer Mann. Ich bewunderte ihn nicht nur für seine Pionierleistung 1953 (gemeinsam mit Tensing Norgay) am höchsten Berg der Erde, sondern vor allem dafür, dass er sich in den gut fünf Jahrzehnten danach selbstlos und unermüdlich für die Sherpas in Nepal einsetzte. Als Hillary 2008 starb, wurde er verbrannt. Ein kleiner Teil seiner Asche wird, von nepalesischen Mönchen mit Lehm zu Buddha-Bildnissen geformt, bald in einem Stupa, einer buddhistischen Gedenkstätte, untergebracht. Die meiste Asche jedoch wurde nach Eds Willen im Hafen von Auckland verstreut.


Erinnerung an Sir Ed: ein von ihm unterschriebener Fünf-Dollar-Schein

Datum

28. April 2011 | 10:36

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Schnell und sicher hoch hinaus

„Heute war ich joggen, auf den Kala Patthar“, schreibt Ueli Steck. Joggen? Ich erinnere mich noch gut. 2002 war ich das erste Mal im Himalaya, auf Reportagereise zum Basislager des Mount Everest. Der 5675 Meter hohe Kala Patthar war der höchste Punkt, den ich damals erreichte. Der Berg ist eigentlich ein Schutthügel, sein Name bedeutet nicht umsonst „Schwarzer Stein“. Erst von dort oben eröffnet sich im Khumbu-Tal der Blick auf das Gipfeldreieck des höchsten Bergs der Erde. Mein Fortbewegungsstil damals war das Gegenteil von Joggen. Nach Luft japsend quälte ich mich hinauf. Als ich den höchsten Punkt erreichte, fühlte ich mich um zehn Jahre gealtert. Aber ich war und bin eben nicht Ueli Steck.


Ueli Steck

Datum

23. März 2011 | 11:52

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Gute Zeit

Sie trägt die Vier mit einem Lächeln im Gesicht. Im vergangenen Dezember feierte Gerlinde Kaltenbrunner ihren 40. Geburtstag. „Es war schon so, dass ich einmal alles habe Revue passieren lassen“, gesteht Gerlinde (unser Gespräch könnt ihr unten nachhören). „Aber ich bin nicht in eine Krise gerutscht. Ich spüre vielmehr, dass jetzt für mich eine richtig gute Zeit angebrochen ist.“


Datum

25. Februar 2011 | 13:13

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Hey cool!

„Talent bedeutet Energie und Ausdauer, weiter nichts“, hat einst Heinrich Schliemann gesagt, der berühmte deutsche Archäologe. Das mag gereicht haben, um Troja auszubuddeln – doch auch um eine überhängende Wand hinaufzuklettern? Ines Papert klingt fast ein bisschen wie Schliemann, als ich sie frage, ob sie ein Naturtalent sei (das Gespräch könnt ihr, wie immer, unter dem Artikel nachhören). „Jein“, antwortet die 36-Jährige Spitzenkletterin, „ich bin sehr ehrgeizig. Wenn ich mir etwas einbilde, dann passiert das auch, dann ziehe ich das durch.“


Ines fühlt sich in Fels und Eis wohl

Datum

18. Februar 2011 | 14:02

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Nordlicht

Alix lacht häufig und gerne. Auch über sich und ihren plötzlichen „Ruhm“. Wie kann es sein, dass ein Nordlicht plötzlich Deutschlands erfolgreichste Höhenbergsteigerin ist, eine gebürtige Hamburgerin, die in Ahrensburg in Schleswig-Holstein aufgewachsen ist und erst als Studentin ihre Liebe zu den Bergen entdeckte? „Das finde ich fast ein bisschen lustig“, sagt Alix von Melle mit einem breiten Grinsen (Unser Gespräch könnt ihr unter dem Artikel anhören).

Datum

15. Februar 2011 | 10:33

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Gedanken an Kurt

Die große ISPO ist manchmal wie ein kleines Dorf. Die Bergsteiger-Szene trifft sich alljährlich bei der weltweit größten Fachmesse für Sportartikel und Sportmode in München. An den Ständen einiger Ausrüster geht es zu wie im Taubenschlag. Bekannte Bergsteiger geben sich die Klinke in die Hand: Gerlinde Kaltenbrunner, Ines Papert, Alix von Melle, Ralf Dujmovits, Thomas Huber, Krzysztof Wielicki, David Göttler und Holger Heuber liefen mir über den Weg, als ich mich Anfang der Woche einen Tag lang auf der ISPO herumtrieb. Mit einigen von ihnen plauschte ich nur, mit anderen machte ich auch Interviews (wie ihr nach und nach im Blog lesen und hören könnt).


Holger Heuber, Bergsteiger, Wildwasser-Kajakfahrer und Kameramann

Datum

11. Februar 2011 | 12:43

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Miss Hawley und ihre Helferin

Ihr blauer VW-Käfer hat das gleiche Baujahr wie meine Knochen: 1963. Nach wie vor fährt Elizabeth Hawley mit ihrem Auto aus längst vergangenen Tagen vor den Hotels in Kathmandu vor. Inzwischen sitzt die 87 Jahre alte US-Amerikanerin nicht mehr selbst am Steuer, sondern lässt sich chauffieren. Aber aufs Altenteil setzt sich Miss Hawley, wie sie von allen genannt wird, nicht. Sie ist die große Chronistin des Himalaya-Bergsteigens. Seit Jahrzehnten führt sie in Kathmandu Buch über die Expeditionen zu den in Nepal gelegenen höchsten Bergen der Welt.


Miss Hawley mit Ralf Dujmovits

Datum

23. Januar 2011 | 12:15

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Happy Birthday, Gerlinde

Willkommen im Club! Jetzt hat auch Gerlinde Kaltenbrunner die 30er-Zone des Lebens verlassen. Die Topbergsteigerin aus Österreich feiert heute ihren 40. Geburtstag. Ihr großes Projekt, alle 14 Achttausender ohne Atemmaske zu besteigen, nimmt Gerlinde mit ins neue Lebensjahrzehnt.


Noch immer fehlt ihr der K 2 in der Sammlung. In diesem Jahr stand sie wieder einmal kurz davor, dem „König der Achttausender“ in Pakistan auf das Haupt zu steigen – als sie von einem tragischen Unfall gebremst wurde. Der Schwede Fredrik Eriksson, mit dem Gerlinde am geplanten Gipfeltag aufgebrochen war, stürzte vor ihren Augen 1000 Meter tief in den Tod.

Datum

13. Dezember 2010 | 7:31

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Gute Zeiten, schlechte Zeiten

Es gibt ein paar untrügliche Zeichen, die mich daran erinnern, dass ich älter werde. Etwa, dass ich mich blind wie ein Maulwurf fühle, wenn ich meine Lesebrille verlegt habe. Oder dass ich mich dabei ertappe, von alten, besseren Zeiten zu schwärmen. Krzysztof Wielicki ist da schon viel weiter, sprich weiser. „Ich will nicht behaupten, dass es heute schlechter ist, nur anders“, sagt die lebende polnische Bergsteigerlegende.


Krzysztof Wielicki, Pionier des Extrembergsteigens im Himalaya

60 Jahre alt ist Wielicki. Vor gut 30 Jahren, im Februar 1980, gelang Krzysztof mit seinem Landsmann Leszek Cichy die erste Winterbesteigung des Mount Everest. 1984 am Broad Peak war er der erste Bergsteiger, der einen Achttausender an einem Tag bestieg. Und Wielicki setzte weitere Marken: 1986 bestieg er mit Jerzy Kukuczka erstmals den Kangchendzönga im Winter. 1988 ließ er die erste Solobesteigung des Lhotse folgen, und dann noch im Winter, auch das eine Premiere. 1990 bestieg Wielicki als Erster im Alleingang den Dhaulagiri. 1996 war der Pole der fünfte Mensch, der alle 14 Achttausender bestiegen hatte, lediglich am Everest hatte er Flaschen-Sauerstoff benutzt.

Datum

12. Dezember 2010 | 10:49

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